Mainzer Bistumsnachrichten Nr. 23

Wißberg, 17.6.2019: Scheckübergabe mit Hans-Günter Mann und Weihbischof Dr. Udo Markus Bentz. (c) Bistum Mainz
Wißberg, 17.6.2019: Scheckübergabe mit Hans-Günter Mann und Weihbischof Dr. Udo Markus Bentz.
Mi 26. Jun 2019
am (MBN)

Die Bilder zu den MBN Nr. 23 sind in druckfähiger Qualität am Ende der Seite in einer Galerie zusammengefasst.

Berichte

  • Maximilian Eichler zum Priester geweiht
  • Golfturnier zugunsten der Dom-Stiftung Mainz
  • Weihbischof Bentz beendete Ägypten-Reise
  • Martinus-Bibliothek übergab biblische Pergamentrollen
  • Bistum Mainz: 205.000 Euro für das Bonifatiuswerk

Vorschau

  • Diskussionsabend zum Kongo (28.6.)
  • Mit Popsongs auf Sinnsuche (ab 30.6.)
  • Buchpräsentation zu Jakob von Eltville (30.6.)
  • Ministrantenwallfahrt auf der Liebfrauenheide (17.8.)

Personalien

  • 90. Geburtstag von Domkapitular em. Günter Emig
  • Domkapellmeister Karsten Storck zum Professor ernannt
  • Dr. Manfred Göbel in den Ruhestand verabschiedet

Berichte

„Bleiben Sie ein Mensch der Freude“

Diakon Maximilian Eichler von Bischof Peter Kohlgraf zum Priester geweiht

Mainz. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat am Samstag, 22. Juni, durch Handauflegung und Gebet Diakon Maximilian Eichler im Mainzer Dom zum Priester geweiht. In seiner Predigt rief Kohlgraf dazu auf, die Freude am Glauben nicht zu verlieren: „Ich hoffe, dass unsere Botschaft, das Evangelium der Freude, wieder stärker in die Gesellschaft strahlen kann. Zu lange und zu oft haben wir Moral gepredigt – und nicht zur Freude eingeladen.“ Er wünsche Eichler von Herzen, dass er „ein Mensch der Freude“ bleibe, sagte der Mainzer Bischof: „Dass Sie Menschen motivieren, in den freudigen Dank an den Vater im Himmel einzustimmen, davon bin ich überzeugt. Helfen Sie den Gläubigen, im Glauben Schritte zu gehen, die tiefer in die Freude an Gott hineinführen. Helfen Sie den Menschen in unseren Gemeinden, freudig in die Zukunft zu gehen und oft aufzubrechen. Gehen Sie mutig auf Menschen zu, die Christus noch nicht kennen, und laden Sie sie ein. Setzen Sie auf die richtigen Themen, auf die Freude am Evangelium.“

Weiter sagte Kohlgraf: „Die Zeiten sind vorbei, in denen jemand sagen konnte, für die und die Aufgabe in Kirche und Welt gibt es Allzuständige. Für die Verkündigung des Glaubens sei der Pfarrer, der Kaplan oder die Gemeindereferentin zuständig. Nein, jeder kennt Menschen, denen das Evangelium noch unbekannt ist. Ist unser Glaube dann Thema? Es geht nicht mehr allein um den Erhalt von Gemeinden, sondern um den suchenden Menschen in unseren Dörfern und Städten. Es geht nicht mehr allein um Traditionen, sondern um das Neue des Glaubens.“ Beim Glauben gehe es nicht um ein gemütliches Sitzen und Verweilen, sondern „um ein aktives Leben, um eine bewusste Gestaltung meines Glaubens, meiner Kirche, meines Lebens mit Gott. Und das kann ich nicht delegieren“. Kohlgraf betonte: „Es kann eine manchmal herausfordernde Aufgabe des Priesters sein, die Gläubigen in den Verkündigungsauftrag mitzunehmen und den Gläubigen auch die Verantwortung zu lassen, sie darin zu begleiten und zu ermutigen. Auch dies ist priesterlicher Dienst am Volk Gottes und an der Welt, in der wir alle leben.“

Handauflegung und Weihegebet

Vor der Weihe hatte Eichler seine Bereitschaft erklärt, sein Amt im Sinne Christi und der Kirche auszuüben. Anschließend gelobte er dem Bischof und seinen Nachfolgern Ehrfurcht und Gehorsam. Nach der Allerheiligen-Litanei erfolgte die eigentliche Weihe, bei der Bischof Kohlgraf dem Kandidaten schweigend die Hände auflegte. Damit wird zum Ausdruck gebracht, dass sich Gottes Hand auf den zu Weihenden legt und ihn mit seinem Geist erfüllt. Nach der Handauflegung durch die zahlreichen anwesenden Priester schloss die eigentliche Weihe mit dem Weihegebet des Bischofs. In den ausdeutenden Riten erhielt der Neupriester sein Messgewand aus den Händen seines Heimatpfarrers. Anschließend salbte der Bischof ihm die Hände, überreichte ihm Brot und Wein und zeigte ihm schließlich mit einer Umarmung, dass er ihn als Priester in seinen Dienst aufnimmt.

