Mainzer Bistumsnachrichten Nr. 18

Mainz, 10.5.2019: Bischof Karl-Heinz Wiesemann und Bischof Peter Kohlgraf (v.l.) mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich bei der 72-Stunden-Aktion des BDKJ beteiligen. (c) Bistum Mainz / Matschak
Mainz, 10.5.2019: Bischof Karl-Heinz Wiesemann und Bischof Peter Kohlgraf (v.l.) mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich bei der 72-Stunden-Aktion des BDKJ beteiligen.
Mi 15. Mai 2019
am (MBN)

Die Bilder zu den aktuellen MBN finden Sie am Ende dieser Seite zusammengefasst in einer Galerie.

Berichte

  • Neue Trägerstruktur für Kitas im Bistum Mainz
  • 120 Teilnehmer beim Diözesantag Liturgie
  • Kohlgraf feierte Gottesdienst mit ZdK-Vollversammlung
  • St. Hildegard-Akademie gegründet
  • Gebetsinitiative „Werft die Netze aus“ in Seminarkirche
  • Jahreshauptversammlung des PWB
  • Deutscher Kita-Preis 2019 geht nach Eppertshausen
  • Bischof Kohlgraf würdigte 72-Stunden-Aktion
  •  „Ave verum“ ist älter als bislang angenommen

Personalien

  • Diakonenweihe mit Weihbischof Bentz
  • Dombauverein-Vorsitzende Sabine Flegel gewürdigt

Vorschau

  • Zeitzeugen zu Besuch im Kloster Jakobsberg (19.-25.5.)

Berichte

Neue Trägerstruktur für Kitas im Bistum Mainz

Weihbischof Bentz beim Dialogforum „Neue Trägerstrukturen“ für Kindertagesstätten

Mainz. Der Mainzer Weihbischof Dr. Udo Markus Bentz hat angekündigt, dass die Trägerschaft der 207 Kindertagesstätten (Kitas) im Bistum Mainz neu strukturiert wird. Derzeit ist aber noch keine Entscheidung über das künftige Format der Trägerschaft gefallen. „Wir befinden uns in einer offenen Debatte, der allerdings im Laufe des Jahres eine Entscheidung folgen soll“, sagte Bentz. Die neue Trägerstruktur soll zum 1. Januar 2020 gegründet und mit Modellstandorten am 1. Januar 2021 starten. Bentz, der auch Generalvikar des Bistums Mainz ist, äußerte sich beim Dialogforum „Neue Trägerstrukturen“ am Montag, 13. Mai, im Mainzer Dom. Bei dem Dialogforum, zu dem rund 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Bereich der Kindertagesstätten im Bistum Mainz gekommen waren, wurden unterschiedliche Trägerstrukturen für Kitas vorgestellt und von den Teilnehmenden diskutiert. 

Bentz unterstrich, dass das katholische Profil der Kitas im Bistum Mainz trotz aller anstehenden Veränderungen „unbedingt beibehalten“ werden solle. Eine Kita werde als „pastorale Chance, als Kirchort und Berührungspunkt auch für der Kirchengemeinde eher fernstehender Menschen“ wahrgenommen. „Eltern in unseren katholischen Kindertageseinrichtungen möchten, dass ihr Kind in einer katholischen Kindertageseinrichtung erzogen, gebildet und betreut wird. Das tun wir. Wir tun dies mit rund 2.500 Mitarbeitenden in 207 Kitas für rund 15.000 Kinder im Bistum Mainz“, sagte der Weihbischof. „Unsere Kindertagesstätten nehmen als Einrichtungen der Kirche am Sendungsauftrag der Kirche teil“, betonte er. „In unseren Kitas haben wir 38 Prozent katholische Kinder, 16 Prozent evangelische, aber auch 15 Prozent Kinder ohne Angabe zur Konfession; dazu 15 Prozent Kinder ohne Konfession und 13 Prozent Kinder muslimischen Glaubens. Hierin bildet sich die Pluralität der Menschen ab, die uns im alltäglichen Umfeld begegnen“, sagte Bentz. Eine Kita sei daher Gesprächsort, familienpastorale Chance, ein Ort der Begegnung und Wertschätzung, ein Ort, wo „Glaube geteilt wird“.

Bentz: Pastorale Verantwortung bleibt vor Ort

Gleichzeitig seien die Träger der Kindertagesstätten, allen voran die Pfarreien der Diözese, vor wachsende Herausforderungen gestellt – unter anderem durch sich verändernde rechtliche Regelungen, steigende Personalverantwortung oder den Rückgang von Ehrenamtlichen. „Die seelsorgliche Arbeit droht zu kurz zu kommen“, sagte Bentz. Stattdessen werde nach Modellen Ausschau gehalten, „die die seelsorgliche Verantwortung vor Ort belässt, aber die gesamten Trägeraufgaben auf andere professionelle Beine stellen soll“, sagte der Weihbischof. Neue Trägerstrukturen seien auch aufgrund des Pastoralen Wegs des Bistums Mainz notwendig: In dessen Rahmen werden bis 2030 die derzeit 134 Pastoralen Einheiten des Bistums Mainz zu 50 Pfarreien als Verwaltungseinheiten zusammengeführt. Auch deswegen seien die Kirchengemeinden als Träger einer Kita nicht beizubehalten.

Bentz unterstrich zugleich, dass das Bistum „sehr vorsichtig bei der Aufgabe oder Abgabe von Kindertageseinrichtungen an andere freie Träger oder an die Kommunen“ sei. Eine Kita in eine andere katholische Trägerschaft zu überführen, unterscheide sich maßgeblich davon, eine Kita abzugeben. Trotzdem werden in den kommenden Jahren im Bistum aus finanziellen Gründen nicht alle Kitas in kirchlicher Trägerschaft gehalten werden können, sagte der Weihbischof. Konkrete Zahlen würden dazu allerdings noch nicht vorliegen.

