Schmuckband Kreuzgang

Informationen zur neuen Pfarrei St. Martin, Mainz

Katholische Kirchen in der Oberstadt

(c) Bistum Mainz/S. Sangmeister
Datum:
Sa. 26. Sept. 2026
Von:
Manfred Bliwier



Lesung vom Tag Phil 2,1-5

Die Lesung aus dem Philipperbrief ruft dazu auf, in Eintracht, Demut und Liebe aufeinander zu achten.

Informationen zur neuen Pfarrei St. Martin, Mainz

Liebe Gemeinde,

in der heutigen Lesung schreibt der Apostel Paulus an seine Gemeinde in Philippi und doch scheint er sich mit diesem Schreiben direkt an uns alle zu wenden: „Seid eines Sinnes, in Liebe verbunden, einmütig, einträchtig. Jeder achte nicht nur auf das eigene Wohl, sondern auch auf das der anderen.“ Beeindruckend sind die Worte aus zweierlei Gründen:

1. Bereits vor 2000 Jahren muss Paulus Gründe für seine Forderungen gehabt haben. Das bedeutet nichts anderes, als dass es bereits in den Anfängen des Christentums unterschiedliche Meinungen, Ansichten und Bedürfnisse gab und die Gemeindemitglieder eben nicht immer einmütig und eines Geistes waren.

2. Paulus ermutigt uns, dass jede und jeder NICHT NUR auf das eigene Wohl schauen solle, sondern AUCH auf das Wohl der anderen.

Wie wohltuend sind diese Worte. Sie überfordern nicht mit überhöhten Anforderungen an mich selbst und an andere. Sie laden dazu ein, den Blick zu weiten – auf mich und auch auf andere zu richten und das Wohl aller in den Blick zu nehmen.

Zum 1. Januar 2027 wird aus unseren 15 Gemeinden die neue Pfarrei St. Martin, Mainz. Wir gehen den Weg in die Zukunft mit Blick auf das Wohl aller. Dabei gilt es immer wieder zu prüfen: Dient unser Denken, Reden und Handeln dem Wohle aller? Sind/ bleiben wir in Liebe verbunden, einmütig – trotz großer Herausforderungen und finanzieller Schwierigkeiten?

Wir haben uns in einem langen Prozess mit vielen Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen auf die Gründung der neuen Pfarrei St. Martin vorbereitet. An dieser Stelle einen großen Dank an alle, die diesen Weg mit uns gegangen sind. Auch einige von Ihnen waren mit dabei.

Wir haben gemeinsam viel beraten und geplant: Wir werden eine Pfarrei. Diese gliedert sich in vier Gemeinden:

- Oberstadt
- Neustadt
- Altstadt
- Im Zentrum

und fünf Gemeinden anderer Muttersprachen.

• Die Gemeinde „Oberstadt“ aus den bisherigen Pfarreien Heilig Kreuz und St. Alban - St. Jakobus. Ebenfalls in diesem Stadtteil angesiedelt ist die Portugiesische Gemeinde.

• Die Gemeinde „Neustadt“ aus den bisherigen Pfarreien St. Bonifaz, St. Joseph und Liebfrauen. Ebenfalls in diesem Stadtteil angesiedelt ist die Kroatische Gemeinde, die Spanischsprachige Gemeinde und die Italienische Gemeinde.

• Die Gemeinde „Altstadt“ aus den bisherigen Pfarreien St. Ignaz und St. Stephan. Ebenfalls in diesem Stadtteil angesiedelt ist die Polnische Gemeinde.

• Die Gemeinde „Im Zentrum“ aus den bisherigen Pfarreien St. Quintin, Dom und St. Peter

Pfarrkirche wird St. Peter.

In all diesen Gemeinden gibt es weiterhin viele Gestaltungsmöglichkeiten. So werden Gemeindeausschüsse gebildet. Sie können vor Ort mitmachen und ihre Gemeinde gestalten. Bitte bringen Sie sich selbst ein und sprechen Sie andere an – wir suchen Menschen, die sich in den Gemeindeausschüssen und im zu wählenden Pfarreirat und dem Verwaltungsrat engagieren möchten!

Der Weg, den wir gehen, bringt Einschnitte mit sich. Durch die Vorgaben des Pastoralen Weges ließ es sich nicht umgehen, dass wir uns von kirchlichen Standorten trennen müssen. Das betrifft die Kirchen St. Jakobus und St. Emmeran. Zur Kirche St. Quintin können wir aufgrund fehlender Entscheidungen des Bistums zurzeit keine Aussage machen.

