Mainzer Bistumsnachrichten Nr. 25

Gießen, 10. Juli 2019: Diskussion zum Thema Missbrauch beim Dies academicus in Gießen (v.l.n.r.): Franz-Josef Bäumer, Ansgar Kreutzer, Weihbischof Udo Markus Bentz und Britta Bannenberg. (c) Bistum Mainz / Blum
Gießen, 10. Juli 2019: Diskussion zum Thema Missbrauch beim Dies academicus in Gießen (v.l.n.r.): Franz-Josef Bäumer, Ansgar Kreutzer, Weihbischof Udo Markus Bentz und Britta Bannenberg.
Mi 17. Jul 2019
tob (MBN)

Berichte

  • Dies academicus in Gießen mit Weihbischof Bentz

  • Wallfahrt zur Kapelle Maria Oberndorf

Vorschau

  • Bonifatiuspreis wird in Mainz verliehen (3.11.)

  • Neunter Internationaler Orgelsommer (27.7.-7.9.)

  • Musisch-kreative Werkwoche (29.9.-5.10.)

Berichte

Bentz: Perspektive der Betroffenen ist für uns leitend

Uni Gießen: Podiumsdiskussion zum sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche

Gießen. Der Mainzer Weihbischof und Generalvikar, Dr. Udo Markus Bentz, hat am Mittwochabend, 10. Juli, bei einer Podiumsdiskussion an der Justus Liebig-Universität in Gießen Konsequenzen für das Bistum Mainz aus den Fällen von sexuellem Missbrauch in der Kirche benannt. Bei allen getroffenen Maßnahmen sei für das Bistum Mainz „die Perspektive der Betroffenen leitend für uns“, bekräftigte der Weihbischof. Veranstaltet wurde der Abend im Rahmen des Dies academicus der Theologischen Institute der Universität. Die Diskussion stand unter der Überschrift: „Sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche - und strukturelle Folgen?“

Unabhängiges Aufklärungsprojekt „Erfahren. Verstehen. Vorsorgen.“

Anfang Juni hatte das Bistum Mainz unter der Überschrift „Erfahren. Verstehen. Vorsorgen.“ ein unabhängiges Aufklärungsprojekt auf den Weg gebracht. Der Regensburger Rechtsanwalt Ulrich Weber ist mit seinem Team beauftragt worden, Fälle von sexueller Gewalt im Bistum Mainz zu untersuchen. Im Projektzeitraum von etwa zwei Jahren werden Fälle sexueller Gewalt im Bistum Mainz seit dem Jahr 1945 in den Blick genommen. Weber hat mit seinem Team bereits ein ähnliches Projekt für die Regensburger Domspatzen durchgeführt.

Als leitende Fragestellungen für das Aufklärungsprojekt benannte der Weihbischof: „Wie können Menschen Gerechtigkeit erfahren, denen durch Personen, die im und für das Bistum Mainz gearbeitet haben, unermessliches Leid zugefügt wurde? Wie konnte es dazu kommen? Das heißt, welche Strukturen haben das begünstigt, wie gestaltete sich bisher der Umgang der Verantwortungsträger damit und was können wir daraus für unsere präventiven Maßnahmen folgern?“ Wörtlich sagte Bentz: „Wichtig dabei ist uns, dass Herr Weber wirklich unabhängig arbeitet. Es ist sein Projekt, in dessen Verlauf wir ganz bewusst auf Einflussnahme verzichten.“

Und weiter: „Mir ist es wichtig, dass wir mit diesem Projekt einen Raum größtmöglichen Vertrauens schaffen, der Betroffene ermutigt, über das Erlebte zu sprechen. Sie sollen dabei nicht nur erzählen können, was war, sondern auch wie es ihnen in der Vergangenheit ergangen ist, wie mit ihnen umgegangen wurde, mit den direkt Betroffenen, ihren Familien und Angehörigen, den Gemeindemitgliedern. Wir wollen Menschen, die im Bistum Mainz Opfer, Mitwisser, Zeugen oder Täter geworden sind, ermöglichen, sich bei Rechtsanwalt Weber als einer unabhängigen Instanz zu melden. Herr Weber sichert denjenigen, die sich melden, Anonymität zu. Er wird aber dazu ermutigen und darauf hinweisen, entsprechende Wege auch über andere mögliche Verfahren zu gehen, zum Beispiel über eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft oder über unsere Ansprechpartnerin beziehungsweise den Ansprechpartner für Missbrauch im Bistum Mainz.“