Adick: Kitas sind zentrale Orte von Familienpastoral

Bentz dankte gemeinsam mit Nicola Adick, Dezernentin für Caritas und Soziale Arbeit im Bistum, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Bereich der Kindertagesstätten für „die großartige Arbeit“. Adick sagte in ihrem Grußwort: „Wir haben viele ausgezeichnete Kindertageseinrichtungen, die über unterschiedliche Auszeichnungen verfügen, Auszeichnungen von außen und Auszeichnungen von innen. Alle haben Respekt, Anerkennung und Wertschätzung verdient.“ Sie betonte: „Dennoch dürfen wir bei allem Dank und Respekt nicht die Aufgaben vernachlässigen, die uns vor große Herausforderungen stellen.“

Adick wies darauf hin, dass 169 Pfarreien Träger von 198 Kindertageseinrichtungen seien, die übrigen in Trägerschaft der Caritasverbände und des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF). Sie betonte, dass katholische Kitas „zentrale Orte von Familienpastoral“ seien und eine „hohe Relevanz im Leben der Familien“ haben: „Im Bistum Mainz wurde die pastorale Begleitung der Kitas konzeptionell weiterentwickelt, mit viel Engagement ausgebaut und in die Fläche gebracht.“

Molitor: Neue Pfarreien brauchen professionelle Verwaltungsunterstützung

Der Finanzdirektor des Bistums Mainz, Christof Molitor, unterstrich in seinem Grußwort, dass für die neuen Pfarreien, die im Rahmen des Pastoralen Wegs errichtet werden, eine „professionelle Verwaltungsunterstützung gewährleistet sein muss“. „In der derzeitigen regionalisierten Struktur mit 169 Kirchengemeinden als Träger von Kindertageseinrichtungen sind administrative Abläufe sehr unterschiedlich geregelt. Die Zersplitterung der Kita-Landschaft birgt nach unserer Analyse hinsichtlich der Finanzierung der Einrichtungen, der Personalverwaltung und der Qualität der Verwaltungsprozesse deutliche Nachteile. Bei den ehrenamtlichen Verwaltungsräten wird ein wachsendes Gefühl der Überforderung wahrgenommen. Auch eine eindeutige Abgrenzung von den sonstigen Kosten der Kirchengemeinde soll durch eine neue Trägerstruktur sichergestellt werden und somit absehbare strukturelle Veränderungen auf dem Pastoralen Weg erleichtern“, sagte er.

Molitor machte darauf aufmerksam, dass aufgrund rückläufiger Kirchensteuereinnahmen dem Bistum Mainz mittelfristig weniger Finanzmittel zur Verfügung stehen werden. Er betonte: „Dem künftigen Träger wird ein verlässlicher Budgetrahmen zur nachhaltigen Finanzierung der Kitas zur Verfügung gestellt.“ Und weiter: „Ein ganz wichtiges Element der zukünftigen Struktur wird die Anbindung der Kita an den Kirchort sein: Identifikation und Engagement vor Ort muss auch in einer größeren Trägerstruktur weiterhin gewährleistet bleiben.“ Er wisse um die Tragweite und die besonderen Herausforderungen für alle Beteiligten: „Ihre Erfahrung, Kompetenz und Ihr Engagement sind für uns sehr wertvoll. Wir sind zuversichtlich, den Wandel gemeinsam positiv zu gestalten.“

Vorträge und Dialoggruppen

Im Rahmen des Tages gab Professor Dr. Thomas de Nocker, Essen, zudem einen „Einblick in bundesweite Entwicklungen“ hinsichtlich von Trägerstrukturen bei Kindertagesstätten. Vorgestellt wurden den Teilnehmerinnen und Teilnehmern unter anderem die Trägerstrukturen im Bistum Trier sowie in Gießen. Am Mittag und Nachmittag bestand die Möglichkeit, an verschiedenen Dialoggruppen zum Tagesthema teilzunehmen.

am (MBN)

 

Liturgische Bildung ist mehr als das Erklären von Riten

Vortrag von Bischof Kohlgraf beim Diözesantag Liturgie in Mainz

Mainz. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat sich für die Einbindung von mystagogischen Formen in die liturgische Bildung ausgesprochen. Beim Diözesantag Liturgie am Samstag, 11. Mai, sagte er im Mainzer Haus am Dom: „Liturgische Bildung wird heute mehr sein müssen als das Erklären von Riten. Mystagogie bedeutet eine Einführung in das Geheimnis nicht nur durch Worte. Auch in der Erstkommunionvorbereitung kann es eine Hilfe sein, nicht zuerst etwas durch Erklärungen zu vermitteln, sondern zunächst eine Erfahrung mit Symbolen zu ermöglichen. Die Erfahrung geht dann einer Erklärung voraus.“ Auch die Einbeziehung des Kirchenraumes könne die Liturgiefähigkeit stärken.

Mit Blick auf den Pastoralen Weg „wäre es schön, wenn wir dazu kommen, auch andere gottesdienstliche Formen neben der Eucharistie als Bereicherung zu sehen“, sagte der Bischof. Er erinnerte daran, dass sich Liturgie „als Vergegenwärtigung dessen, was sich in der Heilsgeschichte ereignet hat, nicht allein auf die Eucharistiefeier konzentriert“. Auch das Stundengebet orientiere sich an der Heilsgeschichte. Und weiter: „In der Liturgie geht es immer darum, die feiernde Gemeinde mit in die Heilsgeschichte hineinzunehmen.“ Die Gemeindemitglieder seien nicht nur Zuschauer eines Ritus am Altar. „Wir dürfen uns allerdings nicht in vielfältigen Angeboten für unterschiedlichste Zielgruppen verlieren“, sagte Kohlgraf. „Die Eucharistiefeier als Ort der Einheit für eine vielfältige Gemeinde darf dabei nicht aus dem Blick verloren werden.“

Rund 120 Haupt- und Ehrenamtliche aus dem Bistum hatten an dem Tag unter der Überschrift „#KircheBewegtSich - Liturgische Vielfalt in Zeiten der Veränderung“ teilgenommen. Hauptanliegen des Tages war ein Austausch darüber, wie sich Kirche mit Blick auf den begonnenen Pastoralen Weg im Bistum Mainz in den kommenden Jahren liturgisch aufstellt. Veranstalter des Tages waren das Liturgiereferat des Seelsorgedezernates und der Sachausschuss Liturgie der Diözesanversammlung.

Podiumsdiskussion

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion verwies der Mainzer Diözesanjugendseeslorger Pfarrer Mathias Berger darauf, dass Jugendliche sehr wohl auch für liturgische Fragen ansprechbar seien. „Jugendliche sind heute oft in der Verzweckungsfalle und suchen nach Anders-Orten, an denen sie Erfahrungen machen können, ohne dass sie unmittelbar einem bestimmten Zweck dienen. Das ist ein wichtiger Ansatzpunkt.“ Sonntagsgottesdienste seien für viele junge Menschen „zu textlastig“ und mit einer „Erwachsenenästhetik“ verbunden. Darüber hinaus erschlössen sich jungen Menschen auch viele theologische Begriffe nicht mehr, weil sie „zu abstrakt“ blieben.

