Bischof Kohlgraf schilderte und wertschätzte in seinem Vortrag in der katholischen Propstei St. Trinitatis die Schritte der katholischen Friedensbewegung durch siebeneinhalb Jahrzehnte. Dabei reflektierte er den Gebetsauftrag, den die Bewegung sich selbst zu Anfang als Gebetskreuzzug für den Frieden gegeben hatte. Denn: „Das Gebet ist kein Mittel, Verantwortung abzugeben; vielmehr macht das Gebet die Quellen des Handelns deutlich und benennt sie. Das Gebet verbindet Menschen mit der Quelle des Lebens – mit Gott selbst“, sagte Kohlgraf. Der Bischof erinnerte daran, dass für viele Menschen Glauben eine wesentliche Motivation sei, Schritte zur Versöhnung zu gehen.
Im Hinblick auf das Wirken von pax christi sagte Kohlgraf, Gebet und politisches Engagement ließen sich nicht gegeneinander ausspielen. In den vergangenen Jahrzehnten habe pax christi sich mit vielen politischen Themen befasst, Position bezogen und sei mit konkreten Projekten und Initiativen aktiv geworden. Er gab der Bewegung die Perspektive mit auf den Weg, neben allen politischen Stellungnahmen im Namen des biblischen Gottesglaubens eine Friedensvision wachzuhalten und die Ermutigung und das Erinnern an Weisheit und Gerechtigkeit zu verbreiten.
In seiner Predigt beim Festgottesdienst am Sonntag, 21. Mai, sagte Kohlgraf mit Blick auf den Ukraine-Konflikt: „Irgendwann wird der Zeitpunkt kommen, an dem der Krieg beendet ist. Dann wird geredet werden müssen. Ich wünsche mir, dass dann der Heilige Stuhl eine für beide Seiten anerkannte Position wird einnehmen können.“