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Bewusst in die Woche

Eine außergewöhnliche Zeit

Es ist wahrhaftig eine außergewöhnliche Zeit. Vieles von dem, das wir tagtäglich als das Normalste der Welt empfunden haben, hat sich über Nacht verändert. Die Straßen und die Parks sind leer. Die Geschäfte bleiben geschlossen. Wir finden leere Regale im Supermarkt. Die Büros sind menschenleer, Home-Office ist angesagt. Alle Schulen sind auf unbestimmte Zeit geschlossen und die Kinder sollen zu Hause lernen. Wir werden gebeten, Abstand zu halten. Das Zusammenkommen ist eingeschränkt. Die Gottesdienste werden abgesagt. Das große Osterfest wird auf einen Familiengebetsgottesdienst reduziert.

Gerade mitten in der Fastenzeit werden wir durch die Bedrohung der Corona-Virus-Pandemie in eine schwierige und angsterfüllte Zeit geworfen. Die Gefahr ist groß, sich entmutigen zu lassen. Die Freude des Frühlings, die zarte Schönheit der Natur, der Duft der neuen Blumen, die strahlende Sonne, all dies gerät aus dem Blick. Vielleicht entfernen wir uns in dieser Zeit von den Wundern der Natur.

Auf eine andere Art und Weise sind wir in dieser Zeit aufgerufen, die Verbindung zwischen dem Geheimnis des menschlichen Lebens und dem Wunder der Natur zu betrachten.

Es mag so aussehen, als wären wir in einem Kokon gefangen. In einer Zeit, in der die Welt als globales Dorf gesehen wird, sind wir von unserer unmittelbaren Nachbarschaft getrennt, damit wir nicht das Leben des Mitmenschen gefährden. Verbindungen, Zusammenkünfte und alle sozialen Aktivitäten bilden das zentrale Element einer modernen Gesellschaft, die in der notwendigen Distanzierung und temporär verordneten Enthaltsamkeit neu interpretiert werden muss. Die Bewegung ist dem Stillstand gewichen. Daneben hat sich eine gewaltige Anforderung auf dem medizinischen Sektor aufgetan, die unsere Ärzte und das gesamte medizinische Personal vor gigantische Aufgaben stellt. Die wissenschaftlichen Entwicklungen und neuen Technologien werden durch die Intensität der ungreifbaren kleinen Moleküle (Virus) erschreckt und zu Höchstleistungen aufgefordert. Aber auch die Ängste der Menschen vor den wirtschaftlichen Folgen der Krise nehmen von Tag zu Tag zu.

Als Christen betrachten wir dies im Licht des Glaubens. Im Gebet miteinander verbunden, finden wir Kraft und Mut, diese Situation zu überwinden. Die Osterwoche kann für uns ein Wendepunkt sein.

Die Freude über das neue Leben in Jesus, das Geheimnis des menschlichen Lebens, unsere Beziehung zu Gott und unseren Mitmenschen wird im Lichte der Auferstehung unseres Herrn neu überdacht und neu interpretiert werden. Es ist nur eine vorübergehende Zeit der Enthaltsamkeit und Neuorientierung.

Nutzen wir sie, auf dem Weg in die Zeit nach der Corona-Krise. Neue Wege in eine veränderte Gemeinschaft sind gesucht. Wir alle sind aufgefordert bisherige Regeln, Einsichten, Wertvorstellungen und Definitionen zu überprüfen und gegebenenfalls neu zu entwerfen und zu akzeptieren. Dazu zählen insbesondere die Bewegungsfreiheit, die Grenzen der persönlichen Freiheit, die Zufriedenheit, Solidarität und Nächstenliebe, neue Kraft im Glauben, Zeiten des Gebetes, die gewaltigen Anforderungen des Gesundheitswesens, für die Menschen, die im Supermärkte dienen, aber auch die Wertekorrektur für den herausfordernden und aufopfernden Dienst all der Menschen, die gefährdeten Gruppen helfen und unsere Begrenztheit angesichts des Notfalls durch unermüdlichem Einsatz minimieren. Wir treten in eine neue Phase ein, die neben all den schmerzhaften und furchterregenden Nachrichten die wir jeden Tag zu hören und zu sehen bekommen nicht zu Hoffnungslosigkeit und Zukunftsangst führen muss.

In tiefem Glauben und Liebe zum Nächsten und in unerschütterlicher Hoffnung wollen wir beten.

Denn Jesus sagt: „Sorgt euch nicht um euren Leben, was ihr essen oder trinken sollt, noch um euren Leib, was ihr anziehen sollt! Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung? Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie? Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Spanne verlängern? Und was sorgt ihr euch um eure Kleidung? Lernt von den Lilien des Feldes, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen. Wenn aber Gott schon das Gras so kleidet, das heute auf dem Feld steht und morgen in den Ofen geworfen wird, wie viel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen! Macht euch auch keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen? Denn nach alldem streben die Heiden. Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht. Sucht aber zuerst sein Reich und seine Gerechtigkeit; dann wird euch alles andere dazugegeben. “ (Matt. 6,25-33).

Bewust in die Woche