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Katholisches Sozialzentrum:Sozialpraktikum der Albertus-Magnus Schule

Katholisches Sozialzentrum
Anpacken, begegnen, dazulernen: Eine Woche Sozialpraktikum im Katholischen Sozialzentrum Viernheim. Schülerinnen und Schüler der zehnten Klasse der Albertus-Magnus-Schule engagieren sich eine Woche lang für Menschen in schwierigen Lebenssituationen.
Datum:
9. Okt. 2026
Von:
Herbert Kohl

Soziale Arbeit hat mit Menschlichkeit, Respekt und Zusammenhalt zu tun.

Vorbereitung der Lebensmittel

Wie fühlt es sich an, Menschen zu helfen, die in schwierigen Lebenssituationen stecken? Was bedeutet Armut im Alltag? Und wie kann man selbst etwas bewegen? Mit diesen Fragen beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler der zehnten Klasse der Albertus-Magnus-Schule bei ihrem einwöchigen Sozialpraktikum im Katholischen Sozialzentrum Viernheim. Eine Woche lang unterstützten sie die verschiedenen Einrichtungen, lernten die vielfältigen Aufgaben kennen und begegneten Menschen, deren Lebenswirklichkeit sich von ihrer eigenen unterscheidet.

Ankommen, umschauen und selbst mit anpacken

Mit anpacken

Am Montag startete das Praktikum mit einer Führung durch das gesamte Sozialzentrum. Die Jugendlichen lernten die verschiedenen Einrichtungen und ihre Aufgaben kennen. Noch während des Rundgangs traf ein mit Lebensmitteln vollgepackter Sprinter von einer Warenabholung ein. Für die Schülerinnen und Schüler hieß es deshalb gleich: Ärmel hochkrempeln und mit anpacken!

Anschließend konnten sich die Jugendlichen anhand eines Diensteplans selbst überlegen, in welchen Bereichen sie mitarbeiten wollten. Ob bei der Tafel, im Laden mit Herz, im Kinderkleiderladen Jacke wie Hose, im AWO-Kleiderladen, in der Vesperstube oder in weiteren Angeboten des Sozialzentrums – es gab viele Möglichkeiten, sich einzubringen und neue Erfahrungen zu sammeln.

Besonders bei der Tafel zeigte sich schnell, wie wertvoll die Unterstützung war. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren von der Einsatzbereitschaft der Jugendlichen begeistert und lobten ihre Mithilfe ausdrücklich. Ob bei der Warenabholung, der Vorbereitung der Lebensmittel oder der Ausgabe: Die Schülerinnen und Schüler waren eine echte Unterstützung im Alltag.

Ein gemeinsamer Aktionstag für das Sozialzentrum

Baum

Ein besonderer Höhepunkt der Woche war der gemeinsame Aktionstag am Mittwoch. Von zehn bis 15 Uhr packten alle gemeinsam an, um das Sozialzentrum innen und außen auf Vordermann zu bringen.

Im Eingangsbereich wurde die Hecke geschnitten, Unkraut gejätet und Hackschnitzel wurden als Fallschutz an den Spielgeräten aufgefüllt. Andere Gruppen verschönerten den Ausgaberaum der Tafel mit einem kunstvoll gestalteten Baum an der Wand, lackierten Türen oder strichen eine Holzhütte. Dabei wurde nicht nur gearbeitet, sondern auch gemeinsam etwas geschaffen. Die unterschiedlichen Aufgaben boten jedem die Möglichkeit, eigene Fähigkeiten einzubringen und am Ende des Tages zu sehen, was durch gemeinsames Engagement entstehen kann.

Zur Stärkung gab es mittags Pizza für alle. Die Stimmung war bestens, und die Jugendlichen hatten sichtlich Freude daran, gemeinsam etwas zu bewegen.

Wenn Begegnungen Spuren hinterlassen

Ausgabe in der Tafel

Dass das Sozialpraktikum mehr war als eine Woche voller praktischer Aufgaben, zeigt der persönliche Rückblick einer Schülerin. Besonders beeindruckt hat sie die Begegnung mit einem ehemaligen Kunstlehrer aus der Türkei, der ehrenamtlich im Sozialzentrum mitarbeitet.

Gemeinsam mit ihm gestalteten die Jugendlichen einen Baum an einer Wand im Ausgaberaum. Rund um den Baum entstanden Symbole, die für Frieden und Zusammenhalt stehen – darunter drei Tauben und Abdrücke ihrer Hände. Der ehemalige Kunstlehrer brachte seine künstlerischen Fähigkeiten ein, ging auf die Wünsche der Jugendlichen ein und unterstützte sie bei der Gestaltung. Gleichzeitig boten die Gespräche eine Gelegenheit, Deutsch zu sprechen und zu üben.

Die Schülerin beschreibt in ihrem Rückblick, was ihr dabei deutlich geworden ist: „Es geht darum, Menschen das Gefühl zu geben, gesehen und ernst genommen zu werden.“

Sie hat erfahren, dass Hilfe nicht immer etwas Großes sein muss. Oft können schon ein Gespräch, ein wenig Zeit oder ein offenes Ohr viel bewirken. Werte wie Respekt, Hilfsbereitschaft, Geduld und Mitgefühl wurden für ihn nicht nur besprochen, sondern ganz praktisch erlebbar.

Eine Woche, von der beide Seiten profitieren

Türen streichen

Auch am Freitag waren die Jugendlichen nochmals in den verschiedenen Einrichtungen im Einsatz. Zum Abschluss hielten sie ihre Eindrücke in persönlichen Storytelling-Beiträgen fest. Darin konnten sie schildern, welche Begegnungen sie besonders bewegt hatten, was sie gelernt hatten und welche Erfahrungen sie aus der Woche mitnehmen.

Das Fazit fällt auf beiden Seiten ausgesprochen positiv aus: Die Schülerinnen und Schüler waren durchweg begeistert von ihrem Praktikum. Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sozialzentrums freuten sich über die tatkräftige Unterstützung, die Offenheit und die Motivation der Jugendlichen.

Für das Katholische Sozialzentrum ist das Sozialpraktikum eine wertvolle Gelegenheit, jungen Menschen die vielfältige soziale Arbeit vor Ort näherzubringen. Denn hinter jeder Einrichtung stehen Menschen, Geschichten und Lebenssituationen, die nicht immer auf den ersten Blick sichtbar sind.

Und vielleicht ist genau das die wichtigste Erfahrung dieser Woche: Wer sich auf andere Menschen einlässt, entdeckt nicht nur, wo Hilfe gebraucht wird. Er entdeckt auch, wie viel jeder Einzelne mit seinen Fähigkeiten, seiner Zeit und seiner Aufmerksamkeit bewirken kann.