Auf Ebene des Bistums Mainz ging Bentz außerdem auf die Präventionsarbeit als selbstverständlichen Baustein in der Aus- und Fortbildung ein, die kontinuierlich weiterentwickelt werden müsse. Darüber hinaus ist im Bistum ein Beraterstab und eine Aufarbeitungskommission - auch mit externen Fachleuten - eingerichtet worden, um die Bistumsleitung zu unterstützen. Bentz ging ebenso auf die verschiedenen Teilprojekte auf Ebene der Deutschen Bischofskonferenz ein, sowie auf den gemeinsamen Synodalen Weg der Bischöfe mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). „Der synodale Weg ist ein Weg, um strukturelle Folgen aus dem Missbrauchsskandal zu ziehen“, sagte Bentz. Er hob hervor, dass die Bischöfe diese Gespräche „als hörende Kirche“ führen wollen und betonte deren ergebnisoffenen Ausgang. Auf die Bedeutung des Zölibates für sexuellen Missbrauch in der Kirche angesprochen, machte Weihbischof Bentz deutlich, „dass der Zölibat nicht die Ursache für sexuellen Missbrauch ist“. Der Zusammenhang von Zölibat und sexuellem Missbrauch sei sehr vielschichtig.

Professorin Dr. Britta Bannenberg, Mitautorin der MHG-Studie von der Justus Liebig-Universität, erläuterte, dass die MHG-Studie gezeigt habe, dass es spezielle „katholische Faktoren“ beim Thema Missbrauch gäbe. So seien die meisten Opfer männlich. Außerdem sei die Zahl der pädophil veranlagten Täter in der Kirche mit 28 Prozent viel höher als in anderen gesellschaftlichen Gruppen; auch der Prozentsatz der Täter mit homosexueller Orientierung sei höher. Hinzu komme, dass es in der Kirche „relevante Versetzungspraktiken“ gegeben habe, wie das Versetzen von Tätern oder die fehlende Aufklärung.

Professor Dr. Franz-Josef Bäumer, Religionspädagoge vom Institut für Katholische Theologie der Justus Liebig-Universität, sprach sich für eine Überwindung des „Klerikerzentrismus“ in der Kirche aus. Bäumer kritisierte, dass die Höchststrafe für einen Kleriker die Versetzung in den Laienstand sei: „Was ist das für eine Strafe, wenn der Täter, in den gleichen Stand versetzt wird wie ich?“ Bäumer sprach sich für die Exkommunikation von Tätern aus, möglicherweise auch auf Zeit, „auch als Genugtuung den Opfern gegenüber“. Die Moderation hatte der Geschäftsführende Direktor des Institutes für Katholische Theologie, Professor Dr. Ansgar Kreutzer, übernommen.

Hinweis: Für die Kontaktaufnahme zum unabhängigen Aufklärungsprojekt „Erfahren. Verstehen. Vorsorgen.“ hat Rechtsanwalt Weber unter der Adresse www.uw-recht.org eine eigene Internetseite freigeschaltet.

tob (MBN)

 

Wallfahrt zur Kapelle Maria Oberndorf

Predigt des Mainzer Pastoraltheologen, Professor Philipp Müller

Bodenheim. Anlässlich des Festes Mariä Heimsuchung am 2. Juli hat die Pfarrei St. Alban in Bodenheim am Sonntag, 7. Juli, ihre große Wallfahrt zur Kapelle Maria Oberndorf veranstaltet, die im Süden der Gemeinde in den Weinbergen liegt. Der Hauptzelebrant des Festhochamtes, Pastoraltheologe Professor Philipp Müller von der Mainzer Universität, erklärte, der Name dieses Marienfestes sei nicht glücklich gewählt, weil im deutschen Sprachgebrauch Menschen gemeinhin von Unglücksfällen „heimgesucht“ werden. Viel treffender sei die in der Ostkirche übliche Bezeichnung  als „Fest der Begegnung“.