„Die Musik ist eine sehr starke Form der Beteiligung aller Gemeindemitglieder im Gottesdienst“, sagte Kantorin Mechthild Bitsch-Molitor, die kommissarische Leiterin des Instituts für Kirchenmusik im Bistum Mainz. Dabei wirke die Musik immer am intensivsten, wenn sie mit den biblischen Texten und den Beteiligten korrespondiere. Deshalb sei eine gemeinsame Vorbereitung, aber auch eine Nachbereitung der Liturgie wichtig. Bitsch-Molitor plädierte dafür, „die Vielfalt der gottesdienstlichen Formen stärker auszuschöpfen“.

Dekanatsreferent Cyriakus Schmidt aus dem Dekanat Erbach plädierte ebenso für liturgische Vielfalt. „Das wird auch die Eucharistiefeier stärken, weil sie dann wichtiger werden wird.“ Die Eucharistie könne auch nur Quelle und Mittelpunkt sein, „wenn es außen herum noch etwas gibt“. Er wies darauf hin, dass es im Dekanat Erbach das Angebot von Wort-Gottes-Feiern dort gut angenommen werde, wo es regelmäßig angeboten werde.

Pfarrer Johannes Schmitt-Helfferich, Leiter der Pfarrgruppe Mühlheim, berichtete von seinen Erfahrungen mit der Einführung eines regelmäßigen Stundengebetes in St. Markus in Mühlheim. Seit 2002 wird dort jeden Mittwoch in der Kirche die Terz und die Komplet gebetet. „Mit dem Psalmengebet klinken wir uns ein in ein weltweites Gebetsnetz.“ Die Moderation hatte Liturgiereferent Tobias Dulisch übernommen. Brigitte Hörnlein vom Sachausschuss Liturgie hatte die Teilnehmer begrüßt.

Am Nachmittag standen im Erbacher Hof in Mainz Arbeitskreise zu folgenden Themen auf dem Programm: „Die Wort-Gottes-Feier“, „Liturgien mit jungen Menschen“, „Die Tagzeiten-Liturgien“, „Gottesdienste mit alten und dementen Menschen“, „Gottesdienst ‚der anderen Art’“ und „Taizé-Gebete“. Zum Auftakt des Tages hatten die Teilnehmer einen Taufgedächtnisgottesdienst in der Ostkrypta des Mainzer Domes gefeiert.

tob (MBN)

 

Kohlgraf: Europa ein menschliches Gesicht geben

Pontifikalamt im Mainzer Dom zur Vollversammlung des ZdK 

Mainz. Jeder Einzelne sei dazu aufgerufen, Europa ein menschliches Gesicht zu geben. Das hat der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf in seiner Predigt beim Gottesdienst mit den Mitgliedern des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) am Freitagabend, 10. Mai, im Mainzer Dom betont. „Wenn der Papst einmal den Traum von einem Europa formuliert, das Mutter ist, die Leben weitergibt, für Gebrechliche, Hilfesuchende, Familien und viele andere Bedürftige, dann meint er kein abstraktes Europa, sondern die Menschen, die diesem Kontinent ein Gesicht geben, jeden und jede Einzelne, die Gruppen und alle, die Verantwortung tragen. Was vielleicht hochtrabend klingt, wird schnell konkret: Sobald ich persönlich menschlich handeln und menschlich sprechen soll. Diejenigen, die Europa nach den beiden Weltkriegen geprägt haben, wussten auch um die politische Dimension der Menschlichkeit als einer Identität Europas, eines Europas mit Seele.“ Die Vollversammlung des ZdK fand in diesem Jahr von Freitag, 10., bis Samstag, 11. Mai, in Mainz statt.

Es sei heute „notwendiger als je zuvor, den Menschen nicht nur als Bürger oder wirtschaftliches Subjekt zu sehen, sondern als Person, als mit Würde ausgestattetes Ebenbild Gottes: und zwar jeden Menschen, geboren oder ungeboren, jung oder alt, gesund oder krank, arm oder reich“. Weiter sagte Kohlgraf: „Tatsächlich ist Menschlichkeit eine der Identitäten Europas. Der Mensch, und zwar der einzelne Mensch, steht im Zentrum dieser Menschlichkeit: die Würde jeder Person. Damit verbindet sich die Rede von den Menschenrechten, mit denen sich auch die Kirche nicht immer leicht tat.“ Er erinnerte daran, dass die Kirche erst im Zweiten Vatikanischen Konzil die Religionsfreiheit anerkannt habe und die Anerkennung der Menschenrechte „im letzten nicht der Theologie, sondern dem säkular-weltlichen Recht“ verdanke. „Kirche hat in diesem zentralen Punkt durchaus von der freien Welt gelernt. Für uns als Kirche sind die Menschenrechte nicht verhandelbar, im Besonderen nicht das Recht auf Leben, gerade auch im Hinblick auf die Ungeborenen.“ 

Zwar schwinde der Einfluss der Kirchen und des Christentums, „dennoch dürfen wir nicht aufhören, mit vielen anderen, denen die Identität der Menschlichkeit wichtig ist, zusammen zu arbeiten. Das Evangelium bleibt unser Angebot, das hilft, der Freiheit ein Gewissen zu geben, und den Wert des Füreinander-Daseins zu leben.“ Ebenso gehöre aber auch die Fähigkeit des Menschen zur Transzendenz zur Identität Europas, sagte der Bischof: „Der Mensch wird arm, wenn er den Himmel vergisst, daran hat die Theologie, daran hat die Kirche zu erinnern. Auch das ist eine der Identitäten Europas, die vielleicht zunehmend vergessen wird. An Gott zu erinnern, bleibt die Kernaufgabe der Kirche und jedes einzelnen Glaubenden.“

Kohlgraf betonte, dass zahlreiche Heilige wie Augustinus, Thomas von Aquin, Elisabeth von Thüringen, Franz von Assisi und Ignatius von Loyola zur Identität Europas gehörten. Diese Heiligen machten auch deutlich, dass Theologie „keine abstrakte Wissenschaft“ sei: „Solche Menschen geben auch heute Europa eine Seele. Es ist eine der Hauptsorgen auch in den Fragen der Pastoral, wie getaufte Menschen ihre Identität als Christin oder Christ entdecken und froh leben können. Das ist offenbar nicht nur eine Frage für die Zukunft der Kirche, sondern auch eine Frage nach der Seele Europas. Es wäre meine Hoffnung, dass viele Menschen das Friedensprojekt Europa aus dem Glauben mitgestalten und mithelfen, durch den Glauben ein seelenvolles Europa mitzugestalten.“ Konzelebrant war unter anderen der Erzbischof von Hamburg, Stefan Heße, der geistlicher Assistent des ZdK ist. Die musikalische Gestaltung hatte der Mainzer Domorganist, Professor Daniel Beckmann, übernommen.

