Mainzer Bistumsnachrichten Nr. 2 / 2026

P. Joshy Pottackal ist zum Domkapitular ernannt worden. (c) Bistum Mainz
P. Joshy Pottackal ist zum Domkapitular ernannt worden.
Datum:
Do. 29. Jan. 2026
Von:
hoff (MBN)

In der aktuellen Ausgabe mit der Ernennung von Pater Joshy Pottackal und Professor Dr. Tonke Dennebaum zu Domkapitularen, einem Kongress zur Sicherung von Kirchengebäuden, Bischof Kohlgraf, der die Pfarreigründung in Gießen gefeiert hat, Generalvikar Lang, der den  Gründungsgottesdienst in Groß-Zimmern gefeiert hat, der Bevollmächtigten des Generalvikars, Stephanie Rieth, die den Gottesdienst zur Neugründung St. Clara in Mainz gefeiert hat, Bischof Kohlgraf beim Weltfriedenstag in Bingen und einem Podium zum Jubiläum des Mainzer Ketteler-Kollegs.       

      

P. Joshy Pottackal und Prof. Dr. Tonke Dennebaum zu Domkapitularen ernannt

Prof. Dr. Tonke Dennebaum ist zum Domkapitular ernannt worden. (c) privat
Prof. Dr. Tonke Dennebaum ist zum Domkapitular ernannt worden.

Durch die beiden Ernennungen ist das Mainzer Domkapitel nun wieder vollständig

 

Mainz. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat den ernannten Mainzer Weihbischof, Pater Joshy Pottackal OCarm., und Professor Dr. Tonke Dennebaum zu Domkapitularen am Hohen Dom zu Mainz ernannt. Pater Joshy Pottackal ist am 26. November 2025 von Papst Leo XIV. zum Weihbischof ernannt worden und ist Referent für die Geistlichen im Bistum. Seine Weihe findet am Sonntag, 15. März, im Mainzer Dom statt. Damit nimmt er auch seinen Platz im Chorgestühl des Mainzer Doms ein. Dennebaum ist seit 2023 Leiter des Kommissariats der Katholischen Bischöfe im Lande Hessen. Darüber hinaus leitet er seit 2025 die Abteilung für Fundamentaltheologie und Religionswissenschaften der Katholisch-Theologischen Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Seine Einführung wird Bischof Kohlgraf am Sonntag, 3. Mai, im Mainzer Dom in der Vesper um 17.00 Uhr vornehmen.

 

Mit den beiden Ernennungen durch Bischof Kohlgraf ist das Mainzer Domkapitel, das seit 1821 aus dem Domdekan als Vorsitzendem und sechs Domkapitularen besteht, wieder vollständig. Die Mitglieder sind: Domdekan Henning Priesel als Vorsitzender sowie die sechs Domkapitulare: Generalvikar Dr. Sebastian Lang, Geistlicher Rat Klaus Forster, Geistlicher Rat Michael Ritzert, Prof. i. K. Dr. Franz-Rudolf Weinert, der ernannte Mainzer Weihbischof, Pater Joshy Pottackal OCarm., und Prof. Dr. Tonke Dennebaum.

 

Joshy George Pottackal wurde am 30. April 1977 in Meenkunnam im indischen Bundesstatt Kerala geboren. Im Anschluss an seine Schulzeit besuchte er ab 1992 das Knabenseminar der Karmeliten. Nach Vollendung des Noviziats im Jahr 1996 legte er seine erste Profess ab. Anschließend studierte Pottackal im Calvary Institute of Philosophy and Religion der Kapuziner in Thrissur Philosophie und im Dharmaram Vidya Kshetram der Karmeliten in Bengaluru Theologie. 2003 empfing er in Thrissur die Priesterweihe.

Im Jahr 2004 kam Pottackal nach Mainz, wo er zunächst die Sprachschule und danach das Pastoralseminar für die Ordenspriester an der philosophisch-theologischen Hochschule Münster besuchte. Seit 2006 ist er für das Bistum Mainz tätig, zunächst als Stadt-Jugendseelsorger und parallel als Kaplan in Mainz, unter anderem in Mainz-Hechtsheim und Mainz-Oberstadt. In dieser Zeit erfolgte auch seine Pastorale Ausbildung im Bistum.

2009 ging er als Pfarrer in die Pfarrgemeinde Neckartal, wo er in der Klostergemeinschaft in Hirschhorn wohnte. In der damals bestehenden Dekanatsstruktur engagierte er sich ab 2016 als stellvertretender Dekan im Dekanat Bergstraße-Ost und ab 2021 bis zur Auflösung der Dekanate als kommissarischer Dekan. Darüber hinaus hat er seit 2016 das Amt des Regionaloberen für die in Deutschland lebenden Mitglieder der indischen St. Thomas Provinz des Karmelitenordens inne.

Zum 1. November 2022 erfolgte der Wechsel ins Bischöfliche Ordinariat nach Mainz, wo er im Karmelitenkloster wohnt und als Personalreferent mit Schwerpunkt Priester tätig ist. Die neu geschaffene Aufgabe als Formationspräfekt im Priesterseminar nahm er seit 2024 bis November 2025 gemeinsam mit Diözesanjugendseelsorger Daniel Kretsch wahr. Für die Aufnahme von Seminaristen ins Priesterseminar und die Zulassung zur Weihe wird künftig nicht nur das Votum des Regens entscheidend sein, sondern das der Formationspräfekten. Pottackal ist beratendes Mitglied im Priesterrat des Bistums Mainz. Außerdem war er Mitglied im diözesanen Ordensrat. Papst Leo XIV. hat Pater Joshy Pottackal am 26. November 2025 zum Weihbischof im Bistum Mainz ernannt. Seine Weihe findet am 15. März 2026 im Mainzer Dom statt.

Tonke Dennebaum wurde am 7. August 1974 in Mainz geboren. Nach dem Theologiestudium in Mainz, Münster und Rom war er bis 2004 als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung für Fundamentaltheologie und Religionswissenschaften im Fachbereich Katholische Theologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz tätig. Er wurde am 9. Juli 2005 von Kardinal Lehmann zum Priester geweiht. Ebenfalls im Juli 2005 legte er an der Universität Mainz seine theologische Doktorarbeit „Kein Raum mehr für Gott? Wissenschaftlicher Naturalismus und christlicher Schöpfungsglaube“ vor. Die Promotion wurde mit dem Preis der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ausgezeichnet. Seine erste Kaplansstelle trat Dennebaum in Langen St. Albertus Magnus und Liebfrauen an. Ab November 2006 war er zusätzlich Dekanatsjugendseelsorger im Dekanat Dreieich. Im August 2008 wurde er Geistlicher Leiter der Katholischen jungen Gemeinde (KjG) im Bistum Mainz und mit halber Stelle zur Habilitation freigestellt. Von 2009 bis 2011 war er Bischöflicher Sekretär von Kardinal Karl Lehmann. 

