Impuls für Sonntag
Die Erzählungen über die Erscheinungen des Auferstandenen haben allesamt etwas
ungemein Tröstliches und im gleichen Maße Sympathisches:
Immer wieder ist in ihnen von Menschen die Rede, die sich zunächst einmal gar nicht
so leicht tun mit ihrem Glaubensvermögen, ihrer Glaubenseinsicht und ihrer Bereitschaft,
sich auf die nun völlig veränderte Situation nach Jesu Auferstehung einzulassen …
Da sind immer noch Restbestände des „alten“ Glaubens („Wir aber hatten gehofft, dass er es sei,
der Israel erlösen werde.“ Lk 24,21); da sind immer noch Angst und Zweifel („Sie erschraken
und hatten große Angst, denn sie meinten, einen Geist zu sehen.“ Lk 24,37); da gibt es schließlich
den Didymus-Thomas, den Zwilling also, einen Mann mit zwei Seelen in einer Brust:
er treibt es – wenn man so will – zum Äußersten mit seiner Forderung nach einem Auferstehungs-
beweis … und ist dabei doch so grundehrlich. Ehrlich und gradheraus ist er, als er im Kreis der anderen
Jünger erfährt , dass diese ihren Herrn gesehen haben wollen; überwältigt und ganzgläubig dann
acht Tage später in einem Erscheinungserlebnis ganz besonderer Art.
Dieses Erlebnis gipfelt in einem Bekenntnis, dessen Tragweite wir allzu oft unterschätzen:
„Mein Herr und mein Gott!“ Mit diesen Worten wird Jesus zum ersten Mal in seiner Göttlichkeit
angerufen! – Zu einem solchen Bekenntnis waren die anderen Auferstehungszeugen n i c h t fähig.
Wie ungeheuer tief muss es den Zweifler bewegt und gepackt haben, wenn er so sprechen kann.
Wenn Jesus in seiner Göttlichkeit erkannt und benannt wird, dann kommt das aus einer Glaubens-
Tiefe, die wohl niemand beim Didymus geahnt oder ihm zugetraut hätte!
Die folgenden Gebetsworte (von Anselm von Canterburg + 1109) könnten der tiefsten Tiefe
des Apostels entsprechen und uns zu wirklichen Trostworten in der gegenwärtigen Bedrückung
werden:
Herr, schau her,
erhöre, erleuchte mich
und zeige mir dich selbst!
Gib dich mir wieder;
denn ich bin arm ohne dich.
Hab Erbarmen mit meinem Mühen
und meinen Versuchen, zu dir zu kommen;
denn ich vermag nichts ohne dich!

Die Erzählungen über die Erscheinungen des Auferstandenen haben allesamt etwas
ungemein Tröstliches und im gleichen Maße Sympathisches:
Immer wieder ist in ihnen von Menschen die Rede, die sich zunächst einmal gar nicht
so leicht tun mit ihrem Glaubensvermögen, ihrer Glaubenseinsicht und ihrer Bereitschaft,
sich auf die nun völlig veränderte Situation nach Jesu Auferstehung einzulassen …
Da sind immer noch Restbestände des „alten“ Glaubens („Wir aber hatten gehofft, dass er es sei,
der Israel erlösen werde.“ Lk 24,21); da sind immer noch Angst und Zweifel („Sie erschraken
und hatten große Angst, denn sie meinten, einen Geist zu sehen.“ Lk 24,37); da gibt es schließlich
den Didymus-Thomas, den Zwilling also, einen Mann mit zwei Seelen in einer Brust:
er treibt es – wenn man so will – zum Äußersten mit seiner Forderung nach einem Auferstehungs-
beweis … und ist dabei doch so grundehrlich. Ehrlich und gradheraus ist er, als er im Kreis der anderen
Jünger erfährt , dass diese ihren Herrn gesehen haben wollen; überwältigt und ganzgläubig dann
acht Tage später in einem Erscheinungserlebnis ganz besonderer Art.
Dieses Erlebnis gipfelt in einem Bekenntnis, dessen Tragweite wir allzu oft unterschätzen:
„Mein Herr und mein Gott!“ Mit diesen Worten wird Jesus zum ersten Mal in seiner Göttlichkeit
angerufen! – Zu einem solchen Bekenntnis waren die anderen Auferstehungszeugen n i c h t fähig.
Wie ungeheuer tief muss es den Zweifler bewegt und gepackt haben, wenn er so sprechen kann.
Wenn Jesus in seiner Göttlichkeit erkannt und benannt wird, dann kommt das aus einer Glaubens-
Tiefe, die wohl niemand beim Didymus geahnt oder ihm zugetraut hätte!
Die folgenden Gebetsworte (von Anselm von Canterburg + 1109) könnten der tiefsten Tiefe
des Apostels entsprechen und uns zu wirklichen Trostworten in der gegenwärtigen Bedrückung
werden:
Herr, schau her,
erhöre, erleuchte mich
und zeige mir dich selbst!
Gib dich mir wieder;
denn ich bin arm ohne dich.
Hab Erbarmen mit meinem Mühen
und meinen Versuchen, zu dir zu kommen;
denn ich vermag nichts ohne dich!