Weihnachtszeit:Die zwei Heimatengel zum neuen Jahr
Die Heimatengel wurden von Mitarbeitern und Kunden des Familienbildungswerkes und vom Sozialzentrum gestaltet.
Heimatengel des Familienbildungswerkes
Was bedeutet Heimat für dich? So lautete die Frage, die auf großen Plakaten stand, die im Familienbildungswerk auslagen. Alle Besucher*innen waren aufgerufen ihre Be- Deutung von Heimat aufzuschreiben. Und so füllten sich die Plakate mit immer mehr Worten. Aber viel wichtiger waren die Gespräche die sich zwischen Tür und Angel im Treppenhaus und im Bistro des Familienbildungswerk ergaben. Das Thema Heimat berührte alle Menschen sehr- sei es ein Kind in der Adventswerkstatt, dass ganz klar sagte mein Fußballverein ist Heimat, oder der Mann einer Teilnehmer*in eines Sportkurses, der die Kirchengemeinde als Heimat nannte. Oder eine Ukrainerin, die Borsch auf das Plakat schrieb.
Alle Worte stehen jetzt auf dem Engel, der am 31. Dezember seinen Platz in der Apostelkirche bekommen wird- vielleicht können sie noch weitere Bedeutungen hinzufügen.
Ja, du kannst Heimat geben, Heimat sein und Heimat schaffen- gesegnet bist du.
Alle Besucher*innen des FBW haben ihre Gedanken zum Thema "Heimat" festgehalten.
Michaela Mann, Leiterin des FBW
Heimatengel des Sozialzentrums
Der Engel mit dem Thema „Heimat“ wurde von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Kundinnen und Kunden des Katholischen Sozialzentrums gestaltet.
Der Begriff „Heimat“ wurde in verschiedenen Sprachen und Schriften auf dem Engel festgehalten. Seinen Umhang haben viele Hände mit weißer Wolle und goldenen Fäden gewebt.
Wir haben in den Gesprächen mit den Kundinnen und Kunden bemerkt, wie schwierig es ist, den Begriff Heimat zu erklären, egal in welcher Sprache. Aber jeder weiß, was Heimat ist.
Der Gold durchwobene Umhang des Engels ist ein Symbol für Heimat. Er bietet Schutz und Geborgenheit. Die goldenen Fäden sind die Höhen und Tiefen, die unser Leben prägen und es zusammenhalten. Sie sind der Segen Gottes, der uns Heimat gibt.
Dieser Engel steht für das Katholische Sozialzentrum, das für viele Menschen nicht einfach EIN ORT ist, sondern ein Begegnungsort, ein Zuhause und ein Segensort.
Regina Kaminski
Spiri Team
Der goldene Faden
In einem kleinen Dorf, umgeben von grünen Hügeln und sanft plätschernden Bächen, lebte ein Mädchen namens Lina. Ihre Augen funkelten wie die Sterne am Nachthimmel, und ihr Lachen klang wie das Zwitschern der Vögel im Frühling. Lina war die Tochter einer Weberin und eines Bauern. Ihr Leben war einfach, aber erfüllt von Liebe und Geborgenheit.
Eines Tages, als Lina durch den Wald spazierte, entdeckte sie einen alten Webstuhl, der von einer mysteriösen Aura umgeben war. Neugierig näherte sie sich und berührte vorsichtig die feinen Fäden, die darauf gespannt waren. Plötzlich erschien vor ihr eine alte Frau, deren Augen die Weisheit vieler Jahre widerspiegelten.
„Ich bin die Hüterin des goldenen Fadens“, sagte die Frau sanft. „Dieser Faden verbindet alle Ereignisse und alle Menschen miteinander. Er ist das Gewebe des Lebens selbst.“
Lina war fasziniert. „Kann ich den Faden sehen?“, fragte sie leise.
Die Frau lächelte und hob ihre Hände. Vor Linas Augen entfaltete sich ein schimmerndes Netz aus goldenen Fäden, das die ganze Welt zu umspannen schien. Jeder Faden erzählte eine Geschichte – von Freude und Trauer, von Liebe und Verlust, von Hoffnung und Verzweiflung.
„Jeder Faden ist einzigartig“, erklärte die Frau. „Und doch sind sie alle miteinander verwoben. Sie bilden das Muster des Lebens, das wir alle teilen.“
Lina konnte ihren Blick nicht abwenden. Sie sah den Faden ihrer eigenen Familie, ihre Eltern, die Nachbarn, die Freunde. Sie sah ihre eigenen Freuden und Ängste, ihre Träume und Sorgen. Doch sie sah auch, wie alles miteinander verbunden war, wie jede Erfahrung, ob gut oder schlecht, Teil eines größeren Ganzen war.
„Aber was passiert, wenn ein Faden reißt?“, fragte Lina besorgt.
Die Hüterin lächelte weise. „Ein Faden mag reißen, doch das Gewebe bleibt bestehen. Neue Fäden entstehen, neue Verbindungen werden geknüpft. Das Leben geht weiter, und das Muster wächst und verändert sich ständig.“
In den folgenden Jahren kehrte Lina oft zu dem Webstuhl im Wald zurück. Jedes Mal lernte sie etwas Neues über das Leben und den goldenen Faden, der alles verband. Sie lernte, dass die Höhen und Tiefen des Lebens beide notwendig waren, um die Schönheit des gesamten Gewebes zu erkennen.
Als Lina älter wurde, übernahm sie die Rolle ihrer Mutter und webte wunderschöne Stoffe, die von der Weisheit des goldenen Fadens inspiriert waren. Sie erzählte den Kindern im Dorf Geschichten von der Hüterin und dem magischen Webstuhl und lehrte sie, dass jede ihrer Erfahrungen, ob freudig oder schmerzhaft, einen wertvollen Beitrag zum großen Muster des Lebens leistete.
Und so wuchs das Dorf in Harmonie und Verständnis. Die Menschen lernten, die Höhen und Tiefen des Lebens zu akzeptieren, und fanden Trost in dem Wissen, dass sie alle durch den goldenen Faden miteinander verbunden waren. Das Gewebe des Lebens war stark, und es hielt die Welt zusammen – dank der Weisheit eines kleinen Mädchens, das das Geheimnis des goldenen Fadens entdeckt hatte.
(Quelle: www.free-tom.com)