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Predigt Pater Adam Zak, SJ am 02.08.2026:Die Macht der mitfühlenden Liebe

Baum_Herz
Jesu Christi ist das Mitgefühl Christi. Es zieht uns an. Es ermutigt uns Gott zu vertrauen in allen Umständen unseres Lebens.
Datum:
4. Aug. 2026
Von:
Pater Adam Zak, SJ

Liebe Schwestern und Brüder im Herrn,

die Lesung aus dem Apostelbrief an die Römer hat uns meines Erachtens sehr gut darauf vorbereitet, was wir dann im Evangelium hörten: nämlich die Kernaussage von Paulus in diesem Abschnitt des Briefes ist: Nichts kann uns trennen. Nichts kann mich trennen von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus, unserem Herrn geoffenbart ist.

Und diese Grundlage brauchen wir, wenn wir so ein Zeichen hören, wie dieses in dem heutigen Evangelium nach Matthäus.

Denn wenn man das heutige Evangelium hört, ist man gleich von der Größe des Zeichens der Brotvermehrung beeindruckt, einmal von der großen Anzahl derer, die mit wenigen Broten und Fischen gespeist werden konnten. Das beeindruckt, das ist die Anziehungskraft und die Macht Christi, die sich in diesem Zeichen kundtut.

Tausende gingen ihm nach, obwohl Jesus selber sich in eine einsame Gegend zurückgezogen hat, als er hörte, dass Johannes enthauptet worden war. Vielleicht suchte die Menge Jesu gerade deswegen, weil er, weil die Menschen von der Enthauptung des Johannes beunruhigt waren. Sie kamen doch vielleicht nicht mehr zurecht mit dem Ganzen, mit allen Aussagen, mit all dem, was der Prophet Johannes der Täufer getan hat.

Die Anziehungskraft ist in der Tat ein wichtiger Hinweis des Zeichens der Brotvermehrung. Es offenbart die Macht Gottes, die Macht Christi und die Vitalität der messianischen Erwartung. So begegnen sich diese beiden Wirklichkeiten. Die Macht der Anziehung, die Jesus ausübt durch seine Lehre, durch sein Ziehen durch die Dörfer und Städte, durch seine Begegnungen mit den Menschen, auch mit durch seine guten Taten. Alle Menschen sind voller Erwartung: was ist denn von der Verkündigung von Johannes dem Täufer wahr? Hat er den richtigen angezeigt als Messias?

Dies zeigt die Vitalität der messianischen Erwartung seiner Zeitgenossen, die offensichtlich die Verheißungen der Propheten und auch des letzten Propheten Johannes des Täufers ernst genommen haben.

Und diese sich offenbarende Macht und die Verheißungen der Propheten kann man aber missverständlich deuten. Der heilige Evangelist Johannes macht es an einer Stelle deutlich, wie die Zeichen Jesu missdeutet wurden. Sie wollten ihn nämlich zum König machen. Eine weltliche Erwartung hatten sie ihm gegenüber. Eine Macht wollten sie ihm schenken, eine Macht über sich. Und auch dort zog sich Jesus zurück. Das war nicht seine Sendung.

In diesem Abschnitt von Matthäus gibt es einen Nebensatz, der uns nun helfen kann. Diese sich offenbarende Macht Christi, diese Anziehungskraft Christi und die Art, wie sich in Jesus die messianische Prophetie erfühlt, unmissverständlich zu deuten ist. Dieser Satz, der uns hilft, dieses Ereignis zu deuten, lautet: "Als er aus dem Boot ausstieg, sah er die vielen Menschen und hatte er Mitleid mit ihnen und heilte ihre Kranken."

Es ist also nicht eine Angelegenheit der weltlichen Macht, der Manipulation der Menge, sondern eine Angelegenheit des Herzens. Keine Suche nach öffentlichkeitswirksamen Mitteln, mit denen Jesus eventuell Nachfolger oder Schüler zusammen wollte, zusammenrufen wollte. Die Macht, die Jesus äußert, ist die Macht der mitfühlenden Liebe.

Wenn die christliche Tradition zu Recht diese Zeichen der Brotvermehrung mit der Eucharistie in Verbindung setzt, dann offenbart uns dieser Nebensatz des Mitleides, dass auch Eucharistie, auch das, was wir hier tun, Ausdruck dieser mitfüllenden Anwesenheit und Liebe ist. Jesu Christi ist das Mitgefühl Christi. Es zieht uns an. Es ermutigt uns Gott zu vertrauen in allen Umständen unseres Lebens. Das Zeichen, nachdem Jesus in das Haus des Vaters zurückkehrte, um uns Wohnungen dort vorzubereiten. Zeichen der Zeit in der Welt soll sich durch uns selbst wiederholen. Und das wiederholt sich vielfältig. An Christi Mitgefühl dürfte sich auch unsere Güte entzünden und entzündet sich.

Wir kennen die Beispiele: Unsere Bereitschaft für andere, Helfer für andere zu sein, selbst wenn wir nicht viel dazu beitragen können, dass der Friede herrscht, dass der Friede auf die Erde zurückkehrt. Es ist doch die Ausdauer, liebevolle Ausdauer mit der z.B. hier in der Apostelkirche bei jeder Eucharistiefeier nach der Kommunion das Friedensgebet um den Frieden in der Welt gesprochen und gebetet wird.

So lassen wir uns durch das Mitleid Jesu stärken in guten Taten und in der Ausdauer nach den Verheißungen Gottes zu schauen und diese nach Möglichkeit auch erwirken, wenn es uns dazu die Fähigkeit und die Möglichkeit gegeben wird. Und um in Frieden mit den Mitmenschen zu leben, dazu haben wir jeden Tag Gelegenheit.

Wir brauchen nicht große Diplomatie, sondern eben diese an Christi Liebe entzündete Güte zu haben und Einfühlungsvermögen.

Amen.