Bischof Peter Kohlgraf bei Fastenbrechen

Die SCHURA Rheinland-Pfalz hatte zum Iftar in Mainz eingeladen

Mainz, 8. März 2026: Bischof Peter Kohlgraf im Gespräch beim Fastenbrechen der SCHURA in Mainz; rechts: SCHURA-Vorsitzender Akif Ünal. (c) Bistum Mainz / Blum
Datum:
So. 8. März 2026
Von:
tob (MBN)

Mainz. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat den Muslimen „Gottes Segen für die Fastenzeit“ gewünscht. Kohlgraf sprach am Sonntagabend, 8. März, ein Grußwort beim Fastenbrechen der SCHURA Rheinland-Pfalz – Landesverband der Muslime e.V. im Bürgerhaus in Mainz-Finthen. Dabei ging er auf ähnliche Facetten des Fastens in Christentum und Islam ein: „Fasten ist mehr als Selbstoptimierung oder Diät“, sagte Kohlgraf. Es gehe vor allem darum, die Beziehung zu Gott zu vertiefen und sensibel zu werden für die Nöte von anderen. In diesem Jahr überschneiden sich der der muslimische Fastenmonat Ramadan und die christliche Fastenzeit fast vier Wochen lang. 

Der Vorstandsvorsitzende der SCHURA Rheinland-Pfalz, Akif Ünal, hob hervor, dass Vertrauen vor allem durch persönliche Begegnung entstehe: „Dieser Abend ist Ausdruck gelebter Verantwortung für unser Zusammenleben. Wenn wir diese Haltung der Begegnung bewahren, trägt das zum friedlichen Zusammenleben in unserer Gesellschaft bei.“ Er dankte Bischof Kohlgraf für sein Kommen: „Ihre Anwesenheit steht für das Vertrauen zwischen unseren Glaubensgemeinschaften und den interreligiösen Dialog.“ Staatsministerin Katharina Binz würdigte es als schöne Tradition, dass die Moscheegemeinden im Ramadan „ihre Türen für ihre Nachbarn öffnen“.

Weiter Grußworte sprachen Ali Mete, Sprecher des Koordinationsrates der Muslime, sowie der Türkische Generalkonsul in Mainz, Mehmet Akif Inam. In einem Impulsvortrag zum Weltfrauentag sprach Büsra Lenz vom Migrationsbeirat Germersheim zur Stellung der Frau im Islam. Am Fastenbrechen nahmen von katholischer Seite außerdem die Fachreferentin für Islam im Bischöflichen Ordinariat Sana Iqbal, sowie der Leiter des katholischen Büros Mainz, Ordinariatsdirektor Dieter Skala, teil. Gekommen waren unter anderen die Mainzer Sozialdezernentin Jana Schmöller, der evangelische Dekan, Andreas Klodt, sowie der Vorsitzende des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden von Rheinland-Pfalz, Avadislav Avadiev.

Die SCHURA Rheinland-Pfalz-Landesverband der Muslime e.V. ist aus dem 2011 von der Landesregierung ins Leben gerufenen „Runden Tisch Islam“ entstanden. Die Gründung fand Ende 2012 durch sechs sunnitische und zwei schiitische Gründungsgemeinden statt. Die SCHURA Rheinland-Pfalz ist der erste Landesverband, in dem sich Muslime verschiedener Glaubensrichtungen und Nationalitäten zusammenfinden. Er ist mittlerweile auf 16 Mitgliedsgemeinden angewachsen, die u.a. aus afghanischen, ägyptischen, albanischen, algerischen, bosnischen, deutschen, irakischen, iranischen, kurdischen, libanesischen, marokkanischen, pakistanischen, syrischen, tunesischen und türkischen Muslimen bestehen.