Mainzer Bistumsnachrichten Nr. 3 / 2026

Mainz, 3. Februar 2026: Pfarrer Johannes Zepezauer spendet den Blasius-Segen to go in St. Quintin. (c) Bistum Mainz / Blum
Mainz, 3. Februar 2026: Pfarrer Johannes Zepezauer spendet den Blasius-Segen to go in St. Quintin.
Datum:
Mi. 11. Feb. 2026
Von:
hoff (MBN)

In der aktuellen Ausgabe mit einer Zwischenbilanz zum Thema Synodalität, Generalvikar Lang firmte 25 Erwachsene im Mainzer Dom, P. Elias Füllenbach beim "Tag des gweihten Lebens", dem Blasius-Segen "to go" in Mainz-St.-Quintin, einer Kunstausstellung in Klein-Winternheim (ab 22.2.), und der Martinus-Bibliothek, die historische Drucke gesichert hat.

Den thematischen Horizont der Synodalkonferenz weiten

Mainz, 7. Februar 2026: Tagung zum Thema Synodalität mit Schwester Dr. Birgit Weiler (links) und Bischof Peter Kohlgraf. (c) Bistum Mainz / Blum
Mainz, 7. Februar 2026: Tagung zum Thema Synodalität mit Schwester Dr. Birgit Weiler (links) und Bischof Peter Kohlgraf.

Bischof Kohlgraf und Birgit Weiler bei Tag zur Synodalität „Eine Kirche, viele Weg“

 

Mainz. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat hervorgehoben, dass in den Beratungen der Synodalkonferenz „der thematische Horizont geweitet wird und über die bisherigen vier Grundthemen hinaus gesellschaftsrelevante Themen aufgegriffen werden“. Das sagte der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf am Samstag, 7. Februar, im Mainzer Kolpinghaus. Es sei zunächst wichtig gewesen, auf dem bisherigen Synodalen Weg „glaubwürdige Strukturen als Grundlage zu begründen“, sagte der Bischof. Jetzt werde es darum gehen, „sich auch Fragen der Glaubensweitergabe und Evangelisierung zu stellen“. Und weiter: „Ich hoffe, dass die Synodalkonferenz Formen findet, die einladender sind für viele verschiedene theologische Positionen.“

 

Kohlgraf sprach bei der Veranstaltung „Eine Kirche. viele Wege. Synodalität in Mainz und der Weltkirche“. Gut ein Jahr nach dem Abschluss der Weltsynode und eine Woche nach der letzten Synodalversammlung des Synodalen Weges in Deutschland hatten die Diözesanen Räte des Bistums gemeinsam mit der Frauenkommission, dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und der Akademie des Bistums zu dem Tag eingeladen, um eine Zwischenbilanz zu ziehen. Rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren ins Kolpinghaus gekommen.

 

Weiter sagte Kohlgraf in seinem Impulsreferat: „Synodalität ist nicht einfach ein parlamentarisches Miteinander auf der Suche nach Mehrheiten. Es ist ein gemeinsames geistliches Suchen nach einem Konsens. Es geht darum, wie wir gemeinsam das Reich Gottes umsetzen können, nicht darum, wie ich meinen Kopf durchsetzen kann.“ Kohlgraf erläuterte, dass die konkrete Umsetzung der Beschlüsse des Synodalen Weges Zeit braucht: „25 Handlungstexte kann man nicht einfach in drei Jahren in einem Bistum umsetzen“, betonte Kohlgraf: „Es braucht in einem Bistum Zeit für Synodales Hören und Verstehen und auch um alle Räte im Bistum überhaupt einzubinden. Und natürlich muss es auch möglich sein, dass jedes Bistum für sich Schwerpunkte bildet.“ Wörtlich sagte Bischof Kohlgraf: „Es geht in erster Linie um eine Haltungsänderung. Und diese Haltung muss eingeübt werden, die ändert sich nicht einfach durch ein Dekret.“

 

