Mainz. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat den ernannten Mainzer Weihbischof, Pater Joshy Pottackal OCarm., und Professor Dr. Tonke Dennebaum zu Domkapitularen am Hohen Dom zu Mainz ernannt. Pater Joshy Pottackal ist am 26. November 2025 von Papst Leo XIV. zum Weihbischof ernannt worden und ist Referent für die Geistlichen im Bistum. Seine Weihe findet am Sonntag, 15. März, im Mainzer Dom statt. Damit nimmt er auch seinen Platz im Chorgestühl des Mainzer Doms ein. Dennebaum ist seit 2023 Leiter des Kommissariats der Katholischen Bischöfe im Lande Hessen. Darüber hinaus leitet er seit 2025 die Abteilung für Fundamentaltheologie und Religionswissenschaften der Katholisch-Theologischen Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Seine Einführung wird Bischof Kohlgraf am Sonntag, 3. Mai, im Mainzer Dom in der Vesper um 17.00 Uhr vornehmen.
Mit den beiden Ernennungen durch Bischof Kohlgraf ist das Mainzer Domkapitel, das seit 1821 aus dem Domdekan als Vorsitzendem und sechs Domkapitularen besteht, wieder vollständig. Die Mitglieder sind: Domdekan Henning Priesel als Vorsitzender sowie die sechs Domkapitulare: Generalvikar Dr. Sebastian Lang, Geistlicher Rat Klaus Forster, Geistlicher Rat Michael Ritzert, Prof. i. K. Dr. Franz-Rudolf Weinert, der ernannte Mainzer Weihbischof, Pater Joshy Pottackal OCarm., und Prof. Dr. Tonke Dennebaum.
Joshy George Pottackal wurde am 30. April 1977 in Meenkunnam im indischen Bundesstatt Kerala geboren. Im Anschluss an seine Schulzeit besuchte er ab 1992 das Knabenseminar der Karmeliten. Nach Vollendung des Noviziats im Jahr 1996 legte er seine erste Profess ab. Anschließend studierte Pottackal im Calvary Institute of Philosophy and Religion der Kapuziner in Thrissur Philosophie und im Dharmaram Vidya Kshetram der Karmeliten in Bengaluru Theologie. 2003 empfing er in Thrissur die Priesterweihe.
Im Jahr 2004 kam Pottackal nach Mainz, wo er zunächst die Sprachschule und danach das Pastoralseminar für die Ordenspriester an der philosophisch-theologischen Hochschule Münster besuchte. Seit 2006 ist er für das Bistum Mainz tätig, zunächst als Stadt-Jugendseelsorger und parallel als Kaplan in Mainz, unter anderem in Mainz-Hechtsheim und Mainz-Oberstadt. In dieser Zeit erfolgte auch seine Pastorale Ausbildung im Bistum.
2009 ging er als Pfarrer in die Pfarrgemeinde Neckartal, wo er in der Klostergemeinschaft in Hirschhorn wohnte. In der damals bestehenden Dekanatsstruktur engagierte er sich ab 2016 als stellvertretender Dekan im Dekanat Bergstraße-Ost und ab 2021 bis zur Auflösung der Dekanate als kommissarischer Dekan. Darüber hinaus hat er seit 2016 das Amt des Regionaloberen für die in Deutschland lebenden Mitglieder der indischen St. Thomas Provinz des Karmelitenordens inne.
Zum 1. November 2022 erfolgte der Wechsel ins Bischöfliche Ordinariat nach Mainz, wo er im Karmelitenkloster wohnt und als Personalreferent mit Schwerpunkt Priester tätig ist. Die neu geschaffene Aufgabe als Formationspräfekt im Priesterseminar nahm er seit 2024 bis November 2025 gemeinsam mit Diözesanjugendseelsorger Daniel Kretsch wahr. Für die Aufnahme von Seminaristen ins Priesterseminar und die Zulassung zur Weihe wird künftig nicht nur das Votum des Regens entscheidend sein, sondern das der Formationspräfekten. Pottackal ist beratendes Mitglied im Priesterrat des Bistums Mainz. Außerdem war er Mitglied im diözesanen Ordensrat. Papst Leo XIV. hat Pater Joshy Pottackal am 26. November 2025 zum Weihbischof im Bistum Mainz ernannt. Seine Weihe findet am 15. März 2026 im Mainzer Dom statt.
