Predigt Pfarrer Dr. Givens vom 18.10.2026:Gebt Gott, was Gott gehört

Schließen wir uns zusammen mit allen Menschen, mit denen wir die Liebe, den Glauben und die Hoffnung teilen können
Erst einmal Dankeschön (an die Kantorinnen) für das Singen und Loben. Liebe Schwestern und Brüder im Herrn, da kommen die Abgesandten der Pharisäer und sie beginnen ein Gespräch, das erst einmal ganz freundlich beginnt, aber ganz schnell wird der Widerhaken sichtbar. Es wird unangenehm, es wird zu Falle. Jesus kann souverän reagieren.
Ich weiß nicht, wie Ihnen das geht, aber mir geht es ganz oft so. Danach wüsste ich, was ich gerne gesagt hätte. Und nachts im Bett hätte ich eine Million Antworten, was ich auch gerne gesagt hätte. Aber in der Situation, wenn der Widerhaken trifft, wenn das Gespräch so ist, dass man merkt, jetzt werde ich ausgehorcht, jetzt werde ich benutzt, jetzt tut sich eine Falle auf. Entweder reagiere ich dann im Jähzorn und dann mache ich mich schuldig oder ich reagiere pampig und dann mache ich mich auch schuldig oder ich sage genau das, was ich nicht sagen möchte. Ich weiß nicht, ob es Ihnen besser geht, aber wahrscheinlich kennen wir alle die Situation, wo wir das Gefühl haben, das ist kein sauberes Gespräch, das ist kein ehrliches Gespräch, da geht es nicht um mich, da geht es nicht um das, was wir gerade reden, sondern da tut sich eine Falle auf. Und danach ist man beschmutzt, danach ist gar nichts gut. Und das gibt es in der Familie, das gibt es am Arbeitsplatz, das gibt's in der Politik und das gibt's in der Kirchengemeinde.
Das gibt's in so vielen Fällen, dass man am Ende eigentlich ratlos ist und nicht die Weisheit Jesu hatte. Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser ist, Gott, was Gott ist. Und wir alle sehnen uns danach, dass doch in dieser Welt, in der Opfer zu Tätern stigmatisiert werden und Täter auf einmal Geschäftspartner sind. In einer Welt, in der scheinbar nur noch gedealt wird. Das, was man höchstens in den dunklen Ecken mit Heroin früher getan hat, das passiert auf der Weltbühne. In einer Welt, in der die Werte scheinbar nichts mehr wert sind und wir jeden Morgen uns die Augen reiben über das, was entwertet worden ist, sehnen wir uns doch danach, so eine klare Richtung zu haben, dem Kaiser zu lassen, was dem Kaiser ist und Gott zu geben, was Gott ist.
Und da ist es gut, den Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Thessalonich, den die Frau Schreck vorgelesen hat, sich in Erinnerung zu rufen. Es ist, Das älteste Schriftstück, das wir im Neuen Testament haben, der Brief, den Paulus an die Gemeinde schreibt in Thessalonich.
Wahrscheinlich erinnern Sie sich, wie es beginnt. Da schreibt Paulus und er schreibt nicht allein, er schreibt gemeinsam mit anderen. Und dann beginnt er erst einmal, das, was Sie gemacht haben, Gott zu danken und zu loben. Und als nächstes, bevor er überhaupt irgendetwas schreibt, da schreibt er dieser Gemeinde: "Ich danke euch. Ich danke euch für die guten Werke, die ihr aus Liebe tut. Ich danke euch, dass eure Hoffnung bei aller Bedrängnis nicht kleiner geworden ist. Und ich danke euch, dass wir einen gemeinsamen Glauben haben. Was für ein Briefanfang!
Da schreibt einer über all das Gute, das er bei den anderen sieht, wofür er dankbar ist. Das wäre ein Weg für uns alle, dass in dieser Welt sich etwas verändert, dass etwas wieder seinen Wert bekommt, sich mit denen zusammenzuschließen, von denen wir sagen: Ich bin dankbar, dass du glaubst.
