Mainzer Bistumsnachrichten Nr. 7

Mainz, 12. Februar 2020: Pater Professor Dr. Ansgar Wucherpfennig SJ bei seinem Vortrag im Erbacher Hof. (c) Bistum Mainz / blum
Mainz, 12. Februar 2020: Pater Professor Dr. Ansgar Wucherpfennig SJ bei seinem Vortrag im Erbacher Hof.
Mi 19. Feb 2020
am (MBN)

Berichte

  • Bischof Kohlgraf dankt Kardinal Marx
  • Libanon-Reise von Weihbischof Bentz
  • Fortbildung mit Professor Wucherpfenning
  • Ghana-Reise zur Vorbereitung der Missio-Eröffnung

Vorschau

  • Radio Horeb überträgt live aus Mainz-Hechtsheim
  • Abendlob in der Österlichen Bußzeit (1. & 8.3.)

Berichte

Bischof Kohlgraf dankt Kardinal Marx

Persönliches Schreiben an den Münchner Erzbischof

Mainz. In einem persönlichen Brief hat der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf das Wirken von Kardinal Reinhard Marx als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz gewürdigt und ihm gedankt. Marx hatte am Montag, 11. Februar, mitgeteilt, dass er für eine zweite Amtszeit als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz nicht zur Verfügung stehe. In Kohlgrafs Schreiben von Dienstag, 12. Februar, heißt es: „Ich bedauere es sehr, dass wir in Zukunft auf Dich in dieser Rolle verzichten müssen. In den vergangenen Jahren und Monaten habe ich aber auch gesehen, welch hohen persönlichen Einsatz die Aufgabe des Vorsitzenden - neben den vielen anderen Aufgaben - erfordert, und kann daher deine Entscheidung gut nachvollziehen und respektiere sie.“

Weiter schreibt Kohlgraf: „Vor allem schreibe ich Dir heute, um Dir für Dein unermüdliches Engagement um die Kirche in Deutschland zu danken, gerade in einer Zeit, die viele Herausforderungen bereithält. Mit dem Synodalen Weg hast Du ein zentrales Zukunftsprojekt der Kirche in Deutschland auf den Weg gebracht und in der Anfangsphase prägend mitgestaltet. Ich bin sehr froh, dass Du in Deinem gestrigen Schreiben zugesagt hast, Dich für dieses wichtige Projekt weiterhin besonders zu engagieren. Nicht zuletzt danke ich Dir ganz persönlich für die herzliche Aufnahme im Kreis der deutschen Bischöfe nach meiner Weihe im August 2017. Durch Dein Wohlwollen als Vorsitzender habe ich mich von Anfang an im Kreis der Mitbrüder sehr willkommen gefühlt.“

tob (MBN)

 

Weihbischof Bentz beendet Besuch im Libanon

„Beunruhigt“ angesichts politischer Lage, „beeindruckt“ von Haltung der Kirchen

Bonn/Mainz. Der Mainzer Weihbischof und Generalvikar Dr. Udo Markus Bentz, der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Naher und Mittlerer Osten der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, ist am Freitag, 14. Februar, von seiner dreitägigen Reise in den Libanon zurückgekehrt. Angesichts der angespannten politischen Lage im Land zeigte sich der Weihbischof „beunruhigt“: „Die Hauptsorge der Menschen vor Ort gilt der zugespitzten wirtschaftlichen Situation, vor allen den Problemen der Korruption. Derzeit sind Auswege aus der Krise kaum erkennbar. Die Kirchen sind sich der ernsthaften Lage bewusst.“ Bentz war am Mittwoch, 12. Februar, in das Land gereist.

Bentz zeigte sich davon beeindruckt, wie energisch die Kirchen im Libanon in den vergangenen Monaten den Menschen Mut zu Veränderungen zugesprochen und die Missstände mit großem Nachdruck zum Thema gemacht haben. „Diese klare Haltung der Kirchenleitungen zeigt den Christen vor Ort, dass sie eine aktive Rolle in den Veränderungen des gesellschaftlichen Lebens übernehmen können. Auch andere Religionsgemeinschaften sind dankbar für die deutlichen Worte, die die christlichen Gemeinschaften und ihre Vertreter seit Beginn der Proteste im Oktober immer wieder finden.“ In Gesprächen von Weihbischof Bentz mit Studenten des Katholischen Akademischen Ausländer-Dienstes (KAAD) war erkennbar, dass die entschiedene Haltung der Kirchenführer gerade auch jungen Menschen Zuversicht gibt. Der von den christlichen Autoritäten formulierte Aufruf „Wir brauchen euren Einsatz, geht und versucht, das Land zu verändern!“, wurde von den Studentinnen und Studenten als wichtiges Signal gewürdigt.

