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Mona in Taizé:Das Europäische Treffen

Gebet in Tallinn
Datum:
20. März 2025
Von:
Mona Hofmann

Jedes Jahr nach Weihnachten und über Silvester veranstaltet Taizé in Kooperation mit den lokalen Kirchen ein Europäisches Treffen. Dieses Jahr hat es in Tallinn stattgefunden.

Zu diesem Treffen können junge Erwachsene kommen. Sie werden dann meistens in Gastfamilien untergebracht und teilen somit das Leben und die Kultur der Familie. Man trifft viele junge Menschen aus allen möglichen Ländern der Welt.

Während des Treffens hat man, wie in Taizé auch drei Gebete täglich, das Abendgebet immer mit allen Teilnehmenden zusammen ein einer großen Halle oder ähnliches. Außerdem gibt es nachmittags verschiedene Workshops, zu denen man sich anmelden kann. Am Ende beginnt man zusammen das neue Jahr.

Jeder, der in Taizé am Ende des Jahres Volunteer ist, fährt zusammen zu diesem Treffen, um dort auch die Arbeit zu machen, die benötigt wird. Das kann von Essenskoordination, über Transportkoordination zu Arbeit in der Kirche alles sein. Dieses Jahr bin ich auch zu diesem Treffen mitgefahren und habe dort geholfen. Das heißt, dass ich sowohl über Weihnachten als auch Silvestern im Bus, bzw. in Tallinn war.

Fahrt nach Tallinn und Weihnachten

Wir sind abends am 23.12. nach dem Abendgebet mit dem Bus von Taizé losgefahren und sind am 25.12 mittags in Tallinn angekommen. Insgesamt waren wir ca. 45 Stunden unterwegs.

Wir haben versucht so gut wie möglich unseren Rhythmus zu behalten und haben deshalb auch im Bus gebetet.Zum Zeitvertreib haben wir kurze Einführungen in polnisch und estnisch bekommen, Filme geschaut und besonders ganz viel geschlafen. Dadurch, dass ich alle meine Freunde um mich herumhatte, ging die Zeit doch schneller rum als gedacht!

Irgendwie mussten wir aber ja auch Weihnachten auf der Fahrt feiern. Da der Busfahrer sowieso eine längere Pause machen musste, haben wir in Polen in Breslau angehalten und wurden dort mit jeweils 1-2 anderen Freiwilligen auf Gastfamilien aufgeteilt.

Ich war mit zwei sehr guten Freundinnen in einer Familie mit zwei kleinen Jungs, die zum Glück alle Englisch gesprochen haben, da sie bis vor einem Jahr auch in England gelebt hatten. Mit der Familie haben wir dann zusammen gegessen. In Polen ist es üblich 12! Gänge zu essen, es gab kein Fleisch. Danach haben die Kinder ihre Geschenke bekommen und die Familie hatte sogar für uns eine Kleinigkeit!

Um 23 Uhr sind wir dann alle zusammen in den katholischen Gottesdienst der Gemeinde gegangen. Er war sehr feierlich, mit viel Gold, vielen Hymnen, Mundkommunion und natürlich in polnisch, für mich also irgendwie sehr vertraut und bekannt, aber doch anders.

In Tallinn

Taizé in Tallinn

In Tallinn angekommen, sind wir in eine Schule gegangen, in der ich auch die ganze Woche geschlafen habe. Dort haben wir erstmal gegessen, gebetet und erste Informationen bekommen, bevor wir schon direkt schlafen gegangen sind.

Am nächsten Tag haben wir alle Volunteers willkommen geheißen, die uns geholfen haben, das Europäische Meeting vorzubereiten.

Mein Job war es, sowohl die Dekorationen für das Abendgebet, welches immer für alle in einer Eishalle stattfand aufzubauen, als auch während dem Meeting allen Leuten, die zu früh oder zu spät angereist sind, um in ihre eigenen Unterkünfte zu gehen, einen Schlafplatz in der Schule zu geben, dafür hatte ich ein Team aus 10 Volunteers, sodass wir in Schichten arbeiten konnten. Deshalb hatte ich während des Meetings tagsüber immer viel Zeit, konnte also theoretisch wie alle normalen Teilnehmer das Programm mitmachen.

Außerdem habe ich mir viel von der Stadt anschauen können und mich nochmal mit meinen Freunden aus Taizé treffen können, die im Januar nicht wieder zurück kommen um mich zu verabschieden.

Am vorletzten Abend hat Brother Matthew bekannt gegeben, dass das nächste Europäische Treffen in Paris stattfinden wird. Da haben sich die meisten Menschen sehr gefreut, weil Paris doch zentraler in Europa liegt als Tallinn. Auch ich habe vor, nächstes Jahr wieder zum Europäischen Treffen zu gehen. Man trifft so viele tolle und nette Menschen, die ich unbedingt auch wieder sehen möchte. Außerdem ist es bestimmt auch interessant das Treffen aus der Sicht eines “normalen” Teilnehmers zu erleben.

An Silvester sind wir um 23 Uhr in die Kirche gegebenen und haben zuerst für den Frieden gebetet. Danach sind wir zusammen vor die Kirche und sind ins Neue Jahr gestartet.

Nach Mitternacht gibt es dann immer das “Feast of Nations”, dabei stellen verschiedene Traditionen aus ihren Ländern vor: zum Beispiel einen traditionalen polnischen Volkstanz oder ähnliches, sodass man die Kultur der Menschen, mit denen man eine Woche verbracht hat besser kennenlernen kann.

Am 1.1. gab es nochmal eine Katholische Messe in der Eishalle und dann dort auch Mittagessen. Danach habe ich mich von allen meinen Freunden verabschiedet und bin abends heimgeflogen.

Januar in Viernheim

Da die Brüder sich dieses Jahr dazu entschlossen haben, Taizé im Januar zu schließen und für die Besucher erst wieder im Februar zu öffnen, sind auch wir Volunteers die ersten beiden Januarwochen nach dem Europäischen Treffen nach Hause gegangen, egal ob man danach daheim bleibt, oder wieder zurück nach Taizé kommt.

Allen, die von sehr weit wegkommen und deshalb nicht nach Hause gehen konnten, hat Taizé eine Unterkunft, oft in anderen Klöstern oder Fraternitäten, organisiert. Ich wollte allerdings lieber nach Hause zu meinen Freunden und meiner Familie.

Am 22.1. bin ich wieder zurück nach Taizé fahren und werde dort mindestens bis Ostern bleiben.