Zum Inhalt springen

Katholisches Sozialzentrum:Erzähl mir von Auferstehung

Ostern_01-25_CA
An Ostern bekommt die Nacht Risse...
Datum:
4. März 2026
Von:
Angela Eckart

Osterkerze

Die Kirche ist leergeräumt. Die Bänke zur Seite geschoben. Teppiche bedecken den kalten Steinboden. Und doch: Es ist kein Platz mehr frei. Jugendliche aus der ganzen Umgebung sind zum Kloster Jakobsberg gekommen. Sie haben sich aufgemacht, um diese besondere Nacht zu feiern. Über viele Jahre ist die Osternacht mit jungen Erwachsenen dort eine schöne Tradition. Eine leere Kirche. Ein weiter Raum. Ein enges Miteinander.
Wir sitzen auf dem Boden, Schulter an Schulter. Wir hören das Gottes Hoffnungsworte. Wir singen Lieder und bringen die Hoffnung zu klingen. Wir beten uns in der Dunkelheit in die Hoffnung hinein.

Und dann geschieht es.

Am Osterfeuer wird die Osterkerze entzündet und in die dunkle Kirche hineingetragen. Anschließend wandert das Licht weiter, von einer Hand zur nächsten. Und die Dunkelheit der Nacht, die Nacht des Todes, die Nacht der Angst – bekommt mit einem Mal Risse.

So wirkt Auferstehung – mitten im Dunkeln. Nicht dort, wo alles leicht ist, sondern dort, wo Menschen das Schwere erfahren. Wo Grenzen in unserer Gesellschaft spürbar sind. Wo Abschiede und Verluste wehtun. Wo Angst um die eigene Existenz sich breit macht.

Als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen Sie das und sind an diesem Ort hier in unserer Stadt die kleinen Osterkerzen unserer Pfarrei - und das Tag für Tag, Woche für Woche. Sie sind dort, wo andere im Dunkeln stehen.

Sie halten aus, wo Menschen an ihre Grenzen kommen, wo die Hoffnung in unserer Welt dünn geworden ist. Sie schenken Zeit. Sie schenken Kraft. Sie schenken Vertrauen. Sie schenken Würde, indem Sie hier in unserem Sozialzentrum anpacken und zuhören, begleiten und stärken - einfach da sind und davon erzählen, wie Auferstehung schmeckt, wie Auferstehung klingt, wie Auferstehung eines Tages für uns sein wird – in der Ewigkeit unseres Gottes.

Danke dafür. Der Segen unseres Gottes begleite uns und alle Menschen, denen wir heute begegnen: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.