tob (MBN)

 

St. Hildegard-Akademie gegründet

Zentrum für Wissenschaft, Forschung und europäische Spiritualität in Eibingen

Rüdesheim/Eibingen. Die Benediktinerinnen-Abtei Sankt Hildegard hat die St. Hildegard-Akademie gegründet. Die Einrichtung zur Erforschung des Lebenswerkes der heiligen Hildegard von Bingen versteht sich als Zentrum für Wissenschaft, Forschung und europäische Spiritualität. Wesentliche Kernbereiche ihrer Arbeit sind „die Förderung wissenschaftlicher Arbeit, die Vermittlung von Bildungsaktivitäten und die Entwicklung einer christlichen Gesellschaftslehre in europäischer Dimension“. Die Kirchenlehrerin Hildegard von Bingen war am 10. Mai 2012 von Papst Benedikt XVI. offiziell heiliggesprochen worden. Vorsitzende der Akademie ist Schwester Dr. Maura Zátonyi OSB. An der Gründungsfeier in der Abtei am Freitag, 10. Mai, hatte unter anderen auch der Mainzer Weihbischof Dr. Udo Markus Bentz teilgenommen.

In ihrer Ansprache sagte Schwester Maura Zátonyi: „Mit der Gründung der St. Hildegard-Akademie gelingt es zum ersten Mal, das Charisma der Hildegard-Forschung in der Abtei zu institutionalisieren. Zugleich bildet die St. Hildegard-Akademie die ‚Heimatstätte’ der internationalen Hildegard-Forschung. Ganz im Sinne der heiligen Hildegard verknüpft die Akademie Wissenschaft und Forschung mit der Übertragung wissenschaftlicher Ergebnisse in aktuelle gesellschaftliche Kontexte. Dabei greift die St. Hildegard-Akademie das Charisma Hildegards auf, die gleichermaßen Theologin wie Politikerin war. Vielleicht nannte sie sich nicht explizit eine Europäerin, aber sie praktizierte dies. Sie stand in Kontakt mit Päpsten, mit Kaiser Friedrich Barbarossa, dem englischen König, der byzantinischen Kaiserin, dem Herzog von Lothringen, dem Grafen von Flandern - also mit den damaligen Verantwortungsträgern auf europäischem Boden. Mit einer europapolitisch angewandten Theologie liegt also die Akademie in der Tradition der heiligen Hildegard.“

Hinweis: www.hildegard-akademie.de

PM (MBN)

 

„Beten wir, dass Menschen den Mut finden, sich in die Nachfolge zu begeben“

Gebetsinitiative „Werft die Netze aus“: Auftaktgottesdienst mit Bischof Peter Kohlgraf

Mainz. Zum Gebet um geistliche Berufungen von Priestern, Diakonen, Ordensleuten sowie Pastoral- und Gemeindereferenten hat der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf aufgerufen. Beim Auftaktgottesdienst der Gebetsinitiative „Werft die Netze aus“ am Samstagabend, 11. Mai, in der Mainzer Seminarkirche sagte er: „Wir brauchen Hirten im besonderen Dienst als Priester und in anderen pastoralen Berufen. Deren Aufgabe ist es, andere zu befähigen, durch die Sakramente, die Verkündigung, den Dienst am Wort und in der Caritas, den eigenen Weg der Nachfolge zu gehen. Wir brauchen glaubende Menschen, die sich dem Hirtendienst Jesu anschließen. Beten Sie, beten wir, dass Menschen den Mut finden, sich in die Nachfolge zu begeben.“ Anlässlich des Welttags für geistliche Berufungen am Sonntag, 12. Mai, hatte das Deutsche Zentrum für Berufungspastoral zu der Gebetsinitiative „Werft die Netze aus“ eingeladen.

Kohlgraf machte deutlich, dass der Hirtendienst Jesu gekennzeichnet sei „durch Heilen, Verbinden, Stärken, Suchen, Aufrichten und Nahrung geben“. Und weiter: „Hirtendienst ist kein Machtinstrument, sondern eine sehr verantwortungsvolle und sensible Aufgabe, in der Welt und in der Kirche. Eine schöne Aufgabe, die sehr viel Herz und Fingerspitzengefühl erfordert. Wer eine Hirtenaufgabe erfüllt, übernimmt Verantwortung für den anderen Menschen.“ Es sei Hirtenaufgabe, das Lebensschicksal jedes einzelnen Menschen in den Blick zu nehmen und ihm gerecht zu werden, soweit das möglich sei: „Jesu Hirtendienst ist nie Massenabfertigung oder Einteilen in fertige Schubladen, sondern der Blick in das Herz des einzelnen Menschen.“

Hirtenmotiv als ständiges Korrektiv unserer Pastoralen Wege

Wörtlich sagte Bischof Kohlgraf: „In vielen Begegnungen und Gesprächen in den letzten Monaten formulieren Menschen die Sorge, dass wir in eine Zukunft der Kirche gehen, in der es immer weniger um den einzelnen Menschen, sein Heil und sein Leben gehen werde als um große Verwaltungsstrukturen. Tatsächlich ist das eine meiner großen Sorgen. Wie können wir eine Kirche gestalten und die Nachfolge Jesu so leben, dass der einzelne Mensch noch im Blick bleibt? Dass der Gläubige nicht zur Nummer wird? Dass man auch den Suchenden begleiten kann, dem Verlorenen nachgehen? Das Hirtenmotiv sollte sozusagen das ständige Korrektiv unserer Pastoralen Wege sein. Umso wichtiger wird es werden, dass jeder und jede Getaufte in unserer Kirche sich als Hirte oder Hirtin für den anderen versteht. Dass wir einander in unseren Fragen und Sorgen annehmen, dass wir uns stärken und tragen. Dass uns der andere nie gleichgültig wird.“

An den Gottesdienst schlossen sich 24 Stunden lang Gebete und Impulse um Berufungen an, die von den Gruppen „Stay and pray“ und „Nightfever“ sowie Theologiestudierenden gestaltet wurden. Den Abschluss bildete eine Vesper um 17.00 Uhr am Sonntagabend, 12. Mai. Darüber hinaus wurde im Bistum in mehreren Gemeinden und Klöstern um geistliche Berufungen gebetet.

