Mainzer Bistumsnachrichten Nr. 9

Kurz vor dem zweiten Todestag ist in der Mainzer Bischofsgruft im Mainzer Dom die bronzene Tafel am Grab von Kardinal Karl Lehmann angebracht worden. (c) Bistum Mainz / Blum
Kurz vor dem zweiten Todestag ist in der Mainzer Bischofsgruft im Mainzer Dom die bronzene Tafel am Grab von Kardinal Karl Lehmann angebracht worden.
Mi 4. Mär 2020
tob (MBN)

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Berichte

  • Fastenhirtenwort von Bischof Peter Kohlgraf

  • Aschermittwoch der Künstler zu Beethoven

  • Zulassungsfeier zur Taufe für sechs Erwachsene

  • Marienaltar im Mainzer Dom restauriert

  • Kohlgraf bei Kranzniederlegung in Mainz-St. Christoph

  • Bronzene Grabplatte für Kardinal Lehmann

Personalie

  • Alexander Matschak übernimmt Medienkoordination

Berichte

Katholisch sein heißt, Herz und Verstand zu gebrauchen

Hirtenwort des Mainzer Bischofs Peter Kohlgraf zur Österlichen Bußzeit

Mainz. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat in seinem diesjährigen Hirtenwort zur Österlichen Bußzeit „die einladenden Seiten“ der katholischen Kirche hervorgehoben. Der Blick auf das eine Glaubensbekenntnis, die Erfahrung der Sakramente, das Apostolische Amt und die Tradition sowie die Einheit der Weltkirche ermögliche eine „Hinkehr zum Wesentlichen“ hebt der Mainzer Bischof in seinem Hirtenwort hervor: „Katholisch sein hieß immer auch, Spannungen auszuhalten, sich den Fragen der Welt zu stellen, sein eigenes Herz und seinen eigenen Verstand zu gebrauchen und sich von Christus geliebt zu wissen. Katholisch sein hieß immer, diese Erfahrung allen Menschen zu wünschen und sich nicht egoistisch in die eigene Glaubenswelt zurückzuziehen.“

Das Hirtenwort wird am ersten Fastensonntag, 1. März, in den Gottesdiensten (sowie in den Vorabendmessen am Samstag, 29. Februar) im Bistum Mainz verlesen. Es trägt den Titel „Katholisch sein“. Das Hirtenwort ist auf der Internetseite des Bistums Mainz auch in Einfacher Sprache verfügbar; außerdem gibt es online eine Version in Deutscher Gebärdensprache. Das Hirtenwort erscheint zudem in englischer, italienischer, kroatischer, polnischer, portugiesischer und spanischer Sprache, um Gläubige anderer Muttersprachen sowie die Gemeinden anderer Muttersprache besonders anzusprechen. Auch diese Versionen sind online verfügbar.

Ist Gott so klein wie wir ihn oft machen?

Kohlgraf betont die Bedeutung und Notwendigkeit aktueller kirchlicher Debatten um die Fragen von Macht, Sexualmoral, priesterliche Lebensform und die Rolle der Frau in der Kirche. Wörtlich heißt es: „Natürlich, das sind die bekannten Themen, die viele mit der katholischen Kirche verbinden. Doch hilft mir dies alles auf dem Sterbebett, wenn ich vor der entscheidenden Begegnung meines Lebens stehe? Ist Gott so klein, wie wir Menschen ihn mit unseren Grenzen, Vorschriften und Normen oft machen?“

Und weiter: „Meine Identität als Katholik ist doch nicht in erster Linie das Verbot, die Verhinderung, das Klammern an Amtsvollmachten. Damit rede ich nicht der unreflektierten Erfüllung aller Erwartungen das Wort. Aber eine positive Suche nach der katholischen Identität spielt in unseren Debatten nur selten eine Rolle. Wir grenzen ab. Und wie oft wird denen, die sich mit dem Althergebrachten schwertun, das Katholischsein abgesprochen! Mich beunruhigen der aggressive Ton und das harte Urteilen über andere. Mit einer solch aggressiven Präsentation in der Öffentlichkeit werden wir niemanden ermutigen, sich mit der Schönheit des Evangeliums auseinanderzusetzen. Als Bischof lade ich ein zur verbalen Abrüstung und zur Hinkehr zum Wesentlichen.“

