Mainzer Bistumsnachrichten Nr. 41

vom 7. November 2018

Martinsempfang (c) Bistum Mainz / Blum
Martinsempfang
Mi 7. Nov 2018
(MBN)
Martinsempfang (c) Bistum Mainz / Blum
Martinsempfang

Berichte

  • St. Martinsempfang des Katholischen Büros Mainz
  • Pontifikalrequiem zu Allerseelen mit Bischof Kohlgraf
  • Stellungnahme des Katholikenrates zu Missbrauch
  • Zentrale Feier der EKHN zum Reformationstag
  • Herbst-Bildungstage der Johannes Stiftung

Personalien

  • Franz-Rudolf Weinert als Domkapitular eingeführt
  • Gregorius-Orden an Michaela Pilters verliehen

Vorschau

  • Feldpostbriefe von Mainzer Seminaristen (ab 14.11.)
  • Soirée zum 75. Geburtstag von Helmut Hinkel (12.11.)
  • Religion in Rock- und Popmusik (27.11.)

 

Berichte

Kohlgraf: „Den Wert des europäischen Projekts wieder bewusst machen“

Traditioneller St. Martinsempfang des Katholischen Büros in Mainz im Erbacher Hof

Mainz. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat dafür geworben, „den Wert des europäischen Projekts wieder bewusst zu machen, vor allem bei den jungen Menschen“. Das sagte Kohlgraf in seiner Ansprache beim traditionellen St. Martinsempfang am Dienstagabend, 6. November, in Mainz. Gerade junge Menschen müssten die Erfahrung machen können, „dass Europa ihnen Chancen eröffnet. Das muss auch auf lokaler und regionaler Ebene, auch auf Landesebene sichtbar werden“, sagte Kohlgraf. Der Vortrag von Bischof Kohlgraf stand unter der Überschrift „Europa - Das Zukunftsprojekt steht vor Herausforderungen“.

Aktuell sei Europa „durch einen Prozess der Renationalisierung und eine Erosion von Solidarität bedroht“, sagte Kohlgraf. „Das ist ernüchternd und stellt die Anhänger der Europäischen Einigung vor argumentative Herausforderungen: Man muss zeigen können, warum die Idee der europäischen Einigung weiterhin attraktiv und sinnvoll ist.“ Er wies darauf hin, dass Europa von seinen Gründern als Friedensprojekt verstanden worden sei. Wörtlich sagte er: „Die friedliche Zusammenarbeit innerhalb der Europäischen Union ist ohne Frage ein Fortschritt in der europäischen Geschichte. Auch wenn es in Europa weiterhin unterschiedliche Interessen gibt, so ist doch das berühmte Zitat des Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker richtig, der sagte: ‚Wer an Europa zweifelt, wer an Europa verzweifelt, der sollte Soldatenfriedhöfe besuchen!“

Der Bischof erinnerte an „die unbestreitbaren Erfolge der Europäischen Union“, die 2012 auch durch die Verleihung des Friedensnobelpreises gewürdigt worden seien.  Die Europäische Union habe wesentlich Anteil daran, dass aus einem „Kontinent der Kriege“ ein „Kontinent des Friedens“ wurde. Dies scheint jedoch inzwischen in Vergessenheit geraten zu sein, sagte Kohlgraf. 

Deutschland habe als größte Wirtschaftsmacht eine besondere Verantwortung in Europa: „Wir dürfen unsere starke Stellung in Wirtschaft und Politik nicht als Hegemon nutzen und den anderen unsere Vorstellungen aufoktroyieren. Europäische Solidarität ist auch von uns gefordert, auch dann, wenn wir nicht direkt davon profitieren, sondern sie von uns Opfer verlangt.“ Natürlich sei es legitim, auch Kritik an Europa zu üben, betonte Kohlgraf: „Wenn aber Politiker bei allem, was nicht gut läuft, die Schuld Brüssel anlasten, wie es leider oft geschieht, dann schadet das dem europäischen Projekt. Dieser Versuchung dürfen Landes- oder Bundespolitiker nicht erliegen.“

Dreyer: Gute Kooperation mit dem Katholischen Büro

Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, würdigte die „gute Kooperation mit dem Katholischen Büro in den vergangenen Jahren“. Sie dankte dem Katholischen Büro und allen früheren Mitarbeitern für die gute Zusammenarbeit. Besonders dankte sie der Kirche dafür, dass sie das Thema Europa aufgreife und offensiv angehe. Dreyer machte deutlich, dass sie von den Ergebnissen der MHG-Studie erschüttert worden sei. „Es verdient Respekt, dass die Kirche die Studie in Auftrag gegeben habe“, sagte die Ministerpräsidentin. Sie dankte den rheinland-pfälzischen Bischöfen für den jüngst erfolgten Austausch zu Fragen des sexuellen Missbrauchs. „Ich habe den Eindruck, dass Sie die Konsequenzen aus der Studie zur Chefsache gemacht haben. Außerdem habe ich Ihre entschiedene Bereitschaft zur Kenntnis genommen, die Opfer an die erste Stelle zu setzen.“ Auch die Bereitschaft, Missbrauchsfälle konsequent an die Staatsanwaltschaften zu melden, werde der Glaubwürdigkeit der Kirche nutzen, sagte Dreyer.