In der Kirchenzeitung „Glaube und Leben“ hat Pfarrer Markus W. Konrad, Leiter Mainzer Diözesanstelle „Berufe der Kirche“, das Anliegen des 24-stündigen Gebetes deutlich gemacht: „Bei dem 24-Stunden-Gebet verbinden sich Menschen im Anliegen geistlicher Berufungen mit Gott und miteinander. Es geht ja nicht nur darum, dass Leute zum Gebet nach Mainz kommen. Es wäre schön, wenn sie sich auch zuhause oder in ihren Gemeinden dieser Gebetsgemeinschaft anschließen. Gott bewirkt Dinge, die wir nicht so einfach machen können.“ Veranstalter war die Diözesanstelle Berufe der Kirche Mainz in Kooperation mit unter anderem dem Dekanat Mainz-Stadt sowie den Ausbildungsstätten für Priester, Gemeinde- und Pastoralreferenten im Bistum Mainz.

Hinweis: www.werft-die-netze-aus.de

tob (MBN)

 

Christliches Orientierungsjahr wird gut angenommen

Jahreshauptversammlung des Päpstlichen Werkes für Geistliche Berufe (PWB)

Mainz. Pfarrer Markus W. Konrad, Diözesandirektor des Päpstlichen Werkes für geistliche Berufe (PWB) und Leiter Mainzer Diözesanstelle „Berufe der Kirche“, ist zuversichtlich, dass alle zehn Plätze des Christlichen Orientierungsjahres (COJ), das im Bistum Mainz zum 1. September startet, besetzt werden. Das sagte Konrad bei der Jahreshauptversammlung des PWB am Mittwoch, 8. Mai, im Mainzer Priesterseminar. Derzeit würden die Gespräche mit Bewerbern geführt. Bei dem neuen Angebot für Jugendliche ab 17 Jahren und junge Erwachsene stehen in einer Wohngemeinschaft in den Räumlichkeiten des Mainzer Priesterseminars Plätze für fünf Frauen und fünf Männer zur Verfügung. Neben einem Freiwilligendienst (Freiwilliges Soziales Jahr oder Bundesfreiwilligendienst) will das Orientierungsjahr auch Raum bieten, um eigene Lebensfragen zu klären. Das PWB ist eine Gebets- und Fördergemeinschaft, die junge Menschen auf ihrem Weg in einen kirchlichen Beruf begleitet.

Konrad präsentierte außerdem den Rechenschaftsbericht des PWB. Aus ihm geht hervor, dass das Werk im vergangenen Jahr zinslose Darlehen an drei Theologiestudierende vergeben hat. Das PWB unterstützt darüber hinaus auch Projekte aus dem Bistum zum Thema „Berufung“. Neben einem eigenen Veranstaltungsprogramm ist die Diözesanstelle „Berufe der Kirche“ auch Anlaufpunkt für Interessenten am Freiwilligendienst in der Pastoral, der im Bistum Mainz jeweils ab September angeboten wird. Zu Beginn der Versammlung hatte Konrad zusammen mit den Mitgliedern eine Eucharistiefeier in der Seminarkirche gefeiert.

Im Mainzer Priesterseminar gibt es derzeit elf Seminaristen, berichtete der Regens des Mainzer Priesterseminars, Dr. Tonke Dennebaum. Zwar seien die Zahlen klein, aber es sei durchaus so, „dass sehr regelmäßig Leute bei mir anklopfen und sich ernsthaft interessieren“. Das Mainzer Priesterseminar versteht sich durch vielfältige Kooperationen mit den übrigen pastoralen Berufsgruppen im Bistum Mainz als Haus aller kirchlichen Berufe der Diözese. „Auch die Teilnehmer am Christlichen Orientierungsjahr werden eine Bereicherung für uns sein“, sagte Dennebaum. Er dankte den Mitgliedern des PWB für ihre Gebete für die Anliegen der Berufungspastoral und ihre finanzielle Unterstützung.

Stichwort: Päpstliches Werk für Geistliche Berufe (PWB)

Das PWB ist eine Gebetsgemeinschaft für Berufungen von Priestern, Diakonen, Ordensleuten sowie Gemeinde- und Pastoralreferenten, Religionslehrern und Katecheten. Durch Gebet und zinslose Studiendarlehen unterstützen die Mitglieder das Anliegen um kirchliche und geistliche Berufe. Gegründet wurde das PWB 1926 von Frauen in Freiburg als „Frauenhilfswerk für Priesterberufe“. 1941 errichtete dann Papst Pius XII. das „Päpstliche Werk für Priesterberufe“. Der Mainzer Bischof Dr. Albert Stohr führte es 1947 im Bistum Mainz ein. Derzeit hat das PWB im Bistum Mainz 606 Mitglieder. Neben 245 Einzelmitgliedern treffen sich die übrigen in 14 Gebetsgruppen im Bistum.

2016 hatte das Zentrum für Berufungspastoral in Freiburg unter der Überschrift „Frauen für Priester. 90 Jahre Einsatz für Berufungen“ eine Broschüre zum 90. Jubiläum der Gründung des „Frauenhilfswerkes für Priesterberufe“ herausgegeben, um an die Anfänge der Gebetsgemeinschaft zu erinnern. Ideengeberin für die Gründung 1926 war Prinzessin Maria Immaculata von Sachsen, die im damaligen Freiburger Erzbischof, Dr. Carl Fritz, einen Unterstützer fand. Mit dem Hilfswerk wollte sie dem Priestermangel nach dem ersten Weltkrieg begegnen und es mittellosen Männern ermöglichen, ein Theologiestudium aufzunehmen. Allein im Erzbistum Freiburg waren im ersten Weltkrieg 100 Seminaristen gefallen. Das „Frauenhilfswerk für Priesterberufe“ wurde 1939 durch die Nationalsozialisten verboten und die Weiterführung unter Strafe gestellt.

Hinweise: 

tob (MBN)

 

Deutscher Kita-Preis 2019 geht nach Eppertshausen

Das Katholische Familienzentrum - Kindertagesstätte St. Sebastian ist Kita des Jahres

Berlin/Eppertshausen. Das Katholische Familienzentrum - Kindertagesstätte St. Sebastian ist Kita des Jahres. Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Franziska Giffey, hat die Auszeichnung am Montagabend, 13. Mai, in Berlin verliehen. Überzeugt habe die Einrichtung mit der Qualität ihrer Arbeit und durch die große Beteiligung von Kindern und Eltern. „Mit der Verleihung des zweiten Deutschen Kita-Preises machen wir uns bewusst, dass sehr viele Menschen mit Herzblut und Kompetenz in der frühkindlichen Bildung für unsere Kinder da sind“, sagte die Ministerin.