Im Mittelpunkt des Festes Mariä Heimsuchung (2. Juli) steht der Besuch von Maria, der Mutter Jesu, bei ihrer Verwandten Elisabeth. Diese ist trotz ihres hohen Alters noch schwanger geworden. Denn „für Gott ist nichts unmöglich“, heißt es dazu im Lukas-Evangelium. Es muss ein sehr herzliches Verhältnis zwischen den beiden schwangeren Frauen gewesen sein, lässt sich aus dem Text des Evangeliums schließen.  Maria blieb drei Monate bei Elisabeth, bis sie nach Nazareth heimkehrte.

„Alles wirkliche Leben ist Begegnung“, sagte Müller unter Hinweis auf das Werk des Philosophen Hans-Georg Gadamer (1900-2002). Das Evangelium des Festtages nehme die Wallfahrer in die Dynamik dieser Begegnung der beiden schwangeren Frauen hinein. Sie seien wie Maria aufgerufen, die Botschaft des Glaubens in die Welt zu tragen und den Erlöser zu preisen. „Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt“, hatte Elisabeth bei der Ankunft ihrer Nichte in ihrem Haus gefragt.

Der Prediger nahm Bezug auf den heftigen Regen beim Eintreffen der Wallfahrer in der Kapelle. Nach der langen Trockenheit sei er ein Segen für die Landwirtschaft, für Mensch und Tier. Das kleine Gotteshaus konnte die Schar der Beter kaum fassen, die hier Schutz suchten. Pfarrer Paul Kollar hieß die Gläubigen herzlich willkommen. Er dankte allen, welche die Prozession von der Pfarrkirche St. Alban zur Kapelle Maria Oberndorf vorbereitet hatten, den Mitgliedern des Pfarrgemeinderates und des Verwaltungsrates sowie den weiteren Helfern.

Ein besonderes Wort des Dankes richtete er an den Kirchenchor unter Leitung von Silke Trzcinski und die Mitglieder der Bodenheimer Blaskapelle. Die Katholische Jugend Nackenheim (KJN) hatte erstmals in diesem Jahr die Betreuung der Technik übernommen und sorgte für eine störungsfreie Übertragung durch die Lautsprecheranlage. Am Schluss dankte der Pfarrer nachdrücklich auch dem Zelebranten Philipp Müller für die Leitung des Gottesdienstes. Als Liturgen wirkten neben Müller und Pfarrer Kollar mit: die Diakone Ernst Braunbeck und Walter Erdmann, Ruhestandspfarrer Bruno Klein sowie als Kommunionhelfer der frühere Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, Jakob Reiss. Die Kollekte des Tages war für den Erhalt der Kapelle bestimmt. Nach der Liturgie wurde im Pfarrheim ein Wallfahrtsessen angeboten.

Sk (MBN)

Vorschau

Bonifatiuspreis wird in Mainz verliehen (3.11.)

Bewerbungsfrist endet am 15. August / Bischof Kohlgraf ist Jurymitglied

Mainz/Paderborn. Der diesjährige „Bonifatiuspreis für missionarisches Handeln in Deutschland“ wird am Sonntag, 3. November, in Mainz verliehen. Die sechste Preisverleihung, mit der das katholische Hilfswerk besonderen Einsatz für einen gelebten Glauben würdigt, findet im Rahmen der Diaspora-Aktionseröffnung in Mainz statt. Die Bewerbungsfrist endet am 15. August. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf ist in diesem Jahr Mitglied der Auswahl-Jury. Das Bonifatiuswerk zeichnet mit dem Bonifatiuspreis das missionarische Engagement und innovative Projekte von Kirchengemeinden, Schulen, Verbänden, Institutionen, Orden, Gemeinschaften und Einzelpersonen aus. Das Hilfswerk unterstützt katholische Christen, die in einer extremen Minderheitensituation in Deutschland, Nordeuropa und dem Baltikum ihren Glauben leben.