Weiler: „Ohne Frauen ist in Amazonien keine Kirche zu machen“

Das zweite Impulsreferat des Vormittags kam von Dr. Birgit Weiler, Missionsärztliche Schwester und Professorin in Lima/Peru, die 2023 und 2024 Beraterin des Synodensekretariates in Rom war. Sie berichtete von den synodalen Bemühungen in Lateinamerika und ihrer Heimat Peru. Papst Franziskus habe durch den Synodalen Prozess „eine pneumatologische Transformation der Kirche auf den Weg gebracht, mit dem Ziel, dass Gottes Geistkraft wieder mehr Bedeutung in der Kirche bekommt“, betonte Weiler. Für die Kirche in Lateinamerika sei dabei von besonderer Bedeutung, dass alle zur Mitverantwortung befähigt seien: „Synodalität braucht ein Miteinander auf dem Weg, um den Individualismus in Lateinamerika entgegenzuwirken im Sinne einer gemeinsamen Verantwortung für das Gemeinwohl“, sagte Weiler. Dazu gehöre die Bereitschaft, allen Menschen zuzuhören, gerade auch den Armen am Rande der Gesellschaft sowie die Fähigkeit zur Selbstkritik.

 

Im Synodalen Prozess in Lateinamerika sei deutlich geworden, dass gerade auch junge Menschen und Frauen mehr Raum brauchen: „Ohne Frauen ist in Amazonien keine Kirche zu machen“, hob Weiler hervor. Sie würdigte, dass bei der Weltsynode im Vatikan erstmals 45 Frauen mit Stimmrecht teilnehmen konnten: „Das ist ein erster Schritt, aber es bleibt noch viel Luft nach oben.“

 

Bei den Workshops am Nachmittag ging es um die Themen Frauen in der Kirche, um das Miteinander von Haupt- und Ehrenamt, um Interkulturalität und um Kirchorte der Zukunft. Dabei wurde auch mit der Methode „Gespräch im Geist“ gearbeitet, die bei der Weltsynode ein zentrales Element der synodalen Beratungen war und auch bei der letzten Synodalversammlung in Stuttgart genutzt wurde. Geleitet wurden die Workshops von Meike Jolie, Sana Iqbal, Dr. Regina Heyder, Stephan Weidner und Dr. Birgit Weiler. Die Moderation des Tages hatten Pastoralreferentin Renate Flath von der Frauenkommission und Dr. Andreas Linsenmann von der Akademie des Bistums übernommen.

 

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Nachricht voraus am 7.2.26                                                                             tob (MBN)

 

 

 

 

Der Heilige Geist fordert uns heraus, unsere Komfortzone zu verlassen

Mainz, 31. Januar 2026: Generalvikar Dr. Sebastian Lang bei der Erwachsenenfirmung im Mainzer Dom. (c) Bistum Mainz / Blum
Mainz, 31. Januar 2026: Generalvikar Dr. Sebastian Lang bei der Erwachsenenfirmung im Mainzer Dom.

Generalvikar Lang firmte 25 Katholiken zwischen 16 und 60 Jahren im Mainzer Dom

 

Mainz. Der Mainzer Generalvikar Dr. Sebastian Lang hat 25 Katholikinnen und Katholiken im Alter von 16 bis 60 Jahren aus allen Regionen des Bistums Mainz das Sakrament der Firmung gespendet. „Der Heilige Geist führt uns nicht aufs Glatteis, aber er fordert uns heraus, Neues zu wagen und unsere Komfortzone verlassen“, sagte Lang in seiner Predigt. „Wenn Sie künftig im Alltag vor Herausforderungen stehen, dann wünsche ich ihnen, dass Sie an Gottes Zusage dieses Tages denken: ,Du bist meine geliebte Tochter, mein geliebter Sohn. Ja, es ist gut, wenn Du Dich den Stürmen des Lebens stellst. Ich bin bei Dir.ʼ“ Die Erwachsenenfirmung fand im Rahmen eines Gottesdienstes am Samstagnachmittag, 31. Januar, im Mainzer Dom statt. Generalvikar Lang vertrat den Mainzer Bischof Peter Kohlgraf, der an der sechsten Synodalversammlung des Synodalen Weges in Stuttgart teilnahm.

