Mit einem Festgottesdienst mit Generalvikar Dr. Sebastian Lang hat die ökumenische Notfallseelsorge Mainz am Freitag, 4. April, ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert. Lang feierte den Gottesdienst gemeinsam mit der stellvertretenden Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche Hessen und Nassau (EKHN) Ulrike Schärf. Haupt- und Ehrenamtliche der Notfallseelsorge kamen in der Kirche St. Bernhard in Mainz-Bretzenheim zusammen, auch Mitglieder der Feuerwehr, der Polizei und des Rettungsdienstes feierten als „Blaulichtfamilie“ das Jubiläum mit. Anschließend kamen sie bei einem Empfang mit drei Talk-Runden zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Notfallseelsorge miteinander ins Gespräch. Lang würdigte die Arbeit der Notfallseelsorge: „Ich danke Ihnen für Ihr Engagement und bitte Sie, weiterzumachen“, sagte er zu Beginn des Gottesdienstes.
Die Predigt übernahm Ulrike Schärf. Darin bezog sie sich auf den Propheten Jesaja und seinen Zuspruch: „Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen und den glimmenden Doch nicht auslöschen.“ Sie stellte eine Verbindung zum Einsatz der Notfallseelsorgenden her: „Plötzlich ist für die Menschen nichts mehr so, wie es war. Dramatische Ereignisse hinterlassen Narben in der Seele“, sagte sie. Die Bibel beschönige nichts, sondern: „Im Wort des Propheten Jesaja wird vorsichtig versprochen, dass der glimmende Docht nicht ausgelöscht wird. Gott richtet wieder auf“, sagte sie. Sie erinnerte daran, dass die Notfallseelsorge Mainz allein im letzten Jahr zu 113 Einsätzen gerufen wurde. „Das zeigt, wie sehr Ihre Arbeit anerkannt ist und welchen Stellenwert Sie haben. Sie kümmern sich um Menschen in Not ohne Ansehen der Person. Es ist unheimlich wichtig, dass Sie da sind“, betonte sie.
Während des Gottesdienstes wurden Christine Becker, Petra Kopatsch-Dautenheimer und Kai Dornbusch als ehrenamtliche Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger in ihr Amt eingeführt. Dazu überreichten ihnen Generalvikar Lang und die stellvertretende Kirchenpräsidentin Schärf die Ernennungsurkunden.
Der evangelische Pfarrer im Ruhestand, Matthias Teutsch, wurde für seinen aktiven Dienst seit der Gründung der Notfallseelsorge vor 25 Jahren mit dem Goldenen Kreuz ausgezeichnet. Er ist Gründungsmitglied und die letzte Person, die seitdem im aktiven Dienst dabei ist. Außerdem wurde das gesamte Team mit neuen Jacken für ihren Einsatz ausgestattet. Die neuen Funktionsjacken erfüllen die nötigen Sicherheits-Anforderungen für Einsätze in Notfallsituationen. Die Anschaffung wurde durch eine Spende ermöglicht.
Beim anschließenden Empfang im Pfarrheim moderierten Pastoralreferent und Leiter der Notfallseelsorge des Bistum Mainz, Markus Reuter, und sein evangelischer Kollege Pfarrer Johannes Hoffmann drei Talk-Runden, die einen Blick in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Notfallseelsorge warfen. In der ersten Runde sprachen sie mit Ordinariatsrat Dr. David Hüser, Bereichsleiter Kategoriale Dienste des Bistums Mainz, und Dekan Andreas Klodt vom evangelischen Dekanat Mainz über die Einbindung der Notfallseelsorge in die Strukturen der Kirche. In der zweiten Talkrunde warf Pfarrer Matthias Teutsch einen Blick zurück auf 25 Jahre Notfallseelsorge und erzählte einige Anekdoten. In der dritten Runde gab Notfallseelsorgerin Silke Kaufmann einen Einblick in ihre Arbeit. Kaufmann ist Gemeindereferentin, sie leitet und koordiniert die Trauerseelsorge und koordiniert den Bereich Ehrenamt und Bildung im Hospizdienst.
Träger der Notfallseelsorge Mainz sind das evangelische Dekanat Mainz und das Bistum Mainz. Das Einsatzgebiet umfasst die Stadt Mainz und die Gemeinde Budenheim mit mehr als 100 Einsätzen im Jahr. Die Notfallseelsorge wird über die zentrale Leitstelle der Rettungsdienste in Mainz, Telefon: 06131/19222 angefordert, wenn Betroffene, Angehörige, Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienste dies wünschen. Die Notfallseelsorge kommt zum Beispiel zum Einsatz beim Überbringen einer Todesnachricht durch die Polizei, zur Betreuung von Angehörigen nach plötzlichen Todesfällen, bei Ereignissen mit vielen Verletzten, bei der Betreuung von Menschen nach massiver Gewalterfahrung, bei Bränden, bei Verkehrsunfällen zur Begleitung unverletzter Personen oder auch zur vorübergehenden Betreuung von Kindern bis andere Angehörige da sind. Die Ausbildung zur Notfallseelsorger*in ist in Deutschland standardisiert und umfasst etwa 120 Ausbildungs-Stunden.
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