Anlass für den Besuch von Weihbischof Bentz im Libanon waren seit Längerem geplante Gespräche mit dem Middle East Council of Churches (MECC). Der MECC, der Kirchenrat der nahöstlichen Region, ist die wichtigste Plattform für Austausch und Kooperation der Christen in der mehrheitlich muslimischen Weltgegend. Vor dem Hintergrund von Kriegen und religiöser Radikalisierung, die die Präsenz des Christentums geschwächt haben, wird innerhalb und zwischen den Kirchen seit einiger Zeit neu über die christliche Identität im Nahen Osten diskutiert. Die zentrale Frage ist, was Christen konkret zur Entwicklung der Gesellschaften beitragen können und wie die Kirchen wieder die Kraft gewinnen, gesellschaftliche Prozesse mitzugestalten. Die Kirchen bekennen sich zu dem Auftrag, sagte Erzbischof Paul Sayah, Außenamtsleiter des Maronitischen Patriarchats, sich gemeinsam für die gleichen Bürgerrechte aller Einwohner der Länder einzusetzen. Der Kirchenrat baut darauf, dass aus den Beratungen neue Leitbilder christlicher Identität in den arabischen Ländern erwachsen. Diese sollen dazu beitragen, Christen zu ermutigen, sich für eine gute Zukunft im Nahen Osten einzusetzen und nicht den Auswanderern zu folgen.

Die Begegnungen mit Patriarch Aram I., Katholikos des Großen Hauses von Kilikien der Armenisch-Apostolischen Kirche, sowie mit Pastor Dr. Habib Badr, dem Präsidenten der Evangelischen Kirche im Libanon, verdeutlichten, „dass die Besuche der vergangenen Jahre und die gemeinsam entwickelten Konferenzen von MECC und der Deutschen Bischofskonferenz als Zeichen der Solidarität und guter partnerschaftlicher Zusammenarbeit sehr geschätzt werden. Dieser eingeschlagene Weg des Dialogs soll weitergeführt werden“, sagte Weihbischof Bentz.

Hintergrund: MECC

Im MECC, dem ökumenischen Rat der Kirchen des Nahen und Mittleren Ostens, sind Vertreter von Kirchen aus 14 Ländern der Region zusammengeschlossen. Dem Rat stehen vier Präsidenten vor, die jeweils eine ‚Kirchenfamilie‘ verkörpern: Patriarch Mor Ignatius Aphrem II., Patriarch der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien und dem ganzen Orient (orientalisch-orthodoxe Familie), Patriarch Youhanna X., griechisch-orthodoxer Patriarch von Antiochien und dem ganzen Orient (orthodoxe Familie), Patriarch Mor Louis Raffael I. Kardinal Sako, chaldäischer Patriarch von Babylon (katholische Familie) und Pastor Dr. Habib Badr, Präsident der National Evangelical Union of Lebanon (evangelische Familie).

In den kommenden Jahren sollen mehrere Konferenzen in gemeinsamer Verantwortung des MECC und der Deutschen Bischofskonferenz durchgeführt werden, um die Entwicklungsperspektiven der Kirchen im Nahen Osten in einem sich wandelnden Umfeld und Möglichkeiten einer Unterstützung durch die Kirche in Deutschland auszuloten. Mit dem Besuch von Weihbischof Bentz hat die Deutsche Bischofskonferenz zugleich ein Zeichen der Solidarität mit den Christen im Libanon gesetzt – in einer Zeit der Umbrüche, die derzeit das ganze Land erfasst und deren Ausgang ungewiss ist.

