Bistum Mainz bleibt dran am Thema Klimaschutz

Bevollmächtigte Stephanie Rieth präsentierte die neuen Tippgeber, Umweltbeauftragter Marcus Grünewald die neuen Klimasparbücher (c) Bistum Mainz/Hoffmann
Datum:
Do. 11. Dez. 2025
Von:
hoff (MBN)

Das Bistum Mainz macht sich weiterhin stark für den Klimaschutz. Aus diesem Grund hat es erneut einen Umweltpreis ausgeschrieben, einen Tippgeber veröffentlicht und ein Klimasparbuch herausgegeben. „Es ist wichtig, das Thema Klimaschutz immer wieder neu und nachhaltig ins Bewusstsein zu bringen“, sagte die Bevollmächtigte des Generalvikars, Stephanie Rieth, bei der Präsentation des neuen Klimasparbuchs am Donnerstag, 11. Dezember, im Bischöflichen Ordinariat in Mainz. 

Rieth: „Der Beitrag der Kirche kann die Besinnung auf eine Schöpfungstheologie sein, die sich auch in konkreten Maßnahmen wiederfindet. Das ist Aufgabe und Herausforderung zugleich.“ Daher sei das Bistum weiterhin auf dem Weg, das Thema Klimaschutz als strategisches Thema auszubauen. „Wir arbeiten an der Umsetzung unseres Klimaschutzkonzepts – mit Unterstützung vieler, auch ehrenamtlich Engagierter in Gemeinden und Einrichtungen vor Ort“, sagte sie. Rieth dankte dem Umweltbeauftragten des Bistums Mainz, Marcus Grünewald, sowie der AG Nachhaltigkeitsbericht, dem Arbeitskreis Klimaschutz und dem Umweltbeirat für die Erarbeitung und Umsetzung der vielfältigen Maßnahmen für den Klimaschutz.

 

Klimasparbuch 2026/2027

Ein aktueller Schwerpunkt ist die Erarbeitung eines ersten Nachhaltigkeitsberichts für das Bistum Mainz. „Dieser soll als Grundlage für künftige Jahresabschlüsse dienen und eine Chance zur Standortbestimmung sein. Wo stehen wir gut da, wo gibt es noch Handlungsbedarf?“, schreibt Rieth im Grußwort des neuen Klimasparbuchs. Dazu erklärt der Ökonom des Bistums Mainz, Carsten Erdt, in einem Interview, warum das Bistum einen Nachhaltigkeitsbericht als Bestandteil der Jahresbilanz veröffentlichen wird. Er spricht zudem über die Grundlagen des Berichts und über seine Einschätzung, inwiefern die angelegten Kriterien erfüllt werden.

 

Das Interview ist Teil der fünften Ausgabe des bistumsweiten Klimasparbuchs, das im „oekom verlag“ mit einer Auflage von 4.000 Exemplaren erschienen ist. Es lädt dazu ein, das eigene Leben nachhaltig zu gestalten. Darüber hinaus finden die Leserinnen und Leser Gutscheine für ökologische und fair gehandelte Produkte, die zwei Jahre gültig und auch online einlösbar sind. Die Neuerscheinung wird nicht verkauft, sondern an Hauptamtliche, Ehrenamtliche sowie Einrichtungen in der Diözese verteilt.

 

Umweltpreis des Bistums Mainz

Eine weitere Maßnahme des Bistums, um den Klimaschutz zu fördern, ist die erneute Ausschreibung eines Umweltpreises. Dieser wird jährlich an Personen, Gruppen oder Projekte verliehen, die sich in besonderer Weise für den Schutz und die Erhaltung der Umwelt engagieren. Die Preisträger werden dabei insbesondere für ihr nachhaltiges und umweltbewusstes Handeln ausgezeichnet. Das Preisgeld beläuft sich insgesamt auf 5.000 Euro und wird im Rahmen einer Feierstunde verliehen. Mit dieser Auszeichnung möchte das Bistum das Bewusstsein für Umweltschutz stärken und das Engagement für eine nachhaltige Zukunft würdigen.

 

Dieses Mal geht es um das Thema Schöpfungszeit. Die Schöpfungszeit wurde erstmals im Jahr 2007 von den Kirchen ausgerufen, um sich auf die Verantwortung für Gottes Schöpfung zu besinnen. Es ist der Zeitraum zwischen dem 1. September und dem 4. Oktober (Gedenktag des Franziskus von Assisi). Das Bistum Mainz lädt dazu ein, die Schöpfungszeit stärker in den Fokus der Kirchorte zu stellen. Preiswürdig sind daher alle Angebote, Veranstaltungen und Aktionen, die zu diesem Ziel beitragen. Zum Beispiel Gottesdienste (in der Natur), Laudato si – Wanderungen, oder -Prozessionen, Bildungsangebote, Säuberungsaktionen in Wald und Flur, Aktionen zur Bewahrung der Biodiversität, Pflanzaktionen, Aufforstung, oder Kooperationen mit örtlichen Naturschutzverbänden. Bedingung: Die Angebote müssen zwingend in der Zeit zwischen dem 1. September und 4. Oktober 2026 stattfinden und im Vorfeld an schoepfungszeit@um-welt-bedacht.de gemeldet werden. Eine unabhängige Jury wird im Januar 2027 die Bewerbungen sichten und die Preisträger auswählen. Jedes Jurymitglied bewertet die Bewerbungen nach einem festgelegten Kriterienkatalog. Bewerben können sich alle kirchlichen Einrichtungen, Kindergärten, Schulen, Pfarreien und Klöster im Bistum Mainz. Letzter Abgabetag ist 30. November 2026 (Datum des Poststempels). Gleichzeitig mit der Postsendung wird um eine Mailzusendung an umweltbeauftragter@bistum-mainz.de gebeten.

 

Tippgeber „Empfehlung zur öko-sozialen Beschaffung“

Der Umweltbeirat des Bistums Mainz hat einen neuen „Tippgeber“ herausgegeben. Die aktuelle Ausgabe enthält Tipps zur öko-sozialen Beschaffung. „Die Kirche ist neben dem Staat einer der größten institutionellen Konsumenten. Das Beschaffungswesen ist deshalb ein bedeutsames Feld für gelebte Schöpfungsverantwortung“, heißt es in einem Schreiben der Deutschen Bischofskonferenz. „Beim Einkauf, aber auch beim Ge- und Verbrauch sowie bei der Entsorgung von Gütern gilt es, ökologische und soziale Kriterien unter Berücksichtigung möglichst der kompletten Lieferkette zu beachten.“ Daher empfiehlt der Tippgeber den Kauf von Produkten mit allgemeingültigem Umweltzertifikat, saisonale und regionale Lebensmittel möglichst aus kontrolliert biologischem Anbau sowie Fleisch aus artgerechter (BIO)Tierhaltung, Produkte, die den Respekt der Menschenrechte und Kernarbeitsnormen in der Zulieferkette sichern (z. B. keine Zwangs- oder Kinderarbeit). Außerdem sind langlebige, reparaturfreundliche, energiesparsame Produkte empfehlenswert, die leicht zu entsorgen sind. Zudem enthält der Tippgeber weitere Empfehlungen zu den Themen Papier, Elektro oder Textilien.

Weitere Informationen unter www.um-welt-bedacht.de