Konzelebranten im Mainzer Dom waren Regens Dr. Tonke Dennebaum, Subregens Sebastian Lang und Spiritual Pater Clemens M. Löcher SJ; an dem Gottesdienst nahmen auch die Mitglieder des Mainzer Domkapitels teil. Die musikalische Gestaltung hatten der Mainzer Domchor unter der Leitung von Domkapellmeister Professor Karsten Storck sowie Domorganist Professor Daniel Beckmann an der Domorgel übernommen. Am frühen Nachmittag spendete der Neupriester den Primizsegen in einer Andacht in der Seminarkirche in der Augustinerstraße.

Eichler stammt aus der Pfarrei St. Gottfried in Butzbach. Der Gottesdienst stand unter der Überschrift „Dankt dem Vater mit Freude.“ (Kol 1,12). Seinen Primizgottesdienst feierte Eichler am Sonntag, 23. Juni, in der Kirche St. Gottfried in Butzbach; an dem Gottesdienst nahm auch der Mainzer Weihbischof und Generalvikar Dr. Udo Markus Bentz teil.

Maximilian Eichler wurde am 5. Oktober 1991 in Lich geboren. Nach dem Abitur in Butzbach studierte er von 2012 bis 2017 Katholische Theologie an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz und an der Universität München; 2012 trat er auch ins Mainzer Priesterseminar ein. Seit 2017 gehört er dem Pastoralkurs im Bistum Mainz an und war nach seiner Diakonweihe 2018 in der Pfarrei St. Peter in Heppenheim tätig. Seine erste Kaplansstelle wird er ab August dieses Jahres in Worms (Dompfarrei/St. Martin) antreten.

Stichwort: Priester / Priesterweihe

Aufgabe eines Priesters ist es, das Evangelium zu verkünden (Lehramt), die Sakramente zu spenden (Priesteramt) und die Gläubigen zu leiten (Hirtenamt). Durch seine Weihe handelt er bei seinem Dienst nicht aufgrund eigener oder verliehener Autorität, sondern in der Person Christi und im Namen der Kirche. Dieses besondere Priestertum ist vom allgemeinen Priestertum aller getauften Gläubigen zu unterscheiden, das vom Zweiten Vatikanischen Konzil neu betont worden ist.

Die Priesterweihe erfolgt im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes durch den Bischof. Dabei wird der Heilige Geist auf den Kandidaten herabgerufen (Epiklese), was zeichenhaft in der Handauflegung durch den Bischof und die anwesenden Priester sowie das Weihegebet deutlich wird. Das Sakrament der Weihe ist in der katholischen Kirche in drei Stufen gegliedert: die Diakonenweihe, die Priesterweihe und die Bischofsweihe. Die erste Heilige Messe eines neu geweihten Priesters wird Primiz genannt. Sie wird in der Regel in dessen Heimatgemeinde gefeiert.

Nach dem katholischen Kirchenrecht kann nur ein getaufter Mann zum Priester geweiht werden. Er muss unverheiratet sein und das 25. Lebensjahr vollendet haben. Das Versprechen der Ehelosigkeit (Zölibat) legt der Kandidat bereits bei seiner Diakonenweihe ab, in der Regel ein Jahr vor der Priesterweihe. Die Ausbildung der Priesteramtskandidaten erfolgt in einem Priesterseminar, in dem die Seminaristen während ihres Theologiestudiums wohnen. Nach dem Studium schließt sich eine praktische Seelsorgsausbildung an.

Umgangssprachlich werden die Bezeichnungen „Priester“ und „Pfarrer“ oft gleichbedeutend gebraucht. Ein Priester trägt den Titel „Pfarrer“ allerdings nur, wenn er von seinem Bischof mit der Leitung einer Pfarrgemeinde beauftragt worden ist. Darüber hinaus sind Priester auch in der Seelsorge für bestimmte Personengruppen (Kategorialseelsorge) oder in der Verwaltung tätig. Neu geweihte Priester werden in der Regel in der Pfarrseelsorge als Kapläne zur Unterstützung und Vertretung eines Ortspfarrers eingesetzt.Im Beschluss „Die pastoralen Dienste in der Gemeinde“ der Gemeinsamen Synode der Bistümer in der Bundesrepublik Deutschland (1975) heißt es über das Priesteramt: „Die Sendung des Priesters lässt sich nicht mit Hilfe von einigen nur ihm vorbehaltenen Funktionen umschreiben. Vielmehr übt der Priester den der ganzen Kirche aufgegebenen Dienst im Auftrag Jesu Christi amtlich und öffentlich aus. Durch Verkündigung, Spendung der Sakramente, Bruderdienst, Auferbauung und Leitung der Gemeinde und nicht zuletzt durch sein persönliches Zeugnis soll der Priester die anderen zu ihrem eigenen Dienst bereit und fähig machen.“ (Kapitel 5.1.1.)

am (MBN)

 