Katholisch sein heißt, mit allen Sinnen an Gott zu glauben

Am Bekenntnis zur Menschwerdung von Jesus Christus im Glaubensbekenntnis „hängt der katholische Glaube“. Bischof Kohlgraf schreibt dazu: „Wenn Gott in Jesus Fleisch wird, ist der katholische Glaube sinnlich, lebensbejahend, leibfreundlich, menschenfreundlich. Katholisch zu sein heißt, mit allen Sinnen an Gott zu glauben und zu feiern. Unser Kirchenjahr ist bunt, es geht um das Leben in Fülle (Joh 10,10).“ Weiter heißt es: „Mit meiner katholischen Tradition verbinde ich Wallfahrten, eine Vielfalt von Gottesdienstformen, eine positive Sicht auf den Menschen und seine Fähigkeit zum Guten und eine grundsätzlich bejahende Einstellung zum Leben. Sogar die Fassenacht hat eine unübersehbare Nähe zur katholischen Lebensfreude.“

Katholisch sein bedeutet, sich in den Sakramenten berühren zu lassen

Die Sakramente der Kirche „sind Berührungen eines liebenden Gottes und Zeichen seiner Nähe“, hebt der Mainzer Bischof hervor: „Katholisch sein bedeutet, sich berühren zu lassen in den Sakramenten. Das Leben wird groß und unendlich weit. Und wie Papst Franziskus sagt: Sakramente sind nicht Belohnung für die Vollkommenen, sondern Heilmittel für die Schwachen.“

Amt und Traditionen verbinden uns mit den Ursprüngen der Kirche

„Das Amt und die Tradition verbinden uns mit den Ursprüngen der Kirche. Katholisch sein heißt auch, Ehrfurcht vor denen zu haben, die vor uns geglaubt haben“, erläutert Kohlgraf. Wörtlich schreibt er: „Der Glaube ist kein toter Stein. Um Christus heute zu bezeugen, kann es sein, dass sich Formen verändern müssen, um die Relevanz und die Echtheit der Botschaft zu bewahren. Reine Unveränderlichkeit kann genau das Gegenteil bewirken, dass der Glaube in der Bedeutungslosigkeit verschwindet. Es kann nicht das Ziel kirchlicher Verkündigung sein, die Kirche zur kleinen Gruppe der selbsternannten Seligen zu verwandeln. 

Was hier nur angedeutet werden kann, ist die schwierige Aufgabe für heute: Formen der Evangelisierung zu finden, die die Wahrheit Gottes hier und jetzt lebendig und überzeugend werden lassen. Die ewige Wahrheit Gottes aufleuchten zu lassen, kann Veränderung in den Verkündigungsformen, in den kirchlichen Strukturen und in der Sprache erfordern: weil Menschen und ihre Horizonte sich ändern. Was zum Wesen der Kirche gehört und was verändert werden muss, lässt sich nur in gemeinsamen Glaubenswegen und durch geistliche Unterscheidungsprozesse herausfinden. Solche wollen wir in Deutschland versuchen, und auch der Weltkirche bleiben sie nicht erspart.“

