Die Studie zur Kirchenmitgliedschaft zeige „dass es falsch ist zu meinen, man müsse nur den Inhalt besser vertreten. Es gilt zu respektieren, dass Menschen keine Sehnsucht nach Transzendenz, nach Religion oder Gott in sich tragen“, sagte Kohlgraf. Hier könne man wohl nur ein überzeugtes, reflektiertes und überzeugendes Christentum ins Gespräch bringen, gab Kohlgraf zu bedenken. „Die persönliche Begegnung wird der wichtigste Weg der Evangelisierung bleiben“, sagte er. Und weiter: „Aber: Gute Seelsorge braucht eine gute Verwaltung, der heilige Bonifatius in Mainz hat es vor Jahrhunderten nicht anders gemacht. In seinen Briefen schreibt er mehr über strukturelle Fragen als über innerliche Frömmigkeit. Ohne die von ihm geschaffenen Strukturen gäbe es den ‚Apostel der Deutschen‘ nicht“. Der Bischof mahnte: „Es wäre fatal, wenn das kirchliche Leitungspersonal, die Priester, die Kluft zwischen Evangelium und Kultur vergrößerten, indem sie nicht den geforderten Dialog auch mit den Menschen der Säkularität suchten, sondern sich allein den Frommen im Inneren der Kirche zuwenden. Und sie werden den strukturellen Fragen nicht ausweichen dürfen. Den Themen des Synodalen Weges werden wir nicht ausweichen dürfen, sie bemühen sich um eine glaubwürdige Gestalt der Kirche, sind daher wichtiger Teil der Evangelisierung, wenn auch nicht das Ganze.“