 

Weiter sagte Generalvikar Lang: „Der Glaube ist kein Automatismus: Es wird nicht einfach alles gut, nur weil ich glaube.“ So werde es auch im eigenen Glauben immer wieder Herausforderungen geben, betonte Lang: „Manchmal muss man auch kämpfen. Das ist normal. Aber in der Firmung hat Gott uns sein Ja zugesprochen und mit dem Heiligen Geist besiegelt, der bleibt.“ Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes hatte der Mainzer Domorganist, Professor Daniel Beckmann, übernommen.

 

Das Sakrament der Firmung gehört mit Taufe und Eucharistie zu den so genannten Einführungssakramenten. Die Spendung der Firmung geschieht durch Handauflegung und Salbung der Stirn mit den Worten: „Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist.“ Der Ritus steht für den Empfang des Heiligen Geistes zur Stärkung des persönlichen Glaubens und als Zeichen für die Verbundenheit mit allen anderen Glaubenden. Während der Firmung legt der Pate dem Firmling die Hand auf die Schulter. Damit drückt er aus, dass er ihn auf seinem Glaubensweg stärken will. In der Regel wird die Firmung im Bistum Mainz im Alter zwischen 14 und 16 Jahren gespendet. Die Firmlinge bekräftigen in der Firmung ihre Entscheidung, Christ zu sein. Während bei der Taufe noch Eltern und Paten für sie entschieden haben, treten sie nun selbst für ihren Glauben ein. In diesem Sinn vollendet die Firmung die Taufe.

Hinweis: Informationen zur Firmung geben alle Seelsorgerinnen und Seelsorger in den Pfarreien sowie Aaron Torner vom Referat Katechese - Evangelisierung, Glaubenskommunikation und Verkündigung im Bischöflichen Ordinariat: Telefon: 06131/253-241 oder E-Mail: aaron.torner@bistum-mainz.de  

 

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Nachricht voraus am 31.1.26        tob (MBN)  

 

 

„Wer, wenn nicht wir, hält die Gottesfrage hoch?“

Mainz, 2. Februar 2026: Der
Mainz, 2. Februar 2026: Der "Tag des geweihten Lebens" fand im Mainzer Priesterseminar statt.

Vortrag von P. Elias Füllenbach OP beim „Tag des geweihten Lebens“

 

Mainz. „Kirche und Gesellschaft sind immer im Wandel. Aber wer, wenn nicht wir, hält die Gottesfrage hoch und macht deutlich, dass Gott uns auch in den Krisen und Umbrüchen dieser Zeit begleitet?“ Das sagte Pater Elias. H. Füllenbach OP beim traditionellen „Tag des geweihten Lebens“ am Montag, 2. Februar, in der Aula des Mainzer Priesterseminars. Die eigene Spiritualität müsste den Orden auch in den heutigen Krisen helfen, resilient zu sein, sagte Pater Elias: „Wir müssten anderen Mut machen, in Krisen den Mut nicht zu verlieren.“ Der Vortrag des Kirchenhistorikers aus Düsseldorf stand unter der Überschrift „Ordensleben in den Umbrüchen unserer Zeit“.

 

Pater Elias würdigte die große Zahl ausländischer Ordensgemeinschaften in Deutschland als „großen Schatz und Bereicherung“. Diese in der großen Internationalität zum Ausdruck kommende Vielfalt des Ordenslebens müsste in Kirche und Gesellschaft noch viel deutlicher zum Ausdruck gebracht werden, sagte Pater Elias. Am Beispiel der Säkularisation Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts hatte Pater Elias aufgezeigt, welch massiven Veränderungen Ordensleute sich früher bereits stellen mussten.