Anschließend schloss er an der Universität Mainz bei Professor Dr. Alexander Loichinger seine Habilitation über Edith Stein ab. Die Arbeit trägt den Titel „Freiheit, Glaube, Gemeinschaft. Theologische Leitlinien der Christlichen Philosophie Edith Steins“. Während der Habilitation war er an der Mainzer Fakultät als Lehrbeauftragter tätig und außerdem in die Seelsorge der Pfarrgruppe Zaybachtal in Mainz eingebunden. Zum 1. Oktober 2017 wurde Dennebaum Regens des Mainzer Priesterseminars und Leiter des Pastoral- und Ausbildungsseminars des Bistums Mainz. Das Priesterseminar ist als Haus der kirchlichen Berufe das zentrale Ausbildungshaus des Bistums Mainz. Von April 2023 bis März 2024 hat Dennebaum am Institut für Katholische Theologie der RWTH Aachen die Vertretung der Professur für Systematische Theologie übernommen. Am 1. September 2023 wurde er Leiter des Kommissariats der Katholischen Bischöfe im Lande Hessen. Das Kommissariat vertritt die Belange der hessischen Diözesen bei der Landesregierung, dem Landtag und den politischen Parteien sowie bei den gesellschaftlichen Gruppen und Verbänden auf Landesebene.

Im Dezember 2024 wurde Dennebaum zum außerplanmäßigen Professor der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ernannt. Seit April 2025 leitet er dort an der Katholisch-Theologischen Fakultät die Professur für Fundamentaltheologie und Religionswissenschaften. Dennebaum ist seit 2015 Mitglied des Vorstands und seit 2021 Vizepräsident der Edith Stein-Gesellschaft Deutschland, er ist Mitglied des Kuratoriums der Edith Stein-Stiftung in Köln sowie Prior der Komturei St. Hildegard Mainz/Wiesbaden des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem.

Stichwort: Mainzer Domkapitel

Das Mainzer Domkapitel ist ein Klerikerkollegium zur Feier der Liturgie an der Bischofskirche und zu weiteren satzungsmäßigen Aufgaben im Bistum. Besondere Bedeutung hat das Domkapitel bei der Wahl eines neuen Bischofs. Daneben wirkt das Gremium beratend an der Leitung und Verwaltung des Bistums mit. Sie sind vor allem für die Pastoral des Kirchortes „Mainzer Dom“ sowie für Verwaltung, Erhalt und Unterhalt der Bischofskirche und der dazugehörenden Einrichtungen zuständig. Das Domkapitel ist eine selbstständige Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Satzungsautonomie und eigenem Vermögenshaushalt. 

Fotos unter www.bistummainz.de/presse

                                                                                    

Nachricht voraus am 15.1.26                                                                                    tob (MBN)

 

 

 

Kongress zur nachhaltigen Sicherung von Kirchengebäuden

Wiesbaden, 17. Januar 2026: Der Mainzer Generalvikar Dr. Sebastian Lang bei seiner Replik auf die Keynote von Bruno Kahl. (c) Bistum Mainz / Blum
Wiesbaden, 17. Januar 2026: Der Mainzer Generalvikar Dr. Sebastian Lang bei seiner Replik auf die Keynote von Bruno Kahl.

Das Bistum Mainz gehört zu Unterzeichnern der gemeinsamen Erklärung für Hessen

 

Wiesbaden. Das Bistum Mainz hat die Gemeinsame Erklärung zu Erhalt und nachhaltiger Nutzung von Sakralgebäuden unterzeichnet, die bei einem „Kongress für gesellschaftlichen Zusammenhalt“ der CDU-Fraktion Hessen am Samstag, 17. Januar, vorgestellt wurde. In einer koordinierten Zusammenarbeit wollen die Unterzeichnenden künftig „die politischen und finanziellen Rahmenbedingungen zur Förderung des Erhalts und der nachhaltigen Nutzung von Sakralgebäuden“ verbessern. „Alle Beteiligten streben Finanzierungsmodelle an, die den Erhalt der Kirchengebäude in der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung sicherstellen“, heißt es weiter in der Erklärung.

 

Geschlossen wurde die Erklärung mit dem Titel „Gemeinsame Erklärung zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts durch den Erhalt und die nachhaltige Nutzung von Sakralgebäuden“ zwischen der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, den Katholischen (Erz-) Bistümern und den Evangelischen Kirchen in Hessen. Der Kongress, zu dem die CDU-Fraktion im Hessischen Landtag unter Leitung der Fraktionsvorsitzenden Ines Claus die Kirchen eingeladen hatte, stand unter der Überschrift „Zukunft unserer Sakralgebäude – Kirchen und Politik im Dialog“.

 

Bei der Tagung waren von Seiten des Bistums Mainz neben Bischof Peter Kohlgraf und Generalvikar Dr. Sebastian Lang unter anderen auch Baudirektor Johannes Krämer, Seelsorgedezernent Michael Wagner-Erlekam und die Geschäftsführende Vorsitzende der Diözesanversammlung im Bistum Mainz, Dr. Susanne Barner, vertreten. Zu dem Treffen waren rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in den Hessischen Landtag gekommen. Eröffnet wurde der Tag mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Wiesbadener Marktkirche.

 

Kohlgraf: Frage nach Kirchengebäuden ist gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Bischof Kohlgraf betonte beim Abschlusspodium des Tages: „Wir müssen den Kairos dieser Tagung nutzen, um die Frage nach der Zukunft von Kirchengebäuden als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu begreifen.“ Wichtig sei, auch den Menschen in den Gemeinden vor Ort Verantwortung für die Zukunft der Kirchengebäude zu geben, sagte Kohlgraf: „Es gibt nicht die eine Lösung. Jetzt ist es wichtig, in Ruhe, aber mit einer gewissen Konsequenz individuelle Lösungen zu entwickeln.“ Dabei sei es sinnvoll, über Formen der Mehrfachnutzung zu sprechen, betonte Bischof Kohlgraf. Er verwies auf die Entscheidung der niederländischen Kirche, keine Mehrfachnutzung von Kirchengebäuden zuzulassen. „Das ist kein Weg, den wir gehen wollen“, sagte Kohlgraf.

