Ostern:Wir werden auferstehen

Irgendwas gibt es schon. Wer den Mut hat sich selbst oder andere zu fragen: glaubst du an eine Auferstehung? wird meist so eine Art Wackelpudding als Antwort bekommen. Ja, schon, irgendwie.
Der Apostel Paulus war in dieser Hinsicht konsequent. In seinen Briefen schreibt er: Jesus ist von Gott aus den Toten auferweckt worden. Als Erster. Diesem Ersten werden alle andern folgen. Für diese Überzeugung läuft Paulus quer durch Europa, predigt und schreibt: Durch die Taufe haben wir die Zusage: Gott wird uns aus den Toten auferwecken, wie Jesus.
Paulus war ursprünglich auf dem Weg nach Damaskus, um es allen zu verbieten, dass sie erzählen, dass Jesus auferstanden ist. Womit Paulus nicht gerechnet hat, dass Jesus ihm auf dem Weg begegnet, und er mit einem Schlag zu denen gehört, die überzeugt sind: Jesus lebt. Die, die er verfolgen wollte, fragt Paulus warum sie glauben können, dass es eine Auferstehung gibt?
Sie erzählen ihm, wie sie Jesus erlebt haben, nach dessen Tod am Karfreitag. Maria von Magdala, dass sie Jesus daran erkannt hat, wie er ihren Namen gerufen hat. Thomas, dass er die Wunden des Karfreitags mit seinen Fingern abgetastet hat. Petrus, dass das Grab leer war. Andreas und Johannes, dass sie Jesus dort wieder begegnet ist, wo sie sich kennengelernt haben, beim Fischfang am See Genezareth. Als auch noch die beiden Jünger, die enttäuscht von Jerusalem heim gewandert sind, erzählen, dass sie Jesus in einer Dorfherberge daran erkannt haben, wie er das Brot zum Abendessen geteilt hat, da ist Paulus und den anderen Jüngern klar: Jesus lebt tatsächlich, aber er ist nicht einfach mit seinem alten Leib unterwegs, sondern da hat sich etwas verändert.
Der auferstandene Leib ist nicht mehr erdenschwer und erdengebunden. Er ist himmelstauglich, er kann durch Türen gehen, Raum und Zeit sind nicht mehr seine Grenzen. Was sich nicht verändert hat, ist, dass Jesus zu seinem Leben, zu seinen Beziehungen, zu seinen Worten und Taten auch nach dem Tod steht. Der Karfreitag bleibt ihm auf den Leib geschrieben, das bezeugt Thomas. Das Brot zu teilen, ist für Jesus Leben und Gemeinschaft, das bezeugen die Apostel. Die Namen der Menschen, die er liebt, bewegen ihn : Magdalena, Petrus, Maria….
Ostern feiern bedeutet: wir werden auferstehen. Man wird uns erkennen. Nicht unbedingt an der Nasenspitze, aber daran wie wir vom Leben geformt wurden, an dem was uns das Leben auf den Leib geschrieben hat, an dem, was an uns einmalig und besonders gemacht hat. Unser auferstandener Leib wird nicht mehr erdenschwer sein, aber erkennbar. Unsere Seele wird vertraut sein denen, deren Namen uns kostbar sind, die wir berührt und geliebt haben, denen, die mit uns gelitten und geteilt haben. Unser auferstandener Leib und unsere auferstandene Seele werden die Essenz dessen sein, was in Gottes Augen himmelstauglich ist. Wir werden überrascht sein, was himmelstauglich ist und was nicht.
Frohe und gesegnete Ostern
Ihr
Pfarrer Dr. Ronald Ashley Givens