 

Zu dem Treffen des Ordensrates im Bistum Mainz waren knapp 100 Ordensleute, Mitglieder aus Säkular-Instituten und geweihte Jungfrauen gekommen. An den Vortrag schloss sich ein reges Gespräch an über Möglichkeiten und Grenzen der Orden angesichts der aktuellen Umbrüche. Moderiert wurde die Aussprache von P. Frano Prcela OP, dem Vorsitzenden des Ordensrates im Bistum Mainz, sowie Ordensreferentin Schwester Helena Hopf vom Vorstand des Ordensrates. Pater Frano hatte zu Beginn darauf hingewiesen, dass der „Tag des geweihten Lebens“ in diesem Jahr bereits zum 30. Mal begangen wird, da er 1997 von Papst Johannes Paul II. zur Wertschätzung des geweihten Lebens in einer größeren Öffentlichkeit eingeführt worden war.

 

Zu Beginn des Abschlussgottesdienstes fand im Kreuzgang des Priesterseminars die Kerzenweihe mit einer kurzen Prozession statt. Pater Elias feierte die Eucharistie zusammen mit Pater Frano sowie dem Regens des Mainzer Priesterseminars, Pfarrer Michael Leja, mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern in der Kirche des Priesterseminars, die mit dem Blasius-Segen angeschlossen wurde.

 

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Nachricht voraus am 2.2.26                                                                             tob (MBN)

 

 

Blasius-Segen „to go“ in Mainz-St. Quintin

Mainz, 3. Februar 2026: Domkapitular Franz-Rudolf Weinert spendete den Blasius-Segen to go In St. Quintin. (c) Bistum Mainz / Blum
Mainz, 3. Februar 2026: Domkapitular Franz-Rudolf Weinert spendete den Blasius-Segen to go In St. Quintin.

Domkapitular Weinert bot den persönlichen Segen zum siebten Mal an

 

Mainz. Das Angebot des Blasius-Segens „to go“ zur Mittagszeit in Mainz-St. Quintin ist auch in diesem Jahr wieder auf große Resonanz gestoßen. Am Dienstag, 3. Februar, dem Festtag des heiligen Blasius, spendete der Mainzer Domkapitular, Professor Dr. Franz-Rudolf Weinert, gemeinsam mit Pfarrer Johannes Zepezauer von 12.00 Uhr bis 13.00 Uhr den Blasius-Segen in St-Quintin. Blasius ist der zweite Kirchenpatron von St. Quintin. Der Blasius-Segen „to go“ fand bereits zum siebten Mal in St. Quintin statt.

 

Domkapitular Weinert erinnerte in seiner Ansprache daran, dass der heilige Blasius nicht nur zur Bewahrung vor Halskrankheiten angerufen wird, sondern ab dem Mittelalter auch Patron der Tiere war. Die mittelalterliche Legendensammlung „Legenda Aurea“ berichte von seiner Tierliebe. So habe sich Blasius während der Christenverfolgung in einer Höhle im Wald zurückgezogen und sich mit den Tieren des Waldes angefreundet. Bei einer Jagd hätten sich die Tiere dann vor den Jägern in die Höhle von Blasius geflüchtet.

 

Stichwort: Blasius-Segen (3.2.)

Am 3. Februar feiert die katholische Kirche das Fest des heiligen Blasius, an dessen Gedenktag seit dem 16. Jahrhundert der so genannte Blasius-Segen als Segen vor allem gegen Halskrankheiten erteilt wird. Der Priester spendet dabei jedem Gläubigen persönlich mit zwei vor dem Gesicht gekreuzten, brennenden Kerzen den Segen mit folgenden Worten: „Auf die Fürsprache des heiligen Bischofs und Märtyrers Blasius bewahre Dich der Herr vor Halskrankheiten und allem Bösen. Er schenke Dir Gesundheit und Heil. Es segne Dich Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.“

 

Der Segen geht zurück auf zwei Legenden aus dem Leben des Heiligen. Zum einen soll Blasius im Gefängnis durch seinen Segen einem Jungen geholfen haben, der an einer Fischgräte zu ersticken drohte. Zum anderen ist überliefert, dass eine arme Frau Blasius um Hilfe gebeten habe, weil ein Wolf ihr ein Schwein geraubt habe. Daraufhin habe der Wolf das Schwein zurückgebracht. Nachdem sie das Schwein geschlachtet hatte, brachte sie Blasius Kopf und Füße zusammen mit einer Kerze ins Gefängnis. Blasius trug der Frau auf, jedes Jahr in einer Kirche, die seinem Namen geweiht sei, eine Kerze zu opfern, um seinen Segen zu erhalten.