26.000 für die Stiftung Hoher Dom zu Mainz

13. Benefiz-Golftunier auf der Golfanlage des GC Rheinhessen

Wißberg. Am Montag, 17. Juni, hat das traditionelle Golfturnier zugunsten der Stiftung Hohes Dom zu Mainz stattgefunden. Die 13. Auflage dieses Benefiz-Golfturniers trug erstmals den Namen „Karl Kardinal Lehmann-Gedächtnisturnier“. In seiner Begrüßung hatte der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf die große Bedeutung von bürgerlichem Engagement für Kirche und Kultur hervorgehoben. Der Mainzer Weihbischof und Generalvikar Dr. Udo Markus Bentz konnte nach dem Turnier von Organisator Hans-Günter Mann einen Scheck in Höhe von 26.000 Euro für die Stiftung entgegen nehmen. Das nächste Benefiz-Golfturnier findet am 15. Juni 2020 statt.

am (MBN)

 

Weihbischof Bentz beendet viertägige Reise nach Kairo

„Lebendige und für das Wohl der Gesellschaft engagierte Kirche“

Kairo/Mainz. Am Freitag, 21. Juni, ist die viertägige Reise vom Mainzer Weihbischof und Generalvikar Dr. Udo Markus Bentz nach Kairo/Ägypten zu Ende gegangen. Der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Naher und Mittlerer Osten der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz hielt sich dort zu Gesprächen mit Vertretern katholischer und orthodoxer Kirchen und des Islam auf. Dabei konnte er sich über die Situation der Christen, Fragen der Religionsfreiheit und die Bedeutung interreligiöser Zusammenarbeit informieren. „Das Engagement der Christen in diesem Land beeindruckt mich sehr. Vor allem in der Bildung leisten die Kirchen viel. Die katholische Kirche ist recht klein. Sie betreibt aber 170 Schulen. Das ist enorm. Damit wirkt sie mitten in die Gesellschaft hinein“, sagte Weihbischof Bentz.

Bentz versteht es als ein gutes Zeichen, dass viele Muslime ihre Kinder „wie selbstverständlich“ auf christliche Schulen schicken und damit ganz konkret ein gutes Miteinander der Religionen praktizieren. Patriarch Ibrahim Sidrak, das Oberhaupt der koptisch-katholischen Kirche, unterstrich die Bedeutung, die den katholischen Schulen für die Einübung eines alltäglichen Miteinanders zukomme. Indem Kinder gemeinsam unterrichtet würden, lernten sie Angehörige der anderen Religion kennen und bauten Vorurteile ab. „Zudem nehmen sie alle an Kursen teil, in denen gemeinsame Werte für eine tolerante Gesellschaft vermittelt werden“, führte der Patriarch aus. Die katholischen Schulen werden ungefähr zur Hälfte von Muslimen besucht. Auch ein großer Teil der Lehrerschaft ist muslimisch. „Dies zeigt, dass der in den Schulen vermittelte gegenseitige Respekt von Vielen in der Gesellschaft geschätzt und geachtet wird“, sagte Patriarch Ibrahim. 

Auch in der Begegnung mit Papst Tawadros II., dem Patriarchen der koptisch-orthodoxen Kirche, standen Fragen der Bildung im Mittelpunkt. So hat der koptische Papst den Bau und den Unterhalt von Schulen initiiert, denn „gute Bildung ist die Grundlage von Demokratie und Menschenrechten“, wie Tawadros II. betonte. Eine besondere Aufgabe sieht er in der Fortbildung der Lehrer und in der geistlichen Profilierung der Schulen. Bildung, sagte Papst Tawadros II., sei ein Schlüssel, um der Migration aufgrund sozialer und ökonomischer Probleme zu begegnen. 

Die Erziehung zu gegenseitigem Respekt von Angehörigen verschiedener Religionen war auch Thema des Austausches von Weihbischof Bentz mit dem Großscheich der Al Azhar, Ahmed Mohammad Al Tayeb. Dieser bewertete das gemeinsame „Dokument über die Brüderlichkeit aller Menschen“, das er und Papst Franziskus im Februar 2019 unterzeichnet haben, als Meilenstein der Förderung von gegenseitigem Respekt und Wertschätzung. Der Text hat, so betonte der Großscheich, inzwischen Eingang in das Curriculum von Al Azhar gefunden. In der Begegnung zwischen dem Großscheich und Weihbischof Bentz wurde auch die Entwicklung des vor einigen Jahren gegründeten „Hauses der Familie“ in Ägypten erörtert. In dieser interreligiösen Einrichtung bearbeiten derzeit acht Kommissionen besonders konfliktträchtige Felder gesellschaftlicher Debatten. Auch hier sind Fragen von Bildung und Kultur, die in einer Bildungskommission diskutiert werden, von hoher Bedeutung. Die Initiative hat sich unter anderem zur Aufgabe gestellt, Schulbücher zu prüfen, um negative Stereotypisierungen anderer Religionen aufzuspüren und auf deren Entfernung hinzuwirken.

Auch Pastor Andrea Zaki, der Präsident des evangelischen Kirchenrates Ägyptens, unterstrich die Bedeutung von Dialog und Bildung für die künftige Entwicklung der Gesellschaft. „Für eine weitere Durchsetzung von Demokratie und Menschenrechten bedarf es mehr Zeit und Geduld, damit sich demokratische Tugenden in der Gesellschaft entwickeln können“, mahnte der evangelische Kirchenpräsident.

