Mainzer Bistumsnachrichten Nr. 31

Mainz, 7.9.2019: Bischof Peter Kohlgraf spricht ein Segensgebet für die Gesendeten. (c) Bistum Mainz / Matschak
Mainz, 7.9.2019: Bischof Peter Kohlgraf spricht ein Segensgebet für die Gesendeten.
Mi 11. Sep 2019
am (MBN)

Die Bilder zu den MBN sind unten am Ende der Seite in einer Bildergalerie zusammengefasst.

Vorschau

  • Erthal-Ausstellung in der Martinus-Bibliothek (ab 18.9.) 
  • Tag der Ehejubiläen mit Bischof Kohlgraf (22.9.)

Berichte

  • Sendungsgottesdienst für drei Pastoralreferenten
  • Kohlgraf dankte Religionslehrern im Bistum Mainz

Vorschau

Erthal-Ausstellung in der Mainzer Martinus-Bibliothek (ab 18.9.)

Tagung, Domkonzert und mehrere Konzerte im Erthaler Hof vorgesehen

Mainz. Mit einem umfangreichen Programm wird vor allem an das kulturelle Leben in der Zeit von Friedrich Karl Joseph von Erthal (1719-1802) erinnert, dessen Geburtstag sich am 3. Januar 2019 zum 300. Mal gejährt hat. Er war der vorletzte Kurfürst und Erzbischof des Erzbistums Mainz. In der Ausstellung „Ausklang von Kurmainz“ wird in der Mainzer Martinus-Bibliothek das musikalische Leben zur Zeit Erthals vorgestellt. Anhand von Tafeln und Exponaten wird die Fülle musikalischer Handlungsräume dargestellt, die sich unter der Regentschaft Erthals entfaltete. Durch die Wirren der Französischen Revolution und den Einmarsch der französischen Truppen in Mainz erfuhr dieser künstlerische Aufschwung ein abruptes Ende. Erarbeitet wurde die Ausstellung von Studierenden der Musikwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz unter Leitung von Professor Dr. Klaus Pietschmann. Die Schirmherrschaft zur Ausstellung hat der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf übernommen.

Vernissage mit Professor Pietschmann (17.9.)

Die Vernissage der Ausstellung „Ausklang von Kurmainz“ findet am Dienstag, 17. September, um 18.15 Uhr in der Martinus-Bibliothek statt. Dabei wird Professor Pietschmann einen einführenden Vortrag halten („Routine, Neubeginn, Kanonendonner: Zur Mainzer Musikkultur im ausgehenden 18. Jahrhundert“). Außerdem werden Sylva Bouchard-Beier und Stephan Münch Mainzer Liedkompositionen der Erthal-Zeit vortragen. Die Ausstellung kann - bei freiem Eintritt - von Mittwoch, 18. September, bis Freitag, 14. Februar 2020 zu den Öffnungszeiten der Martinus-Bibliothek besucht werden.

Tagung im Erthaler Hof (14.9.)

Bereits das vorangehende Wochenende steht ganz im Zeichen von Erthal: Am Samstag, 14. September, findet ab 10.00 Uhr die Tagung „Friedrich Karl Joseph von Erthal und das Mainzer Musikleben im späten 18. Jahrhundert“ im Festsaal des Erthaler Hofs in Mainz statt. Veranstalter ist die Abteilung Musikwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft für mittelrheinische Musikgeschichte. Den Anschluss bildet um 18.00 Uhr ein Konzert mit Harmoniemusiken des Mainzer Kapellmeisters Vincenzo Righini und Franz Heinrich Ehrenfried. Weitere Konzerte im Erthaler Hof sind am Freitag, 25. Oktober, und Samstag, 16. November, vorgesehen.

Domkonzert mit Righinis Krönungsmesse (15.9.)

Im Zentrum des Domkonzerts am Sonntag, 15. September, um 17.00, steht Righinis Messe zur Krönung der Kaiser Leopold II. und Franz II., die unter der Leitung von Domkapellmeister Professor Karsten Storck von Solisten, dem Mainzer Domorchester und dem Domchor zur Aufführung gebracht wird. Auf dem Programm des Domkonzerts stehen außerdem „Terra tremuit“ von Johann Ernst Eberlin und das „Konzert für Horn und Orchester“ von Wolfgang Amadeus Mozart.

