Mainzer Bistumsnachrichten Nr. 6/2026

Durch Handauflegen weihte Bischof Peter Kohlgraf Pater Joshy Pottackal zum Weihbischof (c) Bistum Mainz/Hoffmann
Durch Handauflegen weihte Bischof Peter Kohlgraf Pater Joshy Pottackal zum Weihbischof
Datum:
Do. 26. März 2026
Von:
hoff (MBN)

In der aktuellen Ausgabe mit der Weihe von Weihbischof Joshy Pottackal, den Eckdaten kirchlichen Lebens, der Verleihung des Buchpreises des Bischofs, der Pfarreiratswahl in elf neu gegründeten Pfarreien und der Frühjahrsvollversammlung des Rats der Katholikinnen und Katholiken.

Pater Joshy Pottackal O.Carm. zum Weihbischof geweiht

Bischof Peter Kohlgraf und Weihbischof Joshy Pottackal O.Carm. (c) Bistum Mainz/Hoffmann
Bischof Peter Kohlgraf und Weihbischof Joshy Pottackal O.Carm.

Bischof Peter Kohlgraf hat den Karmeliter-Pater im vollbesetzten Mainzer Dom geweiht

 

Mainz. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat am Sonntag, 15. März, Pater Joshy George Pottackal O.Carm. zum neuen Weihbischof des Bistums Mainz geweiht. Der Karmelit war am Mittwoch, 26. November 2025, von Papst Leo XIV. zum Weihbischof ernannt worden. Der Erzbischof von Freiburg, Stephan Burger, sowie Bischof Wilmar Santin O.Carm. aus Itaituba in Brasilien waren die Mitkonsekratoren. Zunächst legte Bischof Kohlgraf Weihbischof Joshy die Hände auf, es folgten die Mitkonsekratoren und alle anwesenden Bischöfe in der Mitte des Altarraums. Danach wurde das Weihegebet gesprochen. Pater Joshy wurde mit Chrisam gesalbt und erhielt das Evangeliar sowie die bischöflichen Insignien Mitra, Ring und Bischofsstab. Nach dem Weiheritus brandete Applaus auf. Zu Beginn des Gottesdienstes hatte die Bevollmächtigte des Generalvikars, Ordinariatsdirektorin Stephanie Rieth, die Ernennungsurkunde des Papstes verlesen. Mehr als 1000 Menschen verfolgten den Gottesdienst live via YouTube, der Gottesdienst wurde auch vom TV-Sender EWTN übertragen.

 

Predigt von Bischof Kohlgraf

„Wer sich auf Gott verlässt, trifft eine Entscheidung, die das ganze Leben betrifft“, sagte Bischof Kohlgraf in seiner Predigt. „Er glaubt zum einen daran, dass Gott ihn berufen hat und ihn auf seinen Wegen führt; zum anderen will er ihm vertrauen und sein Leben in seine Hände legen“, führte Kohlgraf aus und nahm Bezug zum bischöflichen Wahlspruch von Pater Joshy: „Durch Vertrauen geführt“.

 

„Ihre beiden Vorbilder im Glauben, Elija und Maria, folgen unterschiedlichen Berufungen, aber es ist der eine Gott, der sie ruft. Beide konnten im Vertrauen auf Gottes Führung ihr Ja sprechen“, sagte Kohlgraf an Pater Joshy gewandt. Zu dessen künftiger Aufgabe sagte Kohlgraf: „Wer heute Bischof wird, hat einen prophetischen Auftrag. In unserer Zeit und Kultur muss er an den einen Gott erinnern, den viele Menschen vergessen haben und der für nicht wenige hier in Deutschland keine Rolle mehr zu spielen scheint“. Kohlgraf stellte klar: „Dabei ist die angemessene Geste nicht der erhobene, drohende Zeigefinger. Wer an Gott glaubt und sich im Vertrauen geführt weiß, darf vielmehr Zeugnis geben – von diesem Vertrauen und von Gott, ohne den sich der Glaubende sein Leben nicht vorstellen kann.“ Zum Abschluss seiner Predigt sagte Kohlgraf: „Ihnen, lieber Pater Joshy, wünsche ich täglich das feste Vertrauen, geführt zu sein.“

