Katholische Kirche Viernheim
Pfarrei Johannes XXIII. Viernheim
Pfarrei St. Hildegard – St. Michael Viernheim

Schmuckband Rad

Gemeinde Information

Brief an den PGR

Gestalteter Psalm (c) Ronald Ashley Givens
Gestalteter Psalm
Mo 23. Mär 2020
Pfarrer Ronald Givens

Liebe Pfarrgemeinderäte, liebe Verwaltungsräte,

auf diesem Weg möchte ich Sie in Bezug auf unsere Gemeinde informieren.

Kindertagesstätten

Frau Busalt, Frau Eckart, Frau Gaal und ich haben gemeinsam mit den Leiterinnen unserer vier Kindertagesstätten alles auf den Weg gebracht, um die zahlreichen Verordnungen für unsere Kindertagesstätten umzusetzen. Wir haben dafür auch am Wochenende getagt. Ich bin allen sehr dankbar für ihre Kooperation und Bereitschaft.

Es gibt unglaublich viele Anfragen von den Eltern und von den Mitarbeiter*innen, die bedacht und bearbeitet werden müssen. In allen vier Einrichtungen stehen etliche Mitarbeiter*innen nicht zur Verfügung, weil sie entweder über 60 sind oder Vorerkrankungen haben. Das macht das Erstellen der Notpläne nicht einfacher, und ich bin den Leitungen sehr dankbar, dass sie immer neu reagieren. Die Gruppengröße ist von der Stadt auf fünf Kinder beschränkt. In der neuen Woche erweitert sich der Kreis der Berechtigten, die ein Kind in einer Notfallgruppe unterbringen dürfen, sehr. Das führt zu neuen Belastungen. Unsere vier Kindertagesstätten und die Notfallgruppen sind ein wichtiger Beitrag unserer Kirche in dieser Zeit. Ich möchte allen danken, die dies ermöglichen.

Tafel

Herr Kohl setzt sich mit den Verantwortlichen für die Tafel sehr dafür ein, dass die Tafel offengehalten werden kann. Die Jugendlichen der KJG und andere Jugendliche sind dabei eine sehr wertvolle Hilfe, um auf die veränderten Rahmenbedingungen reagieren zu können. Die Tafel im Sozialzentrum ist eine der wenigen Tafeln, die in Hessen noch geöffnet ist. Als Pfarrei ist es uns wichtig, alles dafür zu tun, dass dies so bleiben kann. Ich bin dankbar, wie kreativ das Team der Tafel zwischen all den Verordnungen, die es zu beachten gilt, Wege sucht und findet, wie die Helfer*innen geschützt bleiben können und zugleich der Tafelbetrieb funktionieren kann.

Kirchen

Das Küsterteam hält die Kirchen offen, desinfiziert regelmäßig die Türgriffe und jene Orte, die von Menschen vermehrt mit den Händen berührt werden. Besonders die Apostelkirche, die Michaelskirche und die Marienkirche werden genutzt, damit Menschen Kerzen anzünden können. Auch die Hildegardkirche ist geöffnet.

Ich bitte eindringlich darum, das Versammlungsverbot, das auch in den Kirchen gilt, zu beachten. Es gibt mittlerweile Kirchen, die von den Ordnungsämtern geschlossen werden, weil Menschen sich nicht daran halten.

Die Wort-Gottes-Leiter*innen beten jeden Tag den Engel des Herrn für die ganze Gemeinde vor. Dazu formulieren sie jeden Tag ein persönliches Gebetsanliegen. Auf unserer Homepage finden Sie dieses Video:

www.katholische-kirche-viernheim.de

Ich möchte mich bei den Messner*innen bedanken, die sie unsere Kirchen offen und gepflegt halten.

Pfarrbüro

Durch die zahlreichen Verordnungen, durch das Koordinieren all derer, die in den verschiedenen Bereichen der Pfarrei Verantwortung tragen, herrscht im Pfarrbüro Hochbetrieb. Dazu kommt, dass natürlich mehr Menschen anrufen als sonst. Da alle Taufen und Hochzeiten, aber auch Ehejubiläen und auch die Intentionen für die Messen abgesagt werden müssen und die Menschen natürlich auch Anfragen stellen in Bezug auf ihre Gottesdienste nach Ostern oder im Lauf des Jahres sind die Sekretärinnen sehr eingespannt. Ich bin allen Sekretärinnen sehr dankbar, dass sie oft als erste Ansprechpartnerinnen, ein offenes Ohr haben und mithelfen in dieser Zeit, den Menschen den Kontakt zur Kirche zu ermöglichen.

Caritas

Nach wie vor werden die Geburtstagsbriefe ausgetragen. Allerdings werden die Gratulationen nicht mehr direkt übergeben, sondern in den Briefkasten eingeworfen. Der Geburtstagsbrief wurde durch einen weiteren Brief, der die aktuelle Situation erklärt, ergänzt. Herrn Heibel und den Sekretärinnen bin ich dankbar, die das Drucken und das Ergänzen der Post umgehend erledigt haben. Den Caritas-Austrägerinnen bin ich für ihren Dienst dankbar und auch denen, die nach wie vor, die Post vorbereiten und die Geschenke einpacken. Natürlich unter Beachtung der Abstandsregeln. Wie lange das noch möglich sein wird, kann ich natürlich nicht sagen, da sich die Bestimmungen immer wieder ändern.

