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Impuls für Sonntag

„Und doch ist Hoffnung“ – so lautet der Titel eines Buches, in dem religiöse Gedanken und Impulse eines  großen Geistlichen Schriftstellers unserer Tage (Johannes Bours) eingesammelt sind.

„Und doch ist Hoffnung“: diese Worte kommen mir immer und immer wieder in den Sinn, wenn ich das Elend unserer Tage und unserer gegenwärtigen Weltgeschichte sehe. Ist dennoch Hoffnung?

Und ist die Hoffnung, wenn sie noch nicht ganz erstorben ist, ein Glaubenswerk, das sich eigener Leistung verdankt? Natürlich nicht! Genau hierin liegt für uns das Tröstliche – auch und besonders in den vielen Ostergeschichten: die damaligen Augenzeugen haben uns Nachgeborenen nichts voraus; denn auch für sie kommt alles darauf an, dass der, den sie für einen kurzen Augenblick vor Augen hatten und den sie nicht klar erkennen (vgl. Joh 21,4: „…. Die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war.“), dass also der Verklärte und Auferstandene von ihnen Besitz ergreift und in ihnen gegenwärtig wird durch neue Weisung und Sendung.  Eben dies aber ist das Ziel des Glaubens: sich von Christus je neu ergreifen zu lassen, sich von ihm leiten zu lassen und ihn mit der Sehkraft des Herzens in sich zu gewahren, ihn in die  Gebete (unsere Gebete) hineinzuziehen und – auf unsere Situation übertragen – ihn in unserem fürbittenden Gedenken groß und anders sein zu lassen.

Das gibt uns Würde und das verleiht uns eine Größe, die uns niemand und kein Schicksal nehmen können – weder durch Selbstzweifel noch durch Selbstanklage. Natürlich glaubt keiner von uns zeitlebens tief genug; und natürlich gibt es auch immer wieder ein berechtigtes Sündenbewusstsein … aber seit Ostern ist für jeden von uns (und das wiegt doch viel mehr!) eine Hoffnungszeit angebrochen, denn es gibt vom Ostermorgen her sieghaftes Licht, weil der Auferstandene am Ufer unseres Lebens steht.

Im Bild des Johannesevangelisten (vgl. Joh 21,1-14) gesprochen:  in der Nacht wirst du nichts fischen, weil du dich selber beweisen willst, weil du im Eigenentwurf gehst, weil du ohne Hoffnung gehst, weil du dich einhüllst in dumpfe Ratlosigkeit ….  Aber wenn es Morgen geworden ist  -  Auferstehungsmorgen!  -  und der Auferstandene als Herr deines Lebens dir neu am Horizont erscheint, dann geschieht das Wunder der leeren Hände; dann wirst du entdecken: das Wesentliche für dein Leben kannst du dir nicht selber machen; es wird dir geschenkt. Der Osterglaube, das ist zuerst und zuletzt Geschenkerfahrnis. Dafür musst du dich stets bereit halten.

Achte darauf, wann für dich das Stichwort fällt!       

Impuls Sonntag 26.04.2020
Datum:
So. 26. Apr. 2020
Von:
Pater Benedikt Nettebrock OSB – Kloster Jakobsberg

„Und doch ist Hoffnung“ – so lautet der Titel eines Buches, in dem religiöse Gedanken und Impulse eines  großen Geistlichen Schriftstellers unserer Tage (Johannes Bours) eingesammelt sind.

„Und doch ist Hoffnung“: diese Worte kommen mir immer und immer wieder in den Sinn, wenn ich das Elend unserer Tage und unserer gegenwärtigen Weltgeschichte sehe. Ist dennoch Hoffnung?

Und ist die Hoffnung, wenn sie noch nicht ganz erstorben ist, ein Glaubenswerk, das sich eigener Leistung verdankt? Natürlich nicht! Genau hierin liegt für uns das Tröstliche – auch und besonders in den vielen Ostergeschichten: die damaligen Augenzeugen haben uns Nachgeborenen nichts voraus; denn auch für sie kommt alles darauf an, dass der, den sie für einen kurzen Augenblick vor Augen hatten und den sie nicht klar erkennen (vgl. Joh 21,4: „…. Die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war.“), dass also der Verklärte und Auferstandene von ihnen Besitz ergreift und in ihnen gegenwärtig wird durch neue Weisung und Sendung.  Eben dies aber ist das Ziel des Glaubens: sich von Christus je neu ergreifen zu lassen, sich von ihm leiten zu lassen und ihn mit der Sehkraft des Herzens in sich zu gewahren, ihn in die  Gebete (unsere Gebete) hineinzuziehen und – auf unsere Situation übertragen – ihn in unserem fürbittenden Gedenken groß und anders sein zu lassen.

Das gibt uns Würde und das verleiht uns eine Größe, die uns niemand und kein Schicksal nehmen können – weder durch Selbstzweifel noch durch Selbstanklage. Natürlich glaubt keiner von uns zeitlebens tief genug; und natürlich gibt es auch immer wieder ein berechtigtes Sündenbewusstsein … aber seit Ostern ist für jeden von uns (und das wiegt doch viel mehr!) eine Hoffnungszeit angebrochen, denn es gibt vom Ostermorgen her sieghaftes Licht, weil der Auferstandene am Ufer unseres Lebens steht.

Im Bild des Johannesevangelisten (vgl. Joh 21,1-14) gesprochen:  in der Nacht wirst du nichts fischen, weil du dich selber beweisen willst, weil du im Eigenentwurf gehst, weil du ohne Hoffnung gehst, weil du dich einhüllst in dumpfe Ratlosigkeit ….  Aber wenn es Morgen geworden ist  -  Auferstehungsmorgen!  -  und der Auferstandene als Herr deines Lebens dir neu am Horizont erscheint, dann geschieht das Wunder der leeren Hände; dann wirst du entdecken: das Wesentliche für dein Leben kannst du dir nicht selber machen; es wird dir geschenkt. Der Osterglaube, das ist zuerst und zuletzt Geschenkerfahrnis. Dafür musst du dich stets bereit halten.

Achte darauf, wann für dich das Stichwort fällt!