In allen Gesprächen der Delegation wurde die Notwendigkeit einer vertieften politischen und gesellschaftlichen Erneuerung Ägyptens herausgestellt. Dabei stand die Frage im Vordergrund, welche Wege und Initiativen hilfreich sind, um Ägypten auf dem Weg zu einer inklusiveren Gesellschaft zu unterstützen. „Bildung ist und bleibt der zentrale Schlüssel auf diesem Weg zu einer Zivilgesellschaft, die allen gleiche Rechte, gleiche Pflichten und die gleiche Würde ermöglicht“, sagte Weihbischof Bentz. „Es hat mich berührt, wie Papst Tawadros davon sprach, dass sich alle Ägypter als Teil der einen Nation wahrnehmen, deren Lebensader und Lebensraum seit Jahrtausenden der Nil ist.“

SDBK (MBN)

 

Die Heimkehr der Ester-Rollen

Mainzer Martinus-Bibliothek übergibt Handschriften an Nationalbibliothek in Jerusalem

Mainz. Die Mainzer Martinus-Bibliothek übergibt drei biblische Pergamentrollen an die Israelische Nationalbibliothek in Jerusalem. Es handelt sich dabei um zwei Ester-Rollen und eine Samaritanische Genesis-Rolle. Das Buch Ester hat im Judentum eine besondere Bedeutung. Dort wird die Geschichte von der Rettung des jüdischen Volkes in der persischen Diaspora erzählt, die Ursprung des Purimfestes ist. Die drei Buchrollen waren touristische Mitbringsel von einer Israelreise aus den 1960er-Jahren und stammen aus dem Nachlass des im Jahr 1970 verstorbenen Mainzer Neutestamentlers Nikolaus Adler.

Die Handschriften gehörten nicht zum gewachsenen Bestand der Martinus-Bibliothek und konnten auch nicht die erforderliche bibliothekarische und wissenschaftliche Betreuung erfahren, sagte der Direktor der Martinus-Bibliothek, Dr. Helmut Hinkel, am Mittwoch, 19. Juni, vor Journalisten. Er sei dankbar, dass die Schriftrollen „jetzt dahin kommen, wo sie hingehören und dort der Wissenschaft zur Verfügung stehen“, sagte Hinkel. Professor Dr. Andreas Lehnhardt vom Lehrstuhl für Judaistik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, bezeichnete es als „Glücksfall“, dass durch den Kontakt von Leor Jacobi mit der Martinus-Bibliothek die Übergabe der Schriftrollen erfolgen konnte.

Leor Jacobi aus Jerusalem brachte seine Dankbarkeit für die Übergabe der Schriftrollen nach Jerusalem zum Ausdruck. Jacobi ist derzeit Projektkoordinator für „Die Tora-Arche in Deutschland“, die deutsch-israelische Stiftung für wissenschaftliche Forschung und Entwicklung, sowie im Vorstand der Israelischen Vereinigung für visuelle Kultur im Mittelalter (IMAGO). Der Kontakt zur Martinus-Bibliothek wurde über Professor Dr. Claus Arnold hergestellt. Der Mainzer Kirchenhistoriker betreut den Mainzer Teil des EU-Projektes Research Infrastructure on Religious Studies (RelReS) an der Johannes Gutenberg-Universität, wo Jacobi seit März als erster RelReS-Stipendiat tätig ist.

Die beiden Ester-Rollen sind aus Pergament und handgeschrieben, wie es das jüdische Recht vorschreibt. Die erste Ester-Rolle stammt aus dem späten 19. oder frühen 20. Jahrhundert und ist in einem sehr guten Zustand. Die zweite Rolle entstand möglicherweise bereits im 18. Jahrhundert und befindet sich in einem verzierten Messinggehäuse. Die Schriftrolle ist teilweise beschädigt. Von der kleinen Gemeinschaft der Samaritaner, die nur die fünf Bücher Mose als Bibel anerkennen, stammt die dritte Rolle, die im 20. Jahrhundert entstanden ist und den Text der Genesis enthält. Der Kurator der Israelischen Nationalbibliothek in Jerusalem, Dr. Yoel Finkelman, hat in einem Brief für die Übergabe der Rollen gedankt. Die beiden Ester-Rollen seien ein wesentlicher Beitrag für die Sammlung von rund 200 Ester-Rollen der Nationalbibliothek. Im Bestand des Hauses seien bislang acht Exemplare der Samaritanischen Genesis-Rolle.

Vorträge zur Übergabe

Bei der Feierstunde „Die Heimkehr der Ester-Rollen“ am Mittwochabend, 19. Juni, um 17.15 Uhr in der Martinus-Bibliothek wird Dr. Hinkel die Handschriften-Rollen an Leor Jacobi überreichen und in einem kurzen Vortrag auf die Geschichte der Rollen und ihre Heimkehr nach Jerusalem eingehen. Zuvor stehen zwei weitere Kurzvorträge auf dem Programm: Leor Jacobi spricht über „Possenreißer, fröhliche Leute, Purim und der Karneval: Der Einfluss von Mainz und seinen Talmudgelehrten auf jüdisches Leben und den Text des Talmud“; Professor Dr. Andreas Lehnhardt vom Lehrstuhl für Judaistik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz referiert zum Thema „Das Frankfurter Purimspiel aus der Martinus-Bibliothek“. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.