 

Im Orient ist die Verehrung von Blasius als Schutzheiliger bei Halskrankheiten schon seit dem sechsten Jahrhundert belegt. Blasius lebte als Arzt in Sebaste in Kleinasien, wo er schließlich Bischof wurde. Wahrscheinlich ist er 316 in Sebaste als Märtyrer gestorben – man nimmt an, dass er enthauptet wurde. Blasius wird als einer der 14 Nothelfer verehrt. Unter anderem ist er Patron der Ärzte, Hutmacher und Weber.

 

Segnungen sind Zeichenhandlungen. Sie sollen das Leben von Menschen aus dem Glauben heraus deuten und gestalten. Mit dem Blasius-Segen soll deutlich werden, dass die Erlösung, die dem Menschen von Gott zugesagt ist, Leib und Seele meint. Beim Blasius-Segen erbittet der Gläubige die Nähe Gottes auf die Fürsprache eines Heiligen hin.

 

Fotos unter www.bistummainz.de/presse


Nachricht voraus am 3.2.26                                                       tob (MBN)

 

Kunst-Ausstellung in St. Andreas-Kirche (22.2.-8.3.)

Veranstaltung zum Jubiläum „125 Jahre St. Andreas in Klein-Winternheim“

 

Klein-Winternheim. Im Rahmen des Festjahres „125 Jahre St. Andreas in Klein-Winternheim“ findet in der Fastenzeit eine Bilderausstellung der Kulturinitiative Klein-Winternheim in der St. Andreas-Kirche statt. Unter der Überschrift „Von der Erde zum Himmel“ sind Werke von Anja Awolin, Vera Beyer, Karin Böpple, Volker Eckert, Doris Eylert, Sieglinde Nordmann und Rosi Schmittgen zu sehen. Die Vernissage findet am Sonntag, 22. Februar, um 17.00 Uhr statt. Die Ausstellung in der Kirche ist täglich geöffnet. Bei der Finissage am Sonntag, 8. März, um 17.00 Uhr findet eine Versteigerung einzelner, von den Künstlern zur Verfügung gestellten Bilder für einen sozialen Zweck statt. Den Abschluss des Festjahres wird die Gemeinde am 30. November 2026 um 18.30 Uhr bei einem Pontifikalamt mit dem Mainzer Bischof Peter Kohlgraf feiern. Während des Jahres wird es unter anderem Konzerte, Ausstellungen und Podiumsdiskussionen geben. Außerdem wird die Stiftung St. Andreas wieder einen Jubiläumswein zum Jubiläum auflegen.

 

Nachricht voraus am 6.2.25                                                                          tob (MBN)

 

 

Martinus-Bibliothek Mainz sichert historische Drucke

Erstes Blatt einer lateinischen Bibel (Nürnberg 1476) (Inc 94) mit reich verzierten, vergrößerten Anfangsbuchstaben (Initialen), Pflanzenmalereien am Blattrand (florale Ranken) und Figuren (Inc 94) (c) Martina Noehles CC-BY-SA
Erstes Blatt einer lateinischen Bibel (Nürnberg 1476) (Inc 94) mit reich verzierten, vergrößerten Anfangsbuchstaben (Initialen), Pflanzenmalereien am Blattrand (florale Ranken) und Figuren (Inc 94)

Land Rheinland-Pfalz fördert Erhalt von Werken aus den Frühzeiten des Buchdrucks

 

Mainz. Dank der Förderung des Landes Rheinland-Pfalz konnte die Mainzer Martinus-Bibliothek, Wissenschaftliche Diözesan-Bibliothek, im Rahmen der „Förderrunde 2025“ im Lauf des vergangenen Jahres bedeutende alte Drucke reinigen lassen und somit einen langfristigen Zugang zu diesen wertvollen historischen Quellen sichern.