Ackermann: Ein Lernweg für die Bischöfe

Der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann dankte in seinem Schlusswort für „das partnerschaftliche Verhältnis“ mit der Landesregierung. Ackermann machte deutlich, dass Fragen des sexuellen Missbrauchs „ein Lernweg für die Bischöfe“ bleiben würden. „Wir werden den Weg der Aufarbeitung entschieden weitergehen.“ Die MHG-Studie habe den Bischöfen die Augen für die systemischen Faktoren des Missbrauchs geöffnet. Ackermann nannte die Selbstverpflichtung der Deutschen Bischofskonferenz „ein ambitioniertes Programm“. Bei der anstehenden Sitzung des Ständigen Rates werde er Strukturen für eine Umsetzung vorlegen. 

Rund 160 Gäste im Erbacher Hof

Die Begrüßung im Ketteler-Saal des Erbacher Hofes hatte der Leiter des Katholischen Büros Mainz, Ordinariatsdirektor Dieter Skala, übernommen. Er begrüßte rund 160 Gäste aus Politik, Kirche und Verwaltung. Skala erinnerte in seiner Ansprache, dass das Katholische Büro Mainz in diesem Jahr seit 50 Jahren als Kontaktstelle der rheinland-pfälzischen Bischöfe mit der Landespolitik besteht. Erster Büroleiter war Prälat Roland Ries (1930-2016) aus dem Bistum Trier, der seine Aufgabe zum 1. November 1968 angetreten hatte. Das Büro befand sich damals noch im Haus am Dom in Mainz.

50 Jahre Katholisches Büro Mainz

Wörtlich sagte Skala: „Auch nach 50 Jahren ist das Katholische Büro Mainz mit all seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf der Suche nach weiteren Möglichkeiten und neuen Partnerinnen und Partnern, um Kommunikation zu betreiben. Und auch weiterhin werden wir mit Ihnen gemeinsam auf die Sorgen und Nöte der Menschen hören, auf die Herausforderungen unserer Zeit achten, um unserer Verantwortung vor Gott und den Menschen gerecht zu werden. Dabei wollen wir uns auch zukünftig an dem orientieren, was uns der 1. Petrusbrief mit auf den Weg gibt: „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt.“

Neben Ministerpräsidentin Dreyer waren unter anderen die Staatsministerinnen Sabine Bätzing-Lichtenthäler und Dr. Stefanie Hubig gekommen, sowie die Staatsminister Professor Dr. Konrad Wolf, Dr. Volker Wissing und Herbert Mertin. Auch Landtagspräsident Hendrik Hering und der Präsident des Verfassungsgerichtshofes Rheinland-Pfalz, Dr. Lars Brocker, waren der Einladung des Katholischen Büros gefolgt. Außerdem waren folgende Vorsitzende der im Landtag vertretenen Fraktionen in den Erbacher Hof gekommen: Christian Baldauf (CDU), Dr. Bernhard Braun (Bündnis 90/Die Grünen), Alexander Schweitzer (SPD) und Dr. Tilo Böhme, stellvertretender Vorsitzender der AfD-Fraktion.

Aus den rheinland-pfälzischen Bistümern waren neben Bischof Kohlgraf und Bischof Ackermann unter anderen der Erzbischof von Köln, Kardinal Rainer Maria Woelki, der Limburger Bischof, Dr. Georg Bätzing, und der Bischof von Speyer, Dr. Karl-Heinz Wiesemann, gekommen. Musikalisch gestaltet wurde der Abend vom Chor des Gymnasiums Theresianum in Mainz unter der Leitung von Studienrätin Ursula Kleffner und Studienrätin Eva Weskamp.

tob (MBN)

 

„Es lohnt sich, dass wir uns Zeit für die Verstorbenen nehmen“

Pontifikalrequiem mit dem Mainzer Bischof Peter Kohlgraf zu Allerseelen im Dom 

Mainz. Allerseelen solle „ein Tag des Glaubens und des Trostes“ sein. Das hat der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf in seiner Predigt an Allerseelen, Freitag, 2. November, im Mainzer Dom gesagt. Allerseelen sei „eine Art Wegweiser und eine Art Rastplatz, der uns das Ziel zeigt, aber der uns auch innehalten lässt im Gespräch und im Nachdenken. Letztlich ein Tag der Dankbarkeit für die Menschen, ohne die ich nicht der oder die wäre, der oder die ich bin, und die alle auf ihre Art ein Geschenk Gottes waren.“ 

Wörtlich sagte Kohlgraf: „‚Es ist schön, dass ich dir begegnen durfte. Du warst für mein Leben sehr wichtig, ich vermisse dich.’ Solche Sätze werden viele von uns heute und in diesen Tagen am Grabe eines lieben Menschen sprechen. Allerseelen ist auch ein Tag der Dankbarkeit, an dem ich mir klar werde, wie viel ich bestimmten Menschen verdanke, aber auch wie sehr sie mir fehlen. Es ist nicht verkehrt, sich für ein Gespräch mit einem verstorbenen Menschen Zeit und Ruhe zu nehmen, denn der Verstorbene ist da. Und manchmal kann ich ihn sprechen hören.“

Und weiter: „Der Verstorbene wird uns vielleicht mahnen, uns rechtzeitig um ein Fundament zu bemühen, das uns trägt, wenn alles andere vergeht. Die heilige Teresia von Avila etwa hat es kurz und knapp so formuliert: ‚Nichts soll dich ängstigen, nichts dich erschrecken. Alles geht vorüber, Gott allein bleibt derselbe. Wer Gott hat, hat alles, Gott allein genügt.’ Damit redet sie nicht unsere irdischen Güter schlecht. Aber sie erinnert uns daran, dass eines Tages vielleicht ein Punkt unseres Lebens kommt, an dem uns nichts mehr trägt außer unser Glaube an ihn. An diesem Fundament, sagt an einer Stelle die Bibel, muss ich arbeiten, solange ich gesund und jung bin. Es kann sein, dass ich den rechten Zeitpunkt verpasse. Jesus nennt diese Haltung Wachsamkeit für das Notwendige, und er spricht von der Kürze der Zeit, die ich nicht vertun darf.“

