In der aktuellen Ausgabe mit einer zukunftsfähigen Entscheidung für Kloster Engelthal, der Sonderausstellung „Vom Bombenkrieg gezeichnet“ im Dommuseum, dem Antrittsbesuch von Kirchenpräsidentin Tietz bei Bischof Kohlgraf, dem „Tag der Arbeitswelt“ bei hessnatur in Butzbach und dem Ökumenischen Trauergeläute in Mainz am 27. Februar.
Benediktinerinnen ziehen auf den Rochusberg / Regionale Diakonie in Hessen und Nassau wird Klosteranlage übernehmen und dort unter anderem ein Hospiz einrichten
Altenstadt. Die Schwestern der Benediktinerinnenabtei Kloster Engelthal werden Engelthal verlassen und auf den Rochusberg bei Bingen umziehen. Das haben die Schwestern nach einem längeren Beratungsprozess entschieden. Das Bistum Mainz hat als Eigentümer der Klosteranlage eine Absichtserklärung mit der Regionalen Diakonie in Hessen und Nassau vereinbart, die im Jahr 2026 die komplette Liegenschaft auf Pachtbasis übernimmt, um dort unter anderem das „Hospiz Wetterau“ aufzubauen. Das Gästehaus wird weiterbetrieben und auch vom Bistum Mainz künftig für Veranstaltungen genutzt. Der Umzug der Schwestern auf den Rochusberg ist frühestens für Herbst 2026 vorgesehen.
„Ich bin dankbar, dass wir mit allen Beteiligten diese wirklich zukunftsfähige Lösung für die Klostergemeinschaft ebenso wie das Klostergelände gefunden haben“, betont der Generalvikar des Bistums Mainz, Dr. Sebastian Lang. „Durch den Erhalt des Gästehauses wird Engelthal auch künftig ein Begegnungsort für unser Bistum bleiben. Dass die Regionalen Dienste Oberhessen die Bewirtschaftung des Gästehauses als Inklusionsbetrieb planen, ist ein wichtiges Engagement für Menschen, denen berufliche Teilhabe erschwert ist. Mit dem Hospiz im Zentrum wird die Zuwendung zu Sterbenden das traditionsreiche Klostergelände prägen. Das ist ein gutes Zeichen.“
„Wir freuen uns sehr, dass wir mit dem Kloster Engelthal einen Ort für das Hospiz gefunden haben, der eine ganz besondere Ausstrahlung hat. Jetzt gilt es in der kommenden Zeit, gemeinsam mit allen Akteuren in der Region, die Umsetzung auf den Weg zu bringen“, bekräftigt der Leiter der Regionalen Dienste Oberhessen, Christoff Jung.
Äbtissin Kralemann: Aufgaben übersteigen unsere Möglichkeiten
20 Benediktinerinnen der Abtei Heilig Kreuz aus Herstelle waren am 1. Mai 1962 in die ehemalige Zisterzienserinnenabtei Kloster Engelthal zu einer Neugründung gekommen. Mittlerweile leben hier 13 Schwestern mit einem Altersdurchschnitt von 75 Jahren (zwei davon in einem Pflegeheim). Am Ende ihres Beratungsprozesses hatten die Schwestern im Juli 2024 entschieden, die Einladung der Kreuzschwestern auf dem Rochusberg bei Bingen anzunehmen und ins dortige ehemalige Exerzitienhaus des Bistums Mainz umzuziehen, wo sie auch in Zukunft gemäß ihrer benediktinischen Berufung leben können. Nach Abschluss der erforderlichen Umbauarbeiten soll der Umzug der Schwestern frühestens ab Herbst 2026 stattfinden.