Die Weltkirche und die Einheit mit dem Papst sind ein großer Reichtum

Kohlgraf unterstreicht außerdem das Verständnis der Katholischen Kirche als Weltkirche: „Ohne die Verbindung zum Papst kann es keine katholische Identität geben. Auch die Kirche in Deutschland kann nur in der Einheit mit dem Papst katholisch bleiben. Und das in allen Fällen, nicht nur, wenn der Papst uns oder mich persönlich bestätigt. Weltkirche zu sein, ist ein großer Reichtum, um den uns andere auch beneiden.“ Weiter schreibt er: „Ich wünsche mir, dass wir mit Gottes Hilfe wirklich katholisch bleiben. Nicht abgrenzend, sondern einladend, menschenfreundlich, mit offenen Armen, einem großen Herzen und einem weiten Verstand. Offen für Neues und treu zur alten Botschaft, lebensbejahend und interessiert an allem, was die gute Welt Gottes uns bietet. Klar im Bekenntnis zu seiner Liebe in Jesus Christus, kritisch gegenüber allem, was dem Menschen schadet und Gottes Ehre in Frage stellt. Das bedeutet für mich, katholisch zu sein. Hören wir auf, einander das Katholischsein abzusprechen, weil manche in der Kirche Fragen stellen und nach neuen Wegen suchen. Hören wir auf, auf die herabzuschauen, die sich mit dem Neuen schwertun. Es geht nur im Vertrauen, in der Liebe und der gegenseitigen Ehrfurcht.“

Hinweis: Der Wortlaut des Fastenhirtenwortes von Bischof Kohlgraf sowie die Versionen in Einfacher Sprache, in Deutscher Gebärdensprache und in den Übersetzungen sind im Internet verfügbar unter www.bistummainz.de/fastenhirtenbrief-2020

tob (MBN)

 

„Der empfindsame Titan“

Beim Aschermittwoch der Künstler stand Ludwig van Beethoven im Mittelpunkt

Mainz. Ganz im Zeichen der Musik Ludwig van Beethovens stand der diesjährige Aschermittwoch der Künstler und Publizisten am Mittwoch, 26. Februar, in Mainz. In diesem Jahr wird der 250. Geburtstag des in Bonn geborenen Komponisten gefeiert – die Veranstaltung in der Bistumsakademie und im Mainzer Dom stand unter der Überschrift „Der empfindsame Titan – Ludwig van Beethoven zum 250. Geburtstag“.

In seiner Predigt zum Aschermittwochsgottesdienst im Mainzer Dom zeichnete der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf das Porträt eines „genialen Menschen, mit vielen Brüchen und Wunden“, der eine zerrissene Persönlichkeit gehabt habe. „Er ist ein Genie, er verfolgt mit seiner Musik eine Mission, er reißt die Menschen mit in eine Bewegung der Freiheit. Der Mensch soll frei werden von Zwängen, so wie auch Beethoven sich befreit von bestimmten Vorgaben der musikalischen Traditionen. Die Genialität seiner Musik begeistert und verstört die Menschen gleichermaßen. Er kann humorvoll, gewinnend und charmant sein, und von Kind an ist er tatsächlich sehr empfindsam; daneben gibt es aber auch eine andere Seite seiner Persönlichkeit. Er wird als unangepasst, als unbequem empfunden. Sein Charakter wird als zerklüftet erlebt, er neigt zu Wutausbrüchen, Misstrauen und Selbstzerstörung durch den Alkohol“, heißt es in der Predigt des Mainzer Bischofs. Die Predigt wurde von Domdekan Prälat Heinz Heckwolf verlesen, da Kohlgraf erkrankt war und alle Termine für diesen Tag abgesagt hatte.

Die österliche Bußzeit wolle an die große Begabung der Menschen erinnern, „dass wir gottähnlich sind, Kinder Gottes, seine Ebenbilder“, heißt es in der Predigt weiter: „Sie will uns gleichzeitig mit unserer alltäglichen Versuchbarkeit, unseren Brüchen, unseren Seelenklüften konfrontieren. Mit ihnen werden wir, werde ich, ein Leben lang zu kämpfen haben. Aber in den Schwächen verliere ich meine Würde nicht, bleibe ich Kind Gottes, sein Ebenbild, nur wenig geringer als er selbst. Es lohnt sich, in diesen Tagen beiden Seiten des eigenen Lebens auf die Spur zu kommen. Jeder und jede trägt auch die eigenen Seelenwunden mit sich. Es bleibt wohl ein lebenslanger Weg, sich mit ihnen auszusöhnen, sie als Narben zu akzeptieren, und sich immer mehr als freier Mensch und Kind Gottes herauszubilden.“

