Meinung:Aufstehen für Würde – Frauenrechte und Demokratie gehören zusammen

Wofür stehe ich auf? – Diese Frage stellt mir die Kampagne „Aufstehen für…“, mit der unter anderem die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, das Bistum Mainz sowie die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen dazu aufrufen, Verantwortung zu übernehmen, extremistischen Tendenzen entgegenzutreten und das Wahlrecht bewusst wahrzunehmen.
Ich als Christin denke: Es ist Zeit aufzustehen und mich stark zu machen für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Denn Demokratie ist kein Zustand – sie ist eine Praxis. Sie lebt davon, dass Menschen sich beteiligen, widersprechen und für die Würde anderer eintreten.
Demokratie braucht Gleichberechtigung
Ein grundlegendes demokratisches Prinzip ist die Gleichwertigkeit aller Menschen. Doch genau hier liegt ein Problem: In Deutschland bestehen weiterhin erhebliche Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern. Das hat strukturelle Ursachen wie zum Beispiel Lohnunterschiede und Rentenlücken oder hohe Armutsgefährdung Alleinerziehender.
Frauenrechte sind Menschenrechte
Da trifft es sich aus meiner Sicht gut, dass am 9. März viele Frauenorganisationen zum Frauenstreik aufrufen. Sie betonen: Ungleichheit ist politisch hergestellt, nicht privat verursacht. Sorgearbeit – Pflege, Kindererziehung, emotionale Unterstützung – trägt die Gesellschaft, wird aber überwiegend von Frauen geleistet und systematisch entwertet.
Die Forderungen sind deshalb strukturell: Aufwertung sozialer Berufe, Absicherung von Sorgezeiten, bessere Gewaltprävention, politische Mitsprache betroffener Gruppen.
Ich sehe darin Kernfragen der Demokratie: Wer gehört dazu? Wessen Arbeit zählt? Wer wird geschützt?
Wir haben die Wahl
Als Bürger*innen sind wir aufgerufen zu wählen – bei der Kommunalwahl in Hessen und bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz. Ich wünsche mir, dass viele Frauen wählen gehen und bei ihrer Wahl diesen Grundsatz berücksichtigen: Frauenrechte und Demokratie gehören zusammen!
In jedem Fall gehört dazu eine Haltung: Eine offene Gesellschaft basiert auf Würde, Solidarität und Verantwortung füreinander.
Dazu motiviert die Kampagne „Aufstehen für !“ – Es geht nicht um Parteipolitik, sondern darum, klar gegen Extremismus einzutreten, also gegen alle Ideologien, die Menschen aufgrund von Geschlecht, Herkunft oder Lebensweise abwerten.
Die Frage „Wofür stehst du auf?“ wird damit konkret. Ich stehe auf für eine Gesellschaft, in der jede Stimme zählt – nicht nur in der Wahlkabine, sondern jeden Tag und jederzeit.
Eva Reuter