„Es lohnt sich, dass wir uns Zeit für die Verstorbenen nehmen“, betonte Kohlgraf. „Es ist immer wieder ein großer Augenblick in der Heiligen Messe, wenn wir Gott alle Verstorbenen anempfehlen. Er möge ihrer gedenken, sich ihrer erinnern, denn wenn Gott sich ihrer erinnert, werden sie nicht sterben. Gemeint sind nicht nur unsere Toten, die wir kennen, an die wir uns erinnern. Gott kennt die Millionen und Abermillionen Menschen, die je gelebt haben. Keiner ist bei Gott verloren, aus einer Erinnerung gelöscht. Er kennt und liebt sie alle. Daher ist der Name des heutigen Tages sehr schön: Gedenken aller Seelen. Im Gebet vergessen wir niemanden.“

Nach der Eucharistiefeier ging Kohlgraf gemeinsam mit den Konzelebranten und den Gläubigen zu den Gräbern der Bischöfe im Mainzer Dom. Dabei besprengte Bischof Kohlgraf jedes Grab mit Weihwasser. An jedem Grabstein war außerdem eine Kerze aufgestellt. Die Prozession führte vom Westchor über den Mittelgang des Domes auf den Domfriedhof, in die Memorie zum Kettelergrab und schließlich in die Bischofsgruft unter dem Hauptaltar. Die musikalische Gestaltung hatten die Männerstimmen der Chöre am Dom unter Leitung von Domkapellmeister Karsten Storck sowie Domorganist Professor Daniel Beckmann an der Orgel übernommen.

tob (MBN)

 

Dokumentation

Schutz und Förderung von Kindern muss an erster Stelle stehen

Katholikenrat veröffentlicht Stellungnahme zum Thema „Sexueller Missbrauch“

Mainz. Der Katholikenrat im Bistum Mainz hat am Montag, 5. November, eine Stellungnahme zum Thema „Sexueller Missbrauch in der Kirche“ veröffentlicht. Der Katholikenrat ist das höchste Laiengremium in der Diözese Mainz und hat rund 70 Mitglieder. Im Folgenden dokumentieren wir die Erklärung des Gremiums im Wortlaut:

Die Zahl der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche, die die MHG-Studie aufgezeigt hat, ist erschreckend hoch und offenbart ein überaus düsteres Bild der Kirche. Viel zu lange sind diese Vorgänge von kirchlich Verantwortlichen verdrängt und nicht ernst genug genommen worden. Gleichzeitig wurden die Täter häufig geschont und konnten ohne nennenswerte Konsequenzen im kirchlichen Dienst verbleiben.

Demgegenüber ist das Schicksal der Betroffenen nicht in den Mittelpunkt gestellt und keine wirkliche Aufklärung betrieben worden. Das ist leider auch in unserem Bistum geschehen, was das Leid und den Schmerz der Opfer noch verstärkt hat. 

Die Kirche muss die Vorgänge gründlich klären und begangene eigene Fehler und ihre Schuld eingestehen. Dies hat Bischof Dr. Peter Kohlgraf für das Bistum Mainz auch unmittelbar nach der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischöfe Ende September mehrfach öffentlich angekündigt. Hierzu gehört auch, dass sich der Bischof inzwischen mit Opfern zu persönlichen Gesprächen getroffen hat.

Der Schutz und die Förderung von Kindern und Jugendlichen in allen Bereichen kirchlichen Lebens müssen an erster Stelle stehen. Kinder, Jugendliche und deren Erziehungsberechtigte müssen sicher sein können, dass ihnen in kirchlichen Zusammenhängen und Einrichtungen kein Leid geschieht und ihnen mit Achtung und Wertschätzung begegnet wird.

Wenn es überhaupt gelingen kann, verloren gegangenes Vertrauen wiederzugewinnen, dann geht das nur über den Weg der Offenheit und Transparenz, einer wirksamen Prävention sowie der Bereitschaft, auch brisante kirchliche Fragen offensiv anzugehen. Hierzu gehören die Fragen nach dem Pflichtzölibat, nach der Bewertung von Sexualität, die Beteiligung von Frauen an wesentlichen Entscheidungsprozessen und in Leitungspositionen, genauso wie die Frage nach dem grundsätzlichen Umgang mit Macht in der Kirche.

Wir Ehrenamtliche fragen uns als Teil der kirchlichen Strukturen auch kritisch, wo unser Anteil daran liegt, dass Missbrauch begünstigt werden konnte, z. B. indem Gemeinden ihren Pfarrer in seiner Rolle überhöhten.

Als Katholikenrat werden wir verstärkt darauf achten, dass die Herausforderungen, die mit dem Thema „Missbrauch“ verbunden sind, in unserem Bistum nicht wieder in den Hintergrund geraten, dass ein Ausbau der bereits begonnenen Prävention erfolgt und dass alle Möglichkeiten genutzt werden, um gegen sexualisierte Gewalt vorzugehen. Vertuschungen und Schutz der Institution darf es dabei nicht geben.

Als Vertreter der Laien im Bistum Mainz sehen wir die Laisierung von Priestern nicht als angemessene Strafe an. Der Stand der Laien ist kein Strafstand. Deshalb verlangen wir, dass die Klärung von Missbrauchsfällen konsequent den staatlichen Strafbehörden übergeben wird. Werden Mitarbeiter der Kirche des Missbrauchs überführt, erwarten wir, dass sie aus dem Dienst entlassen werden. 