Die Äbtissin der Benediktinerinnenabtei Kloster Engelthal, Schwester Elisabeth Kralemann, betont: „Durch einige wenige Neueintritte wird unsere Gemeinschaft auch in absehbarer Zeit nicht wachsen. Der Wohnraum ist für uns zu groß geworden und die Arbeit im Haus und in der fast fünf Hektar großen Klosteranlage sowie in Gäste- und Kursarbeit liegt auf wenigen Schultern und übersteigt inzwischen unsere Möglichkeiten.“
Und weiter: „Uns ist bewusst, dass viele Menschen von unserer Entscheidung betroffen und auch enttäuscht sein werden. Viele haben Engelthal als geistliches Zentrum und Kraftort geschätzt, fühlen sich mit uns verbunden und haben uns in vielfältiger Weise unterstützt. Auch uns fällt dieser Schritt nicht leicht. Wir werden hier eine von uns sorgsam gepflegte historische Klosteranlage und eine Kirche, in der seit dem 13. Jahrhundert gebetet worden ist, zurücklassen. Wir haben lange darum gerungen, wie Gott uns durch unsere Situation führen will. Wir sind überzeugt, dass wir im Hören auf ihn und aufeinander die richtigen Schritte gehen können. Wir gehen in der zuversichtlichen Hoffnung, dass dann unser Weg gesegnet ist, er denen, die sich uns verbunden wissen, zum Segen wird, und auch auf diesem Ort Engelthal der Segen Gottes weiterhin ruhen möge.“
Nachricht voraus am 14.2.25 tob (MBN)
Ausstellung im Mainzer Dommuseum zeigt Fragmente im Krieg zerstörter Kunstwerke
Mainz. Anlässlich des 80. Jahrestages der Bombardierung von Mainz im Zweiten Weltkrieg am 27. Februar zeigt das Mainzer Dom- und Diözesanmuseum eine Sonderausstellung mit dem Titel „Vom Bombenkrieg gezeichnet. Vergessene Fragmente erzählen Geschichte“. Bei den Ausstellungsstücken handelt es sich um Fragmente verloren geglaubter Kunstwerke, wie herabgestürzte Hausmadonnen, zerbrochene Portalfiguren, demolierte Wappensteine oder zerschmolzene Goldschmiedearbeiten, welche nach der Bombardierung von Mainz 1945 übriggeblieben sind. Diese beschädigten Kunstwerke hat der Direktor des Museums, Dr. Winfried Wilhelmy, gemeinsam mit seinem Team um die stellvertretende Direktorin Dr. Anja Lempges bei der Sichtung der Depots entdeckt. „Gerade heute, wo der Krieg wieder (und nicht nur) in Europa eingezogen ist, täten wir gut daran, auf die Mahnung dieser Fragmente zu hören: Nie wieder Krieg!“, sagte Wilhelmy bei einer Journalistenführung am Montag, 24. Februar.
Die Ausstellung findet im Rahmen des Jubiläums „100 Jahre Bischöfliches Dom- und Diözesanmuseum Mainz“ statt. Für die Öffentlichkeit zugänglich ist sie ab Mittwoch, 26. Februar. Die Schau wird bis zum 27. Juli gezeigt. Auf 500 Quadratmetern Ausstellungsfläche werden 90 Skulpturen, Gemälde und Graphiken unrestauriert und in „Werkstattcharakter“ auf Paletten präsentiert. Ergänzend zeigen 80 großformatige Fototafeln die Objekte unversehrt in ihrem Zustand vor dem Krieg. Ein heute im Stadtarchiv Mainz aufbewahrter Film aus dem Jahr 1935, der die noch unzerstörte Altstadt zeigt, ergänzt die Präsentation. Weitere Höhepunkte der Sonderausstellung sind eine geschmolzene neugotische Bleimaske des Mainzer Doms, die Alabasterfiguren barocker Grabdenkmäler aus St. Christoph oder der erstmals wieder aufgebaute, sechs Meter hohe Hochaltar der Emmeranskirche aus der Zeit um 1630, der bislang als verschollen galt. Begleitend dazu hat Wilhelmy einen umfangreichen Ausstellungskatalog veröffentlicht.
„Es ist die vornehmste Aufgabe des Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseums, die kirchliche Kunst aus Stadt und Diözese Mainz zu bewahren“, sagte Wilhelmy, der die Ausstellung kuratiert hat. „Die hier gezeigten Kunstwerke waren einmal ‚schön‘, doch diese Schönheit haben sie in den Bombenächten des Zweiten Weltkriegs verloren. Zerbrochen und gezeichnet vom Feuer sind sie nun ‚hässlich‘, hässlich wie der Krieg selbst“, gab Wilhelmy zu bedenken. „Ich hätte nicht gedacht, dass das Thema Krieg noch einmal so aktuell wird. Der Tenor der Ausstellung lautet: Schaut, wohin es führen kann. Die beschädigten Kunstwerke sollen zum Nachdenken anregen“, erklärte der Museumsdirektor.