Alle drei Jahre wird der von Prälat Erich Läufer gestiftete Preis verliehen. Der erste Preis ist mit 3.000, der zweite mit 2.000 und der dritte mit 1.000 Euro dotiert. Eine Jury wird die drei innovativsten Projekte aus den Bewerbungen auswählen. Neben Bischof Kohlgraf gehören außerdem zur Jury: Bundesministerin Julia Klöckner, ZDF-Nachrichten-moderatorin Gundula Gause, BDKJ-Bundesvorsitzende Lisi Maier, Schwester Maria Magdalena Jardin aus dem Gästekloster „Haus Damiano“ in Kiel, Prälat Erich Läufer und der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Monsignore Georg Austen.

Aktionseröffnung in Mainz (3.11.)

Im Jubiläumsjahr „170 Jahre Bonifatiuswerk“ wird die Diaspora-Aktion in Mainz am Sonntag, 3. November, um 10.00 Uhr mit einem Pontifikalamt mit Bischof Kohlgraf im Mainzer Dom offiziell eröffnet. Im Anschluss daran wird im Erbacher Hof in Mainz die Preisverleihung unter Moderation von Gundula Gause im Rahmen eines Festaktes stattfinden.

Hinweis: Bewerbungsunterlagen und Informationen unter www.bonifatiuspreis.de und www.bonifatiuswerk.de/topmenue/presse/pressemitteilungen/2019/1902 - Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken, Kamp 22, 33098 Paderborn, Tel.: 05251/2996-43, Fax: 05251/2996-88.

Bild unter www.bistummainz.de/presse                                                               

tob (MBN)

 

Neunter Internationaler Orgelsommer am Mainzer Dom (27.7.-7.9.)

Domorganist Daniel Beckmann gestaltet das Eröffnungs- und das Abschlusskonzert

Mainz. In Mainz findet von Samstag, 27. Juli, bis Samstag, 7. September, zum neunten Mal der Internationale Mainzer Orgelsommer statt. Das Eröffnungskonzert am 27. Juli um 18.30 Uhr im Mainzer Dom gestaltet der Mainzer Domorganist, Professor Daniel Beckmann; die fünf folgenden Konzerte des Orgelsommers übernehmen Organisten aus Deutschland und Frankreich. Es musizieren: Domorganist Rolf Müller aus Altenberg (3.8.); Thomas Kientz aus Straßburg und Kumi Choi aus Paris (10.8.); Professor Thomas Lennartz aus Dresden/Leipzig (17.8.); Christian Schmitt aus Stuttgart (24.8.) und Domorganist Josef Still aus Trier (31.8.). Beim Abschlusskonzert am 7. September spielt Domorganist Beckmann an der Orgel in St. Ignaz in Mainz. Alle Konzerte beginnen um 18.30 Uhr.

Hinweise:

  • Der Eintritt für die Orgelkonzerte beträgt jeweils acht bzw. sechs Euro. Der Preis für ein Abonnement für alle Konzerte beträgt 38 Euro bzw. 30 Euro. Die Karten sind im Infoladen des Bistums Mainz, Heiliggrabgasse 8, Telefon: 06131/253-888, bei der Dominformation, Markt 10, Telefon: 06131/253-412, und an der Abendkasse erhältlich.

  tob (MBN)

 

Musisch-kreative Werkwoche (29.9.-5.10.)

Familien sind in das Haus St. Gottfried nach Ilbenstadt eingeladen

Ilbenstadt. Die 22. Musisch-kreative Werkwoche findet von Sonntag, 29. September, bis Samstag, 5. Oktober, im Haus St. Gottfried in Ilbenstadt statt. Dazu sind Familien eingeladen, die in diesem Jahr gemeinsam das Musical „Elias - Kämpfer Gottes“ erarbeiten und einstudieren möchten. Eine gemeinsame Aufführung wird am Freitag, 4. Oktober, stattfinden. Für Koordination und Rahmenprogramm ist Eva-Maria Anton, Regionalkantorin in Bad Nauheim, verantwortlich. Die geistliche Begleitung übernimmt Pfarrer Hans-Joachim Wahl. Veranstalter sind das Referat Erwachsenenseelsorge und das Institut für Kirchenmusik des Bistums Mainz sowie das Haus St. Gottfried in Ilbenstadt.

Hinweis: Eine Anmeldung wird erbeten bis spätestens 12. August unter www.kirchenmusik.bistummainz.de

tob (MBN)