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Sichtbarer Widerstand:Katharina Katzenmaier

Gruppenbild
Eine Gedenktafel bei der Ehrenmalanlage am Graben in Heppenheim erinnert nun an das Wirken der Heppenheimer Seelorgehelferin, die im Mai 1942 wegen ihrer mutigen Haltung gegen den Nationalsozialismus und die Euthanasie verhaftet wurde.
Datum:
13. Mai 2026
Von:
Herbert Kohl

Seelsorgegehelferin gegen Nazis

Im Buch "Vom KZ ins Kloster" sind ihre Erinnerungen an die Verhaftung in Püttlingen, die Zeit der der Schutzhaft und im KZ Ravensbrück sowie an den "Todesmarsch" zusammengestellt. Sie erlebte die Befreiung und trat 1949 in den Benediktinerinnenorden von der heiligen Lioba in Freiburg bei und erhielt den Ordensnamen Theodolinde.  

Die Frage, ob sich Kirche einmischen soll in Politik stellte sich nie: es war für sie eine Selbstverständlichkeit - im Glauben lebend auch in Christi Sinn zu handeln. Eine mutige Frau. "Er starb, damit wir leben." - dieser Satz ist als Vermächtnis auf ihrem Denkmal in Püttlingen festgehalten.

 

 

Bürgerstiftung Heppenheim

Schwester Theodolinde

Frau Sibylle van de Ree, aus dem Vorstand der Bürgerstiftung erläuterte nach einführenden Worten des Bürgermeisters Rainer Burelbach wie es zu der Gedenktafel kam: im Jahr 2024, als das erste Mal Wünsche der Bürger zur Verbesserung des Lebens in Heppenheim Wünsche einreichen konnten, war das Gedenken an Schwester Theodolinde gleich auf 2 der "Wunschkärtchen" benannt. 

Bürgerwunsch, eine Initiative des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung Heppenheims, unterstützt die Umsetzung gemeinnützige und machbare Ideen von Bürgern zur Verbesserung des Lebens in unserer Stadt.

Zur Übergabe der Gedenktafel an die Öffentlichkeit kamen auf Initiative der Gemeindereferentin Claudia Flath, die im September letzten Jahres Kontakte bei einer Bildungsfahrt nach Püttlingen geknüpft hat, auch die Mutter Oberin des Klosters Heilig-Kreuz, Schwester Mercy, die von Frau Sänger und Frau Baltes begleitet wurde. In ihrem Grußwort griff sie die Bedeutung der Erinnerung an Menschen wie Schwester Theodoline (Katharina Katzenmaier) auf. 

"Langsam löst sich Blatt für Blatt von der Blüte, und es bleibt eine kleine Frucht, die wachsen will. O Herr, in Deiner Güte, lass doch mein Gemüte, das dieses Wachsen sucht, befruchten - stark und still!" (aus dem Tagebuch von Katharina Katzenmaier)