Beethoven werde oft als ein „Titan“ überhöht: „Hinter dem Titan steckt ein sensibler, verwundeter und verwundbarer Mensch. Gott schaut immer hinter die Fassade und hinter die Masken, die wir uns aufsetzen. Wir haben die Fastnachtsmasken abgelegt. Wer bin ich eigentlich? Die österliche Bußzeit will mich enttarnen. Aber nicht, um mich bloßzustellen, sondern um mir zu helfen, echt zu werden. Vor Gott muss und kann ich mich nicht verstecken. Nehmen wir die Einladung an, uns unserer Wirklichkeit zu stellen. Uns sind Heilung, Barmherzigkeit und Vergebung verheißen“, heißt es in der Predigt von Bischof Kohlgraf.

Domdekan Heckwolf feierte den Gottesdienst, in dem auch das Aschenkreuz ausgeteilt wurde, gemeinsam mit Domkapitular Prälat Jürgen Nabbefeld und Dompräbendat Dr. Alexander Nawar. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst durch den Mainzer Domchor und Leitung von Domkapellmeister Karsten Storck und Domorganist Professor Daniel Beckmann an der Mainzer Domorgel.

Begegnung im Erbacher Hof

Dem Gottesdienst im Mainzer Dom schloss sich eine Begegnung im Erbacher Hof an. Der Musikwissenschaftler Professor Dr. Birger Petersen analysierte in seinem Vortrag ein Porträt Ludwig van Beethovens von Joseph Karl Stieler aus dem Jahr 1820 und gab anhand der Skizzenbücher Beethovens einen Einblick „in die Werkstatt eines Komponisten“. Im Rahmen des Abends spielte Professor Thomas Hell, Leiter der Klavierbildung der Musikhochschule Mainz der Johannes Gutenberg-Universität, unter anderem die Klaviersonate Nr. 30 in E-Dur op. 109 von Beethoven. Zudem brachten die „Mainzer Virtuosi“ mit der Solistin Elizaveta Fediukova den ersten Satz aus Beethovens Konzert für Violine und Orchester in D-Dur op. 61 zu Gehör. Zu Beginn hatte Akademiedirektor Professor Dr. Peter Reifenberg die Gäste im Erbacher Hof begrüßt.

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Der Gläubige gibt Christus ein Gesicht

Zulassungsfeier zur Taufe mit Bischof Kohlgraf im Mainzer Dom

Mainz. Sechs Taufbewerber aus dem Bistum Mainz sind am Samstagnachmittag, 29. Februar, bei einem Wortgottesdienst in der Ostkrypta des Mainzer Domes von Bischof Peter Kohlgraf zur Taufe zugelassen worden. Kohlgraf legte jedem einzelnen Taufbewerber als Zeichen des Segens und der Zuwendung die Hände auf. Die vier Frauen und zwei Männer stammen aus Alzey, Darmstadt, Mainz, Saulheim, sowie Urberach und wurden von ihren Pfarrern und Seelsorgern sowie Paten, Familien und Freunden begleitet. Bischof Kohlgraf erteilte außerdem einer Frau seinen Segen, die zum katholischen Glauben konvertieren möchte. Der Gottesdienst im Mainzer Dom als zentrale Zulassungsfeier für die Katechumenen aus dem gesamten Bistum fand in diesem Jahr zum 21. Mal statt.