Hinweis: Martinus-Bibliothek - Wissenschaftliche Diözesanbibliothek im Priesterseminar Mainz - Grebenstraße 8 (Eingang), Augustinerstraße 34 (Post), 55116 Mainz, Telefon: 06131/266-222, Fax: 06131/266-387, E-Mail: martinus.bibliothek@bistum-mainz.de, Internet: www.bistum-mainz.de/martinus-bibliothek - Öffnungszeiten: montags bis freitags von 9.00 bis 12.30 Uhr und von 13.30 bis 18.00 Uhr

tob (MBN)

 

Katholiken im Bistum Mainz spenden 205.000 Euro für die Diaspora

Jahresaktion des Bonifatiuswerks wird am 2. und 3. November in Mainz eröffnet

Paderborn/Mainz. Die katholischen Christen aus dem Bistum Mainz haben 205.000 Euro in Kollekten und Einzelspenden für die Diasporahilfe gespendet. Das hat das Diaspora-Hilfswerk der deutschen Katholischen Kirche am Mittwoch, 19. Juni, in einer Pressemeldung mitgeteilt. Bei der traditionellen Kollekte zum Diaspora-Sonntag wurden im Bistum Mainz 60.000 Euro und bundesweit 2,195 Millionen Euro gesammelt. Erstkommunionkinder und Firmbewerber sammelten 63.000 Euro und 17.000 Euro für Kinder und Jugendliche in der Diaspora. Das Bonifatiuswerk unterstützte im Bistum die Anschaffung von zwei Boni-Bussen mit 41.000 Euro und im Bereich der Glaubenshilfe missionarische Projekte mit 1.500 Euro. Am 2. und 3. November wird in Mainz die diesjährige Jahresaktion des Bonifatiuswerks eröffnet.

Mit 15,4 Millionen Euro hat das Bonifatiuswerk im vergangenen Jahr 1.254 Projekte in der Diaspora Deutschlands, Nordeuropas und des Baltikums gefördert. Die Ein- und Ausgabensituation ist im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben, teilte das „Hilfswerk für den Glauben“ während seiner Bilanzpressekonferenz im Priesterseminar Fulda mit. In den Diasporagebieten Deutschlands, Nordeuropas und in den baltischen Staaten Estland und Lettland wurden 74 Bauprojekte mit 3,3 Millionen Euro, 1.067 Projekte der Kinder- und Jugendhilfe mit 1,8 Millionen Euro und 74 Projekte der Glaubenshilfe mit 816.000 Euro unterstützt. Durch die Verkehrshilfe konnten 39 BONI-Busse mit 716.000 Euro für die Gemeindearbeit gefördert werden. In missionarische Initiativen zur Neuevangelisierung sowie in die religiöse Bildungsarbeit flossen über zwei Millionen Euro, in die Projektbegleitung 417.000 Euro, in die Unterstützung der Seelsorge 150.000 Euro und in die zweckgebundene Förderung 743.000 Euro. Aus zweckgebundenen Mitteln des Diaspora-Kommissariats wurden 5,4 Millionen Euro an Projekte in Nordeuropa weitergeleitet.

Die Förderung der Projekte finanziert das Bonifatiuswerk durch Einnahmen aus Kollekten (4,9 Millionen Euro), Spenden/Beiträgen/Vermächtnissen und Schenkungen (5,7 Millionen Euro) und aus Mitteln des Diaspora-Kommissariates (5,5 Millionen Euro). Die Kollekten sind im Vergleich zum Vorjahr um 89.400 Euro (plus 1,86 Prozent) gestiegen. Die Kollekte zum Diaspora-Sonntag erbrachte 2,19 Millionen Euro. Die Erstkommunionkinder gaben 1,89 Millionen Euro und die Firmbewerber 732.000 Euro für Kinder- und Jugendhilfe-Projekte.

Hinweis: www.bonifatiuswerk.de

PM (MBN)

Vorschau

„Unser Einsatz für den Kongo“ (28.6.)

Diskussionsabend von Bistumsinitiativen für das afrikanische Land

Mainz. Am Freitag, 28. Juni, findet um 18.00 Uhr im Pfarrsaal vom Mainz-St. Emmeran (Am Kronberger Hof/Emmeranstraße) ein Abend zur Situation in der Demokratischen Republik Kongo statt. Im Bistum engagieren sich verschiedene Initiativen für das afrikanische Land. Eine davon ist der Gesundheitsverein Lisungi, der dieses Jahr sein zehnjähriges Bestehen feiert. Gemeinsam mit dem Hilfswerk Missio und Pax Christi, die Friedens- und Pastoralprojekte im Kongo fördern, lädt der Abend zu Information und Austausch ein. Auf dem Podium diskutieren unter der Überschrift „Unser Einsatz für den Kongo“: Jean Djamba, Sprecher der Pax Christi-Kommission Solidarität mit Zentralafrika, Luzeyi Kuelusukina, Vorsitzende Lisungi e.V., und Christian Ndala, Bildungsreferent von Missio Aachen. Die Moderation übernimmt Eva Baillie, Missio-Referentin im Bistum Mainz. Für den musikalischen Rahmen sorgt Modou Seck.

tob (MBN) 

 

Mit Popsongs auf Sinnsuche (ab 30.6.)

