Die Physiognomik ist eine bereits in der Antike entwickelte Methode, vom Äußeren eines Menschen auf seinen Charakter zu schließen. Erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wird jetzt der Teil von Lavaters Sammlung, der in der so genannten „Schlosserschen Bibliothek" des Frankfurter Juristen und Privatgelehrten Fritz Schlosser (1780-1851) in der Martinus-Bibliothek erhalten ist. Die Vernissage mit der Tübinger Literaturwissenschaftlerin Dr. Sabine Gruber, die die Ausstellung konzipiert hat, findet am Freitag, 15. November, um 18.15 Uhr in der Martinus-Bibliothek statt. Bei freiem Eintritt ist die Ausstellung bis zum 21. Februar 2014 während der Öffnungszeiten der Martinus-Bibliothek zu sehen.
Lavater legte als Grundlage für seine physiognomischen Publikationen eine umfangreiche Sammlung mit Porträts und anderen Darstellungen von Personen und zwar aus Originalen, aber auch Kopien von Werken bekannter Künstler an. Jeder Darstellung fügte Lavater einen Kommentar mit einer Deutung von Gesicht oder Gestalt an. Der Hauptbestand seiner Sammlung befindet sich heute in der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien. Weitere Teilbestände sind in mehreren europäischen Städten erhalten. Die Ausstellung thematisiert außerdem auch die zeitgenössische Kritik an Lavaters physiognomischen Vorstellungen und spätere Entwicklungen physiognomischer Deutungsmuster. Darüber hinaus bietet die Schau eine Einführung in Lavaters Leben und Werk.
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