Kohlgraf erinnerte in seiner Predigt daran, dass „der Gläubige durch seinen Glauben Christus ein Gesicht gibt“. Am Schrein der Mainzer Heiligen in der Ostkrypta gebe es dafür eine eigene Figur, der vom Künstler kein Gesicht gestaltet wurde. „Diese Figur sind Sie und Sie werden mit ihrem Leben genauso eine Kirchengeschichte schreiben, wie die Mainzer Heiligen und viele Katholiken vor Ihnen.“ Kohlgraf betonte in seiner Predigt die Kirche als Gemeinschaft von Glaubenden: „Ich habe die Kirche immer als eine Gemeinschaft erlebt, in der mir andere geholfen haben mit meinem Glauben, auch wenn es einmal schwerer ist. Diese Erfahrung wünsche ich Ihnen auch.“

Der Bischof dankte den Taufbewerbern „für ihr Glaubenszeugnis, gerade in einer Zeit, in der es nicht immer einfach ist, sich zur katholischen Kirche zu bekennen“. Die musikalische Gestaltung des Wortgottesdienstes hat Organist Thomas Höpp übernommen. Nach der Feier hatten sich die Teilnehmer noch mit Bischof Kohlgraf zum Austausch bei Kaffee und Kuchen im Erbacher Hof getroffen.

Die Bewerber befinden sich derzeit im so genannten Katechumenat, der Vorbereitungszeit für Jugendliche und Erwachsene, die Christen werden wollen. Höhepunkt des Katechumenats ist die Spendung der Sakramente Taufe, Firmung und Eucharistie. Die Feier dieser so genannten Einführungssakramente wird in den jeweiligen Heimatgemeinden in der Regel in der Osternacht begangen. Mit dem Sakrament der Taufe wird der Mensch in die Kirche aufgenommen. Die Taufe erfolgt durch die Worte: „Ich taufe Dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Dabei wird dem Täufling Wasser über den Kopf gegossen. In verschiedenen Riten wird die Taufe anschließend gedeutet, unter anderem durch die Salbung mit Chrisam-Öl. Dabei wird deutlich, dass der Getaufte durch die Taufe zu Christus gehört.

Hinweis: Weitere Informationen zum Katechumenat im Bistum Mainz bei Rainer Stephan, Referent für Gemeindekatechese im Bischöflichen Ordinariat, Bischofsplatz 2, 55116 Mainz, Telefon: 06131/253-241, Fax: 06131/253-558, E-Mail: gemeindekatechese@bistum-mainz.de oder im Internet unter www.katechumenat.de

tob (MBN)

 

Marienaltar im Mainzer Dom restauriert

Aufbau der Orgelanlage beginnt – Willigis-Portal bis September geschlossen

Mainz. Im Mainzer Dom ist der Marienaltar, der Standort der „Schönen Mainzerin“, restauriert worden. Im Beisein von Domdekan Prälat Heinz Heckwolf wurde der Altar vor Journalisten am Freitag, 28. Februar, vorgestellt. Die Restauratorin Juliane Reinhardt berichtete dabei über ihre Arbeiten, die im Januar und Februar stattgefunden hatten. Sie habe zunächst „dicke Staub- und Rußauflagen“ entfernt und anschließend mit einer Feuchtreinigung den Schmutz abgetragen. Danach seien die Farbflächen gesichert und Schadstellen retuschiert worden. „Wir konnten den Schmutz soweit abtragen, dass der glänzende Überzug aus dem 19. Jahrhundert wieder zu sehen ist“, sagte sie. Diana Ecker von der Kirchlichen Denkmalpflege im Bischöflichen Ordinariat Mainz betonte, dass nun wieder der „authentische neugotische Altar mit seiner Fassung aus dem 19. Jahrhundert zu sehen ist“.

Der Altar war 1875 zum 25. Bischofsjubiläum von Bischof Emmanuel von Ketteler hergestellt worden. In dem Altargehäuse sind neben der gotischen Marienfigur der „Schönen Mainzerin“ zudem Figuren des heiligen Bonifatius und des heiligen Martinus aufgestellt. Reinhardt wird nun in den kommenden Wochen die drei Figuren reinigen. Aus diesem Grund wird auch die „Schöne Mainzerin“ ihren vorrübergehenden Platz in der Laurentiuskapelle des Mainzer Domes verlassen. Finanziert wurde die Reinigung vom Mainzer Dombauverein. „Dieser Altar hat eine besondere Bedeutung für die Mainzerinnen und Mainzer. Viele Menschen kommen täglich hierher und zünden eine Kerze an. Wir freuen uns daher, dass wir als Dombauverein dieses besondere, für jeden sichtbare Projekt übernommen haben“, sagte Sabine Flegel, Vorsitzende des Mainzer Dombauvereins. Die Kosten für die Reinigung belaufen sich auf insgesamt 30.000 Euro.

