„Wir sind sehr lebendig“

Beitrag aus dem Kirchenmagazin "Glaube und Leben"

Mainz, 13. September 2025: Die Leiterin der Koordinationsstelle für den Pastoralen Weg, Hildegard Kewes, gab einen Überblick über die Pastoralkonzepte der Anfang 2026 anstehenden insgesamt elf Pfarreigründungen im Rahmen des Pastoralen Weges. (c) Bistum Mainz / Blum
Mainz, 13. September 2025: Die Leiterin der Koordinationsstelle für den Pastoralen Weg, Hildegard Kewes, gab einen Überblick über die Pastoralkonzepte der Anfang 2026 anstehenden insgesamt elf Pfarreigründungen im Rahmen des Pastoralen Weges.
Datum:
So. 28. Sept. 2025
Von:
Anja Weiffen

Der Pastorale Weg im Bistum Mainz geht weiter: 2026 werden neue Pfarreien gegründet, voraussichtlich werden es elf sein. Bei der Diözesanversammlung war auch die Kirchenerneuerung Thema. Hildegard Kewes gibt einen Überblick zu den Neugründungen, ihren Pastoralkonzepten und individuellen Ansätzen.

In drei Monaten ist Halbzeit. Anfang 2026 wird mehr als die Hälfte der geplanten 46 Pfarreien im Bistum Mainz neu gegründet sein. Elf Pfarreien stehen für Januar in den Startlöchern. 14 hatten sich bereits in den vergangenen zwei Jahren gegründet. Bei der Diözesanversammlung im Erbacher Hof in Mainz stellte Hildegard Kewes einige der pastoralen Konzepte der Neuen vor. „Wir sind nicht am Sterben, wir sind sehr lebendig. In den Pastoralkonzepten werden verschiedene Kirchorte und Aktivitäten sichtbar gemacht“, sagt sie und freut sich über das Engagement der Gemeinden, um die Kirche im Bistum weiterzuentwickeln. 

Die Pfarreigründungen betreffen mehr als 164 000 Katholiken

Kewes hatte im März als Nachfolgerin von Wolfgang Fritzen die Leitung der Koordinationsstelle Pastoraler Weg übernommen. Die Juristin arbeitet seit 2008 beim Bistum Mainz, 2022 wechselte sie von der Abteilung Kindertageseinrichtungen in die Koordinationsstelle Pastoraler Weg. 

Vor allem die Individualität aller neuen Pfarreien betont Hildegard Kewes bei der Diözesanversammlung. Mit Gießen gründe sich eine sehr städtische Pfarrei. Der Odenwald sei dagegen dünn besiedelt. Die künftige Pfarrei St. Nikolaus, Worms-Wonnegau werde die größte Pfarrei nach Katholikenzahl sein, sehr klein dagegen St. Walburga, Weschnitztal. Insgesamt 164.380 Katholikinnen und Katholiken werden von den geplanten elf Neugründungen Anfang kommenden Jahres betroffen sein. 

Auch inhaltlich unterscheiden sich die Pastoralkonzepte sehr, machte Kewes deutlich. So basiere das ausgearbeitete Papier im Odenwaldkreis vor allem auf dem Ehrenamt: Rund 50 freiwillig Aktive haben sich in Gruppen und Gremien an der Neugründung beteiligt. Ein regelrechtes Jugendkonzept habe die künftige Pfarrei Mühlheim-Obertshausen, das die lebendige Jugendarbeit dort widerspiegle. Geprägt von kategorialer Seelsorge, vor allem von der Klinik-Seelsorge, sei die künftige Pfarrei Heiliger Bardo Wetterau-Nord.

Einige der pastoralen Konzepte der künftigen 46 Pfarreien sind auf den jeweiligen Internetseiten der Pfarreien online einsehbar.

Mainz, 13. September 2025: Die Diözesanversammlung als Ort von Austausch und Diskussion im Bistum Mainz. (c) Bistum Mainz / Blum

Diözesanversammlung

Circa 70 Mitglieder der Diözesanversammlung kamen im Erbacher Hof in Mainz zusammen und sprachen über die neuesten Entwicklungen. Hildegard Kewes, Leiterin der Koordinationsstelle Pastoraler Weg, stellte die neuen Pfarreien 2026 vor. 

Die Diözesanversammlung des Bistums Mainz gilt als „kleine Synode des Bistums“. Aktuell hat sie 126 Mitglieder. Sie tritt in der Regel einmal im Jahr zusammen und setzt sich unter dem Vorsitz des Bischofs aus den diözesanen Räten und den Vertretern der Bistumsleitung zusammen. Darüber hinaus umfasst sie Vertreter der Orden, der pastoralen Berufe, der Caritas, des Beirats von Katholiken anderer Muttersprache sowie hinzugewählte Personen.

Auch Kritik kam bei der Diözesanversammlung auf den Tisch. Etwa, dass sich Haupt- und Ehrenamtliche überfordert fühlten. Genauso die Frage nach der Planungssicherheit bei Sanierungen von Gebäuden. Zudem erlebe man Trauerprozesse, weil nicht alle liebgewonnenen Traditionen erhalten werden können. In der Diskussion wurde deutlich, dass es noch einige offene Fragen gibt. „Nicht alles läuft gut, das merken wir in der Koordinationsstelle auch. Aber dafür sind wir da“, sagt Hildegard Kewes.