 

Dankesworte von Weihbischof Joshy

„Jetzt stehe ich hier vor Ihnen als frischgebackener Weihbischof in Mainz, wo für mich vor 22 Jahren die Zeit in Deutschland begonnen hat“, sagte Weihbischof Joshy in seiner Ansprache am Ende des Gottesdienstes. Als der 15. März als Termin für seine Weihe vorgeschlagen wurde, habe er sofort zugestimmt, weil es der Laetare-Sonntag sei, sagte er. „Was kann es gerade in dieser Zeit Schöneres geben als den Zuruf ‚freut euch!‘?“, fragte Pater Joshy.

 

Über seine Insignien sagte Weihbischof Joshy: „Meine Insignien, mein Bischofsstab, Kreuz und Ring, die wurden mir geschenkt. Ein herzliches Dankeschön dafür! Sie sind bewusst aus Holz gefertigt, weil Holz ein kraftvolles Zeichen für Leben und Wachstum ist. Der Delfin in meinem Stab ist in der urchristlichen Tradition ein Hoffnungszeichen. Ein Zeichen für den auferstandenen Jesus als Seelenretter. Ein Retter, der Schiffsbrüchige an Land bringt.“

 

Über sich selbst sagte er: „Nun stehe ich hier, so wie ich halt bin, mit meinen Grenzen, Schwächen und Stärken. Wir Menschen sind nicht perfekt. Doch Gott sucht immer wieder Menschen, die für menschliche Augen nicht perfekt erscheinen. Der Geist ist es, der sie befähigt.“ Und weiter: „Dankbar bin ich, dass ich heute hier stehen darf, und ich vertraue darauf, dass Gott mich führt und sein Geist mich leitet. Das unterstreicht auch mein Wahlspruch: ‚Durch Vertrauen geführt‘.“ Er sei sich sicher, dass diese Zusage für alle gelte. Weihbischof Joshy: „Wenn wir in aller Vielfalt, die wir haben, Glaube leben und uns führen lassen von Gottes Geist, können wir entdecken, dass wir gemeinsam stark sind.“

 

Mitfeiernde

Als Konzelebranten wirkten der Mainzer Domdekan Henning Priesel, Nuntiaturrat Msgr. Dr. Przemyslaw August Lewinski, Generalprior Pater Desiderio Garcia Martinez O.Carm., Pater Joyson Pottackal O.Carm. sowie Kaplan Valentine Ede am Gottesdienst mit. Begleitende Priester des Weihekandidaten waren Generalvikar Dr. Sebastian Lang und Pfarrer Frank Blumers. Die Diakone Klaus Baum und Stefan Faust assistierten. An dem Gottesdienst nahm auch das Mainzer Domkapitel teil. Zum Gottesdienst kamen Gäste aus Politik und Gesellschaft teil, viele Personen aus Orden - die größte Gruppe dürfte wohl die der Karmeliten gewesen sein - sowie Familienangehörige und Freunde des Weihbischofs.

 

Musikalische Gestaltung

Die musikalische Gestaltung übernahmen der Mädchenchor am Dom und St. Quintin, der Mainzer Domchor und die Mainzer Dombläser unter der Leitung von Domkantor Michael Kaltenbach und Domkapellmeister Karsten Storck. Domkantorin Jutta Hörl sang als Kantorin, Domorganist Professor Daniel Beckmann spielte die Domorgel. Zudem bot Pfarrvikar Ajimon Joseph aus Mühlheim-Obertshausen mit einem kleinen Chor einen Liedbeitrag in der Heimatsprache von Pater Joshy (Malayalam) dar. Im Anschluss an den Gottesdienst lud Generalvikar Lang alle Anwesenden zu einem Empfang im Mainzer Priesterseminar/Haus der Geistlichen Berufe ein.

