Zukunftsdialog „Vertraute Orte - Neues Leben“:Die Empfehlungen des Runden Tisches

Im Rahmen des Zukunftsdialogs "Vertraute Orte - Neues Leben" haben die Mitglieder des Runden Tisches Empfehlungen für die zukünftige Nutzung der Hildegardkirche, der Marienkirche und der Michaelskirche ausgesprochen.
Beginnend mit dem Prolog werden wir Ihnen die einzelnen Empfehlungen in alphabetischer Reihenfolge in den nächsten Tagen für jeden Kirchenstandort vorstellen.
Prolog - Ausgangslage für den Beteiligungsprozess
Der Leerstand der drei Viernheimer Kirchen und der damit schleichende Verfall der Kirchenräume stellen keine zufriedenstellende Situation dar. Auch, weil der momentane Zustand der Bedeutung der Kirchengebäude nicht gerecht wird.
Deshalb sollen die Hildegardkirche, die Marienkirche und die Michaelskirche künftig einer anderen Nutzung zugeführt werden.
Kirchengebäude aufzugeben ist für eine Kirchengemeinde immer schmerzhaft. Gleichzeitig bietet eine Nachnutzung der Gebäude auch sehr viele Chancen und Möglichkeiten für alle Menschen in Viernheim.
Um gute Ideen und tragfähige Lösungen für alternative Nutzungen zu finden und damit „Neues Leben“ in den drei denkmalgeschützten Kirchengebäuden zu ermöglichen, hat die katholische Pfarrgemeinde Hl. Johannes XXIII. und die Stadt Viernheim einen öffentlichen Zukunftsdialog angestoßen.
Im Rahmen des mehrstufig angelegten Zukunftsdialogs konnten die Viernheimer Bürgerinnen und Bürger Ihre Ideen und Anregungen in verschiedene Beteiligungsveranstaltungen und -formate einbringen.
Der Runde Tisch und seine Mitglieder

Der Zukunftsdialog wurde dabei zusätzlich durch den Runden Tisch kontinuierlich und in gleichbleibender Besetzung begleitet.
Der Runde Tisch setzt sich zusammen aus Vertreterinnen und Vertreter der Kirchengemeinde und des Bistum Mainz, der Stadtverwaltung und Stadtverordnetenversammlung, der Wirtschaft, dem Kulturbereich und des Heimatvereins sowie aus Viernheimer Bürgerinnen und Bürgern.
Ebenso eingeladen und beteiligt waren die Denkmalbehörden des Landes, des Kreis sowie des Bistums.
Die Aufgabe des Arbeitsgremiums war, eigene inhaltliche Impulse zu setzen, die von der Öffentlichkeit eingebrachten Ideen und Anregungen zu erörtern, weiterzuentwickeln und sie wieder in die öffentliche Diskussion einzubringen.
Der Beteiligungsprozess findet nun mit der Projektrevue am 22.06.2026 seinen vorläufigen Abschluss.
Empfehlungen des Runden Tisches für die drei Kirchenstandorte

Vor diesem Hintergrund hat sich der Runde Tisch in seiner 3. und abschließenden Sitzung am 20.04.2026 nochmals ausführlich über die im Rahmen des Zukunftsdialogs diskutierten Ideen und Anregungen ausgetauscht, um seiner Aufgabe Rechnung zu tragen, am Ende des Beteiligungsprozesses lösungsorientierte wie tragfähige Empfehlungen für in Betracht kommende Nachnutzungen der Kirchenstandorte zu formulieren.
Dabei dokumentiert die Empfehlung den aktuellen Diskussions- und Kenntnistand und stellt somit einen ersten wichtigen Arbeitsschritt dar.
Erste Schritte

Eine temporäre Bespielung und angemessen umsetzbare Zwischennutzungen – gleichwohl um empfohlene Nutzungsoptionen auszuprobieren oder als Testfeld für neue Ideen – werden dabei ausdrücklich als Option empfohlen.
Auch wenn diese auf dem Weg zu einer dauerhaft angestrebten Nachnutzung nur einen ersten Schritt darstellen, dienen sie einem wertbringenden Erhalt der Kirchengebäude als wichtige Orte für die Viernheimer Stadtgesellschaft
Der weitere Weg

Im Weiteren obliegt es den Gremien der Pfarrei Hl. Johannes XXIII. die Empfehlungen zu beraten und ggf. standortabhängig erforderlich zu viertiefende Fragen hinsichtlich einer Machbarkeit und Umsetzung mit entsprechend verantwortlichen Akteuren zu erörtern.
Dies gilt insbesondere mit Blick auf denkmalschutzrechtlich wie planungsrechtlich und bautechnisch relevanter Aspekte, wie auch finanziell und wirtschaftlich langfristig tragfähige Lösungen.
Unabhängig der nachfolgend für die drei Kirchenstandorte jeweils standortbezogen formulierten Empfehlung des Runden Tisches wird eine religiöse Nutzung der drei Kirchengebäude durch andere Glaubensgemeinschaften oder die Veranstaltung ökumenischer Angebote in Verantwortung anderer christlicher Kirchen oder religiöser Glaubensgemeinschaften grundsätzlich begrüßt, speziell als mögliche Zwischennutzung.