 

Erhalt von Drucken aus der Gutenberg-Zeit

Zwanzig wertvolle, stark verstaubte historische Bücher aus dem letzten Drittel des 15. Jahrhunderts wurden von Restauratoren vorsichtig mit Schwämmen und Pinseln Seite für Seite gereinigt. Gefördert durch das Land Rheinland-Pfalz im Rahmen des Landesförderprogramms Bestandserhaltung hat die Martinus-Bibliothek mit dieser Trockenreinigung Teile ihres wertvollen kulturellen Erbes für künftige Generationen erhalten. Die nun geretteten Objekte sind bedeutendes rheinland-pfälzisches und Mainzer Kulturgut. Anschaulich wird dies durch ihre Vorbesitzer (zum Beispiel Domdekan Johann von Heppenheim gen. von Saal). Dadurch kann die Verbreitung von gedruckter Literatur bei Persönlichkeiten und Institutionen der Mainzer Bistumsgeschichte nachverfolgt werden. Drei Bände stammen beispielsweise aus dem ehemaligen Mainzer Augustinerkloster, in dem sich seit 1805 das Bischöfliche Priesterseminar befindet.

 

Außerdem handelt es sich bei den ausgewählten Werken um buch- und druckgeschichtlich herausragende Stücke. Einige Objekte enthalten prächtigen Buchschmuck, zum Beispiel reich verzierte, vergrößerte Anfangsbuchstaben (Initialen), Pflanzenmalereien am Blattrand (florale Ranken) und Figuren. Zusätzlich repräsentieren diese historischen Bücher die zentralen Druckorte aus der Frühzeit des Buchdrucks in Deutschland und Mitteleuropa. Darunter befindet sich mit Speyer ein bedeutender Druckort aus Rheinland-Pfalz.

 

In der Frühzeit des Buchdrucks wurden Blätter von nicht mehr benötigten Handschriften beim Buchbinden oft als Schutz zwischen den hölzernen Buchdeckeln und dem bedruckten Papier wiederverwendet. Bei der Hälfte der ausgewählten alten Drucke sind dadurch mittelalterliche Handschriftenfragmente für die Nachwelt erhalten worden. Das älteste Fragment stammt aus dem 11. Jahrhundert. Außerdem befindet sich in einem der Drucke auch ein Tintenabdruck eines wichtigen mittelalterlichen hebräischen Talmudkommentars. In mehreren Fällen gab es außerdem auch zeitgenössische Stempelprägungen in den Ledereinbänden der Bücher, die Rückschlüsse auf Buchbinder und die Herkunft der Bücher geben können.

 

Bei einer lateinischen gedruckten Bibel (Nürnberg 1476) hatten sich beide Buchdeckel aufgrund von Materialermüdung gelöst. Dank der Förderung konnte neben der Reinigung auch eine Sicherungsrestaurierung des Einbandes erfolgen. Damit wurden weitere Schäden an diesem wertvollen Objekt vermieden. Es wird somit für die Zukunft erhalten und ist wieder vollständig benutzbar.

 

Um die langfristige Erhaltung der Objekte zu gewährleisten, werden die Bücher in der Martinus-Bibliothek in stabilem Klima bei 18 Grad und 50 Prozent relativer Luftfeuchte gelagert. Zu ihrem Schutz sind sie zusätzlich in säurefreien Kartonagen verpackt. Die fachliche Begleitung des Förderprogramms erfolgte durch die Landesstelle Bestandserhaltung in Rheinland-Pfalz (https://lbz.rlp.de/landeskunde-und-kulturgut/landesstelle-bestandserhaltung).

 

Nachricht voraus am 10.2.26                                                                                     hoff (MBN)