Tonke Dennebaum wurde am 7. August 1974 in Mainz geboren. Nach dem Theologiestudium in Mainz, Münster und Rom war er bis 2004 als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung für Fundamentaltheologie und Religionswissenschaften im Fachbereich Katholische Theologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz tätig. Er wurde am 9. Juli 2005 von Kardinal Lehmann zum Priester geweiht. Ebenfalls im Juli 2005 legte er an der Universität Mainz seine theologische Doktorarbeit „Kein Raum mehr für Gott? Wissenschaftlicher Naturalismus und christlicher Schöpfungsglaube“ vor. Die Promotion wurde mit dem Preis der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ausgezeichnet. Seine erste Kaplansstelle trat Dennebaum in Langen St. Albertus Magnus und Liebfrauen an. Ab November 2006 war er zusätzlich Dekanatsjugendseelsorger im Dekanat Dreieich. Im August 2008 wurde er Geistlicher Leiter der Katholischen jungen Gemeinde (KjG) im Bistum Mainz und mit halber Stelle zur Habilitation freigestellt. Von 2009 bis 2011 war er Bischöflicher Sekretär von Kardinal Karl Lehmann.
Anschließend schloss er an der Universität Mainz bei Professor Dr. Alexander Loichinger seine Habilitation über Edith Stein ab. Die Arbeit trägt den Titel „Freiheit, Glaube, Gemeinschaft. Theologische Leitlinien der Christlichen Philosophie Edith Steins“. Während der Habilitation war er an der Mainzer Fakultät als Lehrbeauftragter tätig und außerdem in die Seelsorge der Pfarrgruppe Zaybachtal in Mainz eingebunden. Zum 1. Oktober 2017 wurde Dennebaum Regens des Mainzer Priesterseminars und Leiter des Pastoral- und Ausbildungsseminars des Bistums Mainz. Das Priesterseminar ist als Haus der kirchlichen Berufe das zentrale Ausbildungshaus des Bistums Mainz. Von April 2023 bis März 2024 hat Dennebaum am Institut für Katholische Theologie der RWTH Aachen die Vertretung der Professur für Systematische Theologie übernommen. Am 1. September 2023 wurde er Leiter des Kommissariats der Katholischen Bischöfe im Lande Hessen. Das Kommissariat vertritt die Belange der hessischen Diözesen bei der Landesregierung, dem Landtag und den politischen Parteien sowie bei den gesellschaftlichen Gruppen und Verbänden auf Landesebene.
Im Dezember 2024 wurde Dennebaum zum außerplanmäßigen Professor der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ernannt. Seit April 2025 leitet er dort an der Katholisch-Theologischen Fakultät die Professur für Fundamentaltheologie und Religionswissenschaften. Dennebaum ist seit 2015 Mitglied des Vorstands und seit 2021 Vizepräsident der Edith Stein-Gesellschaft Deutschland, er ist Mitglied des Kuratoriums der Edith Stein-Stiftung in Köln sowie Prior der Komturei St. Hildegard Mainz/Wiesbaden des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem.
Stichwort: Mainzer Domkapitel
Das Mainzer Domkapitel ist ein Klerikerkollegium zur Feier der Liturgie an der Bischofskirche und zu weiteren satzungsmäßigen Aufgaben im Bistum. Besondere Bedeutung hat das Domkapitel bei der Wahl eines neuen Bischofs. Daneben wirkt das Gremium beratend an der Leitung und Verwaltung des Bistums mit. Sie sind vor allem für die Pastoral des Kirchortes „Mainzer Dom“ sowie für Verwaltung, Erhalt und Unterhalt der Bischofskirche und der dazugehörenden Einrichtungen zuständig. Das Domkapitel ist eine selbstständige Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Satzungsautonomie und eigenem Vermögenshaushalt.