 

Im November ernannt worden

Die Ernennung von Pottackal war am Mittwoch, 26. November 2025, um 12.00 Uhr zeitgleich im Vatikan und in Mainz bekannt gegeben worden. Bischof Kohlgraf hatte Pater Joshy im Rahmen einer Pressekonferenz im Erbacher Hof in Mainz vorgestellt. Der neue Weihbischof wird künftig als Bischofsvikar zuständig sein für die Institute des geweihten Lebens, die Gesellschaften des apostolischen Lebens und für den Bereich Ökumene, Weltkirche und gesellschaftliche Verantwortung.

 

Zudem wird er Titularbischof von Ceramussa. Das untergegangene Bistum lag in der römischen Provinz Numidien in Nordafrika. Als bischöfliches Leitwort hat Pottackal einen Vers aus den Psalmen gewählt. Sein Wahlspruch lautet „Durch Vertrauen geführt“ (Per fidem ductus) nach Psalm 37,5.

 

Lebenslauf des neuen Weihbischofs

Joshy George Pottackal wurde am 30. April 1977 in Meenkunnam im indischen Bundesstaat Kerala geboren. Im Anschluss an seine Schulzeit besuchte er ab 1992 das Knabenseminar der Karmeliten. Nach Vollendung des Noviziats im Jahr 1996 legte er seine erste Profess ab. Anschließend studierte Pottackal im Calvary Institute of Philosophy and Religion der Kapuziner im indischen Thrissur Philosophie und im Dharmaram Vidya Kshetram der Karmeliten in Bengaluru Theologie. Am 28. Dezember 2003 empfing er in Thrissur die Priesterweihe.

 

Im Jahr 2004 kam Pottackal nach Mainz, wo er zunächst die Sprachschule und danach das Pastoralseminar für die Ordenspriester an der philosophisch-theologischen Hochschule Münster besuchte. Seit 2006 ist er für das Bistum Mainz tätig, zunächst als Stadt-Jugendseelsorger und parallel als Kaplan in Mainz, unter anderem in Mainz-Hechtsheim und Mainz-Oberstadt. In dieser Zeit erfolgte auch seine Pastorale Ausbildung im Bistum.

2009 ging er als Pfarrer in die Pfarrgemeinde Neckartal, wo er in der Klostergemeinschaft in Hirschhorn wohnte. In der damals bestehenden Dekanatsstruktur engagierte er sich ab 2016 als stellvertretender Dekan im Dekanat Bergstraße-Ost und ab 2021 bis zur Auflösung der Dekanate als kommissarischer Dekan. Darüber hinaus hat er seit 2016 das Amt des Regionaloberen für die in Deutschland lebenden Mitglieder der indischen St. Thomas Provinz des Karmelitenordens inne.

 

Zum 1. November 2022 erfolgte der Wechsel ins Bischöfliche Ordinariat nach Mainz, wo er im Karmelitenkloster wohnt und als Personalreferent mit Schwerpunkt Priester tätig war. Die neu geschaffene Aufgabe als Formationspräfekt im Priesterseminar nahm er seit 2024 bis November 2025 gemeinsam mit Diözesanjugendseelsorger Daniel Kretsch wahr. Pottackal ist beratendes Mitglied im Priesterrat des Bistums Mainz. Außerdem war er Mitglied im diözesanen Ordensrat.

 

Stichwort: Weihbischof

Das Kirchenrecht bestimmt, dass auf Antrag eines Diözesanbischofs ein oder mehrere so genannte Auxiliarbischöfe ernannt werden können, wenn pastorale Gründe dies erforderlich machen. Der lateinische Titel „episcopus auxiliaris“ bedeutet übersetzt „Hilfsbischof“. In Deutschland und Österreich wird ein Auxiliarbischof traditionell als Weihbischof bezeichnet. Er ist dem Diözesanbischof vor allem zur seelsorglichen Leitung des Bistums an die Seite gegeben und handelt in seinem Auftrag.

 

Ein Weihbischof erhält seine rechtlichen Vollmachten und konkreten Aufgabenbereiche vom zuständigen Ortsbischof. Er ist jedoch Bischof im vollen theologischen Sinn. Einem Weihbischof ist im Unterschied zum Diözesanbischof keine eigene Diözese zur Leitung übertragen. Allerdings wird jeder Weihbischof auf den Titel eines früher bestehenden, inzwischen aber untergegangenen Bistums geweiht - das so genannte Titularbistum. Damit wird deutlich gemacht, dass jedem Bischof eine Teilkirche zugeordnet ist. 