Wir rufen die Pfarrgemeinden im Bistum und alle anderen gesellschaftlichen Kräfte auf, sich dieser Thematik zu stellen. Denn Opfer von Sexuellem Missbrauch treffen wir nicht nur in der Kirche, sondern auch in Familien und Vereinen an. Hier bedarf es gemeinschaftlicher Sensibilität, solche Gefährdungen früh wahrzunehmen, ernst zu nehmen und dagegen anzugehen.

Mainz, 5. November 2018

Patrick Landua, Sprecher des Katholikenrates

(MBN)

 

„Welt im Geist der Freiheit mitgestalten“

Zentrale Feier der EKHN zum Reformationstag / Grußwort von Bischof Kohlgraf 

Mainz. Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung hat anlässlich des 501. Jahrestags der Reformation die Bedeutung der Freiheit in Kirche und Gesellschaft hervorgehoben. „Freiheit ist ein großes Wort des Glaubens und Freiheit ist ein großes Wort in der Politik“, sagte er beim zentralen Festgottesdienst zum Reformationstag am Mittwoch, 31. Oktober, in der Mainzer Christuskirche. Der 31. Oktober 1517 gilt als Beginn der Reformation. Der damalige Mönch Martin Luther hatte an diesem Datum seine 95 kirchenkritischen Thesen veröffentlicht und in der Folge die Reformation ausgelöst. Nach Ansicht Jungs gehöre es heute zu den Aufgaben der evangelischen Kirche „Menschen stark zu machen - stark dazu, Freiheit zu leben und Verantwortung zu übernehmen - für sich selbst, für andere und für diese Welt“. Dies bedeute gleichzeitig, „nach Gerechtigkeit zu suchen“ und beispielsweise dafür zu sorgen, „dass Schwache nicht ausgegrenzt und verachtet werden“. 

Freiheit: Wenn der Teufel eine Kneipe baut

Auch das gesellschaftspolitische Leben müssten Christinnen und Christen nach Worten Jungs „im Geist der Freiheit mitgestalten“. Dazu sei es wichtig, auch Menschen mit anderer Glaubenszugehörigkeit zu ermöglichen, ihre Religion auszuüben. Zudem sollten sie sich für Meinungsfreiheit und Pressefreiheit einsetzen und sich „an die Seite derer stellen, die wegen ihrer Religion oder ihren Meinungen bedroht und verfolgt werden“. Jung wies mit Blick auf die politische Entwicklung in der Welt darauf hin, wie leicht verführbar Menschen seien, ihre eigene Freiheit zugunsten egoistischer Interessen aufzugeben. Um auf diese Gefahr aufmerksam zu machen, habe Martin Luther einmal gesagt, dass der Teufel neben Kirchen, in denen die Freiheit durch Christus verkündigt werde, eine „Kneipe baut, um die Menschen von der Freiheit wegzulocken“. Ins Zentrum seiner Überlegungen hatte Jung einen Abschnitt des Galaterbriefs aus dem Neuen Testament gestellt, in dem der Apostel Paulus die durch den Glauben an Christus gewonnene Freiheit für die Lebenspraxis der Menschen beschreibt. 

Europa: Von der Sahneschicht auf der Erdensuppe

In seinem Festvortrag zum Reformationstag forderte der langjährige Leiter des ARD-Studios in Brüssel, Rolf-Dieter Krause, dazu auf, „in den Kirchen Europa zu predigen“. Der Zustand der Europäischen Union sei zwar „beklagenswerter denn je“, sagte der Fernsehjournalist. Es müsse jedoch um die Staatengemeinschaft gerungen werden. „Wir, der sogenannte Westen, wir bilden noch nicht sehr lange die Sahneschicht auf dieser Erdensuppe. Und ein Blick in die Geschichte lehrt, dass bisher noch jede Hochkultur irgendwann sang- und klanglos untergegangen ist“, sagte Krause. Dabei solle vor allem bedacht werden, dass die „Stärke einer Gemeinschaft wie der Europäischen Union nicht nur von ihrer Größe abhängt, sondern mindestens ebenso auch von ihrer inneren Geschlossenheit, und diesem Umstand muss die Europapolitik deutlich mehr Rechnung tragen als bisher“. 

Glauben: Über die Hoheit in Wertefragen 

Krause führte Europas Probleme auch auf eine „Krise der Werte“ zurück. Selbst wenn die Glaubwürdigkeit der Kirchen angegriffen sei, gehörten sie noch immer zu den wichtigsten Vermittlern von Überzeugungen. Der Journalist und Europa-Experte fragte: „Wer, wenn nicht die Kirchen sollten die Hoheit haben zu definieren, was christlich ist. Ist es christlich, was in Ungarn passiert oder in Polen? Ist es christlich, was die selbsternannten Kämpfer gegen die angebliche Islamisierung des Abendlandes treiben? Überhaupt dieses Abendland: Ist es wichtig, dass es ein christliches Abendland ist? Was hieße das für religiöse Toleranz? Und muss die wiederum hinnehmen, dass Gläubige von Andersgläubigen als Ungläubige bezeichnet werden?“

Kohlgraf: Christliche Brücken bauen 

In seinem Grußwort zur Festveranstaltung hob der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf die ökumenische Verbundenheit zwischen evangelischer und katholischer Kirche hervor. Der Reformationstag könne dazu dienen, „an die geistliche Ernte zu denken, die wir aus unterschiedlichen Traditionen uns gegenseitig erschließen dürfen“. Es sei dabei wichtig, „dass wir theologische wie auch geistliche Wege und Erkenntnisse unserer Gesprächspartner aufmerksam, respektvoll und würdigend betrachten“, sagte Kohlgraf. Es könne so eine „Brücke zwischen uns Christen“ entstehen. Dies sei auch „ein gutes Zeichen in einer Welt, in der sonst soziale, politische, geistige Brücken eher einzustürzen drohen“, betonte der Bischof. Und weiter: „Als Kirchen tun wir gut daran, uns in den Dienst der Verständigung einbinden zu lassen und Hilfen zur Verfügung zu stellen, die nicht nur in den eigenen Reihen das Verbindende entdecken, sondern auch zwischen den vielen Parteiungen, die international und national entstanden sind.“

