Mainz. „Kirche und Gesellschaft sind immer im Wandel. Aber wer, wenn nicht wir, hält die Gottesfrage hoch und macht deutlich, dass Gott uns auch in den Krisen und Umbrüchen dieser Zeit begleitet?“ Das sagte Pater Elias. H. Füllenbach OP beim traditionellen „Tag des geweihten Lebens“ am Montag, 2. Februar, in der Aula des Mainzer Priesterseminars.
Die eigene Spiritualität müsste den Orden auch in den heutigen Krisen helfen, resilient zu sein, sagte Pater Elias: „Wir müssten anderen Mut machen, in Krisen den Mut nicht zu verlieren.“ Der Vortrag des Kirchenhistorikers aus Düsseldorf stand unter der Überschrift „Ordensleben in den Umbrüchen unserer Zeit“.
Pater Elias würdigte die große Zahl ausländischer Ordensgemeinschaften in Deutschland als „großen Schatz und Bereicherung“. Diese in der großen Internationalität zum Ausdruck kommende Vielfalt des Ordenslebens müsste in Kirche und Gesellschaft noch viel deutlicher zum Ausdruck gebracht werden, sagte Pater Elias. Am Beispiel der Säkularisation Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts hatte Pater Elias aufgezeigt, welch massiven Veränderungen Ordensleute sich früher bereits stellen mussten.
Zu dem Treffen des Ordensrates im Bistum Mainz waren knapp 100 Ordensleute, Mitglieder aus Säkular-Instituten und geweihte Jungfrauen gekommen. An den Vortrag schloss sich ein reges Gespräch an über Möglichkeiten und Grenzen der Orden angesichts der aktuellen Umbrüche.
Moderiert wurde die Aussprache von P. Frano Prcela OP, dem Vorsitzenden des Ordensrates im Bistum Mainz, sowie Ordensreferentin Schwester Helena Hopf vom Vorstand des Ordensrates. Pater Frano hatte zu Beginn darauf hingewiesen, dass der „Tag des geweihten Lebens“ in diesem Jahr bereits zum 30. Mal begangen wird, da er 1997 von Papst Johannes Paul II. zur Wertschätzung des geweihten Lebens in einer größeren Öffentlichkeit eingeführt worden war.
Zu Beginn des Abschlussgottesdienstes fand im Kreuzgang des Priesterseminars die Kerzenweihe mit einer kurzen Prozession statt. Pater Elias feierte die Eucharistie zusammen mit Pater Frano sowie dem Regens des Mainzer Priesterseminars, Pfarrer Michael Leja, mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern in der Kirche des Priesterseminars, die mit dem Blasius-Segen angeschlossen wurde.