 

Der Mainzer Generalvikar Dr. Sebastian Lang hatte in einer Repilk auf die Keynote des Tages von Dr. Bruno Kahl, Deutscher Botschafter beim Heiligen Stuhl, hervorgehoben: „Wir Kirchen sind bereit, unseren Beitrag zu leisten, damit Kirchengebäude auch weiterhin offene Orte des kulturellen Erbes sein können, an denen existentielle Fragen gestellt werden. Es braucht aber auch das notwendige zivilgesellschaftliche Engagement. Gebäude, die – wie in anderen Ländern bereits üblich – in privatwirtschaftliche Verantwortung übergehen, sind für einen solchen Zweck verloren.“ Lang verwies darauf, dass historisch gesehen „erst in jüngerer Zeit in die alleinige wirtschaftliche Verantwortung der kirchlichen Körperschaften gekommen“ seien. Und weiter: „Selbst wenn die Kirchengebäude in früheren Zeiten in der wirtschaftlichen Verantwortung der kirchlichen Körperschaften waren, so entsprangen die Ressourcen für Bau und Erhalt in der Regel zivilgesellschaftlichen Engagement wie Ehrenamt und Spenden. Erst in den letzten Jahrzehnten hat eine deutliche Verengung auf Kirchensteuermittel stattgefunden“, betonte Lang. Er verwies darauf, dass rund 90 Prozent der Kirchengebäude in Deutschland unter Denkmalschutz stehen.

 

Gemeinsame Erklärung

In der gemeinsamen Erklärung, die am Ende des Tages vorgestellt wurde, heißt es in der Präambel: „Die meisten der über 40.000 Kirchengebäude in Deutschland, davon allein ca. 3.330 in Hessen, sind nicht nur kulturelle Schätze und architektonische Meisterwerke, sondern auch identitätsstiftende Orte, die das Bild unserer Dörfer und Städte prägen. Die Unterzeichnenden erkennen die herausragende kulturelle, historische und gesellschaftliche Bedeutung der Sakralgebäude im Land Hessen an. Diese Gebäude sind Orte des Glaubens und der Gemeinschaft und zugleich bedeutende Zeugnisse unserer Geschichte und Identität, sie sind Heimat. Diese ,Andersorteʼ sollen für die Gesamtgesellschaft erlebbar bleiben. Kirchen sollen auch in Zukunft Orte des Glaubens, der Begegnung, der Kultur und des Zusammenhaltes sein.

 

Zusammen mit den Kirchen suchen politische Vertreterinnen und Vertreter nach Lösungen, um den Erhalt und die Nutzung von Kirchengebäuden sicherzustellen. Angesichts der radikalen Veränderungsprozesse, in denen die Kirchen stehen, sind solche Kooperationen dringend notwendig. Zukünftig wird es wohl neben der rein kirchlich-sakralen Nutzung von Kirchengebäuden und der vollständigen Umnutzung auch Lösungen geben, die erweiterte Nutzungen von Kirchen ermöglichen. Gerade diese Konzepte bieten große gesamtgesellschaftliche Chancen.“

 

Hinweis: Zum Wortlaut der gemeinsamen Erklärung:

www.cdu-fraktion-hessen.de/data/documents/2026/01/17/324-696b489f4e916.pdf

 

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Nachricht voraus am 17.1.26                                                                                     tob (MBN)

 

Kohlgraf: Einladung zur Gestaltung des lebendigen Glaubens

Gießen, 11. Januar 2026: Am Ende des Gottesdienstes überreichte Bischof Peter Kohlgraf die Ernennungsdekrete an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der neuen Pfarrei. (c) Bistum Mainz / Blum
Gießen, 11. Januar 2026: Am Ende des Gottesdienstes überreichte Bischof Peter Kohlgraf die Ernennungsdekrete an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der neuen Pfarrei.

Pfarreigründungsgottesdienst in Gießen / Insgesamt elf Neugründungen im Jahr 2026

 

Gießen. „Strukturen müssen mit Inhalt gefüllt werden. Und das fängt damit an, die Gegenwart nicht nur als Zeit des Verfalls zu sehen, sondern als Einladung zur Gestaltung des lebendigen Glaubens. Dazu braucht es jeden und jede. Denn der Glaube ist bunt. Er lebt von den vielen unterschiedlichen Glaubenserfahrungen der Menschen, von ihren Hoffnungen und Freude, Sorgen, Ängsten und sogar Zweifeln.“ Das sagte der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf am Sonntagnachmittag, 11. Januar, beim Gründungsgottesdienst der Pfarrei St. Bonifatius in Gießen.

 

Der Pfarrpatron Bonifatius stehe für den Missionsauftrag der Kirche, betonte Kohlgraf: „In seinen Mainzer Jahren war Bonifatius mit heute unglaublichem Einsatz an der Schaffung verlässlicher Kirchenstrukturen befasst. Daran erinnere ich gerne, wenn heute Bischöfen und auch mir von manchen Seiten vorgeworfen wird, wir seien zu wenig geistlich und zu sehr mit Strukturfragen beschäftigt, auch bei den Veränderungen im Bistum Mainz. Auch Strukturveränderungen sind Fragen einer geistlichen Haltung, denn dahinter steht das Vertrauen, dass Gott auch in unserer Zeit die Kirche lenkt und leitet.“

 

Wörtlich sagte Bischof Kohlgraf: „In den letzten Jahren haben sich in dem Bereich der neuen Pfarrei viele Menschen engagiert, sie haben sich auf den Weg gemacht, und sie gehen das Risiko ein, das mit neuen Wegen verbunden ist. Ich kann als Bischof nur meine Anerkennung ausdrücken für die vielen Engagierten im Haupt- und Ehrenamt. Manche Sorge steht im Raum, auch Trauer um manchen Abschied darf sein und muss Raum haben. Wir leben in einer Gesellschaft, die sich radikal verändert. Auch die Kirchen sind von diesen Veränderungen betroffen. Wir werden weniger, unsere materiellen und personellen Ressourcen werden weniger, und dennoch dürfen wir nicht mutlos werden. Zahlenmäßig weniger werden muss nicht heißen, weniger kraftvoll zu werden.“

 