Staatengemeinschaft: Wieder eine Seele geben  

Der Präses der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Ulrich Oelschläger, wies auf den bleibenden Anspruch der evangelischen Kirche hin, sich permanent zu erneuern und die Reformation weiterzuführen. Heute sei „ständige Reformbereitschaft in wechselnden Zeiten“ ein zentrales Anliegen. In diesem Zusammenhang sei es auch eine Frage an die Kirchen, wie sie „für den europäischen Traum von Freiheit und Solidarität für alle Menschen eintreten können“. Manchen Menschen erscheine die Europäische Union zudem heute zu kompliziert und bürokratisch, zu unverständlich, manchmal auch zu weit weg und zu uninteressant“, sagte der Präses. Oelschläger: „Man könnte sich jetzt abwenden und den alten Nationalstaaten zu - man kann aber auch versuchen, Europa wieder eine Seele zu geben.“

Bei dem Festgottesdienst waren der Bachchor und das Bachorchester Mainz unter der Leitung von Ralf Otto mit Werken von Johann Sebastian Bach zu hören. Die Orgel spielte Hans-Joachim Bartsch. Im kommenden Jahr findet die zentrale Reformationsfeier der hessen-nassauischen Kirche am 31. Oktober in der  Wiesbadener Lutherkirche statt. 

PM (MBN)

 

Herbst-Bildungstage der Johannes Stiftung Bistum Mainz

Nächste Bewerbungsphase für die Schülerstipendien startet ab Frühjahr 2019

Mainz. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten der Johannes Stiftung Bistum Mainz haben vom 8. bis 13. Oktober ihre Herbst-Bildungstage absolviert. Programmschwerpunkte der Bildungstage waren unter anderem Deutschkurse, ein Abituriententraining und das Seminar „Intelligentes Lernen lernen“. Die Lerninhalte des Intensivkurses Deutsch konzentrierten sich vor allem auf Grammatik und Kompetenzen in der Kommunikation, wie in etwa das Halten von Präsentationen und Referaten. Im Abiturvorbereitungskurs setzten sich die Schülerinnen und Schüler unter anderem mit Naturlyrik und literarischen Epochen auseinander, während sie im Seminar „Intelligentes Lernen lernen“ zu effizienten Lerntechniken, einer strukturierten Eigenorganisation und weiteren Lernmethoden wertvolle Tipps erhielten. Die nächste Bewerbungsphase für die Schülerstipendien der Johannes Stiftung Bistum Mainz startet ab Frühjahr 2019.

Die Johannes Stiftung Bistum Mainz fördert seit 2016 Bildung, Erziehung und Chancengerechtigkeit von Kindern und jungen Menschen mit Migrationshintergrund. Die Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, lernwillige Kinder und  junge Menschen mit Stipendien und Bildungsprogrammen dabei zu unterstützen, einen guten Bildungsabschluss zu erlangen. Somit soll ihnen eine erfolgreiche berufliche und persönliche Zukunft ermöglicht werden.

Hinweise:

PM (MBN)

 

Personalien

Franz-Rudolf Weinert als residierender Domkapitular eingeführt

Emeritierung von Dompräbendat Klaus-Leo Klein / Eröffnung des Stiftsjahres

Mainz. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat den Mainzer Dompfarrer, Professor Dr. Franz-Rudolf Weinert, an Allerheiligen, Donnerstag, 1. November, in sein Amt als residierender Domkapitular am Mainzer Dom eingeführt. Gleichzeitig erfolgte die altersbedingte Emeritierung von Dompräbendat Prälat Dr. Klaus-Leo Klein. Kohlgraf bezeichnete dabei „Liturgie, Gotteslob und Gebet“ als „tragende Säulen“ der Kirche. „Wer Gott Raum gibt, hört auf, um sich selbst zu kreisen.“ Besonders in der Kathedrale eines Bistums müsse die Liturgie „vorbildlich“ gefeiert „und das immerwährende Gebet, das uns aufgetragen ist, seinen festen Platz haben“, sagte der Bischof. Liturgie und Gebet am Dom seien „die vornehmste Aufgabe des Domkapitels“. 

Die Einführung von Franz-Rudolf Weinert fand zum Beginn des Stiftsjahres vor der Vesper im Mainzer Dom statt. Nach einer Würdigung von Weinert und Klein durch Bischof Kohlgraf verlas der Bischöfliche Zeremoniar, Johannes Brantzen, das Ernennungsdekret. Anschließend sprach Dompfarrer Weinert das Apostolische Glaubensbekenntnis und legte seinen Amtseid ab. Bischof Kohlgraf überreichte ihm das Kapitelkreuz. Danach führte der Mainzer Domdekan, Prälat Heinz Heckwolf, den neuen Domkapitular zu seinem Platz im Chorgestühl des Mainzer Doms. Am Ende der Vesper fand eine Prozession zum Heiligenschrein in der Ostkrypta des Mainzer Domes statt. Dort wurde die Litanei der Mainzer Heiligen gebetet. Die musikalische Gestaltung hatten der Mainzer Domchor unter Leitung von Domkapellmeister Karsten Storck sowie Domorganist Professor Daniel Beckmann an der Orgel übernommen.

