Palmsonntag 2026:Von mutigen Schritten und Türen, die sich öffnen

Es ist ein fröhliches und buntes Treiben am Palmsonntagmorgen.
Aus allen Richtungen versammeln sich Kleine und Große, Junge und Alte, Familien und Menschen, die alleine leben, aus unserer Pfarrei.
Mitten auf dem Apostelplatz wartet ganz still und geduldig ein Esel, um an den Einzug Jesu in Jerusalem zu erinnern.
"Singt dem König Freudenpsalmen" - mit dem bekannten Lied beginnt unser gemeinsames Feiern und alle stimmen kräftig mit ein.

Dann überlegt Pfarrer Dr. Givens mit den Kindern: Warum haben die Menschen damals wohl ihre Kleider auf den Boden gelegt?
Die Mädchen und Jungen wissen schnell eine Antwort. Weil ein roter Teppich ausgerollt wird für jemanden, der wichtig ist. Für jemanden, der besonders ist und gesehen wird.
Schließlich zieht unser Pfarrer sein rotes Gewand aus und legt es auf den Boden.
Es braucht schon einen Augenblick und auch ein bisschen Mut, bis die Kinder sich trauen darüber zu gehen.
Zögernd erst, dann etwas entschlossener, setzen sie ihre Schritte darauf und spüren unter ihren Füßen, etwas, dass man nicht sehen kann:
Du bist besonders. Du bist geliebt.

Später braucht auch Ylvie, unsere Messdienerin, an diesem Morgen etwas Mut.
Mit dem Hammer klopft sie an die schweren Türen unserer Apostelkirche.
Das laute Hämmern ist gut auf dem ganzen Apostelplatz zu hören.
„Hebt euch ihr Tore, unser König kommt“ singen die Kantorinnen vor.
Anschließend antworten unsere Stimmen nacheinander:
erst die Frauen, dann die Männer und schließlich erklingt das helle Singen der Kinder.
Nun öffnen sich die schweren Türen.
Gemeinsam folgen wir dem Esel und ziehen singend miteinander in die Apostelkirche ein.

Vor dem Altar versammeln sich die Kinder. Dort hören sie von den letzten Tagen Jesu in Jerusalem: von Nähe und Freundschaft, von Abschied und Angst, von Hoffnung und Vertrauen.
Danach werden die grüne Palmzweige gesegnet. Die Kinder halten die selbstgebastelten Palmstecken, die sie zuhause mit den Eltern gestaltet haben, in die Höhe. Für die Erwachsenen haben unsere Küsterinnen Olivenzweige und Buchs vorbereitet.
Und dann: Brot und Wein auf dem Altar. Ein Tisch, um den wir alle versammelt sind, der jede und jeden von uns meint. Eine Liebe, die sich verschenkt.
In diesem Jahr sind wir als Pfarrei einen anderen Weg am Palmsonntag gegangen. Diesmal haben wir gemeinsam gesungen, gebetet und gefeiert.
Ein herzliches Dankeschön gilt allen, die unseren Gottesdienst durch ihren Dienst mitgestaltet und getragen und so zu etwas Besonderem gemacht haben.