Fastenzeit:Erzählt mir von Auferstehung

Wir sind eine Erzählreligion. Lange bevor die Geschichten der Bibel auf Papier gebannt wurden, hat man sie von Mund zu Ohr weitergegeben. Die Erzählungen, die Gebete und Lieder, die besonders berührt haben, sind aufgeschrieben worden, andere sind verloren gegangen, weil sich niemand fand, ihnen eine Platz am Lagerfeuer, an der Quelle in der Oase, im Gottesdienst zu schenken.
Rafik Schami hat eine seiner Erzählungen: Wenn du erzählst, erblüht die Wüste, genannt. So muss das bei Beduinen auf langen Wegen durch die Wüste gewesen sein: die biblischen Geschichten waren Oasen, die geholfen haben, das eigene Leben zu verstehen, den Glauben an Gott wach zu halten.
Wenn du erzählst erblüht die Wüste. So wird das gewesen sein, als Maria von Magdala am Ostermorgen mit verweinten Augen, völlig außer sich, ins Haus platzte und den Jüngern erzählte: ich habe den Herrn gesehen, Jesus ist auferstanden. Da hat der Karfreitag zu blühen begonnen.
Die Bibel ist abgeschlossen. Keine Erzählung, kein Gebet, kein Lied kommt mehr dazu. Aber es braucht Menschen, die sie erzählen, auf ihre Art. Die Bibel ist nicht zu Ende geschrieben. Überall auf der Welt erleben Menschen Geschichten mit ihrem Glauben an Gott, die es wert sind aufgeschrieben, zumindest erzählt, zu werden.
In einem Lied heißt es: Manchmal feiern wir mitten am Tag ein Fest der Auferstehung. Von Aschermittwoch bis Ostern wollen wir als Pfarrei solchen Erzählungen Raum schenken. Geschichten, die die Wüster erblühen lassen: Geschichten, die mitten am Tag die Auferstehung feiern. 40 Tag lang biblische Geschichten und solche, die ganz gegenwärtig davon erzählen, dass es eine Auferstehung gibt. Wir erzählen von Auferstehung in der Kirche, in der Kita, im Sozialzentrum, im Internet. Mit einem Aschekreuz fangen wir an und mit einem Halleluja enden wir.
Erzählen Sie mit uns, hören Sie mit uns zu, wenn von Auferstehung erzählt wird.