Sommerreihe 2019 der „Sonntagsgedanken“ in HR 1

Frankfurt. Am Sonntag, 30. Juni, startet die traditionelle Sommerreihe der Verkündigungssendung „Sonntagsgedanken“ im Radiosender HR 1. Bereits zum elften Mal begeben sich sieben katholische und evangelische Autorinnen und Autoren „mit Popsongs auf Sinnsuche“. Die Reihe steht in diesem Jahr unter der Überschrift „Aufbruch“. Die Song-interpretationen aus christlicher Sicht waren in den vergangenen Jahren auf große Resonanz bei den Zuhörerinnen und Zuhörern von HR 1 gestoßen. In diesem Jahr findet die Sommerreihe der „Sonntagsgedanken“ vom 30. Juni bis 18. August statt.

Den Auftakt macht am kommenden Sonntag, 30. Juni, um 7.45 Uhr Pastoralreferentin Stephanie Rieth vom Bistum Mainz, Mainz-Kastel, zu dem Lied „Neuanfang“ von Clueso. Die Termine und Themen der weiteren Sendungen (jeweils von 7.45 bis 7.55 Uhr) lauten:

  • 7. Juli - Pastor Thomas Zels, Marburg (Evangelische Freikirchen): Lenny Kravitz „Fly Away“
  • 14. Juli - Pastoralreferentin Amke Jarzina, Eltville (Bistum Limburg): Thomas D. „Rückenwind“
  • 21. Juli - Pfarrerin Ksenija Auksutat, Darmstadt (Evangelische Kirche in Hessen und Nassau): John Denver „Leaving on a Jet Plane“
  • 28. Juli - Diplomtheologe Sebastian Pilz, Fulda (Bistum Fulda): Revolverheld „Lass uns gehen“
  • 4. August - Pfarrerin Ksenija Auksutat, Darmstadt (Evangelische Kirche in Hessen und Nassau): ABBA „I Wonder (Depature)“
  • 11. August - Pastoralreferent Stefan Herok, Limburg (Bistum Limburg): The Hooters „All You Zombies“
  • 18. August - Pfarrer Hermann Trusheim, Hanau (Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck): Rod Stewart „Sailing“

Hinweis: Weitere Informationen zu den Beiträgen und den Autorinnen und Autoren im Internet unter www.kirche-im-hr.de.

am (MBN)

 

Buchpräsentation zu Jakob von Eltville (30.6.)

Neuerscheinung über den Zisterzienser / Institut für Mainzer Kirchengeschichte beteiligt

Eltville. In Kooperation mit dem Institut für Mainzer Kirchengeschichte wird am Sonntag, 30. Juni, um 17.00 Uhr im Kloster Eberbach eine Neuerscheinung über den im 14. Jahrhundert in Eltville geborenen Zisterzienser Jakob von Eltville vorgestellt. In dem Band „The Cistercian James of Eltville. Author in Paris and Authority in Vienna“ (Herausgegeben von Monica Brînzei und Christopher Schnabel) gibt eine Gruppe von in Paris und Cluj-Napoca (Rumänien) tätigen Experten einen Einblick in Leben, Wirken und Nachwirken dieses bedeutenden zisterziensischen Autors, der 1392 im Kloster Eberbach gestorben ist. Anwesend sein werden neben den beiden Herausgebern auch die meisten Autoren dieses im belgischen Verlag Brepols erschienenen Werkes. Einladende sind: Dr. h.c. Wolfgang Riedel, Freundeskreis Kloster Eberbach e.V., Professor Dr. Leonhard Hell von der Katholisch-Theologischen Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, und Professor Dr. Claus Arnold vom Institut für Mainzer Kirchengeschichte. 

tob (MBN)

 

Diözesane Ministrantenwallfahrt auf der Liebfrauenheide (17.8.)

Gottesdienst mit Bischof  Kohlgraf / Motto „… der Himmel und Erde erschaffen hat“

Klein-Krotzenburg. Unter dem Motto „… der Himmel und Erde erschaffen hat“ (Psalm 124,8) sind Ministrantinnen und Ministranten aus dem Bistum Mainz am Sonntag, 17. August, zur Diözesanwallfahrt mit dem Mainzer Bischof Peter Kohlgraf auf der Liebfrauenheide bei Klein-Krotzenburg eingeladen. Organisiert wird der Tag vom Referat Ministrantenpastoral des Bischöflichen Jugendamtes und dem diözesanen Ministrantenteam des Bistums Mainz in Kooperation mit der Pfarrei St. Nikolaus in Klein-Krotzenburg.

