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5 vor 12 im Katholischen Sozialzentrum:„Ich bin die Auferstehung und das Leben“ (Joh. 11,25)

Auferstehung
Das Leben ist stärker als der Tod. Daran glaube ich.
Datum:
31. März 2026
Von:
Ursula Disson

Wir beten für unsere Tafelkunden

Lied „Ich bin die Auferstehung“ (Clemens Bittlinger und Freunde ) 

ich bin die Auferstehung

und das Leben.

Leben,

wirkliches Leben,

nicht im lebenslänglichen

Schatten des Todes.

Leben, das die Kraft hat

aufzustehen - immer wieder.

Leben, das

selbst aus der tiefsten

aller Krisen, dem Tod,

aufersteht.

Wer an mich glaubt,

der wird leben.

Glaube, vertraue mir

und baue auf mich

gerade dann,

wenn du den Mut verlierst.

Dann

kann ich dir helfen.

Dann

kann ich dir Kraft geben.

Denn wer an mich

glaubt,

der wird leben,

auch wenn er stirbt.

Und wer lebt,

mit wachen Augen

und offenem Herzen,

und wer an mich glaubt,

weiß, dass dieses Leben

ein Geschenk ist,

der wird nimmermehr,

dessen Geist und Seele

wird nie wieder

sterben,

weder den inneren Tod

der Langweile

und der Einsamkeit

noch den kalten,

endgültigen Tod.

Er wird,

sie wird,

Du wirst,

immer wieder

aufstehen

und leben.

 

Das Lied von Clemens Bittlinger, das ein zentrales Wort aus dem Johannesevangelium „Ich bin die Auferstehung und das Leben“ (Joh. 11,25) aufgreift, haben wir zuletzt bei einer Beerdigung gehört. Das Lied tröstet und gibt gleichzeitig Kraft zum Weiterleben, es schafft eine ruhige und hoffnungsvolle Atmosphäre. 

Das Lied, das sich an Menschen in Krisen richtet, spricht von Dunkelheit, Angst und Verzweiflung. Dem wird aber andererseits die Zusage Gottes entgegengestellt: Das Leben ist stärker als der Tod.  Selbst wenn „alles tot scheint“, kann neues Leben wachsen. Damit richtet das Lied den Blick nicht nur auf den Verlust, sondern auf das, was danach kommen könnte: Leben, Auferstehung und Geborgenheit bei Gott.

Die Auferstehung in dem Lied wird nicht nur wörtlich verstanden, sondern mehrschichtig interpretiert, sowohl religiös als auch symbolisch.

Für uns Christen bedeutet Auferstehung: Nach dem Tod gibt es ein neues Leben bei Gott, wer an Jesus Christus glaubt, wird nicht endgültig sterben. 

Auferstehung ist auch im übertragenen Sinn zu verstehen. Auferstehung bedeutet, das Leben gewinnt, mitten im Alltag, immer dann, wenn etwas in uns oder um uns herum gestorben ist. Mitten in der Trauer kann schon jetzt ein neues Leben beginnen. 

Ein Neuanfang nach einer schweren Zeit, Hoffnung, wenn alles aussichtslos erscheint.  Im Alltag kann das bedeuten: 

  • Nach einem Verlust wieder ins Leben finden
    Wenn ein Mensch stirbt, bricht für die Hinterbliebenen oft etwas zusammen. „Auferstehung im „Jetzt“ heißt dann: langsam wieder Hoffnung fassen, weitergehen, wieder Sinn entdecken. 
  • Neuanfang nach Krisen wagen
    Krankheit, Scheitern oder Schuld können sich wie ein „kleiner Tod“ anfühlen. Auferstehung zeigt sich darin, dass man nicht darin stecken bleibt, sondern neue Kraft gewinnt. 
  • Momente von Licht entstehen im Dunkeln
    Ich entdecke Licht, obgleich es lange dunkel war. Kleine Erfahrungen – Trost, Zuspruch, Gemeinschaft, ein gutes Wort – können wie „Auferstehungsmomente“ sein, in denen das Leben wieder heller wird.
  • Liebe, die bleibt und weiterwirkt
    Auch wenn jemand gestorben ist, lebt das Gute weiter: Erinnerungen, Prägungen, Liebe. In diesem Sinn „steht etwas auf“, das nicht verloren geht.

Damit bekommt das Lied, das sich nicht nur auf das Leben nach dem Tod, sondern auf das Hier und Jetzt, bezieht, eine noch tiefere, Mut und Zuversicht gebende Bedeutung. Gerade bei einer Beerdigung entsteht damit - wenn wir das Lied hören - eine doppelte Hoffnung:

- für den Verstorbenen: Gott schenkt Hoffnung über den Tod hinaus. Es gibt  ein Leben bei Gott. 

- und für die, die weiterleben müssen: Auferstehung beginnt schon jetzt im Leben, du kannst jetzt schon neu anfangen.

Gebet:

Guter Gott,

du bist die Quelle des Lebens und der Hoffnung 

wir bringen dir die Menschen, die heute zur Tafel kommen

mit ihren Sorgen, ihrer Not und ihren Geschichten

schenke ihnen Mut, neue Kraft und einen Funken Hoffnung

segne unsere Hände, die austeilen, sortieren und helfen

dass sie freundlich und stärkend sind

segne unsere Herzen, dass wir einander mit Respekt und Würde begegnen

lass uns Zeichen deiner Nähe sein

damit die Menschen spüren, dass sie nicht allein sind und es für sie einen neuen Anfang gibt

und wenn wir selbst müde werden, schenke uns Kraft und Zuversicht, damit wir immer wieder neu anfangen können

Amen