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Katholisches Sozialzentrum:Impuls „5 vor 12“

Steh auf
„Steh auf, wenn du am Boden liegst“. Dieses Lied von den Toten Hosen will Mut machen immer wieder neu auf-zu-stehen. Das Lied finden sie unten als Link.
Datum:
24. Feb. 2026
Von:
Herbert Kohl

Steh auf!

„Steh auf, wenn du am Boden liegst.“
Dieser Satz ist eigentlich ganz einfach. Und doch wissen wir alle: Manchmal geht das nicht so leicht.

Wir kennen solche Momente.
Wenn etwas zerbricht.
Wenn eine Diagnose kommt.
Wenn eine Beziehung endet.
Wenn Geld fehlt.
Wenn wir uns überfordert fühlen.
Wenn wir denken: Ich kann nicht mehr.

Am Boden liegen – das heißt nicht nur fallen.
Es heißt auch: sich klein fühlen, allein fühlen, abgehängt fühlen.

Gerade hier bei der Tafel begegnen uns Menschen, die solche Erfahrungen machen. Und vielleicht kennen wir das auch selbst.

Das Lied ruft uns zu: Steh auf!
Aber es sagt nicht: Reiß dich einfach zusammen.
Es erinnert daran: Du bist nicht allein. Es gibt Menschen, die dich halten. Die dich erinnern, wer du bist.

Für uns als Christinnen und Christen bekommt dieser Satz in der Fastenzeit noch eine tiefere Bedeutung:
Auferstehung heißt nicht nur Ostern.
Auferstehung beginnt mitten im Leben. Immer dann, wenn jemand nicht liegen bleibt.

Wir glauben an einen Gott, der Menschen nicht am Boden lässt.
Einen Gott, der sich selbst in Jesus auf den Boden dieser Welt gelegt hat – bis in Leid und Tod hinein.
Und der sagt: Ich richte dich auf. Ich bin da. Auch wenn du mich gerade nicht spürst.

Und vielleicht ist das unsere Aufgabe hier bei der Tafel:
Aufrichten helfen.
Mit einem freundlichen Wort.
Mit Respekt.
Mit Zeit.
Mit einem Stück Würde.

Auferstehung geschieht manchmal ganz leise –
wenn ein Mensch wieder Hoffnung fasst.
Wenn jemand neuen Mut bekommt.
Wenn wir einander sagen: Du schaffst das. Ich geh ein Stück mit dir.

Gott richtet uns auf.
Und wir dürfen einander aufrichten.

Das ist vielleicht schon ein kleines Stück Auferstehung – mitten im Alltag.

 

Guter Gott,

manchmal liegen wir am Boden –
müde, enttäuscht, ratlos.
Manchmal wissen wir nicht mehr weiter.

Du kennst diese Momente.
Du siehst, wenn wir uns klein und allein fühlen.

Richte uns auf,
wenn wir keine Kraft mehr haben.
Schenke uns Menschen, die uns Mut machen.
Und mache auch uns zu Menschen,
die andere aufrichten.

Lass uns hier bei der Tafel
Zeichen deiner Hoffnung sein.
Zeichen deiner Nähe.
Zeichen deiner Auferstehung –
mitten im Leben. Amen.