 

Hinweis: Die Predigt des Bischofs und die Ansprache des Weihbischofs in deutscher und englischer Sprache sind in voller Länge auf bistummainz.de verfügbar.

 

Fotos unter www.bistummainz.de/presse

 

Nachricht voraus am 15.3.26                                                                                  hoff (MBN)

 

 

 

 

Bischof Kohlgraf: Den Boden bereiten, dass Glaube wachsen kann

Eckdaten des kirchlichen Lebens für das Bistum Mainz für 2025 veröffentlicht

 

Mainz. Bereits zum 15. Mal veröffentlichen die deutschen Diözesen die so genannten „Eckdaten des kirchlichen Lebens“ an einem einheitlichen Termin. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf bewertet in seiner Stellungnahme die am 16. März 2026 veröffentlichten statistischen Zahlen für das Jahr 2025 im Bistum Mainz:

 

„Ich neige nicht dazu, mir die Wirklichkeit rosarot auszumalen. Und die Eckdaten des kirchlichen Lebens für das Jahr 2025 stellen uns die Realität natürlich deutlich vor Augen. Mit fast 11.000 Kirchenaustritten verzeichnet das Bistum Mainz für das vergangene Jahr einen leichten Rückgang auf hohem Niveau. Aber ich bekomme jeden Tag aufs Neue auch die positiven Seiten von Kirche zu spüren. Das macht mir Mut. Und diesen Mut will ich weitergeben. Auch wenn die Zahlen von Wiederaufnahmen und Eintritten sowie die Zahl der Gottesdienstbesucher nicht auf dem Niveau der Austrittszahlen liegen, so sind die steigenden Zahlen in diesen Bereichen doch schöne Hoffnungszeichen.

 

Die Glaubwürdigkeit der Menschen, die an Christus glauben, ist eines der wichtigsten Zeugnisse für unsere Gesellschaft. Ich werde nicht müde, das zu betonen und bin den zahlreichen ehren- und hauptamtlichen Menschen in unserem Bistum dankbar, dass sie mit ihren Möglichkeiten unserem Glauben ein Gesicht geben. Erzwingen lässt sich eine Nachfolge nicht. Und so sehe ich auch künftig unsere Aufgabe vor allem darin, den Boden bei den Menschen zu bereiten, dass Glaube wachsen kann. Mit unseren Kitas und Schulen, der Bildungsarbeit, Seelsorge und vielen Gottesdienstformen haben wir auch künftig vielfältige Möglichkeiten zu zeigen, dass christlicher Glaube keine in sich geschlossene Sonderwelt ist. Die Menschen müssen in unserer Kirche erfahren dürfen, dass sie willkommen sind mit ihren Anfragen. Das ist und bleibt für mich ein wesentlicher Punkt, um auch in Zeiten einer kleiner werdenden Gemeinschaft mit Zuversicht die Zukunft unserer Kirche zu gestalten.“

 

Die Eckdaten für das Bistum Mainz in der Übersicht:

 

 

2025

2024

Katholiken

577.264

597.767

Gottesdienstteilnehmer

35.514 (6,2 %)

32.763 (5,5 %)

Eintritte

93

71

Wiederaufnahmen

263

200

Austritte

10.977

11.780

Taufen

2.515

2.827

Erstkommunion

4.075

4.257

Firmungen

3.498

2.977

Trauungen

573

622

Bestattungen

6.223

6.314

 

Hinweis: Ausführliches Zahlenmaterial zu den Eckdaten des kirchlichen Lebens steht auf der Seite der Deutschen Bischofskonferenz im Internet unter www.dbk.de zur Verfügung.

