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Erinnerungskultur im Tagungshaus Erbacher Hof: Einladung zu Resonanzen

Viele Menschen haben wahrgenommen, dass eine interdisziplinär besetzte Arbeitsgruppe im Bistum Mainz derzeit an einem Projekt zur Erinnerungskultur am Tagungszentrum Erbacher Hof arbeitet. Heute geht es darum über eine Umfrage Resonanzen einzuholen, wie die Tagungsräume ab Herbst neu benannt werden sollen. Das ganze Projekt wurde im Zuge der Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs im Bistum Mainz aufgesetzt. Konkret setzt sich die Arbeitsgruppe zusammen aus einem Mitglied der Unabhängigen Aufarbeitungskommission und des Betroffenenbeirats, der Akademieleitung, der Leitung des Dezernats Bildung, zwei Personen aus dem Dezernat Bau und Kunst, der Geschäftsführung des Erbacher Hofs sowie einer künstlerischen Begleitung durch ein Studio für Gestaltung.
Interim Raumbezeichnungen im EBH
Datum:
24. August 2026
Von:
Stephanie Rieth, Bevollmächtigte des Generalvikars

Im Rahmen des Projekts wurden als erster Schritt die Namen der Veranstaltungs- und Seminarräume im Tagungszentrum Erbacher Hof Ende 2025 verdeckt. Die Räume tragen seither vorläufig die Bezeichnung „Interim“. Diese Maßnahme hat Fragen und unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. "In zahlreichen Gesprächen haben wir Rückmeldungen dazu erhalten", schreiben Stephanie Rieth und Gereon Geissler. "Diese Gespräche haben wir genutzt, um unser Anliegen zu verdeutlichen. Dabei wurde auch sichtbar, dass es unterschiedliche Sichtweisen und Erfahrungen zu unserem Vorgehen gibt. Dies hat eine Spannung gezeigt, die wir weder auflösen können noch auflösen wollen. Unsere Erkenntnis ist: Erinnerungskultur soll differenziert gestaltet werden und den Erfahrungen sowie Perspektiven von Betroffenen mit Respekt begegnen."

Vor diesem Hintergrund wurde die Arbeit fortgeführt. Denn auch künftig sollen die Veranstaltungs- und Seminarräume Namen tragen. Derzeit werden zwei Entwürfe beraten:

  1. Beibehaltung der Benennung nach Personen: Die Namen aus der älteren Bistumsgeschichte bleiben erhalten. Umbenannt würden lediglich Räume, die nach Funktionsträgern der jüngeren Bistumsgeschichte benannt sind.
  2. Neubenennung nach Orten des Friedens und der Versöhnung: Alle Veranstaltungs- und Seminarräume erhalten neue, nicht personenbezogene Namen.

"Wir möchten Ihnen die Möglichkeit geben, Ihre Einschätzungen und Gedanken zu diesen Überlegungen einzubringen", dazu lädt die Arbeitsgruppe interessierte Menschen im Bistum Mainz ein. "Ihre Rückmeldungen helfen uns dabei, unterschiedliche Perspektiven wahrzunehmen und in den weiteren Beratungsprozess einzubeziehen.

Wichtig ist uns dabei der Hinweis, dass es sich nicht um eine Abstimmung oder Entscheidung durch Mehrheitsvotum handelt. Die Rückmeldungen dienen vielmehr dazu, Stimmungen, Argumente und Anregungen aus den verschiedenen Bereichen des Bistums aufzunehmen und in die Beratungen einzubeziehen."

Im Laufe der nächsten Wochen werden Rückmeldungen aus den verschiedenen Beratungsgremien des Bistums sowie aus dieser Beteiligungsmöglichkeit gesammelt und ausgewertet. Im Herbst 2026 wird die Interimslösung beendet und das Ergebnis öffentlich vorgestellt.

Das Bistum Mainz (und dafür stellvertretend) bedankt sich die Bevollmächtigte des Generalvikars, Stephanie Rieth und der Dezernent für Bildung, Gereon Geissler für ein Mitwirken.

Ihre Resonanz können Sie geben, wenn Sie über folgenden Link Ihr Votum über das Tool Lamapoll abgeben:
https://survey.lamapoll.de/Erinnerungskultur_4