Franz-Rudolf Weinert wurde am 18. Oktober 1957 in Bingen geboren. Nach dem Abitur trat er in das Bischöfliche Priesterseminar in Mainz ein und studierte Philosophie und Theologie in Mainz und Freiburg/Breisgau. Am 18. Juni 1983 wurde er durch Weihbischof Wolfgang Rolly zum Priester geweiht. Anschließend wurde er zum Weiterstudium der Liturgiewissenschaften in Mainz und Trier beurlaubt. Sein Promotionsstudium schloss er 1987 mit der Dissertation über die liturgische Verwendung der Psalmen im römischen Stundengebet ab. Nach seiner Kaplanstätigkeit in Gießen-St. Bonifatius (1986-1988) wurde Weinert 1988 Lehrbeauftragter für Pastoralliturgie am Bischöflichen Priesterseminar in Mainz und mit halber Stelle Kaplan in Mainz-Weisenau-Mariä Himmelfahrt. 1990 wurde Weinert Dozent für Pastoralliturgie am Priesterseminar und an der Fachakademie zur Ausbildung von Gemeindereferenten. Er übernahm 1991 nach Beendigung seiner Kaplanstätigkeit die Leitung der Pfarrei Mainz-St. Ignaz. Seit 2003 ist Weinert Pfarrer der Mainzer Dompfarrei und von Mainz-St. Quintin. Im Jahr 2016 wurde er zum Professor für Pastoralliturgie im Kirchendienst ernannt. Weinert war seit 1993 Dompräbendat und damit Mitglied des Mainzer Domstiftes. Er ist Verfasser zahlreicher, vor allem pastoralliturgischer Schriften und Beiträge.

Klaus-Leo Klein wurde am 10. Dezember 1941 in Trier geboren, studierte in Mainz und Toulouse und wurde am 18. Dezember 1971 in Mainz durch Bischof Dr. Hermann Volk zum Priester geweiht. Seine Promotion zum Doktor der Theologie aus dem Jahr 1975 trägt den Titel „Kreatürlichkeit als Gottebenbildlichkeit. Die Lehre von der Gottebenbildlichkeit des Menschen bei Matthias Joseph Scheeben“. Nach Kaplansjahren in der Basilikapfarrei in Seligenstadt wirkte Klein zwei Jahre als Religionslehrer an den Gymnasien in Bensheim. 1977 berief ihn Kardinal Volk als Hochschulpfarrer nach Gießen. Von 1987 bis 2005 war er als Ordinariatsrat Ökumene-Referent des Bistums, sowie Referent für die christlich-jüdische Zusammenarbeit und den christlich-islamischen Dialog. Er war lange Jahre Vorsitzender der ACK Rhein-Main und der Kontaktkommission der evangelischen und katholischen Kirchenleitungen in Hessen. Außerdem war er Referent für die Hochschulgemeinden in der Diözese und Mitarbeiter in den Kontakten zur Erzdiözese Dijon. Von 1988 bis 1998 vertrat er die Diözesen Mainz und Speyer im Rundfunkrat des Südwestfunks. Für seine Verdienste wurde er mit den Päpstlichen Ehrentiteln Monsignore (1992) und Päpstlicher Ehrenprälat (1998) geehrt. Dem Mainzer Domstift gehört Klein seit 1996 als Dompräbendat an.

Stichwort: Domkapitel

Das Mainzer Domkapitel ist ein Klerikerkollegium zur Feier der Liturgie an der Bischofskirche und zu weiteren satzungsmäßigen Aufgaben im Bistum. Besondere Bedeutung hat das Domkapitel bei der Wahl eines neuen Bischofs. Daneben wirkt das Gremium beratend an der Leitung und Verwaltung des Bistums mit. Die Mitglieder sind in der Regel Dezernenten im Bischöflichen Ordinariat. Außerdem sind sie für Verwaltung, Erhalt und Unterhalt der Bischofskirche zuständig. Das Domkapitel ist eine selbstständige Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Satzungsautonomie und eigenem Vermögenshaushalt. 

Zu den Insignien, welche die Stellung der Domkapitulare sichtbar machen, gehört das Kapitelkreuz, das an einem rot-weißen Band um den Hals getragen wird. Die Farben Rot und Weiß sind die Farben des Domkapitels, des Bistums Mainz und Hessens. Das weiß emaillierte Kreuz zeigt auf der Vorderseite den Dom- und Bistumspatron St. Martin und auf der Rückseite ein goldenes „L“. Es erinnert an Großherzog Ludwig I. von Hessen, der das Kreuz 1829 gestiftet hat. Über dem Kreuz ist eine goldene hessische Krone angebracht. Die Chorkleidung der Domkapitulare besteht aus Talar, lang herunterhängendem Gürtelband (Zingulum), kurzem violetten Schulterumhang (Mozetta) mit Kapuze, weißem Chorrock und einer violetten Kopfbedeckung, dem Birett.

Das Mainzer Domkapitel hat traditionsgemäß sieben Mitglieder: Domdekan Prälat Heinz Heckwolf als Vorsitzenden und sechs Domkapitulare. Dies sind: Offizial Prälat Dr. Peter Hilger, Prälat Hans-Jürgen Eberhardt, Prälat Jürgen Nabbefeld, Geistlicher Rat Klaus Forster, Weihbischof Dr. Udo Markus Bentz und Professor Dr. Franz-Rudolf Weinert.

