„Herausragende und vorbildliche Lehrerin und Persönlichkeit“

Marie-Luise Trocholepczy als Leiterin der Offenbacher Marienschule verabschiedet

Offenbach, 29.1.2020: Bischof Peter Kohlgraf und Marie-Luise Trocholepczy, die scheidende Leiterin der Marienschule in Offenbach (c) Bistum Mainz / Matschak
Mi 29. Jan 2020
Alexander Matschak

Offenbach. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat die scheidende Leiterin der Offenbacher Marienschule, Marie-Luise Trocholepczy, als eine „herausragende und vorbildliche Lehrerin und Persönlichkeit“ gewürdigt.

 „Von Anfang an haben Sie nicht nur durch das Wort, sondern auch durch Ihr Beispiel deutlich gemacht, dass Sie unterschiedliche Interessen von Eltern, Schülerinnen und Lehrern zu einem funktionierenden Zusammenspiel bringen wollen. Das ist Ihnen gelungen, durch Ihren persönlichen Einsatz und Ihr persönliches Beispiel, durch Ihr Bemühen, ein ganzheitliches Bildungsverständnis ins Werk zu setzen: nämlich Kindern und Jugendlichen zu helfen, mit Kopf, Herz und Hand zu lernen und für das Leben Kompetenzen zu erwerben, die sie nicht vergessen“, sagte Kohlgraf am Mittwoch, 29. Januar, in der Kirche Heilige Dreifaltigkeit in Offenbach. In der Kirche feierte Kohlgraf anlässlich der Verabschiedung von Trocholepczy einen Gottesdienst. Trocholepczy hatte die Offenbacher Marienschule seit 2003 geleitet.

„Sie haben überzeugend auf eine multireligiöse Situation reagiert“

Trocholepczy habe „über viele Jahre eine wichtige Schule unseres Bistums“ gestaltet, sagte der Bischof weiter. „Sie stehen für das Konzept einer katholischen Erziehung, das Sie als ,Profilschärfung durch Öffnung‘ beschrieben haben. Gerade hier in Offenbach haben Sie mit einem eigenen religiösen Standpunkt überzeugend auf eine multireligiöse Situation reagiert.“ Kohlgraf wies darauf hin, dass die Marienschule seit 2015 offen für muslimische und jüdische Mädchen sei.

Er betonte: „Bewusst haben Sie in die Gestaltung der Konzeption die Angehörigen anderer Religionen einbezogen und den Dialog mit Islam und Judentum im Schulprofil verankert. Dabei war es das Ziel, die religiöse Sprachfähigkeit auch der Mädchen, die nicht katholisch sind, im Hinblick auf die eigene religiöse Identität zu fördern – und damit die Entwicklung einer eigenen Religiosität bei anderen zu achten und zugleich die Möglichkeit für Toleranz zu eröffnen.“ Trocholepczy habe Grundlagen für eine religiöse und christliche Erziehung geschaffen, „wie sie in der heutigen Zeit aussehen kann“. „Katholische Identität beruht nicht auf Feindbildern gegenüber Andersdenkenden. Vielmehr soll durch die Kenntnis der eigenen Tradition die religiöse Toleranz gegenüber anderen gestärkt werden“, sagte er.

Kohlgraf betonte, dass eine Schule als Ort von Kirche ein Ort sei, „den Gott mit-bauen“ müsse. „Sie haben hier Gott einen Raum gegeben. Und das geschah nicht, indem Gott in eine Sonderwelt hineingebaut wurde, sondern indem Gott im gemeinsamen Tun, im Beten, im Lernen, im Arbeiten und im menschlichen Miteinander in Tat und Wort einen Raum gefunden hat. Gott hat hier ein Haus gebaut aus lebendigen Steinen – mit den unterschiedlichsten Menschen über die vielen Jahre hinweg. Dass das Haus nicht zusammengefallen ist, liegt sicher an dem Fundament, das Sie, liebe Frau Trocholepczy, geholfen haben mitzubauen. Und es hängt sicher auch an den vielen Menschen, die Sie beim gemeinsamen Bauen und beim Gestalten dieses Hauses mitgenommen haben“, sagte der Mainzer Bischof.

Akademische Feier

Im Anschluss an den Gottesdienst fand in der Sporthalle der Schule eine Akademische Feier statt. Den Festvortrag hielt Professor Dr. Udo Schmälzle zum Thema „Christliche Schule: Lernort für die Kirche angesichts postsäkularer Herausforderungen“. Zuvor hatte Ordinariatsdirektor Gereon Geissler, Bildungsdezernent des Bistums Mainz, Trocholepczy ihre Abschiedsurkunde überreicht.

Weitere Grußworte sprachen neben Markus Winter vom Staatlichen Schulamt Offenbach Vertreter der Schülerinnen, der Eltern, des Fördervereins und der Mitarbeitervertretung. Zu Beginn hatte Markus Tumbrink als stellvertretender Schulleiter die anwesenden Gäste begrüßt. Die Feier schloss mit einem Dankwort Trocholepczys. Musikalisch gestaltet wurde die Akademische Feier von den Schülerinnen und Lehrern der Marienschule.