 

Nachricht voraus am 16.3.26                                                                                   tob (MBN)

 

 

Buchpreis des Bischofs verliehen

Bischof Peter Kohlgraf hat zehn Schülerinnen und Schülern den Buchpreis des Bischofs verliehen (c) Bistum Mainz/Hoffmann
Bischof Peter Kohlgraf hat zehn Schülerinnen und Schülern den Buchpreis des Bischofs verliehen

Zehn Preisträgerinnen und Preisträger für ihr soziales Engagement ausgezeichnet

 

Mainz. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat am Dienstag, 24. März, den Buchpreis des Bischofs an zehn Schülerinnen und Schüler katholischer Schulen im Bistum Mainz verliehen. Die Absolventinnen und Absolventen verschiedener Schulformen engagieren sich in besonderem Maße in ihren Schulen im Bereich Ehrenamt, soziales Engagement und Einsatz für die Schulgemeinschaft. Kohlgraf überreichte den Preisträgerinnen und Preisträgern eine Urkunde mit einem persönlichen Text sowie ein für sie persönlich ausgewähltes Buch. „Ich danke euch sehr für euren besonderen Einsatz. Ihr steht damit auch stellvertretend für eine Reihe von Schülerinnen und Schülern, die sehr zu einem gelingenden Leben an unseren Schulen beitragen“, sagte Kohlgraf bei einer Begegnung mit der Gruppe im Bischofshaus.

 

Bischof Kohlgraf nahm sich Zeit, um mit der Gruppe ins Gespräch zu kommen. Dabei ging es um Lebenswege, um Rückblicke und Ausblicke der Absolventinnen und Absolventen. „Manchmal entdecken andere Menschen Fähigkeiten in einem, die man vielleicht selbst gar nicht gesehen hätte“, sagte Bischof Kohlgraf in Bezug auf seine eigene Berufung zum Bischof und als Ermutigung an seine Gäste. Die Teilnehmenden kamen von der St. Lioba-Schule in Bad Nauheim, der Albertus-Magnus-Schule Viernheim, der Marienschule Offenbach, der Mainzer Martinus-Realschule Plus, dem Mainzer Theresianum, der Willigis-Realschule Plus, der Edith-Stein-Schule Darmstadt, sowie der Maria Ward-Schule Mainz.

 

Die Begegnung war eingebettet in einen Begegnungstag, der von der Abteilung katholische Schulen im Bistum Mainz organisiert wurde. Abteilungsleiter Joachim Schneider moderierte die Begegnung, der Referent für Schulentwicklung, Markus Birkenbach, hatte die Gruppe den Tag über begleitet. Sie hatten sich inhaltlich mit den eigenen Lebenswegen beschäftigt, und an einer Führung im Mainzer Dom- und Diözesanmuseum teilgenommen.

 

Fotos unter www.bistummainz.de/presse

 

Nachricht voraus am 25.3.26                                                                                 hoff (MBN)

 

 

 

Pfarreiratswahl in elf neu gegründeten Pfarreien

Pfarreiratswahl im Bistum Mainz 2026 (c) Bistum Mainz
Pfarreiratswahl im Bistum Mainz 2026

Neugewählte Pfarreiräte setzen ein Zeichen für Aufbruch und Engagement

 

Mainz. Am Wochenende des 14. und 15. März 2026 haben die elf neu gegründeten Pfarreien im Bistum ihre ersten Pfarreiräte gewählt. Diese Wahl markiert einen bedeutsamen Schritt im Aufbau der neuen Pfarreistrukturen und zeigt, dass auch in Kirche demokratische Strukturen wichtig sind. Es zeigt aber auch, wie lebendig das kirchliche Leben vor Ort ist und wie viele Menschen bereit sind, Verantwortung für ihre Kirche zu übernehmen.

 

Insgesamt 192 Kandidatinnen und Kandidaten stellten sich zur Wahl, 126 von ihnen wurden in die neuen Pfarreiräte gewählt. Diese Gremien werden in den kommenden Jahren eine zentrale Rolle spielen: Sie beraten und entscheiden gemeinsam mit den Hauptamtlichen über pastorale Schwerpunkte, gestalten das Gemeindeleben und tragen Verantwortung für die Zukunft der Kirche vor Ort.