Beerdigungen

Noch führen wir wie gewohnt die Trauergespräche mit den Angehörigen und feiern auch den Gottesdienst auf den beiden Friedhöfen. Nicht immer ist es möglich, den Angehörigen zu verdeutlichen, dass die gewohnte Form der Beerdigung in der Friedhofshalle derzeit nicht möglich ist, und dass der Kreis derer, die an einer Trauerfeier teilnehmen können, beschränkt ist. Zudem zeigt sich bis jetzt auf dem Friedhof sehr wenig Einsicht, dass man sich auch auf einer Beerdigung anstecken kann oder zur Gefahr für andere wird. Die Friedhofsbediensteten sind mit Recht in Sorge. Es kann von ihnen auch nicht erwartet werden, dass sie das Versammlungsverbot durchsetzen. Ich bin gespannt, wie das in der nächsten Woche wird.

Homepage

Wir nutzen unsere Homepage vermehrt dazu, dass geistliche Leben der Gemeinde aufrechtzuerhalten. Es gibt viele Ideen, aber auch technische Fragen, die erst noch geklärt werden müssen. Aber ich bin da guten Mutes. Dennoch müssen wir auch aufpassen, dass wir in dieser Situation, die Menschen nicht überfluten mit religiösen Impulsen und mit Betroffenheit. Manch einer stöhnt darunter, wie viele E-Mails er täglich erhält, mit Texten, mit Liedern und mit Videos. Gerade das Streamen ist ökologisch alles andere als sinnvoll. Zudem gibt es sehr viele Gottesdienstangebote beispielsweise auf Domradio.de oder auch K-TV.

 

Ich habe Ihnen bereits dargelegt, dass wir es als Team nicht für sinnvoll erachten, eine Eucharistiefeier in einer leeren Kirche, von einem Priester allein gefeiert, zu übertragen. Zum einen gibt es Fernsehgottesdienste, die gut gemacht sind oder eben auch täglich Eucharistiefeiern auf Domradio.de. Zum anderen halte ich das für ein in jeder Hinsicht erschreckendes Bild: ein Priester und eine leere Kirche. Ich vermisse das Miteinander im Gottesdienst. Ich vermisse sehr: die vielen unterschiedlichen Menschen, unser gemeinsames Singen und Beten. Ich vermisse auch den Empfang der Heiligen Kommunion, das Schmecken des Brotes, den Schluck Wein. Beides sagt mir: Gott ist jetzt ganz nahe bei dir. Er begleitet dich. Ich möchte darauf genauso lange verzichten, wie Sie alle es auch müssen. Ich möchte diese Gegenwart Gottes in Brot und Wein erst wieder genießen, wenn ich auch die andere Gegenwart Gottes, die in der feiernden Gemeinde, ebenfalls wieder genießen kann.

Bis dahin bleibt mir die Gegenwart in seinem Wort und in meinem Herzen. Diese Gegenwart wollen wir auf unserer Homepage stärken.

Hospiz und Krankenhaus

Ich verbringe nach wie vor viel Zeit im Hospiz und auch den umliegenden Krankenhäusern. Im Sankt-Josef-Krankenhaus suche ich noch nach einem guten Weg, um denen nahezu sein, die in einer kritischen Situation sind. Hier muss es noch Gespräche mit den Verantwortlichen geben.

Selbstverständlich besuche ich auch all die Kranken und Sterbenden unserer Gemeinde, die auf dem letzten Stück ihres Lebensweges sind. Hierfür bin ich über das Pfarrbüro und über das Notfall-Telefon immer erreichbar. Es ist jedoch in dieser Situation nicht sinnvoll, auch diejenigen zu besuchen, die zwar krank sind, aber nicht in einer kritischen Situation. Auch hier gibt es noch den ein oder anderen aus der Gemeinde, der hier noch sehr leichtfertig mit dem eigenen Leben und dem Leben der anderen umgeht. Wer selbst zur Risikogruppe gehört, der sollte auf gar keinen Fall die Kranken besuchen. Der Bischof hat ausdrücklich verboten, dass diejenigen, die über 60 Jahren sind, Krankenbesuche machen oder auch die Krankenkommunion bringen.

Hauskommunion

Im Moment verzichten alle in unserer Gemeinde auf den Empfang der Heiligen Kommunion - außer im Hospiz und auf den Intensivstationen der Krankenhäuser, die ich besuche. Daher wird es am nächsten Herz-Jesu-Freitag auch keine Hauskommunion für die kranken und älteren Menschen in unserer Pfarrei geben. Aber es wird einen Brief an alle Kranken geben. Wer in einer lebensbedrohlichen Situation ist, wird selbstverständlich die Krankensalbung und auch die letzte Wegzehrung empfangen. Ich bitte darum, mich rechtzeitig zu informieren.

Ich habe versucht, das Wichtigste für sie zusammenzufassen. Ich werde mit dem Team beraten, wie wir diese Informationen auch unserer Gemeinde zukommen lassen, damit sie nachvollziehen können, was wir im Moment tun, wie wir es tun und auch was wir lassen. Ich werde sie auch weiterhin informieren, sobald wieder einige Punkte zusammengekommen sind.

Vorstand

Ich möchte ganz herzlich dem Vorstand danken. Frau Marion Renner, Frau Ursula Scheidel, Herr Richard Wagner sowie alle Hauptamtlichen haben gemeinsam mit Herrn Andreas Heibel und Frau Monika Brößner in den letzten Tagen immer wieder miteinander Sitzung gehalten und beraten. Ich bin für dieses gemeinsame Tun und das gemeinsame Verantworten sehr dankbar.

 

Gemeinsam mit unserem Team und allen, die in unserer Gemeinde mit Verantwortung tragen, grüße ich Sie ganz herzlich.

 

Ihr Pfarrer Givens