Es gibt bei so vielen Menschen einen Glauben. Es gibt nicht den einen Glauben, aber es gibt verschiedene Wege des Glaubens. Nicht zu schauen, wo glaubst du falsch und wo glaubst du anders? Und wo glaube ich besser oder richtiger, sondern zu schauen: Was glaubst du? Was ist dir wichtig und was ist dir heilig? Und wo können wir uns einander im Glauben stärken? Und da werden wir staunen, wie viel Glauben wir finden bei denen, die heute Morgen hier sind, in aller Unterschiedlichkeit. Wie viel Glauben wir finden bei denen, die Muslime sind, wie viel Glauben wir finden, die Buddhisten oder Hinduisten sind, wie viel Glauben da ist und wie gut es täte, wenn die, die glauben, einander bestärken und sagen: Es ist gut, dass du glaubst.
Wir wollen das Heilige in die Welt bringen. Wir wollen uns nicht darüber streiten, wer besser und wer richtiger glaubt, sondern Ich bin dankbar, dass du glaubst in einer Welt, in der so vieles nicht mehr glaubwürdig ist, müssen die, die glauben, sich einander bestärken, dass es sich lohnt zu glauben, dass da ein Gott ist, dessen Kinder wir sind, dass da ein Gott ist, der in unterschiedlichen Sprachen und Weisen in den Menschen sich offenbart. dass wir dankbar sind, in Jesus Christus einen Weg gefunden zu haben, an diesen Gott zu glauben und staunen dürfen, dass andere einen anderen Weg gefunden haben.
Und sicher ist es ein Weg, wenn wir hinschauen auf die Werke der Liebe. Die gibt es so vielfältig an unserem Arbeitsplatz, in ganz unterschiedlich großen und kleinen Gesten, dass Menschen aus Liebe etwas füreinander tun. Das zu benennen und nicht zu übersehen, einander zu bestärken und zu sagen: Das ist gut, was du machst. Das ist gut, wie du auf den Kollegen, auf die Kollegin reagiert hast. Ich bin dir dankbar für deinen Dienst, für das, was du bringst.
Es gibt so viele, die nur noch hinschauen auf das, was falsch läuft, auf das, was zu kritisieren ist, auf das, was für alle nur Stress bringt und so wenige, die es ins Wort bringen können. Ich bin dankbar für die Werke deiner Liebe.
Und wir alle wissen, dass wir Hoffnung brauchen in einer Welt, in der uns die Hoffnung genommen wird, mit jedem Krieg, mit den vielen Bildern von Frauen und Kindern, von Menschen, die unsäglicher Angst und Not und Hunger und Terror und Gewalt ausgesetzt sind, da braucht es die, die über den Tag hinaus noch eine Vision für diese Welt haben, dass es eine Welt der Zukunft ist. eine Welt, in der eine Schöpfung wieder aufatmen kann, in eine Welt, in der Kinder eine Heimat haben und nicht flüchten müssen, eine Zukunft, eine Chance haben, einander nicht die Hoffnung abzusprechen, einander nicht zuzusprechen, deine Vision ist keine Hoffnung, deine Ideen ist keine Hoffnung, sondern miteinander zu schauen, wo hofft in dieser Welt noch jemand, wo hat er oder sie nicht schon längst resigniert, lässt nicht alles treiben und sich selbst auch treiben, sondern glaubt daran, dass es Zukunft gibt.
Zukunft für diese Welt, für die Menschen in dieser Welt, für diese ganze Schöpfung, für diese kostbare Mutter Erde. Paulus bringt das ins Wort. Ich danke Gott und ich danke für die Gnade für eure Werke der Liebe, für euren Glauben und für die Hoffnung, in der ihr steht.
Wenn uns das gelingen könnte, dass wir in dieser Welt der Wertlosigkeit, der Orientierungslosigkeit, der Hoffnungslosigkeit, der Lieblosigkeit in dieser Welt, die uns scheinbar den Atem nimmt In dieser Welt, in der nicht nur die Luft verpestet ist in Indonesien, sondern in der in der ganzen Welt die Luft verpestet ist von denen, die hinterhältig geworden sind, die Dealer geworden sind, die Fallen stellen, in dieser Welt die zu suchen, mit denen wir die Liebe, den Glauben und die Hoffnung teilen können, damit wir stark werden und ein Gegengewicht werden zu denen, die kommen, um Fallen zu stellen. Amen.