 

Dass sich so viele Menschen zur Wahl gestellt haben, zeigt: Die Kirche lebt von Menschen, die sich einbringen, mitdenken und mitgestalten wollen.

 

Von den 137.288 Wahlberechtigten gaben 17.822 ihre Stimme ab – eine Wahlbeteiligung von 12,98 %. Ein Blick in die Pfarreien zeigt ein buntes Bild: Während in Mühlheim Obertshausen oder im Otzberger Land besonders viele Menschen ihre Stimme abgaben, lag die Beteiligung in den Städten Worms und Gießen niedriger. Auch die Wahlform – Briefwahl oder Urnenwahl – hatte spürbaren Einfluss.

 

Einzelne Pfarreien:

 

Pfarrei

Wahlbeteiligung

Kandidierende

Gewählte

Wahlform

Hl. Katharina von Siena, Heusenstamm-Dietzenbach

10,17 %

13

9

Urnenwahl

Hl. Theresa von Avila, Mühlheim-Obertshausen

18,20 %

11

8

Briefwahl

 

St. Bonifatius, Gießen

 6,81 %

24

13

Urnenwahl

Hl. Bardo, Wetterau-Nord

11,29 %

12

9

Urnenwahl

Hl. Maria Magdalena, Taunusblick

15,58 %

15

10

Briefwahl

St. Clara, Mainz

14,04 %

18

10

Briefwahl

St. Nikolaus, Worms-Wonnegau

7,9 %

39

26

Urnenwahl

 

St. Christophorus, Dieburger Land

17,12 %

14

11

Briefwahl

 

Guter Hirte im Odenwaldkreis

14,7 %

18

11

Briefwahl

Heilig Geist, Otzberger Land

18,45 %

18

10

Briefwahl

Hl. Walburga, Weschnitztal

10,63 %

10

9

Urnenwahl

 

Diese Wahl war nur möglich, weil viele Menschen mit Herzblut und Zeit dabei waren. Ein besonderer Dank gilt deshalb:

  • allen Wählerinnen und Wählern, die durch ihre Stimme das kirchliche Leben stärken,
  • allen Kandidatinnen und Kandidaten, die mit ihrer Bereitschaft zur Mitarbeit ein starkes Zeichen für Engagement und Glauben setzen,
  • allen Mitgliedern der Wahlvorstände und den Wahlhelferinnen und Wahlhelfern, die die Durchführung der Wahl ermöglicht haben,
  • allen Pfarreien, die die Wahl sorgfältig vorbereitet und begleitet haben.

Gemeinsam wurde ein wichtiges Zeichen gesetzt: Kirche lebt von Menschen, die Verantwortung übernehmen.

Fotos unter www.bistummainz.de/presse

 

Nachricht voraus am 17.3.26                                                                                   PM (MBN)

 

 

 

Kirche im Wandel und im Einsatz für Demokratie

In Kleingruppen berieten die Mitglieder des Rats der Katholikinnen und Katholiken im Bistum Mainz (c) Bistum Mainz/Hoffmann
In Kleingruppen berieten die Mitglieder des Rats der Katholikinnen und Katholiken im Bistum Mainz

Frühjahrsvollversammlung des Rats der Katholikinnen und Katholiken

 

Mainz. Der Rat der Katholikinnen und Katholiken im Bistum Mainz hat sich am Freitag, 13., und Samstag, 14. März, im Erbacher Hof in Mainz zu seiner Frühjahrsvollversammlung getroffen. Am Freitagabend stand der Paradigmenwechsel in der Aufstellung des Wirtschaftsplanes für das Bistum Mainz auf der Tagesordnung, den die Bevollmächtigte des Generalvikars, Ordinariatsdirektorin Stephanie Rieth, vorstellte. Am Samstag zog Pastoralreferent Bernd Lülsdorf unter dem Titel „Und sie bewegt sich doch - Kirche in Sakralraum-Transformationsprozessen“ ein Resümee der Ausstellung „Kirche im Wandel“, die im Herbst 2025 an drei Orten des Bistums zu sehen war. Ein weiteres Thema war ein Zwischen-Fazit zur Social-Media-Aktion „Aufstehen für...“, mit der sich Kirchenmitglieder für Demokratie einsetzen. Außerdem wählte der Rat Christian Trieb zum Vertreter des Rats in den Diözesan-Pastoralrat und Nicole Pawletzki zur Vertreterin in den Diözesan-Kirchensteuerrat.