Der Pastorale Weg im Bistum Mainz sei nicht nur ein Strukturprozess, „sondern vor allem die Einladung zur Vergewisserung, wozu wir in dieser Zeit Kirche sein wollen“, betonte Bischof Kohlgraf: „Sie haben an einem Pastoralkonzept gearbeitet und dabei die Menschen in Ihrem Raum in den Blick genommen, ihre Freuden und Hoffnungen, Sorgen und Ängste. Ich ermutige Sie, nicht nur die eigenen binnenkirchlichen Themen in den Blick zu nehmen. Vielmehr sind wir als Kirche Teil der Gesellschaft, wir haben dieselben Freuden und Hoffnungen, dieselbe Trauer, die gleichen Ängste wie unsere Zeitgenossinnen und Zeitgenossen. Wir bieten Menschen in einer zunehmenden Situation der Gottvergessenheit an, mit ihnen im Gespräch zu bleiben, ob der Mensch nicht mehr ist als ein biologischer Organismus, der nach seiner Geburt und vielen verworrenen Wegen am Ende in den Kreislauf des Sterbens und Vergehens eingeht. Wir stehen für die hoffnungsvolle Botschaft, dass jeder Mensch Ebenbild Gottes ist und auf Ewigkeit hin angelegt.“

 

Im Gottesdienst wurde auch das Gewinnerlied des Bonifatius-Liederwettbewerbs zur Pfarreigründung gesungen („Dem heil´gen Bonifatius gilt unser Lied“ von Martin Wesolowsky auf die Melodie von „Geh aus, mein Herz und suche Freud“ von Paul Gerhardt). Am Ende des Gottesdienstes überreichte Bischof Kohlgraf die Bischöflichen Ernennungsdekrete an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Pfarrei. Sylvia Schmidt, Vorsitzende des Gesamtpfarrgemeinderates, hatte die Begrüßung übernommen. Der Leitende Pfarrer der neuen Pfarrei, Erik Wehner, konnte krankheitsbedingt nicht an dem Gottesdienst teilnehmen.

 

In der neuen Pfarrei sind neben den vier Gemeinden St. Bonifatius, St. Albertus St. Thomas Morus und Maria Frieden in Heuchelheim auch die vier muttersprachlichen Gemeinden der Italiener, Kroaten, Polen und Spanier sowie die weiteren katholischen Einrichtungen in Gießen zusammengefasst. Die verschiedenen Muttersprachen waren im Gottesdient unter anderem bei den Fürbitten repräsentiert, neben Deutsch in Kroatisch, Spanisch, Polnisch, Ungarisch und Englisch.

 

Am Ende des Gottesdienstes standen außerdem verschiedene Grußworte auf dem Programm, die von Dr. Ansgar Dorenkamp vom Pfarrgemeinderatsvorstand moderiert wurden. Es sprachen: der Gießener Oberbürgermeister Frank-Thilo Becher; Martin Rößler, Staatssekretär im Hessischen Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz; der stellvertretende Dekan des evangelischen Dekanates Gießen, Pfarrer Andreas Specht; Schwester Monika Heuser, Hausoberin der Schwestern vom göttlichen Erlöser; Pfarrer i.R. Bernd Apel vom Rat der Religionen im Kreis Gießen; Andreas Leipert, Geschäftsführer des St. Josefs Krankenhauses. An der musikalischen Gestaltung des Gottesdienstes hatten sich verschiedene Chöre und Organisten aus der neuen Pfarrei St. Bonifatius beteiligt, koordiniert von Regionalkantor Michael Gilles. Die Verwaltungsleiterin der Pfarrei, Eva Maria Schaffner, lud am Ende des Gottesdienstes zum Empfang im Martinssaal ein. Beschlossen wurde der Tag mit einer Vesper in St. Bonifatius.

 

Pfarrer Wehner hatte im Vorfeld des Gottesdienstes wiederholt auf die „Gießen-spezifische Faktoren“ der Pfarreigründung hingewiesen. So ist die neue Pfarrei von einer großen Internationalität geprägt. Diese „Weltkirche vor Ort“ zeige sich unter anderem in regelmäßigen Fürbitten in verschiedenen Sprachen. Außerdem zeichne sich die Gemeinde durch die große Zahl an Studierenden in Gießen durch eine hohe Präsenz junger Menschen auch in den Gottesdiensten aus. Eine große Bedeutung hätten darüber hinaus auch die Kirchenmusik durch die Arbeit des Regionalkantorats, die „Kulturkirche“ St. Thomas Morus, die kategorialen Dienste in Klinik-, Telefon-, Gefängnis-, City- und Hochschulseelsorge und der Verbände sowie die Ökumene und die Zusammenarbeit mit anderen Akteuren der Stadtgesellschaft, wie Wehner betont.

 

Bereits 24 der 46 neuen Pfarreien im Bistum Mainz gegründet

Der Gründungsgottesdienst in Gießen mit Bischof Kohlgraf bildete zusammen mit dem Gründungsgottesdienst am gleichen Tag in St. Peter und Paul in Dieburg, dem Generalvikar Dr. Sebastian Lang vorstand, den Auftakt der elf Gründungsgottesdienste im Jahr 2026. Zum 1. Januar 2026 waren im Bistum Mainz im Rahmen des Pastoralen Weges insgesamt elf weitere Pfarreien aus bisherigen Pastoralräumen gegründet worden. Nach fünf Gründungen im Jahr 2024 und neun Gründungen im Jahr 2025 sind im Bistum Mainz aus den 46 Pastoralräumen mittlerweile somit 24 neue Pfarreien gegründet worden.

 

Bis zum Jahr 2030 entstehen aus den 46 Pastoralräumen im Bistum Mainz 46 neue Pfarreien. Die Gründungen sind Teil des Reformprozesses „Pastoraler Weg“, auf dem sich das Bistum Mainz befindet. Es ist ein Prozess der Entwicklung und Erneuerung der Kirche im Bistum Mainz. In jeder Pfarrei wird ein Gründungsgottesdienst gefeiert, zusammen mit Bischof Peter Kohlgraf, Generalvikar Dr. Sebastian Lang oder der Bevollmächtigten des Generalvikars, Ordinaraitsdirektorin Stephanie Rieth. Die Leitung der neuen Pfarreien wird in gemeinsamer, geteilter Verantwortung erfolgen, unbeschadet der rechtlichen Stellung des Pfarrers als Leiter der Pfarrei. Es gibt drei Rollen: Pfarrer, Koordinatorin oder Koordinator, und Verwaltungsleiterin oder Verwaltungsleiter. Sie berücksichtigen Verantwortung und Rechte des Pfarreirates und des Kirchenverwaltungsrates, sowie der Mitglieder des Pastoral- und des Verwaltungsteams.

 

Mit Jahresbeginn 2026 sind folgende Pfarreien im Bistum Mainz gegründet worden: Pfarrei St. Bonifatius, Gießen; Pfarrei Heiliger Bardo, Wetterau-Nord; Pfarrei Heilige Maria Magdalena, Taunusblick; Pfarrei Heilige Katharina von Siena, Heusenstam-Dietzenbach; Pfarrei Heilige Theresa von Avila, Mühlheim-Obertshausen; Pfarrei St. Clara, Mainz; Pfarrei Heiliger Nikolaus, Worms-Wonnegau; Pfarrei St. Christophorus, Dieburger Land; Pfarrei Guter Hirte im Odenwaldkreis; Pfarrei Heilig Geist, Otzberger Land; Pfarrei Heilige Walburga, Weschnitztal.

