Mainz. Um den Glauben in die Öffentlichkeit zu tragen, müsse man nicht immer laut sein: „Wenn ich als Christ Freude ausstrahle, dann wirkt das. Und wenn ich das, was ich predige, auch in meinem Leben widerspiegelt, dann wird das wahrgenommen.“ Das sagte der neue Mainzer Weihbischof, P. Joshy Pottackal O.Carm., am Donnerstagabend, 26. März, im Erbacher Hof in Mainz. Der Abend stand unter der Überschrift „Hoffen in Zeiten der Herausforderung. Weihbischof Pater Joshy George Pottackal O. Carm. im Gespräch“. Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Andreas Linsenmann von der Akademie des Bistums.
Weihbischof Pottackal erzählte, dass er in einer sehr christlichen Familie im indischen Kerala aufgewachsen ist: „Dort spielt der Glaube eine größere Rolle als hier.“ Ein besonderes Vorbild sei ihm in der Jugend sein Heimatpfarrer gewesen, der sich sehr für Familien engagiert habe und trotz großer Hierarchien in der Gesellschaft stets auf Augenhöhe mit den Menschen gesprochen habe. Einer seiner Brüder ist als Karmelit in Kanada und sein Cousin sei Karmelit in Irland. Was die Berufungen angehe, sei Situation der Karmeliten in Europa inzwischen schwierig, sagte Pottackal, erinnerte aber an das weltweite Wachstum des Ordens: „In Afrika und Indien wächst der Orden und Indonesien ist mittlerweile unsere größte Provinz.“
Zum Pastoralen Weg im Bistum Mainz befragt, erinnerte Pottackal daran, „dass der Pastorale Weg als spiritueller Weg begonnen wurde. Auch wenn wir jetzt viel mit Gebäudeprozessen und Finanzfragen zu tun haben, sollten wir diesen spirituellen Aspekt nicht zu kurz kommen lassen“. Pottackal war am 26. November 2025 von Papst Leo XIV. zum Weihbischof ernannt worden. Die Bischofsweihe von Pottackal hatte der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf am 15. März im Mainzer Dom vorgenommen. Er ist der erste Bischof in Deutschland, der nicht aus Europa stammt.