Daneben gibt es eine nicht festgelegte Anzahl von Ehrendomkapitularen: derzeit Monsignore Engelbert Prieß sowie Tobias Schäfer, Propst am Dom zu Worms. Das Domkapitel wird außerdem von Dompräbendaten bei der Feier der Liturgie unterstützt. Aktuell sind das Gerold Reinbott und Privatdozent Dr. habil. Alexander Nawar sowie Klaus-Leo Klein als emeritierter Dompräbendat. Emeritierte Domkapitulare sind: Prälat Josef Seuffert, Prälat Günter Emig, Monsignore Horst Schneider und Prälat Dietmar Giebelmann. Gemeinsam bilden alle Domherren das so genannte Domstift.

tob (MBN)

 

Michaela Pilters erhielt Gregorius-Orden

Bischof Peter Kohlgraf überreichte Auszeichnung des Papstes

Mainz. Michaela Pilters, die frühere Leiterin der Redaktion „Kirche und Leben/katholisch“ beim Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF), ist für ihre Verdienste um die Kirche mit dem päpstlichen Gregorius-Orden ausgezeichnet worden. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf überreichte ihr die Auszeichnung im Rahmen eines Gottesdienstes am Samstag, 3. November, in der Kirche St. Stephan in Mainz-Marienborn. Der Gregorius-Orden ist eine der höchsten Auszeichnungen, die der Papst an Laien verleiht. Benannt ist die Auszeichnung nach Papst Gregor I. (590 bis 604).

Kohlgraf würdigte Pilters als eine Journalistin, die im ZDF „die Fragen der Kirche, der Theologie mit den Themen der Zeit ins Gespräch gebracht und öffentlich gemacht“ habe. Besonders für die Übertragung der Gottesdienste habe sie „viel Herz und Zeit“ investiert. Der Bischof erinnerte auch daran, dass Pilters in ihrer Gemeinde „bis heute ehrenamtlich herausragend als Lektorin, im Pfarrgemeinderat, in der Öffentlichkeitsarbeit sowie in der Ökumene“ aktiv sei. Weiter sagte Kohlgraf: „Der Papst verleiht den traditionsreichen Orden in Anerkennung der vielen Verdienste. Wir dürfen herzlich gratulieren und freuen uns mit Ihnen für diese hohe Wertschätzung durch Papst Franziskus.“ Kohlgraf feierte den Gottesdienst gemeinsam mit dem Dekan des Dekanates Mainz-Stadt, Pfarrer Markus Kölzer, und dem Regens des Mainzer Priesterseminars, Dr. Tonke Dennebaum. Gekommen waren unter anderen auch der ehemalige Intendant des ZDF, Professor Markus Schächter, Pilters Nachfolger als Leiter der ZDF-Redaktion, Jürgen Erbacher, sowie Ulrich Fischer, Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für das ZDF.

Auch die Gesellschaft Katholischer Publizisten (GKP), deren langjährige Vorsitzende Pilters war, gratulierte ihr zu der Auszeichnung. „Wir freuen uns über diese hoch verdiente Auszeichnung“, sagte Joachim Frank, Vorsitzender der GKP. „Als Leiterin der Redaktion ,Kirche und Leben/katholisch‘ im ZDF hat Michaela Pilters ungezählten Menschen katholisches Leben und christliche Glaubensinhalte näher gebracht. Mit der Verbindung aus Fachkompetenz, journalistischer Professionalität und kritischer Loyalität zu ihrer Kirche hat Michaela Pilters Maßstäbe für alle Kolleginnen und Kollegen gesetzt, die als Katholiken über die Kirche berichten“, sagte er laut einer am Freitag, 2. November verbreiteten Pressemitteilung der GKP.

Michaela Pilters wurde am 5. Dezember 1952 in Krumbach/Schwaben geboren und studierte katholische Theologie, Germanistik und Philosophie in München. Nach ihrer journalistischen Ausbildung an der katholischen Journalistenschule ifp war sie von 1978 bis 1979 Redakteurin bei der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA) in Bonn. Anschließend arbeitete sie von 1979 bis 1985 als Redakteurin beim Kirchenfunk des Hessischen Rundfunks. Von 1985 bis zu ihrem Eintritt in den Ruhestand 2018 war sie Leiterin der ZDF-Redaktion „Kirche und Leben/katholisch“. Die Redaktion ist verantwortlich für die Übertragung von Fernsehgottesdiensten und betreut Sendungen wie „sonntags – TV fürs Leben“ oder die Reihe „37 Grad“. Seit 1984 ist Pilters Mitglied im Vorstand der Gesellschaft Katholischer Publizisten (GKP), deren Vorsitzende sie von 1999 bis 2009 sowie von 2013 bis 2015 war.

am (MBN)

 

Vorschau

Feldpostbriefe Mainzer Seminaristen im Ersten Weltkrieg (ab 14.11.)

Kabinettausstellung von Maximilian Künster in der Mainzer Martinus-Bibliothek

Mainz. Im Rahmen einer Kooperation zwischen dem Mainzer Priesterseminar und der Katholisch-Theologischen Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität wird in der Mainzer Martinus-Bibliothek von Mittwoch, 14. November, bis Freitag, 22. Februar 2019, die Kabinettausstellung „Die Alumnen des Mainzer Priesterseminars im Ersten Weltkrieg. Feldpost an den Regens Dr. Joseph Blasius Becker“ gezeigt. Zum 100. Jahrestag des Kriegsendes hat der Mainzer Theologiestudent Maximilian Künster die 477 erhaltenen Feldpostbriefe von Mainzer Priesteramtskandidaten an ihren damaligen Regens Professor Dr. Joseph Becker aus dem Archiv des Priesterseminars wissenschaftlich ausgewertet und die Ergebnisse im Rahmen einer Kabinettausstellung in der Martinus-Bibliothek für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Für seine Arbeit, die durch den Mainzer Kirchenhistoriker Professor Dr. Claus Arnold betreut wurde, ist Künster mit dem Josef Maria Reuß-Förderpreis der Stiftung Mainzer Priesterseminar ausgezeichnet worden.

