Schmuckband Kreuzgang

Bewusst in die Woche

Pfingsten

Am Beginn der Woche werden wir Pfingsten feiern. Pfingsten ist die Krönung, der Höhepunkt des Osterfestes. In den Gottesdiensten vor Pfingsten wird uns der Heilige Geist mit dem Symbol der Taube, dem Zeichen für Frieden, Freiheit und Anwesenheit Gottes, beschrieben. An Pfingsten aber sind es „Zungen wie von Feuer“ (Apg 2, 1-11) und das Brausen eines Sturmwindes die den Heiligen Geist ankündigen. Das Feuer des Heiligen Geistes kommt direkt auf die betenden Jünger und Jüngerinnen herab. Nicht in einem dornigen Busch! Und die Kirche ist geboren. Die Kirche ist mit dem Feuer des Heiligen Geistes im Inneren zum Leben erweckt worden.

Das Feuer des Glaubens kann alles verwandeln. Das Feuer des Glaubens kann alle Hindernisse überwinden. Das Feuer des Glaubens reicht weit und tief. Das Feuer des Glaubens, das eine ungeheure Kraft hat, wird von den Jüngern und Jüngerinnen empfangen.

Über 2000 Jahre hinweg ist dieses Feuer aktiv und lebendig. Doch manchmal wird die Kraft dieses Feuers nicht erkannt und nicht genutzt. Die ungeheure Kraft des Glaubens in der Kirche wird bisweilen durch andere Faktoren geblendet. Aber das Feuer ist im Inneren. Es braucht nur ein wenig Demut, um "den Eimer zu senken" und aus dem Meer des Heiligen Geistes zu schöpfen, wie in der folgenden Geschichte eines Kapitäns:

Vor mehr als einem Jahrhundert ist ein großes Segelschiff vor der Küste Südamerikas gestrandet. Woche für Woche lag das Schiff dort in den stillen Gewässern, ohne die geringste Brise zu spüren. Der Kapitän war verzweifelt; die Besatzung verdurstete. Und dann, am fernen Horizont, tauchte ein Dampfschiff auf, das direkt auf sie zusteuerte. Als es näherkam, rief der Kapitän des Segelschiffs: "Wir brauchen Wasser! Gebt uns Wasser!" Vom Dampfer kam die Antwort: "Runter mit den Eimern, wo Sie sind." Der Kapitän war wütend über diese Frechheit und rief abermals: "Bitte, gebt uns Wasser!" Aber vom Dampfer erhielt er die gleiche Antwort: "Senken Sie die Eimer, wo Sie sind!“ Und damit fuhren sie davon! Der Kapitän war außer sich vor Wut und Verzweiflung, und er ging unter Deck. Aber etwas später, als niemand hinsah, senkte ein Matrose einen Eimer ins Meer und kostete dann, was er hochgebracht hatte: Es war vollkommen süßes, frisches Wasser! Tatsache war, dass das Schiff gerade außer Sichtweite der Mündung des Amazonas war. Und all die Wochen saßen sie direkt auf dem köstlichen frischen Wasser, das sie dringend brauchten!

Was wir wirklich suchen, ist bereits in uns. Es wartet darauf, entdeckt zu werden, wartet darauf, umarmt zu werden: Der Heilige Geist Gottes, der vom Augenblick unserer Taufe an in uns lebt. Der Heilige Geist sagt uns in diesem Augenblick aus tiefstem Herzen: "Senkt eure Eimer, wo ihr seid. Kostet und seht!“ (frtonyshomilies.com)

Komm, Heiliger Geist! Erfülle unsere Herzen und entzünde uns!   Amen.

Bewusst in die Woche