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Südengland 2026:Pilgerreise Tag 2

Gemeinsames Beten und Singen in Ivychurch
Datum:
15. Mai 2026
Von:
Ronald A. Givens

Es war eine Freundschaft, die gehalten hat. Einer hat dem anderen zugehört, einer hat dem anderen erzählt. In Briefen. Freundschaft zwischen Gregor und Augustinus. Der eine in Rom, der andere jenseits des Kanals, bei den Angeln.
In der normannischen Dorfkirche von Ivychurch beten wir gemeinsam die Laudes und staunen wie modern der Briefwechsel dieser beiden Mönche gewesen ist, der untrennbar mit dem Glauben auf der britischen Insel verbunden ist. Während wir beten und singen sitzen wir im mittelalterlichen Chorgestühl. Nur ein paar Schritte weiter hat Augustinus auf Anraten von Gregor steinerne Bänke geschaffen, damit die Alten und Schwachen sitzen können, wenn der Gottesdienst über ihre Kräfte ging.

Der Herr ist mein Hirte.

Nicht anders in der kleinen Dorfkirche von Fairfield. kleine Holzverschläge wurden in die Kirche gebaut, damit die Bauern, wenn sie müde Gottesdienst  feierten, Schutz vor Kälte und Feuchtigkeit fanden. Mit welcher Freude wurde wir in der Thomas Beckett Kirche empfangen! Die Kerzen auf dem Altar brannten zum Willkommen, Der Kelch und die Brotschale waren bereitet. Gemeinschaft in Christus. Tief aus dem Herzen kam der Wunsch, nach dem Gang über die Schafweiden, vorbei an staunenden Schafen, im Sonnenlicht vor der Kirche miteinander zu beten: Der Herr ist mein Hirte…

Am Taufbecken von St, Augustine's Church Brookland

Wie anders die Freundschaft zwischen Heinrich und Thomas. dabei waren sie ein Herz und eine Seele. Bis Thomas tief in seinem Herzen gespürt hat, welche Kraft im Evangelium steckt und welche Liebe es entfachen kann. Am Ende steht eine Mord und ein Freund, der seinen besten Freund verloren hat. In der Dorfkirche, die am Ende zu schwer für den sie tragenden Boden geworden ist, schauen wir auf diese tragische Freundschaft, die erdrückt wurde von falschen Erwartungen und der Unfähigkeit dem anderen Veränderung zuzugestehen.

Abendgebet am Meer

Am Abend beten wir die Vesper mit Blick auf das Meer, das die beiden Freunde Augustinus und Gregor nicht trennen konnte, sondern sie überwunden hatten, weil sie einander vertrauten. Dasselbe Meer, das Heinrich und Thomas getrennt und entzweit hat, weil sie zu starr waren, um das Herz des anderen zu hören.

Getragen von der Erinnerung an das Meer

Als schwere Wolken Regen herantragen steigen wir in unsere Busse und fahren durch die Marschen zurück.