Einbau des ersten Teils der neuen Orgelanlage

Zudem informierte Domdekan Heckwolf über den Einbau des ersten Teils der neuen Orgelanlage, der am Montag, 9. März, beginnt und bis Mitte September abgeschlossen sein soll. In diesem Zeitraum wird die Orgel nicht nur eingebaut, sondern auch intoniert und gestimmt. „In dieser Zeit ist es wieder notwendig, das Willigis-Portal zu schließen. Der Zugang zum Dom ist tagsüber über das Liebfrauenportal und den Kreuzgang möglich“, sagte er. Während der Intonation der Orgel müsse der Dom zeitweise auch tagsüber geschlossen werden, über die genauen Schließzeiten werde die Öffentlichkeit rechtzeitig informiert. Die neue Orgel werde voraussichtlich im Oktober dieses Jahres eingeweiht. Heckwolf wies darauf hin, dass die Zeit der Schließung des Willigisportals dazu genutzt werde, den Vorraum des Portals einzurüsten und zu reinigen.

am (MBN)

 

Kohlgraf: Aktiv gegen Hassparolen stellen

Kranzniederlegung und Gedenken an die Opfer des Bombenangriffs auf Mainz

 Mainz. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat am Donnerstag, 27. Februar, am Gedenken der Stadt Mainz an die Opfer des Bombenangriffs auf Mainz vom 27. Februar 1945 teilgenommen. Zum 75. Jahrestag fand im Mahnmal in Mainz-St. Christoph eine Kranzniederlegung mit dem Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling statt. Bei der Gedenkstunde sprachen der katholische Dekan des Dekanates Mainz-Stadt, Pfarrer Markus Kölzer, und der evangelische Dekan der Stadt Mainz, Pfarrer Andreas Klodt, ein Gebet und Fürbitten. Im Anschluss wurde im Kapellenraum von St. Christoph ein Friedens- und Gedenkgottesdienst gefeiert.

Bischof Kohlgraf, der auch Pax Christi-Präsident für Deutschland ist, hatte bereits am Vortag eine Stellungnahme zum Jahrestag der Zerstörung der Stadt Mainz veröffentlicht. Darin schreibt er unter anderem: „Das Gedenken mahnt uns zur aktiven Friedensgestaltung. Wir erleben eine wieder zunehmende Aufrüstung weltweit auch mit Hilfe deutscher Waffen. Wir spüren eine wachsende Gewaltbereitschaft, im Denken, Reden und Tun. Jesus erinnert uns daran, dass die Sünde der Gewalt bereits im Denken beginnt, nicht erst im aktiven Schlag gegen einen anderen Menschen. Es gilt also heute, das Christsein auch darin zu zeigen, die Hassparolen und Verachtung bestimmter Gruppen nicht anzunehmen und sich aktiv gegen sie zu stellen. Eine Erziehung zum Frieden muss unsere Familien, Kitas, Schulen und kirchliche Verbände und Vereine auszeichnen. Ein Gedenken zu diesem Jahrestag muss eine Saat des Guten säen helfen. Wie aus Tod und Leid Leben erwachsen kann, macht Jesus am Beispiel des Weizenkorns deutlich, das in die Erde sinken muss, um Frucht zu bringen (vgl. Joh 12,24).“

tob (MBN)

 

Bronzene Grabplatte für Kardinal Lehmann

Arbeit des Künstlers Thomas Duttenhoefer in Bischofsgruft des Mainzer Domes

Mainz. Ende Februar 2020 wurde die bronzene Gedenktafel am Grab des früheren Mainzer Bischofs, Kardinal Karl Lehmann (1936-2018), in der Mainzer Bischofsgruft angebracht. Der Künstler Thomas Duttenhoefer hat die Bronzetafel geschaffen, die das bisherige Provisorium aus Stein ersetzt. Der in Darmstadt lebende Künstler hat unter anderem auch die Statue des Mainzer Bischofs Wilhelm Emmanuel von Ketteler auf dem Mainzer Bischofsplatz geschaffen. Auf der Grabplatte sind neben Namen, Titel, Geburts- und Sterbedatum außerdem die Daten von Priester- und Bischofsweihe sowie der Kardinalserhebung zu lesen.