 

Fazit zur Ausstellung „Kirche im Wandel“

Bernd Lülsdorf stellte das Projekt „Kirche im Wandel“ zum Thema Sakralraumtransformation vor. Die Ausgangslage ist, dass die Zahl der Katholikinnen und Katholiken in den kommenden Jahren weiter sinken wird, und dementsprechend nicht alle Gebäude und Kirchen in gleicher Form weiter genutzt werden können. Das Thema werde nicht nur in Deutschland, sondern in allen europäischen Nachbarländern bearbeitet, sagte Lülsdorf. In den deutschen Bistümern sei der Umgang mit dieser Herausforderung unterschiedlich weit entwickelt.

 

Im Rahmen des Projektes hat in Friedberg, Seeheim und Alzey jeweils eine Podiumsdiskussion stattgefunden, an der auch Generalvikar Dr. Sebastian Lang teilgenommen hat. Die Veranstaltungen waren ökumenisch ausgerichtet. Das Ausstellungsprojekt hatte das Ziel, Impulse zu setzen, auch in Regionen hinein, die sich bislang vielleicht noch nicht ausführlich damit beschäftigt haben. Lülsdorf benannte als weitere Ziele die Sprachfähigkeit zu fördern, sowie eine ökumenische Zusammenarbeit und Handlungsfähigkeit herzustellen. Zur Ausstellung und zu den Podiumsdiskussionen gab es Workshops, Exponate und Vorträge. Als Fazit benannte Lülsdorf: „Kirche und Gesellschaft tragen gemeinsame Verantwortung für den Erhalt und die sinnvolle weitere Nutzung der Kirchengebäude.“ Im Anschluss an den Überblick, den Lülsdorf vermittelte, tauschten sich die Teilnehmenden in Kleingruppen darüber aus, welche Erfahrungen sie bereits mit dem Thema gemacht haben.

 

Ein neu eingerichtetes Referat im Diözesan-Bauamt kümmert sich künftig um die Begleitung des Prozesses in den Gemeinden. Zuständig sind Bernd Bumann und Oliver Harth als Ansprechpersonen. „Wir müssen weg von der Klage und hin zur aktiven Gestaltung der Kirche der Entscheidung“, betonte Lülsdorf in Bezug auf Bischof Peter Kohlgraf.

 

Fazit zur Social-Media-Aktion „Aufstehen für...“

Der Arbeitskreis zur Social-Media-Aktion „Aufstehen für…“ gab einen Rückblick auf die Aktion. „Uns ist es gelungen, mit Ihrer Hilfe drei Videos pro Woche ins Netz zu stellen“, lobte ein Arbeitskreis-Mitglied. Der Arbeitskreis bedankte sich besonders bei Annika Stete, Regional-Jugendreferentin der KJB Main-Linie, bei Social-Media-Redakteur Matthias Makowski und dem Medien-Koordinator Alexander Matschak für die Unterstützung. Die Social-Media-Aktion läuft noch bis zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz am Sonntag, 22. März. Danach soll es eine Auswertung geben. Außerdem werden erste Überlegungen angestellt, wie das Thema auch über die Wahltermine hinaus weitergeführt werden kann. „Ich danke allen, die diese Aktion mitgetragen und mitgestaltet haben“, sagte Seelsorge-Dezernent Ordinariatsdirektor Michael Wagner-Erlekam. „Es ist eine wichtige Stimme in die Gesellschaft hinein von Christinnen und Christen unserer Kirchen. Dankeschön an alle.“

 

Hinweis: Weitere Informationen zu „Kirche im Wandel“ unter  https://bistummainz.de/kunst-gebaeude-geschichte/kirche-im-wandel/startseite/

Fotos unter www.bistummainz.de/presse

 

Nachricht voraus am 16.3.26                                                                                  hoff (MBN)