Der erste Platz in der Kategorie „Kita des Jahres“ ist mit einem Preisgeld von 25.000 Euro verbunden. Träger der Einrichtung mit 123 Kindern und 30 Mitarbeitenden ist die Pfarrei St. Sebastian in Eppertshausen im Dekanat Darmstadt-Dieburg. Insgesamt wurden zehn Einrichtungen ausgezeichnet. An dem bundesweiten Wettbewerb hatten sich über 1.600 Kitas und lokale Bündnisse für frühe Bildung beteiligt.

Der Deutsche Kita-Preis wurde 2018 erstmals verliehen und ist insgesamt mit 130.000 Euro dotiert. Er ist eine Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung in Partnerschaft mit der Heinz und Heide Dürr-Stiftung, der Karg-Stiftung, die Zeitschrift Eltern, dem Didacta-Verband und der Deutschen Weihnachtslotterie.

Hinweis: www.deutscher-kita-preis.de

PM (MBN)

 

„Ein gutes Zeichen für unsere Kirche und unsere Gesellschaft“

Pressekonferenz mit Bischof Kohlgraf zur 72-Stunden-Aktion im Bistum Mainz

Mainz. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat es als ein „gutes Zeichen für unsere Kirche und unsere Gesellschaft“ bezeichnet, dass so viele Jugendliche und junge Erwachsene bei der 72-Stunden-Aktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) mitmachen. Es sei zudem ein Zeichen dafür, dass Gemeinschaftssinn und Solidarität „nicht aus der Mode gekommen“ seien. Auch zeige die Aktion ein „frisches und lebendiges Bild“ von Kirche. Kohlgraf äußerte sich bei einer Pressekonferenz zur 72-Stunden-Aktion am Freitag, 10. Mai, im Caritas-Altenzentrum Maria Königin in Mainz-Drais. Die Aktion habe derzeit eine hohe Aufmerksamkeit, gleichzeitig dürfe man nicht vergessen, dass kirchliche Sozialarbeit in der katholischen Jugendverbandsarbeit selbstverständlich sei, betonte der Mainzer Bischof.

Die 72-Stunden-Aktion ist eine Sozialaktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend und seiner Verbände. Sie findet vom 23. bis 26. Mai bundesweit statt. In 72 Stunden werden dabei in ganz Deutschland Projekte umgesetzt, die die „Welt ein Stückchen besser machen“ – so lautet das Motto der Aktion im Jahr 2019. In 72 Stunden sollen die beteiligten Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine gemeinnützige soziale, ökologische, interkulturelle oder politische Aufgabe erfüllen. Die Aktionen können als „Do-it-Projekt“ selbstgewählt sein oder als „Get-it-Projekt“ durchgeführt werden. Bei dieser Variante erhalten die Gruppen eine Aufgabe vom jeweiligen Koordinierungskreis als Überraschung am 23. Mai, die sie dann eigenverantwortlich umsetzen.

Im Bistum Mainz haben sich 158 Gruppen zur 72-Stunden-Aktion angemeldet. Insgesamt werden rund 3.400 Kinder und Jugendliche aktiv sein. Das entspricht der Gruppen- und Teilnehmerinnenzahl der Aktion 2013. Im rheinland-pfälzischen Teil des Bistums Mainz gibt es 1.150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in 58 Aktionsgruppen, im hessischen Teil 2.250 Teilnehmer in 93 Aktionsgruppen. Deutschlandweit hatten sich damals über 100.000 Kinder und Jugendliche in 4.000 Projekten engagiert.

Der Speyrer Bischof Karl-Heinz Wiesemann erinnerte daran, dass die 72-Stunden-Aktion die größte Sozialaktion junger Menschen in Deutschland ist. Sie sei auch ein „Glaubenszeugnis“: „Glaube wird hier von Kindern und Jugendlichen gelebt.“ Wiesemann dankte dem BDKJ dafür, dass er sich so einem großen Projekt gestellt habe. Der Vorsitzende des BDKJ im Bistum Mainz, Sascha Zink, stellte das Projekt der Katholische Jugend Mainz-Drais vor, die in dem Caritas-Altenzentrum während der Aktion eine „Retro-Sitzecke“ für Einwohnerinnen und Einwohner mit Demenz einrichten werden. Eröffnet wird die Aktion am Donnerstag, 23. Mai, um 17.07 Uhr mit Auftaktveranstaltungen in den Dekanaten des Bistums Mainz – so in der Stadt Mainz ab 16.45 Uhr auf dem Ballplatz. Partner der Aktion sind unter anderem die Radiosender HR 3 und SWR 3, der Diözesancaritasverband Mainz, die Pfeiffer- und May-Stiftung sowie die Stiftung Jugendraum.

Der BDKJ ist Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden und -organisationen mit rund 660.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen in Politik, Kirche und Gesellschaft.

Hinweis: Weitere Informationen auch im Internet unter www.72stunden.de

am (MBN)

 

Das Gebet „Ave verum“ ist älter als bislang angenommen

Fragment in Martinus-Bibliothek entdeckt / Uraufführung einer Neuvertonung (26.5.)

Mainz. Das besonders im Mittelalter weit verbreitete und auch oft vertonte Reimgebet „Ave verum“ ist älter als bisher angenommen. Bislang galt das „Ave verum“ als im 14. Jahrhundert entstanden. Der Fund eines Textfragmentes in der Mainzer Martinus-Bibliothek weist nun nach, dass der Text des „Ave verum“ bereits im 13. Jahrhundert bekannt und verbreitet war. Die berühmteste Vertonung des „Ave verum“ stammt von Wolfgang Amadeus Mozart, aber auch im aktuellen Gotteslob finden sich noch mehrere Vertonungen. Benannt ist das Gebet nach seinen ersten Worten: „Ave verum corpus natum - Sei gegrüßt, wahrer Leib“.

Das nun entdeckte handschriftliche Pergamentfragment aus dem 13. Jahrhundert ist Teil eines Gebetbuches für eine Frau. Das Doppelblatt enthält den lateinischen und den deutschen, wohl rheinfränkischen Text des „Ave verum“. Das Gebetbuch war im 16. Jahrhundert zerschnitten und als Bucheinband verwendet worden. Deshalb fehlen im Fragment die letzten Zeilen der deutschen Übersetzung. Das „Ave verum“ war im 15. und 16. Jahrhundert eines der gebräuchlichsten stillen Gebete zur Wandlung und Vorbereitung auf die Kommunion während der Messe. Es wird zur so genannten Elevation, der Erhebung der gewandelten Gaben von Brot und Wein während der Eucharistiefeier, gebetet.