Hinweise:
Fotos unter www.bistummainz.de/presse
Nachricht voraus am 24.2.25 hoff (MBN)
Antrittsbesuch von Kirchenpräsidentin Tietz im Mainzer Bischofshaus
Mainz. Die neue Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Prof. Dr. Christiane Tietz, ist am Freitagnachmittag, 21. Februar, zu einem Antrittsbesuch bei Bischof Peter Kohlgraf ins Mainzer Bischofshaus gekommen. Tietz und Kohlgraf bekräftigten bei dem Treffen ihre Bereitschaft, das gute ökumenische Miteinander von EKHN und Bistum Mainz fortzusetzen. Tietz hatte das Amt der Kirchenpräsidentin zum 1. Februar in der Nachfolge von Volker Jung übernommen. In einer Sondersitzung hatte die Kirchensynode der EKHN Tietz für eine Amtszeit von acht Jahren zur neuen Kirchenpräsidentin gewählt.
Beide waren sich bereits Ende Januar begegnet und hatten sich bei einem Fototermin mit einem Wahlaufruf der Kirchen in Hessen zur Bundestagswahl inhaltlich positioniert. Nach dem Gottesdienst zur Amtsübergabe in Wiesbaden hatten sich Tietz und Kohlgraf für die ökumenische Initiative „Für alle. Mit Herz und Verstand“ stark gemacht, als klares Bekenntnis zur Demokratie und als Aufruf, extremistischen Positionen entgegenzuwirken.
Foto unter www.bistummainz.de/presse
Nachricht voraus am 21.2.25 tob (MBN)
Bischof Kohlgraf besuchte Hersteller für Naturtextilien in Butzbach
Butzbach. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat am Mittwoch, 19. Februar, das Unternehmen hessnatur in Butzbach besucht. Der sogenannte Tag der Arbeitswelt bei dem Hersteller für Naturtextilien fand im Rahmen der Visitation der Region Oberhessen durch den Mainzer Bischof statt. Kohlgraf wurde in dem 1976 gegründeten Unternehmen von den beiden Vorsitzenden des Betriebsrats Dagmar Reichardt und Juan Diaz begrüßt. Beim Besuch im Customer Service und in der Logistik wurde dem Bischof der Weg einer Bestellung vom Eingang bis zum Versand des Päckchens erläutert. In den anschließenden Gesprächen gab es einen intensiven Austausch zu den aktuellen Fragen und Herausforderungen in der Arbeitswelt. Organisiert wurde der Tag der Arbeitswelt von Betriebsseelsorger Richard Kunkel vom Regionalbüro der Betriebsseelsorge in Bad Nauheim.
Die aktuelle Visitation des Pastoralraums Wetterau-Nord hatte Anfang Februar begonnen und dauert noch bis Ende März. Während der regelmäßig stattfindenden Visitationen finden unter anderem persönliche Gespräche des Bischofs oder seines Vertreters mit allen hauptamtlichen Mitarbeitenden statt, ebenso Begegnungen mit Ehrenamtlichen sowie Gottesdienste. Bei Tagen der Arbeitswelt, die einmal im Jahr stattfinden, rücken regelmäßig Wirtschaftsbetriebe der jeweiligen Region in den Mittelpunkt.
tob (MBN)
Auswahl der tiefsten Glocken eines jeden Geläutes betont Trauercharakter
Mainz. Jährlich gedenkt die Stadt Mainz ihrer großflächigen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg am 27. Februar 1945. Zu diesem Anlass veranstalten in diesem Jahr die evangelischen und katholischen Innenstadtkirchen in Mainz wieder ein ökumenisches Trauergeläute. Auch für dieses Jahr wurde wieder ein differenzierter Läuteplan ausgearbeitet. Zum Trauergeläute wird am Donnerstag, 27. Februar, nicht das Vollgeläute der Innenstadtkirchen erklingen, sondern eine Auswahl der tiefsten Glocken eines jeden Geläutes, um den Trauercharakter zu betonen. Wegen laufender Bauarbeiten können die Glocken der evangelischen Johanniskirche nicht in das Innenstadtgeläute miteinstimmen.
Um 16.25 Uhr beginnt die Kirche St. Quintin mit einem Vorläuten. Nach 16.29 Uhr, dem Beginn des Angriffs auf die Stadt Mainz, setzen nacheinander die Glocken von St. Peter und der Christuskirche sowie die Geläute der Karmeliterkirche, St. Bonifaz, Antonius-Kapelle, Altmünsterkirche, St. Klara-Kapelle, St. Quintin, Dom, Augustinerkirche, St. Ignaz und St. Stephan ein. Das Läuten der Innenstadtkirchen wird gegen 16.45 Uhr enden und damit an das Ende des Luftangriffs erinnern.
Nachricht voraus am 21.2.25 tob (MBN)