Nach der Anreise der einzelnen Gruppen und der Sternenwallfahrt von drei verschiedenen Punkten aus, die um 10.15 Uhr startet, werden alle Ministrantinnen und Ministranten gegen 10.35 Uhr auf der Liebfrauenheide mit Getränken und einer musikalischen Einstimmung erwartet. Um 11.00 Uhr wird der Tag durch Bischof Kohlgraf mit einem Festgottesdienst eröffnet: Thomas Gabriel und seine Band werden die Feier musikalisch gestalten. Nach dem Mittagessen haben die Teilnehmer von 13.00 bis 15.30 Uhr Gelegenheit, an zahlreichen sportlichen, spirituellen und gemeinschaftsbildenden Workshops und Angeboten teilzunehmen. Der Tag endet um 16.00 Uhr mit einer Abschlussandacht mit Diözesanjugendseelsorger Pfarrer Mathias Berger, einem musikalischem Ausklang und dem anschließenden Abmarsch zurück zu den Treffpunkten.

Hinweis: Eine Anmeldung ist über die Seite www.ministranten-mainz.de bis zum 4. August möglich. Kontakt: Referat Ministrantinnen und Ministranten, Bischöfliches Jugendamt Mainz, Am Fort Gonsenheim 54, 55122 Mainz. Telefon: 06131/253-666; Fax: 06131/253-665, E-Mail: ministranten@bistum-mainz.de.

PM (MBN)

Personalien

Domkapitular em. Günter Emig wird 90

Bis 1999 Dezernent für Caritas und Sozialarbeit im Bischöflichen Ordinariat

Mainz. Der frühere Leiter des Dezernates Caritas und Sozialarbeit im Bischöflichen Ordinariat Mainz und Vorsitzende des Diözesan-Caritasverbandes, Domkapitular em. Prälat Günter Emig, vollendet am Montag, 24. Juni, sein 90. Lebensjahr. Emig wurde 1976 Diözesan-Caritasdirektor und 1986 bis zum Eintritt in den Ruhestand im September 1999 zugleich Dezernent für Caritas und Sozialarbeit. Nach seiner Entpflichtung als Diözesan-Caritasdirektor wurde er 1992 Vorsitzender des Caritasverbandes für die Diözese Mainz.

Zu den besonderen Verdiensten Emigs gehören die Mitwirkung an der Errichtung der ersten Sozialstation in der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1970 in Worms, die Einrichtung von Pflegevorschulen an Krankenhäusern und die Gründungen der Fachschule für Altenpflege und der Fachschule für Erzieherinnen in Mainz. Zu den Schwerpunkten seines Wirkens gehörte auch die Kinder- und Jugendsozialarbeit.

Günter Emig wurde am 24. Juni 1929 in Weinheim/Bergstraße geboren. Nach seinem Theologiestudium wurde er am 26. Juli 1959 durch Bischof Dr. Albert Stohr in Mainz zum Priester geweiht. Zunächst wirkte er als Kaplan in Bad Nauheim. 1964 wurde Emig Caritas-Rektor in Mainz und 1968 Diözesanseelsorger für Blinde und Gehörlose. Kardinal Hermann Volk ernannte ihn 1976 zum Diözesan-Caritasdirektor. Daneben verwaltete er von 1975 bis 1981 die Pfarrei Maria Königin in Mainz-Drais. Zusätzlich übernahm er die Aufgabe des Diözesan-Seelsorgers des Malteser-Hilfsdienstes (MHD) bis 1986. In diesem Jahr ernannte ihn Bischof Karl Lehmann zum Dezernenten für Caritas und Sozialarbeit im Bischöflichen Ordinariat. Zugleich berief er ihn in das Domkapitel und in den Geistlichen Rat des Bistums. Die Emeritierung erfolgte zum 31. Dezember 2000.

Nach seiner Entpflichtung als Diözesan-Caritasdirektor ernannte ihn Lehmann 1992 zum Vorsitzenden des Caritasverbandes für die Diözese Mainz. Neben seinen Aufgaben in der Caritas war Emig Mitglied in mehreren Verwaltungsräten kirchlicher Einrichtungen, unter anderem der Trägergesellschaft der Katholischen Hochschule (KH) Mainz und des Instituts für Lehrerfort- und -weiterbildung (ILF) in Mainz. Überdiözesan wirkte er mehrere Jahre als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Caritasverbände in Rheinland-Pfalz und als Vorsitzender der Liga der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Rheinland-Pfalz. Für seine Verdienste wurde Emig mehrfach ausgezeichnet, so mit den Päpstlichen Ehrentiteln Monsignore (Kaplan seiner Heiligkeit) im Jahr 1982 und Päpstlicher Ehrenprälat (1990) sowie mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande (1987).

am (MBN)

 

Karsten Storck zum Professor ernannt

Mainzer Domkapellmeister unterrichtet an Musikhochschule Mainz Kinderchorleitung

Mainz. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat den Mainzer Domkapellmeister Karsten Storck am 28. Mai zum Honorarprofessor der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ernannt. Universitätspräsident Professor Dr. Georg Krausch überreichte Storck die Urkunde in den Räumen der Universität am Mittwoch, 12. Juni. Storck unterrichtet bereits seit 2012 an der Musikhochschule Mainz das Fach Kinderchorleitung für Studierende der Schul- und Kirchenmusik.