Uraufführung des „Mainzer Ave verum“ am 26. Mai

Der Direktor der Mainzer Martinus-Bibliothek, Dr. Helmut Hinkel, hat anlässlich seines 40. Priesterjubiläums am Sonntag, 30. Juni, einen Kompositionsauftrag für eine Vertonung des „Mainzer Ave verum“ vergeben. Der Eichstätter Domkapellmeister Christian Matthias Heiß hat das Fragment aus der Mainzer Martinus-Bibliothek für Chor, Solisten und Orchester vertont. Das dreiteilige Stück enthält den lateinischen und den deutschen Text. Das Stück ist so angelegt, dass die lateinische Fassung auch abgekoppelt vom Gesamtwerk in der Liturgie eingesetzt werden kann. Heiß wird im September die Leitung der Regensburger Domspatzen übernehmen.

Am Sonntag, 26. Mai, um 17.00 Uhr, wird die Uraufführung der Komposition von Christian Matthias Heiß in der Mainzer Augustinerkirche erfolgen. Unter Leitung des Mainzer Domkapellmeisters Karsten Storck werden die Domkantorei St. Martin zusammen mit dem Mainzer Domorchester sowie Victoria Braum (Sopran) und Frederic Bak (Tenor) das Stück erstmals erklingen lassen. Zuvor stehen außerdem „Ave verum“-Vertonungen von William Byrd, Edward Elgar und Wolfgang Amadeus Mozart auf dem Programm. Im Rahmen der musikalischen Akademie in der Augustinerkirche wird außerdem Dr. Martin Lüstraeten von der Katholisch-Theologischen Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität einen Vortrag über das neu entdeckte Fragment halten. Er spricht zum Thema „Das Mainzer Ave Verum-Fragment der Martinus-Bibliothek. Ältestes Zeugnis des Elevationsgebetes“. Die Begrüßung wird der Regens des Mainzer Priesterseminars, Dr. Tonke Dennebaum, übernehmen.

tob (MBN)

 

Personalien

„Das Wort muss Ihnen ein Herzensanliegen sein“

Weihbischof Bentz weihte Priesteramtskandidat Benjamin Weiß zum Diakon

Mainz. Weihbischof Dr. Udo Markus Bentz hat den Priesteramtskandidaten Benjamin Weiß am Samstag, 11. Mai, durch Handauflegung und Gebet zum Diakon geweiht. Der Weihegottesdienst fand in der Mainzer Augustinerkirche (Seminarkirche) statt. In seiner Predigt hob Bentz hervor, dass „der Ort des Diakons das Evangelium ist. Ihr Ort in der Kirche ist die Verkündigung des Evangeliums“. „Die Sorge um dieses Wort des Lebens ist Ihre wichtigste Aufgabe. Denn die Menschen wollen keine Luftnummern und keine Worthülsen, sondern ein Wort, das trägt, ein Wort des Lebens“, sagte der Weihbischof, der auch Generalvikar des Bistums Mainz ist. „Es geht aber nicht um glänzende Reden – die Menschen haben Sehnsucht nach diesem Wort des Lebens. Sie können dieses Wort des Lebens den Menschen zusprechen, wenn es mit dem Schatz ihrer Lebens- und Glaubenserfahrungen angereichert ist. Haben Sie Mut, von sich und Ihrem Glauben, von sich und Ihrer Lebenserfahrung zu sprechen – teilen Sie Ihren ,Schatz des Glaubens‘, der sich in Ihnen angereichert hat“, betonte er.

Dieses Wort des Lebens sei „keine Sache des Papiers, der Verlautbarungen oder der theoretischen Abhandlungen“, sagte Bentz weiter. „Das Wort will nicht nur in den Kopf. Das Wort will ins Herz. Deswegen muss es Ihnen als Diakon ein Herzensanliegen sein, selbst zu Herzen gehen. Das ist die Brücke zu den Menschen, damit das Evangelium die Menschen heute erreicht - bei allem Murren, trotz aller Zumutungen: Ihr Schatz des Glaubens, der sich durch alle erfahrenen Zumutungen Ihres eigenen Lebens in Ihnen angereichert hat. Ihr Wort des Lebens, das Ihnen zu Herzen gegangen ist und in Ihnen brennt“, sagte der Weihbischof.

Nach der Weihe wurden dem neugeweihten Diakon von seinem Heimatpfarrer Pfarrer Martin Weber aus Heusenstamm die liturgischen Gewänder angelegt. Anschließend überreichte Weihbischof Bentz Weiß das Evangelienbuch, aus dem er die frohe Botschaft Jesu verkünden soll. Konzelebranten des Gottesdienstes waren Regens Dr. Tonke Dennebaum, Subregens Sebastian Lang und Spiritual Pater Clemens M. Löcher SJ.

Weiß stammt aus der Pfarrei Maria Himmelskron in Heusenstamm (Dekanat Rodgau). Der Gottesdienst stand unter der Überschrift „Brannte nicht unser Herz in uns, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schriften eröffnete.“ (Lk 24,32) Die Diakonenweihe findet in der Regel ein Jahr vor der Priesterweihe statt. Danach arbeiten die Diakone ein Jahr lang in einer Pfarrgemeinde mit, bevor sie zu Priestern geweiht werden. Das Sakrament der Weihe ist in der Katholischen Kirche in drei Stufen gegliedert: die Diakonenweihe, die Priesterweihe und die Bischofsweihe.

Benjamin Weiß wurde am 19. Juli 1983 in Frankfurt/Main geboren. Von 2006 bis 2011 studierte er katholische Theologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt und anschließend Biowissenschaften an der Goethe-Universität in Frankfurt. Von 2011 bis 2013 studierte Weiß Biologie und katholische Religion auf Lehramt, bevor er im Oktober 2015 ins Mainzer Priesterseminar eintrat.

am (MBN)

 

Kohlgraf: Sie sind mit dem Herzen dabei

20 Jahre Mainzer Dombauverein / Bischof würdigte die Vorsitzende Sabine Flegel 

Mainz. Der Mainzer Dombauverein feiert sein 20-jähriges Bestehen und hatte zu diesem Anlass am Donnerstagabend, 9. Mai zu einem Benefizkonzert in den Dom eingeladen. Beim Empfang vor dem Konzert hat der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf die Vorsitzende des Mainzer Dombauvereins, Sabine Flegel, gewürdigt und ihr für das große Engagement um den Mainzer Dom gedankt: „Wenn es um den Mainzer Dom geht, dann sind Sie mit dem Herzen dabei. Wir danken Ihnen für diesen großen Einsatz, den Sie nun schon seit fast zehn Jahren als Vorsitzende für unseren Dom erbringen. Mit kreativen Ideen halten Sie den Dom in der Stadt und darüber hinaus im Gespräch. Damit leisten Sie einen wichtigen Dienst für die Erhaltung des Domes und helfen, dass sich auch viele andere den Dom zur Herzensangelegenheit machen.“ Auch der Mainzer Domdekan, Prälat Heinz Heckwolf, wisse als Hausherr des Mainzer Doms die Unterstützung des Dombauvereins und seiner Vorsitzenden sehr zu schätzen.

