Schmuckband Kreuzgang

Anfänge

Anfänge gibt es viele: Im Kindergarten, in der Schule, im Beruf, bei einem Umzug in einen neuen Wohnort, ... . Diese Aufzählung ließe sich beliebig fortsetzen.

Es gibt Anfänge, auf die wir uns freuen. Wenn wir neue Möglichkeiten sehen, unseren Horizont zu erweitern; wenn wir wissen, dass dieser Anfang uns gut tun wird und wir gewinnbringende Erfahrungen machen.

Auf der anderen Seite gibt es Anfänge, die uns unsicher machen und von Ängsten begleitet sind. Anfänge, die wir am liebsten gar nicht machen würden, wenn wir könnten. Wenn wir mit Situationen konfrontiert werden, bei denen wir nicht wissen, ob wir sie souverän gestalten können; wenn wir nicht wissen, ob unsere Fähigkeiten und Möglichkeiten ausreichen, ob wir ein positives Feedback von den Menschen erhalten, denen wir begegnen werden.

Der Beginn des Schuljahres in diesem Monat ist ein Anfang, bei dem häufig beide Seiten zum Tragen kommen. Wird alles klappen? Werde ich meine Ziele erreichen? Werde ich akzeptiert werden und Freunde finden? Viele Möglichkeiten und viele Ängste begleiten die Kinder und Jugendlichen auf ihrem Weg – genauso wie bei den Erwachsenen mit ihren jeweiligen Anfängen.

Ein Zitat des französischen Philosophen Jean-Paul Sartre (1905-1980) soll an dieser Stelle allen ein wenig Mut machen, die in erster Linie die Belastungen des Anfangs sehen:

„Ein Felsblock, der einen erheblichen Widerstand darstellt, wenn ich ihn wegrücken will, ist dagegen eine wertvolle Hilfe, wenn ich ihn besteigen will, um die Landschaft zu betrachten.“

Widerstände, wie der Felsblock in dem Zitat wirken erst einmal hinderlich. Sie versperren den Weg. Man kommt nicht weiter und muss einen anderen Weg wählen. Oft genug wählen wir den Rückzug. Hindernisse gibt es viele, manchmal erscheinen sie uns als unüberwindbar. In der Regel bewerten wir sie als Misserfolg, Niederlage oder Scheitern.

Ob wir das Hindernis allerdings als Möglichkeit begreifen, neue und positive Erfahrungen zu machen, liegt alleine an uns. Die Frage lautet dann konkret: „Was ist das Gute an dieser Situation und welche positiven Möglichkeiten haben wir?“

Wir wünschen allen den Mut und die Kraft, immer wieder neu ihre Felsbrocken zu besteigen, den Ausblick zu betrachten und zu genießen und darauf zu vertrauen, dass Gott uns auf unserem Weg immer begleitet.

Eva und Ludger Föhrenbacher