 

Hinweise:

  • Weitere Informationen zum Pastoralen Weg im Bistum Mainz unter bistummainz.de/pastoraler-weg
  • Die neue Pfarrei ist online unter: bistummainz.de/pastoralraum/giessen-stadt/start/

 

Fotos unter www.bistummainz.de/presse

 

Nachricht voraus am 11.1.26                                                                                     tob (MBN)

 

 

 

Lang: „Der Geist ist es, der das Gelingen vollbringen kann“

Groß-Zimmern, 18. Januar 2026: Päpstliche Auszeichnung für Dr. Manfred Göbel (v.l.n.r.) Christa und Manfred Göbel, Generalvikar Sebastian Lang und Pfarrer Frank Blumers. (c) Bistum Mainz / Blum
Groß-Zimmern, 18. Januar 2026: Päpstliche Auszeichnung für Dr. Manfred Göbel (v.l.n.r.) Christa und Manfred Göbel, Generalvikar Sebastian Lang und Pfarrer Frank Blumers.

Generalvikar feiert Gottesdienst zur Gründung der Pfarrei Heilig Geist Otzberger Land

 

Groß-Zimmern. „Eine neue Pfarrei ist erstmal eine rechtliche Frage. Es ist nicht egal, welche Strukturen wir uns geben. Aber diese Strukturen sind kein Selbstzweck. Sie müssen immer auch von sich selbst weg auf Christus verweisen.“ Das sagte der Mainzer Generalvikar, Dr. Sebastian Lang, am Sonntag, 18. Januar, beim Gründungsgottesdienst der Pfarrei Heilig Geist Otzberger Land in der Kirche St. Bartholomäus in Groß-Zimmern.

 

Weiter sagte der Generalvikar: „Es ist gut, dass so viele auf dem Weg zur neuen Pfarrei mitgedacht und mitgemacht haben. Am Ende können wir uns abmühen und natürlich braucht es unser Engagement. Aber sicher sein, dass es gelingt, das können wir nicht.“ Als neue Pfarrei, die sich den Heiligen Geist ins Stammbuch geschrieben habe, „dürfen Sie darauf vertrauen, dass Gott, das menschliche Bemühen vollenden kann“, betonte Lang. „Es kommt einer, der tauft mit dem Heiligen Geist, denn dieser Geist ist es, der das Gelingen vollbringen kann.“

 

Als Symbol des Heiligen Geistes, der Patron der neuen Pfarrei, hatten die Gläubigen zahlreiche Papier-Tauben gebastelt, die als Heilig Geist-Installation von der Decke der Kirche hingen. Am Ende des Gottesdienstes überreichte Generalvikar Lang die Bischöflichen Ernennungsdekrete an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Pfarrei. In der neuen Pfarrei sind acht bisherige Pfarreien vereint aus Groß-Bieberau, Fischbachtal, Groß-Umstadt, Groß-Zimmern, Otzberg und Reinheim sowie die portugiesische gemeinde Groß-Umstadt. Leitender Pfarrer der neuen Pfarrei ist Frank Blumers; Verwaltungsleiterin ist Andrea Tjarks.

 

An der musikalischen Gestaltung des Gottesdienstes hatten sich verschiedene Musikgruppen und -chöre aus der neuen Pfarrei beteiligt. Der Gottesdienst war auf Youtube im Internet übertragen worden. Am Ende des Gottesdienstes war Gelegenheit, für verschiedene Grußworte. Es sprachen: Staatsminister Manfred Pentz, Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales und Entbürokratisierung und Bevollmächtigter des Landes Hessen beim Bund; Sozial- und Jugenddezernentin Christel Sprößler vom Landkreis Darmstadt-Dieburg und Pfarrer Michael Fornhoff für das Evangelische Dekanates Vorderer Odenwald.

 

Im Anschluss an den Gottesdienst segnete Generalvikar Lang das neue zentrale Pfarrbüro der  Pfarrei. Zur Pfarreigründung ist der Bildband „Gemeinsam auf dem Weg – Kirchen in der Pfarrei Heilig Geist Otzberger Land“ erschienen. Autor Dr. Manfred Göbel und Fotograf Michael Hübner stellen darin die 14 Kirchen der Pfarrei vor. Das Buch ist zum Preis von 18 Euro im Buchhandel erhältlich.

 

Päpstliche Auszeichnung für Dr. Manfred Göbel

Am Ende des Gottesdienstes wurde außerdem Dr. Manfred Göbel mit dem Päpstlichen Verdienstkreuz „Pro Ecclesia et Pontifice“ („Für Kirche und Papst“) ausgezeichnet. Generalvikar Lang überreichte ihm die Päpstliche Auszeichnung für sein vielfältiges, jahrzehntelanges Engagement in der Kirche, zuletzt seit 2022 als Koordinator des Pastoralraums Otzberger Land, das er ehrenamtlich übernommen hatte, wie Lang hervorhob. Göbel hatte ab 1980 im Dienst des Bistums Mainz gearbeitet, zunächst als BDKJ-Diözesanvorsitzender und später als pädagogischer Mitarbeiter des Jugendwerks Brebbia e.V., Lehrer und Studienleiter an der Edith Stein-Schule in Darmstadt. Nach einer Station als Referent im Dezernat Schulen und Hochschulen des Bischöflichen Ordinariates war er von 2005 bis 2019 Leiter der Edith Stein-Schule. Seit 2019 ist er Vorsitzender des Pfarrgemeinderates von Groß-Zimmern, außerdem war er von 2019 bis 2025 Vorsitzender des Jugendwerks Brebbia e.V.

 

Bereits 24 der 46 neuen Pfarreien im Bistum Mainz gegründet

Zum 1. Januar 2026 waren im Bistum Mainz im Rahmen des Pastoralen Weges insgesamt elf weitere Pfarreien aus bisherigen Pastoralräumen gegründet worden. Nach fünf Gründungen im Jahr 2024 und neun Gründungen im Jahr 2025 sind im Bistum Mainz aus den 46 Pastoralräumen mittlerweile somit 24 neue Pfarreien gegründet worden. Bis zum Jahr 2030 entstehen aus den 46 Pastoralräumen im Bistum Mainz 46 neue Pfarreien. Die Gründungen sind Teil des Reformprozesses „Pastoraler Weg“, auf dem sich das Bistum Mainz befindet. Es ist ein Prozess der Entwicklung und Erneuerung der Kirche im Bistum Mainz. Die Leitung der neuen Pfarreien wird in gemeinsamer, geteilter Verantwortung erfolgen, unbeschadet der rechtlichen Stellung des Pfarrers als Leiter der Pfarrei. Es gibt drei Rollen: Pfarrer, Koordinatorin oder Koordinator, und Verwaltungsleiterin oder Verwaltungsleiter.