SDBK (MBN)

 

Kirchenkrise als Chance zur Erneuerung der kirchlichen Sprache

Fortbildung mit Pater Ansgar Wucherpfennig SJ im Erbacher Hof in Mainz

Mainz. Pater Professor Dr. Ansgar Wucherpfennig SJ hat dazu aufgefordert, die Krise der Kirche in Folge des Missbrauch-Skandals als „eine Chance zur Erneuerung der kirchlichen Sprache“ zu sehen und die Perspektive von Menschen einzubringen, die von sexueller Gewalt betroffen sind. Es sei für viele Betroffene eine Hilfe, wenn sie innerhalb der Kirche Menschen erleben, denen sie mit ihren Verletzungen vertrauen können. Oftmals müssten Betroffene in der Kirche noch die Erfahrung machen, dass sie ausgegrenzt würden.

Wucherpfennig äußerte sich am Mittwoch, 12. Februar, im Erbacher Hof in Mainz. Ziel seines Vortrages war,  anhand von biblischen Beispielen, einen konstruktiven Umgang mit Widerstandserfahrungen aufzuzeigen. Wucherpfennig sprach im Rahmen einer Fortbildung des Bischöflichen Ordinariates Mainz. Der Nachmittag stand unter der Überschrift „Update Theologie 22 - Perspektiven aus dem Neuen Testament für eine Kirche in der Krise“.

Unter anderem ging er auf die Textstelle vom „Mühlstein“ im Markus- und im Matthäus-Evangelium ein. Das Wort „Wer einem von diesen Kleinen, die an mich glauben, Ärgernis gibt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworfen würde“ sei „eine der schärftsten Warnungen im Evangelium“, sagte Wucherpfennig.

Während Kardinal Joseph Ratzinger in seinem Beitrag im Klerusblatt aus dem vergangenen Jahr davon ausgehe, dass mit „diese Kleinen“ einfache Gläubige gemeint seien, bezeichnete Wucherpfennig „den Ursinn dieser Stelle als nicht so klar wie von Ratzinger vorgegeben“. Es sei wahrscheinlicher, dass damit „Vernachlässigung, grausame Erziehung, Kinderarbeit und auch sexuelle Gewalt gegenüber Kindern gemeint“ seien, betonte Wucherpfennig.

Im Matthäus-Evangelium sei außerdem ablesbar, wie sich die Jesus-Gemeinde mit patriarchalen Strukturen auseinandersetze: „Auch sollt ihr niemanden auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel.“ (Mt 23,9) Daran werde deutlich, dass Christen untereinander gleichrangig seien und weder Vaterschaft noch Elternschaft religiös überhöht werden.

Wucherpfennig ist seit 2008 Inhaber des Lehrstuhls Exegese des Neues Testaments an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt, wo er auch seit 2014 Rektor ist. Die Kursbegleitung und Moderation des Tages hatte Dr. Claudia Sticher übernommen, Leiterin der Abteilung Fortbildung und Beratung im Bischöflichen Ordinariat Mainz.

tob (MBN)

 

„Selig, die Frieden stiften“

Gruppe aus dem Bistum Mainz reist nach Ghana

Mainz. Von Mittwoch, 19. Februar, bis Sonntag, 1. März, reist eine Gruppe von Haupt- und Ehrenamtlichen des Bistums Mainz in das afrikanische Land Ghana. Das Hilfswerk Missio hat die zehntägige Lern- und Begegnungsreise zum Thema „Interreligiöser Dialog“ organisiert, da im Bistum Mainz am 4. Oktober die offizielle Eröffnung der diesjährigen Kampagne zum Weltmissionssonntag zu diesem Thema stattfindet. Das Motto der Kampagne lautet „Selig, die Frieden stiften“, die Schwerpunktregion ist Westafrika.

