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Impuls für Mittwoch

DAS ÖSTERLICHE  T R O T Z D E M

 

Hier der Versuch, ein österliches TROTZDEM gegen die derzeitige Verschattung unserer Situation

zu setzen: der französische Schriftsteller Léon Bloy hat einmal gemeint, dass die einzige Entschuldigung

für diese Welt die Auferstehung sei.

An der Wahrheit dieser Auferstehung müssen wir festhalten, weil die Welt und weil jeder einzelne

keine Verdoppelung unserer Hoffnungslosigkeit braucht  …. sie (die Welt) braucht und sucht (wenn überhaupt)

das Gegengewicht, die Sprengkraft gelebter Hoffnung (vgl. das Synodenpapier „Unsere gemeinsame

Hoffnung“ der Würzburger Synode!).

Mit und in der Kraft dieser Auferstehung müssen wir uns begegnen, damit die Leiderfahrung dieser

Tage nicht zur Ver-Gegnung wird.

In der Leuchtspur dieser Auferstehung erkennen wir einen neuen Horizont: es ist der Horizont des

Ostermorgens. Von hier kommt Licht  -  Hoffnungslicht, vor allem für die, die jetzt verzweifelt sind.

Es kann nämlich gut sein, dass der Eindruck entsteht, Gott sei unendlich weit weg.

Doch wenn wir das TROTZDEM wagen und mühsam und vielleicht verschämt auf den Gott des Lebens

setzen und auf Wahrheit und Kraft, und dem Widerschein zu trauen uns wagen, dann kann es passieren,

dass er ganz nah bei uns ist – und wir hatten es mitunter nicht zu hoffen gewagt.

Dabei schaut er durch das Fenster des Augenblicks in unser Leben hinein und macht sich erkennbar

durch die Güte eines Menschen, durch ein kostbares Wort; durch eine Botschaft; Botschaft nur für mich;

An-Spruch aus der Ewigkeit.

Der große religiöse Denker und Philosoph ( 17. Jahrhundert) Blaise Pascal  formuliert es so:

„Zu wem sollte ich rufen, Herr,

zu wem meine Zuflucht nehmen,

wenn nicht zu dir?  

Alles, was nicht Gott ist,

kann meine Hoffnung nicht erfüllen,

Gott selbst verlange und suche ich;

an Dich allein, mein Gott,

wende ich mich, um Dich zu erlangen.

Du allein hast meine Seele

erschaffen können,

Du allein kannst sie

aufs Neue erschaffen;

Du allein hast ihr dein Bildnis

einprägen können,

Du allein kannst sie umprägen

und ihr dein ausgelöschtes Antlitz

wieder eindrücken,

welches ist Jesus Christus,

mein Heiland, der Dein Bild ist

und das Zeichen Deines Wesens.“

Impuls 2020.04.29
Datum:
Mi. 29. Apr. 2020
Von:
Pater Benedikt Nettebrock OSB – Kloster Jakobsberg

DAS ÖSTERLICHE  T R O T Z D E M

 

Hier der Versuch, ein österliches TROTZDEM gegen die derzeitige Verschattung unserer Situation

zu setzen: der französische Schriftsteller Léon Bloy hat einmal gemeint, dass die einzige Entschuldigung

für diese Welt die Auferstehung sei.

An der Wahrheit dieser Auferstehung müssen wir festhalten, weil die Welt und weil jeder einzelne

keine Verdoppelung unserer Hoffnungslosigkeit braucht  …. sie (die Welt) braucht und sucht (wenn überhaupt)

das Gegengewicht, die Sprengkraft gelebter Hoffnung (vgl. das Synodenpapier „Unsere gemeinsame

Hoffnung“ der Würzburger Synode!).

Mit und in der Kraft dieser Auferstehung müssen wir uns begegnen, damit die Leiderfahrung dieser

Tage nicht zur Ver-Gegnung wird.

In der Leuchtspur dieser Auferstehung erkennen wir einen neuen Horizont: es ist der Horizont des

Ostermorgens. Von hier kommt Licht  -  Hoffnungslicht, vor allem für die, die jetzt verzweifelt sind.

Es kann nämlich gut sein, dass der Eindruck entsteht, Gott sei unendlich weit weg.

Doch wenn wir das TROTZDEM wagen und mühsam und vielleicht verschämt auf den Gott des Lebens

setzen und auf Wahrheit und Kraft, und dem Widerschein zu trauen uns wagen, dann kann es passieren,

dass er ganz nah bei uns ist – und wir hatten es mitunter nicht zu hoffen gewagt.

Dabei schaut er durch das Fenster des Augenblicks in unser Leben hinein und macht sich erkennbar

durch die Güte eines Menschen, durch ein kostbares Wort; durch eine Botschaft; Botschaft nur für mich;

An-Spruch aus der Ewigkeit.

Der große religiöse Denker und Philosoph ( 17. Jahrhundert) Blaise Pascal  formuliert es so:

„Zu wem sollte ich rufen, Herr,

zu wem meine Zuflucht nehmen,

wenn nicht zu dir?  

Alles, was nicht Gott ist,

kann meine Hoffnung nicht erfüllen,

Gott selbst verlange und suche ich;

an Dich allein, mein Gott,

wende ich mich, um Dich zu erlangen.

Du allein hast meine Seele

erschaffen können,

Du allein kannst sie

aufs Neue erschaffen;

Du allein hast ihr dein Bildnis

einprägen können,

Du allein kannst sie umprägen

und ihr dein ausgelöschtes Antlitz

wieder eindrücken,

welches ist Jesus Christus,

mein Heiland, der Dein Bild ist

und das Zeichen Deines Wesens.“