 

Hinweise:

  • Weitere Informationen zum Pastoralen Weg im Bistum Mainz unter bistummainz.de/pastoraler-weg
  • Die neue Pfarrei ist online unter: bistummainz.de/region-suedhessen/pfarrei/otzberger-land/start/

 

Fotos unter www.bistummainz.de/presse

 

Nachricht voraus am 18.1.26                                                                                       tob (MBN)

 

 

Rieth: „Mit Christus als Zentrum findet das Licht seinen Weg“

Die Bevollmächtigte des Generalvikars, Ordinariatsdirektorin Stephanie Rieth, überreichte den Hauptamtlichen der Pfarrei St. Clara die neuen Dekrete (c) Bistum Mainz/Hoffmann
Die Bevollmächtigte des Generalvikars, Ordinariatsdirektorin Stephanie Rieth, überreichte den Hauptamtlichen der Pfarrei St. Clara die neuen Dekrete

Pfarreigründungsgottesdienst in Mainz-Bretzenheim / Elf Neugründungen im Jahr 2026

 

Mainz. Die Pfarrei St. Clara hat am Sonntag, 25. Januar, ihren Gründungsgottesdienst gefeiert. Als Mitglied der Bistumsleitung überreichte die Bevollmächtigte des Generalvikars, Ordinariatsdirektorin Stephanie Rieth, allen Hauptamtlichen in der Pfarrkirche St. Bernhard in Mainz-Bretzenheim ihre neuen Dekrete. In ihrer Predigt sprach Rieth über eine Monstranz, die vor dem Altar auf einem Tisch stand. Die Bevollmächtigte begann ihre Predigt mit einem Wunsch für die Anwesenden: „Ich wünsche Ihnen, dass Sie auf Ihrem Weg als Pfarrei noch viele Schätze entdecken, wie diese alte und kostbare Monstranz von Emanuel Drentwett aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Schätze aus der Geschichte der Kirchorte und Gemeinden, die nun gemeinsam die neue Geschichte der Pfarrei St. Clara in Mainz begründen. Schätze, die in den Menschen liegen, die diesen Kirchorten ein Gesicht geben. Schätze, die manchmal verborgen sind und gehoben werden wollen.“

 

Weiter sagte Rieth: „Wir feiern heute ein Gründungsfest: Eine neue Pfarrei, ein neuer Name, neue Strukturen. Da kann schnell der Eindruck entstehen: Jetzt müssen wir strahlen. Jetzt müssen wir alles richtig machen. Jetzt müssen wir zeigen, dass wir Kirche können. Die Monstranz widerspricht auf eine sanfte, stille Weise: Nicht wir müssen das Licht erzeugen - wir dürfen und sollen es zeigen.“ Denn, so Rieth: „Das Licht ist schon da, die Menschen müssen nur den Blick nach ihm ausrichten, nach dem wahren Licht, nicht nach den funkelnden, täuschenden Irrlichtern.“

 

Rieth sagte: „Auch die Monstranz glänzt und zieht Blicke an – und doch geht es nicht um sie. Sie ist nicht selbst das Licht. Sie hält das Licht und tritt dahinter zurück. Darin liegt ihre Schönheit.“ Die Bevollmächtigte stellte auch einen Bezug zur heiligen Clara her: „Clara von Assisi hat das verstanden. Sie wollte nicht glänzen, sondern durchlässig sein für Christus. Ihr Leben war wie eine lebendige Monstranz: still, klar und radikal auf Jesus ausgerichtet. Sie wusste: Wenn Christus im Zentrum ist, dann findet das Licht seinen Weg – auch durch Risse hindurch, auch durch Schwachheit und auch in der Dunkelheit.“

 

Zu Beginn des Gottesdienstes begrüßte der leitende Pfarrer der neuen Pfarrei, Ignatius Löckemann, die Mitfeiernden im Eingangsbereich der Kirche, wo ein Taufbrunnen wieder neu als Quelle sprudelt, und feierte das Taufgedächtnis. Die Koordinatorin der Pfarrei, Gemeindereferentin Dunja Puschmann, begrüßte als Vertreter der Ökumene den anwesenden Pfarrer Christoph Kiworr, der am Ende des Gottesdienstes ein Grußwort sprach. Ein besonderer Gruß galt Vater Konstantin Pavlevski von der mazedonisch-orthodoxen Gemeinde des heiligen Nikolaus, der leider nicht anwesend sein konnte. Zwei Jahrzehnte feierte diese Gemeinde ihre Gottesdienste in der Kapelle St. Bernhard, bis ihre eigene Kirche in Hechtsheim fertig gestellt wurde. Als Dank dafür hat die mazedonisch-orthodoxe Gemeinde eine Ikone der heiligen Clara für die neue Pfarrei gestiftet.

 

Als Konzelebranten wirkten am Gottesdienst die drei Pfarrvikare Pfarrer Markus Kölzer, Pfarrer Dr. Jürgen Janik, Pfarrer Daniel Kretsch und Pfarrer Johannes Kleene mit. Mit dabei waren auch Pastoralreferentin Ursula Schwarz, die bisherige Verwaltungsleiterin Birgit Geiselhart, sowie ihre Nachfolgerin Christine Richter.

 

In der neuen Pfarrei sind die Pfarreien der Mainzer Stadtteile Don Bosco Hartenberg/Münchfeld, St. Marien Drais/Lerchenberg, St. Achatius Zahlbach, St. Bernhard Bretzenheim, St. Georg Bretzenheim und St. Stephan Marienborn zusammengefasst.

 

Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von einem Projektchor unter der Leitung von Joachim Schneider, den es seit Januar 2024 gibt, und der auch künftig bei verschiedenen Projekten zum Einsatz kommen wird. Zudem beteiligten sich gleich drei Bläsergruppen am Gottesdienst: der Bläserkreis Zaybachtal, die Feuerwehrkapelle Kirchenmusik Drais, sowie der Musikverein Marienborn. Andreas Hoffmann spielte die Orgel.