Vernissage am 13. November

Die Vernissage findet am Dienstagabend, 13. November, um 18.15 Uhr in der Martinus-Bibliothek statt. Dabei wird nach der Begrüßung durch den Regens des Mainzer Priesterseminars, Dr. Tonke Dennebaum, und einer Einführung von Professor Dr. Claus Arnold der Kurator der Ausstellung, Maximilian Künster von der Katholisch-Theologischen Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität, seine Arbeit zu den Feldpostbriefen vorstellen.

Neben Informationen zur Situation der Katholiken in der Spätphase des Deutschen Kaiserreiches und zum Alltag der Alumnen im Mainzer Priesterseminar am Beginn des 20. Jahrhunderts bietet die Ausstellung auch Einblicke in den Kriegsalltag der jungen Theologen und ihre verschiedenen Tätigkeitsbereiche. Außerdem wird dargestellt, wie die Seminaristen das Kriegsgeschehen auf dem Hintergrund ihrer christlichen Überzeugung gedeutet haben, und inwieweit sie damals von der offiziellen „Kriegstheologie“ der deutschen Bischöfe beeinflusst waren. Dokumentiert werden in der Ausstellung außerdem die Bemühungen der Seminarleitung, den Militärdienst erträglicher zu machen und die Verbindung mit dem Priesterseminar auch in Kriegszeiten aufrechtzuerhalten.

Hinweise:

  • Der Eintritt zur Ausstellung (14. November bis 22. Februar 2019) ist frei und während der Öffnungszeiten der Martinus-Bibliothek möglich.
  • Öffnungszeiten: montags bis freitags von 9.00 bis 12.30 Uhr und von 13.30 bis 18.00 Uhr
  • Martinus-Bibliothek - Wissenschaftliche Diözesanbibliothek im Priesterseminar Mainz - Grebenstraße 8 (Eingang), Augustinerstraße 34 (Post), 55116 Mainz, Telefon: 06131/266-222, Fax: 06131/266-387, E-Mail: martinus.bibliothek@bistum-mainz.de, Internet: www.bistum-mainz.de/martinus-bibliothek 

tob (MBN)

 

Akademische Soirée zum 75. Geburtstag (12.11.)

Vorstellung der Festschrift für Dr. Helmut Hinkel in der Martinus-Bibliothek 

Mainz. Anlässlich des 75. Geburtstages (17. November) von Dr. Helmut Hinkel ist eine Festschrift für den langjährigen Direktor der Mainzer Martinus-Bibliothek erschienen. Herausgeber des Sammelbandes „Bibliothecarius Martinianus. Geisteswissenschaftliche Studien im Umfeld der Mainzer Martinus-Bibliothek“ ist der Direktor des Mainzer Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseums, Dr. Winfried Wilhelmy. Die Neuerscheinung wird im Rahmen einer Akademischen Soirée am Montagabend, 12. November, um 18.15 Uhr in der Martinus-Bibliothek vorgestellt.

Nach der Begrüßung durch Dr. Hinkel wird der frühere Aachener Bibliotheksdirektor, Domvikar Hermann-Josef Reudenbach, den Festvortrag halten zum  Thema „Santa Barbara de’ Librai - Die Kirche der Buchhändler in Rom“. Die Vorstellung der Festschrift übernimmt Dr. Wilhelmy. Für den musikalischen Rahmen sorgt ein Flötenterzett mit Renate Kehr, Claudia Friedrich und Anna Römer.

Hinweis: „Bibliothecarius Martinianus. Geisteswissenschaftliche Studien im Umfeld der Mainzer Martinus-Bibliothek. Festgabe für Helmut Hinkel zum 75. Geburtstag“. Hg. von Winfried Wilhelmy. Publikationen Bistum Mainz/Echter-Verlag, Mainz/Würzburg 2018. 464 Seiten, 68 s/w- sowie 62 farbige Abbildungen, Preis 29,80 Euro, ISBN Bistum Mainz 978-3-934450-71-4 (Print); ISBN Echter Verlag 978-3-429-05347-5 (Print); ISBN Echter Verlag, 978-3-429-05007-8 (E-Book-PDF).

tob (MBN)

 

Religion in Rock- und Popmusik (27.11.)

Vortragsabend mit Musikbeispielen im Haus am Dom

Mainz. „If you believe. Religion in Rock- und Popmusik“ ist ein Vortragsabend am  Dienstag, 27. November, um 19.00 Uhr im Haus am Dom in Mainz überschrieben. Renardo Schlegelmilch vom Kölner Domradio spricht über offene und versteckte Spuren von Religion in Rock- und Popmusik, die er in seinem gleichnamigen Buch zusammengefasst hat. Dabei wird es auch Musikbeispiele zu hören geben. Veranstalter ist die Bistumsakademie Erbacher Hof. Der Kostenbeitrag beträgt drei Euro.

Hinweis: www.ebh-mainz.de 

tob (MBN)

Martinsempfang (c) Bistum Mainz / Blum
Allerseelen (c) Bistum Mainz / Blum
Allerseelen (c) Bistum Mainz / Blum
Pilters Gregorius-Orden (c) Bistum Mainz / Matschak
Katholikenrat (c) Bistum Mainz / Blum
Einführung Weinert (c) Bistum Mainz / Blum
Einführung Weinert (c) Bistum Mainz / Blum