Als „ewige Baustelle“ sei der über 1.000-jährige Dom auf ein breites bürgerschaftliches Engagement angewiesen, sagte Kohlgraf: „Der Dom ist natürlich zuerst die Hauptkirche des Bistums Mainz und Gottesdienstort für eine lebendige Gemeinde. Aber natürlich ist er auch ein Kunst- und Kulturdenkmal und touristischer Anziehungspunkt in der Stadt. Mit der Unterstützung des Mainzer Dombauvereins sorgen Sie dafür, dass auch künftig alle Menschen mit ihren verschiedenen Anliegen hier ein- und ausgehen können.“

Kohlgraf wies auf die Unterstützung der neuen Domorgel durch den Dombauverein hin. Neben einer Anschubfinanzierung in Höhe von 500.000 Euro sind durch Patenschaften für Orgelpfeifen bereits rund 420.000 Euro zusammengekommen. Der Verein hatte sich unter anderem auch bei der Sanierung der Nassauer Kapelle und der Sakramentskapelle, sowie bei der neuen Heizungsanlage und der Medienanlage finanziell engagiert. Sabine Flegel war im November 2009 zur Vorsitzenden des Mainzer Dombauvereins gewählt worden. Bereits seit 2005 hatte sie sich im Vorstand engagiert.

Hinweis: www.dombauverein-mainz.de

tob (MBN)

 

Vorschau

„Fragt uns, wir sind die letzten...“ (19.-25.5.)

Jugendliche in Rheinhessen begegnen polnischen KZ- und Ghetto-Überlebenden

Ockenheim. Zum 35. Male sind Überlebende aus Konzentrationslagern und Ghettos zu Gast im Bistum Mainz: Die polnischen Zeitzeuginnen und Zeitzeugen werden von Sonntag, 19., bis Samstag, 25. Mai, im Kloster Jakobsberg in Ockenheim wohnen und jeden Vormittag Schülerinnen und Schülern ihre Erfahrungen aus der Zeit des Nationalsozialismus schildern. Die Überlebenden wollen ein Zeichen der Versöhnung setzen und regen die Jugendlichen an, sich mit Krieg und Verfolgung auch in der Gegenwart auseinanderzusetzen. Ihre Berichte verdeutlichen die vielgestaltigen Auswirkungen des NS-Terrors auf den einzelnen Menschen und das Leid, das durch Hass, Rassismus und Krieg verursacht wird. Sie wollen vermitteln, dass die junge Generation keine Schuld für die Taten der vorhergehenden Generationen trägt, dass aber aus dem historischen Erbe Verantwortung erwächst. Die jungen Menschen sollen ermutigt werden, sich für eine friedliche Zukunft, für Menschenwürde und Zusammenhalt einzusetzen.

Die Überlebenden sind zwischen 81 und 97 Jahren alt. Sie wurden u. a. in den Konzentrationslagern Auschwitz-Birkenau, Sachsenhausen, Ravensbrück, dem Internierungs- und Arbeitslager Lebrechtsdorf-Potulitz sowie in den Ghettos Sambor und der Jugendverwahranstalt Litzmannstadt inhaftiert. Begleitet werden sie von Ehren- und Hauptamtlichen des Bistums Mainz und des Maximilian Kolbe-Werkes.

An den Gesprächen nehmen Klassen bzw. Jahrgänge aus folgenden Schulen teil - insgesamt rund 800 Schülerinnen und Schüler:

  • Montag, 20. Mai: Hildegardis-Schule Bingen und Rochus-Realschule Bingen-Büdesheim
  • Dienstag, 21. Mai: Elisabeth Langgässer-Gymnasium Alzey
  • Mittwoch, 22. Mai: Sebastian Münster-Gymnasium Ingelheim
  • Donnerstag, 23. Mai: Maria Ward-Schule Mainz
  • Freitag, 24. Mai: Gymnasium Nieder-Olm

Am Dienstag, 21. Mai, wird außerdem die Zeitzeugin Henriette Kretz an der Universität Mainz sprechen. Die Veranstaltung beginnt um 18.00 Uhr im Hörsaal N3 (Muschel), Johann Joachim-Becher-Weg 21, in Mainz. Diese Veranstaltung wird organisiert von der „Israel-AG“ an der Universität Mainz. Am Mittwoch, 22. Mai, um 19.30 Uhr findet zudem eine öffentliche Veranstaltung mit der Zeitzeugin Józefa Posch-Kotyrba in der Evangelischen Christuskirchengemeinde Bingen-Büdesheim, Dromersheimer Chaussee 1, in Bingen-Büdesheim statt. Diese Veranstaltung wird mitgetragen vom Arbeitskreis Jüdisches Bingen, der VHS Bingen, dem katholischen Bildungswerk Rheinhessen, dem katholischen Dekanat Bingen, „Rheinhessen gegen Rechts“, dem BDKJ und dem Pax Christi Rhein-Main Regionalverband Limburg-Mainz. An diesem Gespräch wird auch der Generalvikar des Bistums Mainz, Weihbischof Dr. Udo Markus Bentz, teilnehmen.

Organisiert wird der Besuch der Zeitzeugen vom Bischöflichen Ordinariat Mainz (Dezernate Jugend und Seelsorge) in enger Kooperation mit dem Maximilian Kolbe-Werk in Freiburg, das seit vielen Jahren Überlebende der Konzentrationslager und Ghettos auf vielfältige Weise unterstützt. Besuche von polnischen Zeitzeugen an Schulen im Bistum Mainz finden seit 2001 statt.

Hinweis: Weitere Informationen auch unter www.bistummainz.de/zeitzeugenbesuche sowie bei Alois Bauer, Bistum Mainz, Telefon: 06131/253-263, mobil: 0151-14638709, E-Mail: alois.bauer@bistum-mainz.de, oder bei Dr. Danuta Konieczny, Maximilian Kolbe-Werk, Telefon: 0761-200554, Internet: www.maximilian-kolbe-werk.de

PM (MBN)

Bilder zu den Mainzer Bistumsnachrichten Nr. 18/2019

Mi 15. Mai 2019
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