 

Am Ende des Gottesdienstes bedankte sich Koordinatorin Puschmann besonders bei den Gremien, die die Gründung vorbereitet hatten, wie die Pastoralraumkonferenz, die Steuerungsgruppe und die verschiedenen Arbeitsgruppen. Pfarrer Kiworr sprach ein Grußwort, ebenso wie Christin Sauer, Ortsvorsteherin des Mainzer Stadtteils Hartenberg-Münchfeld.

 

Im Anschluss an den Gottesdienst luden die Mitwirkenden zu einem Empfang mit Getränken, Bretzeln und Spundekäs ins benachbarte Gemeindezentrum St. Bernhard ein. Dort waren auf einer großen Karte die nun zusammengehörenden Kirchen zu sehen. Außerdem wurde ein Wunschbaum aufgestellt. Die Gemeindemitglieder waren eingeladen, auf den Blättern ihre Wünsche oder Gebete für die neue Pfarrei aufzuschreiben. Der Baum wird einige Wochen in der Pfarrkirche stehen.

 

Bereits 24 der 46 neuen Pfarreien im Bistum Mainz gegründet

Der Gründungsgottesdienst in Mainz-Bretzenheim mit der Bevollmächtigten Rieth war nach den Gründungsgottesdiensten in St. Bonifatius in Gießen und am gleichen Tag in St. Peter und Paul in Dieburg der dritte von insgesamt elf Gründungsgottesdiensten im Jahr 2026. Zum 1. Januar 2026 waren im Bistum Mainz im Rahmen des Pastoralen Weges insgesamt elf weitere Pfarreien aus bisherigen Pastoralräumen gegründet worden. Nach fünf Gründungen im Jahr 2024 und neun Gründungen im Jahr 2025 sind im Bistum Mainz aus den 46 Pastoralräumen mittlerweile somit 24 neue Pfarreien gegründet worden.

 

Bis zum Jahr 2030 entstehen aus den 46 Pastoralräumen im Bistum Mainz 46 neue Pfarreien. Die Gründungen sind Teil des Reformprozesses „Pastoraler Weg“, auf dem sich das Bistum Mainz befindet. Es ist ein Prozess der Entwicklung und Erneuerung der Kirche im Bistum Mainz. In jeder Pfarrei wird ein Gründungsgottesdienst gefeiert, zusammen mit Bischof Peter Kohlgraf, Generalvikar Dr. Sebastian Lang oder der Bevollmächtigten des Generalvikars, Ordinariatsdirektorin Stephanie Rieth. Die Leitung der neuen Pfarreien wird in gemeinsamer, geteilter Verantwortung erfolgen, unbeschadet der rechtlichen Stellung des Pfarrers als Leiter der Pfarrei. Es gibt drei Rollen: Pfarrer, Koordinatorin oder Koordinator, und Verwaltungsleiterin oder Verwaltungsleiter. Sie berücksichtigen Verantwortung und Rechte des Pfarreirates und des Kirchenverwaltungsrates, sowie der Mitglieder des Pastoral- und des Verwaltungsteams.

 

Mit Jahresbeginn 2026 sind folgende Pfarreien im Bistum Mainz gegründet worden: Pfarrei St. Bonifatius, Gießen; Pfarrei Heiliger Bardo, Wetterau-Nord; Pfarrei Heilige Maria Magdalena, Taunusblick; Pfarrei Heilige Katharina von Siena, Heusenstamm-Dietzenbach; Pfarrei Heilige Theresa von Avila, Mühlheim-Obertshausen; Pfarrei St. Clara, Mainz; Pfarrei Heiliger Nikolaus, Worms-Wonnegau; Pfarrei St. Christophorus, Dieburger Land; Pfarrei Guter Hirte im Odenwaldkreis; Pfarrei Heilig Geist, Otzberger Land; Pfarrei Heilige Walburga, Weschnitztal.

 

Hinweise:

 

  • Weitere Informationen zum Pastoralen Weg im Bistum Mainz unter bistummainz.de/pastoraler-weg
  • Die Predigt von Stephanie Rieth in voller Länge unter https://bistummainz.de/organisation/aktuell/nachrichten/nachricht/Schaetze-entdecken-die-manchmal-verborgen-sind-und-gehoben-werden-wollen/
  • Homepage der neuen Pfarrei: https://bistummainz.de/region-rheinhessen/pfarrei/mainz-st-clara/start/index.html

 

Fotos unter www.bistummainz.de/presse

 

Nachricht voraus am 25.1.26                                                                                     hoff (MBN)

 

 

 

„Gebt den Frieden weiter“

Diskussionsrunde im Anschluss an den Gottesdienst zum Weltfriedenstag 2026 in Bingen (c) Bistum Mainz/Hoffmann
Diskussionsrunde im Anschluss an den Gottesdienst zum Weltfriedenstag 2026 in Bingen

Bischof Kohlgraf feierte Gottesdienst zum Weltfriedenstag in Bingen

 

Bingen. In seiner Predigt zum Weltfriedenstag am Sonntag, 18. Januar, in der Basilika St. Martin in Bingen appellierte der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf an die Anwesenden: „Haltet die heute oft gängige Logik von Krieg und Gewalt sowie die Gewöhnung daran nicht für die einzige Sicht auf die Wirklichkeit. Ich lade ein, immer wieder andere Perspektiven, nicht zuletzt die des Evangeliums, mit im Gespräch zu halten. Und immer für den Frieden zu beten und zu handeln.“ Das Motto des diesjährigen Weltfriedenstages, den Papst Leo ausgerufen hat, lautet: „Friede sei mit euch allen: Auf dem Weg zu einem entwaffneten und entwaffnenden Frieden“. Organisiert wurde der Gottesdienst vom pax christi-Regionalverband Rhein-Main, der traditionell einen Gottesdienst zum Weltfriedenstag (1. Januar) mit Bischof Kohlgraf in seiner Funktion als Präsident von pax christi Deutschland feiert.

 

Bischof Kohlgraf sagte in seiner Predigt: „‘Der Friede sei mit euch!‘ – mit diesem Wunsch begrüßte Papst Leo XIV. am Tag seiner Wahl die Gläubigen auf dem Petersplatz und weltweit. Mit diesem Gruß eröffnet der Papst auch sein diesjähriges Schreiben zum Weltfriedenstag. Es ist der Gruß des Auferstandenen an seine Jüngerinnen und Jünger am Ostermorgen. Gleichzeitig ist es eine Sendungsformel: ‚Gebt den Frieden weiter‘.“ Kohlgraf sagte, dass jede Überhebung über andere und jede Gewalt gegen andere „auch eine Sünde gegen den Willen Gottes ist“. Deshalb sei der Friedenswunsch des Papstes keineswegs harmlos, so Kohlgraf. „Gott lässt sich für menschliche, gar kriegerische Zwecke nicht instrumentalisieren“, stellte Kohlgraf klar.