In Westafrika lebten Menschen verschiedener Religionen und Ethnien lange friedlich zusammen. Seit einiger Zeit wird die Region zunehmend zum Schauplatz von Anschlägen und Übergriffen. Gewalt wird religiös aufgeladen, um Menschen gegeneinander aufzubringen. Gegen den Missbrauch von Religion will die diesjährige Aktion zum Monat der Weltmission ein Zeichen für die friedenstiftende Kraft interreligiöser Zusammenarbeit setzen. „Ich freue mich sehr, dass diese Reise zustande kommt“, sagt Eva Baillie, Missio-Referentin im Bistum Mainz. „Das Thema interreligiöser Dialog beschäftigt uns auch in Europa, und ich hoffe, dass wir durch die Begegnungen in Ghana neue Impulse für unseren Einsatz für den friedlichen Dialog der Religionen in Deutschland mitnehmen können.“

Die Begegnungsreise dient auch der Vorbereitung der Weltmissionskampagne im Oktober: Einige Projektpartner, die in Ghana arbeiten, werden im Oktober auch in Mainz zu Gast sein. Gemeinsam mit Projektpartnern aus Nigeria und Niger werden sie deutschlandweit in Gemeinden, Schulen und professionellen Netzwerken von ihrer Arbeit berichten. „Alle Reiseteilnehmer haben in ihrem beruflichen oder ehrenamtlichen Arbeitsfeld mit Fragen des interreligiösen Dialogs zu tun, viele auch ganz praktisch in Schulen, Kitas oder in der medialen Berichterstattung“, sagt Eva Baillie. „Wir hoffen, dass die Eindrücke der Reise in die Arbeit vor Ort mitgenommen werden, und dass so viele Menschen im Bistum davon profitieren können.“ Schwerpunkt der Reise werden Missio-Projekte zum interreligiösen Dialog im Norden Ghanas (Tamale und Wa) sein.

Hinweis: Die Reise kann unter www.missio-hilft.de/blog mitverfolgt werden.

eb (MBN) 

Vorschau

Gottesdienstübertragung aus Mainz-Hechtsheim

Radio Horeb sendet Sonntagsgottesdienst aus St. Pankratius live

Mainz. Der christliche Radiosender Radio Horeb überträgt am Sonntag, 8. März, um 10.30 Uhr live den Sonntagsgottesdienst aus der Pfarrkirche St. Pankratius in Mainz-Hechtsheim. Im Rahmen seiner Sendereihe „Pfarrei der Woche“ besucht der Sender mit seinem Satellitenmobil bereits seit mehreren Jahren ausgewählte Pfarreien, Klöster und Begegnungshäuser in ganz Deutschland. Für die jeweilige Pfarrei bietet sich so die Möglichkeit, ihre verschiedenen Gruppierungen und Angebote vorzustellen.

Eine Interviewsendung unter anderen mit Pfarrer Tobias Geeb über die Hechtsheimer Pfarrgemeinde strahlt Radio Horeb bereits am Donnerstag, 5. März, ab 13.00 Uhr aus. Die Sendung kann auf der Internetseite von Radio Horeb nachgehört werden. Am Samstag, 7. März, lädt Radio Horeb im Anschluss an die 18.00 Uhr-Messe im katholischen Gemeindehaus der Pfarrei (Georg Büchner-Straße 1) alle Interessierten zu einer Präsentation des seit über 23 Jahren tätigen Radiosenders ein. Dabei besteht die Möglichkeit, mit dem Leiter des Radio-Horeb-Studios in Kevelaer, Rüdiger Enders, ins Gespräch zu kommen.

Hinweis: Die Interviewsendung ist im Internet verfügbar unter: www.horeb.org/programm/projekte-on-air/pfarrei-der-woche

PM (MBN)

 

Abendlob in der Österlichen Bußzeit (1. & 8.3.)

Predigten von Weihbischof Georgens und Äbtissin Flandera im Mainzer Dom

Mainz. Zwei Termine finden im Rahmen der Reihe „Abendlob in der Österlichen Bußzeit“ jeweils um 17.00 Uhr im Mainzer Dom statt. Die Predigt am Sonntag, 1. März, wird der Speyrer Weihbischof Dr. Otto Georgens halten; am Sonntag, 8. März, predigt Äbtissin Dorothea Flandera OSB von der Abtei St. Hildegard in Eibingen. Die Reihe steht unter der Überschrift „Ein Segen sollst du sein“ (Gen 12,2). Musikalisch gestaltet wird die Reihe vom Mainzer Domorganisten, Professor Daniel Beckmann, und dem Mainzer Domkapellmeister Professor Karsten Storck. Die Abendlob-Reihe ist eine Veranstaltung des Mainzer Domkapitels in Zusammenarbeit mit der Bistumsakademie Erbacher Hof.

tob (MBN)