20 Jahre Tafel Viernheim:Ein Abend voller Dankbarkeit, Begegnung und Hoffnung

Es war ein wunderschöner Abend, ein Abend voller Dankbarkeit, Begegnung und Freude: Am Samstag, 15. August, feierte die Tafel Viernheim ihr 20-jähriges Bestehen. Gemeinsam mit dem Fest Maria Himmelfahrt waren alle Viernheimerinnen und Viernheimer eingeladen, dieses besondere Jubiläum zu feiern und vor allem eines zu tun: Danke zu sagen.
Der Abend begann mit einem festlichen und zugleich sehr ergreifenden Gottesdienst im Katholischen Sozialzentrum. Pfarrer Dr. Ronald Givens stellte in seiner Predigt ein Bild des italienischen Malers Caravaggio in den Mittelpunkt, das in Rom entstanden ist. Zu sehen sind zwei Wallfahrer, die vor Maria mit dem Jesuskind knien. Dabei lenkte er den Blick auf die beiden Wallfahrer und ihre gefalteten Hände, aber auch auf den Stab, der sie begleitet.
Beides, so wurde deutlich, gehört zusammen: der Glaube, das Vertrauen und das Gebet – und zugleich die ganz konkrete Zuwendung zum Menschen. Der Stab wurde dabei auch mit dem bekannten Wort aus Psalm 23 verbunden: „Dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht.“ Eine Botschaft, die gerade auch für die Arbeit der Tafel eine besondere Bedeutung bekommt: Menschen brauchen nicht nur gute Worte, sondern konkrete Hilfe, Zuwendung und jemanden, der ihnen zur Seite steht.
Seit 20 Jahren geschieht genau das bei der Tafel Viernheim. Was aus einer konkreten Notsituation heraus entstanden ist, ist heute zu einem festen und wichtigen Bestandteil des sozialen Lebens in unserer Stadt geworden. Rund 80 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter engagieren sich inzwischen dafür, dass Lebensmittel nicht weggeworfen werden, sondern Menschen zugutekommen, die sie dringend benötigen. Woche für Woche werden auf diese Weise rund 1.500 Menschen erreicht.
Auch Gemeindereferent Herbert Kohl, der die Tafel seit ihren Anfängen begleitet und für sie verantwortlich ist, erinnerte daran, dass die Gründung der Tafel aus einer ganz konkreten Notsituation heraus entstanden ist. Ein Mensch hatte weggeworfenes Brot genommen, weil er offenbar nichts anderes zu essen hatte. Diese Erfahrung ließ die Frage entstehen: Was können wir tun?
Diese Frage ist bis heute aktuell. Und sie soll auch in Zukunft die Arbeit der Pfarrei Hl. Johannes XXIII. prägen: Not sehen, Not erkennen und etwas gegen diese Not tun. Dort helfen, wo Menschen Unterstützung brauchen, und nicht einfach wegsehen. Das ist der Auftrag, der hinter der Tafelarbeit steht.
Zum Jubiläum gab es zahlreiche Glückwünsche und Worte des Dankes. Bürgermeister Matthias Baaß würdigte das große Engagement der vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer und dankte ihnen für ihren Einsatz für die Menschen in Viernheim. Pfarrer Klaus Traxler überbrachte die Glückwünsche der evangelischen Kirchengemeinde. Sven Kaempf übermittelte in Vertretung von Landrat Christian Engelhardt die Grüße und guten Wünsche des Kreises. Allen gemeinsam war der Dank an die Menschen, die die Tafel seit 20 Jahren mit ihrem Engagement tragen.
Im Anschluss an den Gottesdienst wurde gefeiert. Helen Lenzen sorgte mit ihrem Gesang für die musikalische Gestaltung, begleitet von Norbert Roschauer an der Gitarre. Bei einem gemeinsamen Imbiss wurde gegessen, erzählt, gelacht und auf die vergangenen 20 Jahre zurückgeblickt. Die Atmosphäre war ausgelassen und gelöst – ein fröhliches Fest der Begegnung.
Ein besonderer Blickfang und zugleich ein Zeichen für die Zukunft ist inzwischen das große Bild „Mahl der Völker“, das die Front des Tafelgebäudes schmückt. Es steht für eine Vision, die weit über die tägliche Arbeit der Tafel hinausweist: das Bild von Menschen aus allen Völkern, die gemeinsam an einem Tisch sitzen und miteinander feiern.
Vielleicht ist genau das ein schönes Bild für das, worum es letztlich geht: dass alle Menschen einen Platz haben, dass niemand ausgeschlossen wird und dass wir als Menschheitsfamilie miteinander ein großes Fest feiern können.
20 Jahre Tafel Viernheim – das sind 20 Jahre gerettete Lebensmittel, 20 Jahre konkrete Hilfe und vor allem 20 Jahre Menschen, die füreinander da waren und sind.
Daher gilt unser Dank Gott, allen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, allen Unterstützerinnen und Unterstützern – und allen Menschen, die mithelfen, dass aus Not Hoffnung und aus Hilfe Gemeinschaft wird.