Den Schmerz und den Verlust von Heimat der Menschen vor Ort können wir nachvollziehen. Wir danken allen für ihre Engagement an den jeweiligen Orten. Wir hoffen, dass die Pfarrei St. Martin mit ihren Gemeinden ein guter Ort neuer Heimat und beständigen Engagements sein wird.

Die Gottesdienstordnung an den meisten Orten bleibt weitestgehend erhalten. Es gibt folgende Veränderungen:

Es entfällt die sonntägliche 8-Uhr-Messe als Pfarrmesse im Dom und die Vorabendmesse in St. Peter. Weitere Anpassungen folgen zu gegebener Zeit.

Die Leitung der Pfarrei besteht aus Pfarrer Thomas Winter, Koordinator Bernhard Kress und Verwaltungsleiterin Liliane Battaglia.

Unsere zukünftige Pfarrei lebt von den Menschen. In den Gemeindeausschüssen wird es feste hauptamtliche Ansprechpartnerinnen und -partner geben, die die Gemeinden auf ihrem Lebens- und Glaubensweg begleiten.

• Gemeinde „Oberstadt“ Hr. Bernhard Kress und Pfarrvikar Peter Sievers

• Gemeinde „Neustadt“ Gemeindereferentin Sophie Born und einer der in der Neustadt ansässigen Priester.

• Gemeinde „Altstadt“ Gemeindereferentin Michaela Dulisch und Pfarrvikar Johannes Zepezauer

• Gemeinde „Im Zentrum“ Pastoralreferent Johannes Blüm und Pfarrer Thomas Winter

Bei den Gemeinden anderer Muttersprachen bleibt die bisherige hauptamtliche Begleitung bestehen.

Damit Sie weiterhin gut informiert sind, wird es in den drei Stadtteilen Gemeindebriefe geben mit dem Namen „Lichtblick“. Die Gemeinden anderer Muttersprachen informieren weiterhin in ihren jeweiligen eigenen Gemeindebriefen. Auch die neue Homepage der Pfarrei ist in Arbeit.

Die Neugründung bringt auch Änderungen in der Verwaltung mit sich. So wird es ein zentrales Pfarrbüro in St. Peter geben. Aus den bisherigen Pfarrbüros werden Kontaktstellen.

Unsere neue Pfarrei liegt im Herzen von Mainz. Zu ihr gehören weitere Kirchorte, Institutionen und pastorale Mitarbeitende. Es gibt die katholischen Schulen, die katholischen KITAs, die Cityseelsorge und die Seelsorge an den Kliniken. Ergänzend dazu gibt es noch viele weitere Orte katholischen Lebens. Beispielhaft seien hier die Kolpingfamilie, die Jugendverbände, Klöster sowie die Einrichtungen der Caritas genannt.

Diese genannten und weitere Informationen können heute als Flyer mitgenommen werden und sind auf der Homepage zu finden.

Zu viele Informationen? Kommen Sie gerne zu unserer Pfarrversammlung am 23. Oktober in St. Peter. Beginn ist um 18:30 Uhr mit einem Gottesdienst. Hier stehen wir gerne für Fragen und Austausch zur Verfügung und freuen uns auf ihr Kommen!

Das Leitwort unserer neuen Pfarrei lautet „Teilen verbindet“. Wir alle dürfen uns eingeladen fühlen, zu teilen, was wir teilen können. Es geht nicht nur um das Teilen von Ressourcen und Gebäuden. Es geht um das Teilen von Glauben, Hoffnung und Liebe. Es geht um eine Einmütigkeit, die nichts mit Gleichheit aller zu tun hat. Die Einmütigkeit, die Paulus meint, gründet auf dem gemeinsamen Fundament „Christus“. Er ist die Mitte unseres Denkens, Redens und Handelns. Er ist Sinnstifter und Begründer unserer Gemeinschaft. Er ist der, der eine bunte Schar von Menschen in ihrer Verschiedenheit um sich geschart hat. Vereint in der Liebe, der Demut und durch den fürsorglichen Blick auf das Wohl der anderen. Wenn es uns gelingt, so als Gemeinschaft pfarrliches Leben miteinander zu gestalten, ist es Christus selbst, der den Weg in die Zukunft mit uns geht. Und egal, wie dieser Weg aussehen wird – mit ihm wird es ein guter Weg sein.

 

 

 

Gebet der Pfarrei St. Martin für die Gottesdienste am 26./27. September 2026

(c) Bistum Mainz