 

„Menschen haben genug von Gewalt und Menschenverachtung“

Die Zusage „Der Friede sei mit euch“ sei auch ein Aufruf zur Gewissenserforschung, sagte Kohlgraf weiter. Kohlgraf wörtlich: „In welchem Maß wird Gott immer wieder mit den eigenen Zielen und Ansprüchen verwechselt – und damit sein Name missbraucht? Bei genauerem Hinsehen geht es oft nicht um Gott und sein Wort, sondern um Macht, um Geld, um Eitelkeit und Größenwahn. Das sind und waren die eigentlichen Götzen, die Kriege entfachen. Eine entsprechende Einschätzung des Papstes halte ich für zutreffend. Menschen haben genug von dieser Gewalt und Menschenverachtung, vom Morden und Vernichten.“

 

Als Beispiel für Menschen und Gruppen, die sich für den Frieden engagierten, nannte Bischof Kohlgraf die Mitglieder von pax christi, „churches4future“, die Gruppe des ökumenischen Friedensgebets in Bingen, die Engagierten in der Solidaritätsgruppe des Engagements Weltladen, Verbände wie die kfd und „manche andere, die sich der reinen Gewaltlogik nicht ergeben wollen. Sie geben ein wichtiges Zeugnis dafür, dass Menschen den Frieden ersehnen und ihren Beitrag leisten wollen“, sagte der Bischof.

 

Zu Beginn des Gottesdienstes begrüßte Pfarrer Markus Lerchl die Gemeinde. Auch Dr. Susanne Margraf-Epe, Co-Vorsitzende von pax christi Rhein-Main, wandte sich an die Anwesenden. Am Gottesdienst wirkten auch Pfarrer im Ruhestand Bernd Weckwerth, Diakon Martin Trageser, sowie Priester Georges El Sabbagh mit. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von der Musik- und Gesangsgruppe Hallel aus Bingen.

 

Im Anschluss fand ein Gespräch zum Thema mit Bischof Kohlgraf und dem Sprecher der Kommission für Rüstungsexporte von pax christi, Karl-Heinz Wiest, statt. Moderiert wurde das Gespräch von der Co-Vorsitzenden Margraf-Epe. Nach einem Impuls durch Wiest wurde die Gesprächsrunde geöffnet und es meldeten sich einige Anwesende mit ihren Fragen an Bischof Kohlgraf und Karl-Heinz Wiest. Nach der Diskussion fand die Veranstaltung mit einem Umtrunk ihren Abschluss.

 

Hinweis: Die Predigt im Wortlaut, sowie Fotos zur Veranstaltung unter www.bistummainz.de

 

Nachricht voraus am 18.1.26                                                                                   hoff (MBN)

 

 

 

 

Bischof Kohlgraf: Bildung ist mehr als nur ein Schulabschluss

Mainz, 13. Januar 2026: Bischof Peter Kohlgraf bei der Podiumsdiskussion zum Jubiläum des Ketteler-Kollegs, rechts: Bildungsminister Sven Teuber. (c) Bistum Mainz / Blum
Mainz, 13. Januar 2026: Bischof Peter Kohlgraf bei der Podiumsdiskussion zum Jubiläum des Ketteler-Kollegs, rechts: Bildungsminister Sven Teuber.

Abend zur Eröffnung des Jubiläums zum 75-jährigen Bestehen des Ketteler-Kollegs

 

Mainz. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat dafür geworben, den Bildungsbegriff über die reinen Schulabschlüsse hinaus zu erweitern: „Gerade Bildung auf dem zweiten Bildungsweg ist vor allem Persönlichkeitsbildung und natürlich ist auch das berufsqualifizierend. Besonders die Begleitung durch Lehrerpersönlichkeiten, die Wahrnehmung von Begabungen, die Rücksichtnahme auf Schwächen sowie das Ermutigen und Motivieren von Schülerinnen und Schülern machen gute Bildung aus“, sagte Bischof Kohlgraf am Dienstagabend, 13. Januar, bei einer Podiumsdiskussion im Ketteler-Kolleg in Mainz. „Wir sind sehr dankbar, dass es in der Trägerschaft mit dem Land Rheinland-Pfalz gelungen ist, diese Schule so gut fortzuführen“, sagte Kohlgraf. „Als Bistum bleiben wir dieser Schule verbunden.“

 

Die Podiumsdiskussion stand unter der Überschrift „Lebenslanges Lernen“. Das Staatliche Ketteler-Kolleg und -Abendgymnasium wird in diesem Jahr 75 Jahre alt. Das Ketteler-Kolleg wurde 1951 als erste Einrichtung des Zweiten Bildungswegs in Mainz als Abendgymnasium gegründet. Im Jahr 1964 kam das Kolleg hinzu. Das Bistum Mainz hatte im Jahr 2022 die Trägerschaft für das Ketteler-Kolleg an das Land Rheinland-Pfalz übergeben.

 

Der rheinland-pfälzische Bildungsminister Sven Teuber betonte, dass das Ketteler-Kolleg eine wichtige Rolle für die Chancengleichheit in der Gesellschaft spiele. Er verwies darauf, dass jedes Jahr rund 50.000 Menschen in Deutschland die Schule ohne jeden Abschluss verließen: „Wir müssen unbedingt investieren, diesen Menschen eine Hinführung ans Lernen zu ermöglichen.“ Prof. Bernd Fitzenberger, Leiter des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung in Nürnberg, hob hervor, dass „gerade in unserem versäulten Bildungssystem zweite Chancen sehr wichtig sind“.

 

Prof. Corinna Kleinert vom Lehrstuhl für Soziologie mit dem Schwerpunkt längsschnittliche Forschungsbildung an der Universität Bamberg warb dafür, Bildung nicht vor allem auf die Schulzeit zu begrenzen und die Zeit davor und danach kaum noch in den Blick zu nehmen: In Deutschland herrsche die Mentalität, dass man mit seiner Ausbildung ausgelernt habe. Christian Klischat, Schauspieler und Absolvent des Ketteler-Kollegs, bezeichnete die Schule als „ganz wichtigen Ort für mein Leben“. Durch das Ketteler-Kolleg hätten sich für ihn sehr viele Türen geöffnet und es seien tiefe Freundschaften entstanden. Moderiert wurde die Diskussion von der ZDF-Journalistin Gundula Gause. Die Begrüßung hatte Schulleiter Thomas Jacob übernommen.                                                                                                               

 

Fotos unter www.bistummainz.de/presse

 

Nachricht voraus am 13.1.26                                                                                         tob (MBN)