Neben dem Wappen von Kardinal Lehmann zeigt die Grabplatte außerdem die so genannte  Johannesminne, die auch auf dem Totengedenkbild für Kardinal Lehmann abgebildet war. Die Johannesminne ist eine Holzplastik aus dem Münster des ehemaligen Klosters Heiligkreuztal, die Jesus mit seinem Lieblingsjünger Johannes darstellt. In einem Brief aus dem Juli 2017 hatte Kardinal Lehmann dazu Folgendes geschrieben: „Sie haben mir eine freundliche Einladung nach Heiligkreuztal geschickt und dies mit einer besonders schönen Karte von der berühmten und von mir besonders geliebten Johannesminne versehen. ... Wenn ich in die Heimat meiner Eltern nach Langenenslingen gekommen bin, war ich immer auch in Heiligkreuztal, wo ich auf unseren Feldern bis an die alten Klostermauern in der Landwirtschaft mitgearbeitet habe. ... Nun bekommt Ihre schöne Karte mit der Johannesminne einen Ehrenplatz in meinem Arbeitszimmer.“ Kardinal Lehmann war am 11. März 2018 verstorben und am 21. März 2018 in der Bischofsgruft des Mainzer Domes beigesetzt worden.

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Personalie

Wechsel in der Medienkoordination

Alexander Matschak wird zum 1. März Nachfolger von Thomas Kreyes

Mainz. Zum 1. März übernimmt Alexander Matschak, Redakteur in der Bischöflichen Pressestelle, die Position des Medienkoordinators im Bischöflichen Ordinariat Mainz. Der bisherige Stelleninhaber Thomas Kreyes scheidet Ende Februar aus dem Dienst im Bistum Mainz aus. „Ich danke Thomas Kreyes für sein Engagement und für die Entwicklung eines Konzeptes zur Koordination der Medien- und Öffentlichkeitsarbeit im Bistum Mainz. Gleichzeitig freue ich mich, dass Alexander Matschak sich bereit erklärt hat, die Aufgabe der Medienkoordination zu übernehmen und den begonnenen Weg fortzusetzen“, sagte Weihbischof und Generalvikar Dr. Udo Markus Bentz. Matschak ist als Medienkoordinator Weihbischof Bentz zugeordnet und Mitglied der Dezernentenkonferenz.  

Alexander Matschak wurde 1974 in Bonn geboren und wuchs in Wiesbaden auf. Von 1995 bis 2001 studierte er Musikwissenschaft, Germanistik sowie Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften in Köln und Wien. Von Oktober 2001 bis September 2004 war Matschak beim Bonifatius-Verlag in Paderborn beschäftigt, wo er zunächst als Volontär, dann als Redakteur für die Kirchenzeitung des Erzbistums Paderborn arbeitete. Sein Volontariat absolvierte er in Zusammenarbeit mit der katholischen Journalistenschule ifp. Seit dem 1. Oktober 2004 ist Matschak Redakteur und stellvertretender Leiter der Pressestelle des Bistums Mainz. Er ist Autor der Verkündigungssendung „Zuspruch“ beim Hessischen Rundfunk und hat viele Jahre die Caritas-Mitgliederzeitung „Sozialcourage“ redaktionell unterstützt. Zudem engagiert er sich für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des katholischen Kirchenmusikverbandes ACV. Mit seiner Frau und seinen zwei Kindern lebt er in Wiesbaden.

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