Karsten Storck, geboren 24. April 1973 in Gütersloh, wurde im März 2012 vom damaligen Mainzer Bischof Kardinal Karl Lehmann zum Domkapellmeister am Hohen Dom zu Mainz berufen. Seitdem leitet er den Mainzer Domchor (Knabenchor), die Domkantorei St. Martin sowie das Domorchester und trägt die Gesamtverantwortung für die mehr als 400 Musizierenden in allen Ensembles der Mainzer Dommusik. Bereits als Kind sang Storck im Knabenchor an St. Pankratius in Gütersloh. Er studierte Katholische Kirchenmusik an der Folkwang Universität der Künste in Essen und legte dort auch sein Konzertexamen im Fach Orgel mit Auszeichnung ab. Von 2002 bis 2005 wirkte er als Seelsorgebereichsmusiker in Wuppertal, wo er besondere Akzente auf die musikalische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Kooperation mit Schulen und kommunalen Einrichtungen setzte.

Bis 2012 war Storck Domkantor am Hohen Dom zu Mainz und machte den Mädchenchor am Dom und St. Quintin weit über die Grenzen der Stadt hinweg bekannt, was unter anderem die Auszeichnung als Siegerchor beim 50. Internationalen Chorfestival in Loreto (Italien) 2009 dokumentiert. Die individuelle musikalische Förderung von Kindern und Jugendlichen sowie die Vermittlung musikalischer Inhalte vom 16. Jahrhundert bis zur zeitgenössischen Chormusik nehmen in seiner musikpädagogischen Arbeit einen hohen Stellenwert ein. So pflegt er auch in Mainz die Kooperation mit verschiedenen Schulen. Sein dirigentisches Repertoire umfasst geistliche und weltliche Chorliteratur aus allen Epochen sowie chorsinfonische Werke des 18. bis 21. Jahrhunderts und ist in vielen Rundfunk- und Fernsehproduktionen sowie CD-Aufnahmen dokumentiert. Darüber hinaus ist Karsten Storck Orgelsachverständiger für das Bistum Mainz.

am (MBN)

 

Vier Jahrzehnte im Dienst des Bistums Mainz

Schulleiter der Edith Stein-Schule Darmstadt in den Ruhestand verabschiedet

Darmstadt. Der Personaldezernent des Bistums Mainz, Domkapitular Prälat Hans-Jürgen Eberhardt, hat den Schulleiter der Edith Stein-Schule Darmstadt, Dr. Manfred Göbel, am Dienstag, 18. Juni, in den Ruhestand verabschiedet. Die Feier begann mit einem Gottesdienst in der Liebfrauenkirche; ein Empfang und die Feierstunde in der Schule schlossen sich an.

Manfred Göbel studierte Politikwissenschaft, Geschichte und katholische Theologie in Darmstadt und Frankfurt. Er promovierte im Bereich Kirchengeschichte bei Professor Friedhelm Jürgensmeier (Institut für Mainzer Kirchengeschichte). 1980 trat Göbel in den Dienst des Bistums Mainz und arbeitete als BDKJ-Diözesanvorsitzender in der Leitung des Bischöflichen Jugendamtes. Es folgten Jahre als pädagogischer Mitarbeiter des Jugendwerk Brebbia e.V., verbunden mit der Arbeit als Religionslehrer an der Justus Liebig-Schule und der Bertolt Brecht-Schule. 1993 wechselte Göbel an die Edith Stein-Schule, wo er zwei Jahre später die Aufgaben als Studienleiter für die gymnasiale Oberstufe übernahm. Von 2002 bis 2005 war Göbel als Referent im Dezernat Schulen und Hochschulen im Bischöflichen Ordinariat tätig. Anschließend übernahm die Leitung der Edith Stein-Schule. In dieser Zeit war Göbel zugleich zwölf Jahre lang Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft katholischer weiterführender Schulen in Hessen und somit mit bildungs- und schulpolitischen Themen befasst.

In seine Amtszeit als Schulleiter fiel der Wechsel von G9 zu G8 und wieder zu G9, jeweils verbunden mit Modifikationen der Lehrpläne und schulorganisatorischen Fragen. Da die Tätigkeit des Schulleiters mit der Tätigkeit als Vorstand der Stiftung Edith Stein-Schule Darmstadt verbunden ist, gehörten Finanzierung, Renovierung und Ausstattung der Schule zu Göbels permanenten Aufgaben. Im Bereich der gymnasialen Oberstufe baute Göbel die Einrichtung berufsorientierender Fächer aus und strebte erfolgreich die Anerkennung der Edith Stein-Schule als UNESCO-Projekt-Schule an. Dazu trug nicht zuletzt die von ihm geförderte Partnerschaft mit Schulen in der Diözese Karonga in Malawi bei.

Als Schulleiter initiierte Göbel auch Schulfahrten in das Heilige Land und Partnerschaften mit Schulen in Haifa und in Bethlehem. Für dieses Engagement verleiht ihm die Kustodie des Heiligen Landes anlässlich seines Eintritts in den Ruhestand auf Antrag der Schule das Jerusalem-Pilgerkreuz, eine päpstliche Auszeichnung, die 1901 von Papst Leo XIII. gestiftet worden ist.

PM (MBN)

Bilder zu den MBN Nr. 23/2019

7 Bilder