„Wir haben immer um die Sache gerungen. Es gab keine persönlichen Anfeindungen“, sagt Gemeindereferent Dirk Stoll über den Pastoralen Weg der vergangenen Jahre. Er ist Koordinator der neuen Pfarrei Heilige Theresa von Avila, Mühlheim-Obertshausen. Er betont: „Wir hatten eine sehr konstruktive Zusammenarbeit und haben Wert daraufgelegt, alle Gemeinden in irgendeiner Form mitzunehmen.“
Trotz dieses positiven Fazits sieht er auch die Kehrseite: „Der Pastorale Weg wird von weiten Teilen der Mitarbeitenden, auch von den Ehrenamtlichen, als Zumutung em-pfunden.“ Der Prozess überfordere in seiner Geschwindigkeit und Komplexität. Sorgen bereitet es, wie ein neuer Verwaltungsrat bei 30 Gebäuden innerhalb der Pfarrei seine Arbeit leisten soll. „Wir sind froh“, sagt Stoll, „dass wir so weit gekommen sind.“
Eine besondere Erneuerung der Kirche, einen Aufbruch, findet er bei genauem Hinsehen in den vielen Bemühungen in den Gemeinden. Dabei kann seine Pfarrei mit etwas punkten, das sich manch andere Pfarrei wünscht: eine lebendige Jugendarbeit. Deshalb gibt es auch ein eigenes Jugendkonzept.
Grundsätzlich ist im Bistum Mainz vorgesehen, dass Jugendliche in den neuen Pfarreien ihre Interessen vertreten. In einer jährlich stattfindenden Jugendversammlung werden die Jugendvertreter für den jeweiligen Pfarreirat gewählt. Die Pfarrei Heilige Theresa von Avila behält zudem, noch aus Zeiten des Pastoralraums, einen Jugendrat bei. „Künftig wird die Jugendarbeit jedoch nicht an eine Gemeinde angebunden sein, sondern an ihre jeweilige Gruppe“, erläutert Stoll. Denn nicht in jeder Gemeinde gibt es eine eigene Jugendarbeit. Auch Verbände sind hier mit im Boot, etwa die Katholische junge Gemeinde (KjG) und Kolping, mit Zeltlagern und Freizeiten sowie fastnachtlichen Kinder- und Jugendgarden. „Was gewachsen ist, wird weiter gepflegt“, sagt Stoll. „Die Jugendarbeit gehört vor Ort fest dazu.“


