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Narren-Attribute

Die Welt feiert Karneval, Fasching oder Fastnacht, wir erleben Prunksitzungen, Umzüge und närrisches Treiben – aber die wenigsten kennen den biblischen Ursprung mancher Narren-Attribute. Oder hätten Sie’s gewusst?

Der Narrenstab zählt seit Jahrhunderten zu seinen wichtigsten Erkennungszeichen: eine Keule, an deren dickerem Ende ein Narrengesicht eingeschnitzt ist. In alten Bibelhandschriften illustrieren Narren, die unentwegt auf ihren Stab mit dem eigenen Spiegelbild starren, den ersten Vers des 53. Psalms: „Die Narren sagen in ihrem Herzen: Es gibt keinen Gott.“ Marotte nennt man den Stab mit dem Narrengesicht, und er soll warnen vor der Marotte, der spinnigen Idee, sich selbst wie Gott zu gebärden. Das „Narrenzepter“ soll zeigen, wie lächerlich es ist, sich selbst an die Stelle des wahren Königs und Herrn zu setzen. Denk an Gott! – heißt die Botschaft des Narrenstabs.

Die Schellen gehören zu vielen Fastnachtskostümen. Sie erinnern buchstäblich auf Schritt und Tritt an die Worte des Paulus: Ein Mensch ohne Liebe ist „wie tönendes Erz oder klingende Schelle“. Sie hämmern uns ein: Es ist närrisch, ohne Achtung vor den Mitmenschen, lieblos und egoistisch durchs Leben zu gehen. Es ist dumm, sich der eigenen Klugheit und Begabung zu rühmen und dabei auf den Nächsten herunterzuschauen. Jeder Schellenträger, der jetzt durch die Straßen springt, will im Grunde genommen, dass auch dem Letzten die Ohren klingeln und er einsieht: Ein Leben ohne Nächstenliebe ist hohl und oberflächlich. Denk an deinen Nächsten!

Die Narrenkappe mit den Eselsohren stellt uns das Tier vor Augen, das schon in den ersten christlichen Jahrhunderten zum Sinnbild für geistige Trägheit und störrische Widerspenstigkeit des Menschen geworden ist. Die Eselsohren warnen: Es ist närrisch, sich keine Gedanken über sein Leben zu machen und zu allem „I-a“ zu sagen. Nur ein Esel vertrödelt seine Zeit und gibt seinem Leben kein eigenes Profil. Wer in diesen Tagen die Narrenkappe aufsetzt, der zeigt allen, die ihm begegnen: Du bist ein verkappter Esel, wenn du dir durch Trägheit und Widerspenstigkeit deine eigene Zukunft verbaust. Denk auch an dich selbst!

Augustinus sagt: „Liebe – und dann tu, was du willst!“ Genau das ist die Predigt der Narrenstäbe, Schellen und Kappen: Liebe Gott und deinen Nächsten wie dich selbst – dann hast du Narrenfreiheit, nicht nur in diesen Tagen ...

 

Narren-Attribute (c) D. Thiel