Hinweise:

  • Martinus-Bibliothek - Wissenschaftliche Diözesanbibliothek im Priesterseminar Mainz - Grebenstraße 8 (Eingang), Augustinerstraße 34 (Post), 55116 Mainz, Telefon: 06131/266-222, Fax: 06131/266-387, E-Mail: bibliothek@bistum-mainz.de, Internet: www.bistum-mainz.de/martinus-bibliothek- Öffnungszeiten: montags bis freitags von 9.00 bis 12.30 Uhr und von 13.30 bis 18.00 Uhr.
  • Weitere Informationen zur Tagung im Erthaler Hof auf der Seite der Arbeitsgemeinschaft für mittelrheinische Musikgeschichte unter http://mugemir.de/tagung-erthal
  • Informationen zum Domkonzert unter domchor-mainz.de - Der Vorverkauf für die kommenden Domkonzerte beginnt am 2. September in den Vorverkaufsstellen: Dominformation, Markt 10, 55116 Mainz, Telefon: 06131/253-412; Infoladen des Bistums Mainz, Heiliggrabgasse 8, 55116 Mainz, Telefon: 06131/253-888, E-Mail: infoladen@bistum-mainz.de

tob (MBN)

 

„Ein Segen zu lieben“ (22.9.)

Tag der Ehejubiläen mit Bischof Kohlgraf im Mainzer Dom

Mainz. Zum ersten Mal findet im Mainzer Dom ein Tag der Ehejubiläen statt. Der Gottesdienst, dem der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf vorsteht, beginnt am Sonntag, 22. September, um 14.00 Uhr. Die Einladung von Bischof Kohlgraf zu diesem Gottesdienst wurde an rund 1.500 Paare geschickt, die in diesem Jahr ihre Silberhochzeit bzw. ihr 50., 60. oder 65. Ehejubiläum feiern. Aufgrund der großen Resonanz – 400 Paaren konnte eine Zusage gegeben werden – können nur die Paare an dem Gottesdienst teilnehmen, die eine persönliche Einladung und Einlasskarten erhalten haben. Der Tag der Ehejubiläen steht unter der Überschrift „Ein Segen zu lieben“ und wurde vom Referat Erwachsenenseelsorge im Bischöflichen Ordinariat Mainz vorbereitet. Im Interview sprechen Stephan Weidner, Barbara Wolf und Margit Feist über die Vorbereitungen und den Ablauf des Tages.

Mainzer Bistumsnachrichten (MBN): Warum veranstalten Sie diesen Tag?

Stephan Weidner: Es ist ein guter Brauch, Jubiläen zu feiern. Sie machen deutlich, dass es etwas Besonderes ist, wenn man eine Sache über einen langen Zeitraum erlebt, schafft und gestaltet. Andere Bistümer bieten ähnliche Veranstaltungen schon lange an. Jetzt hat auch Bischof Kohlgraf diese Idee aufgegriffen und Ehejubilare nach Mainz eingeladen. Stellvertretend für die Menschen im Bistum bringt er damit die Freude über gelingende Ehen zum Ausdruck. Es ist wunderbar, wenn Menschen glücklich in Beziehungen leben. Das Erlebnis, dass es so viele Paare gibt, die ihren Weg mit Gott als Dritten im Bunde gestalten, ist eine Ermutigung. Auch bietet der Tag das Erlebnis einer besonderen Gemeinschaft, die man ansonsten vielleicht nicht mehr erleben kann.

MBN: Was erwartet die teilnehmenden Paare?

Barbara Wolf: Sie erwartet ein festlich gestalteter Gottesdienst mit unserem Bischof und zehn Konzelebranten, dem Mädchenchor des Domes und der Möglichkeit zum Empfang eines persönlichen Segens am Ende des Gottesdienstes. Im Gottesdienst können die Paare auch ihr Eheversprechen bekräftigen, das sie sich vor vielen Jahren gegeben haben. Anschließend gibt es im Erbacher Hof eine Begegnung bei Kaffee und Kuchen, zu der auch der Bischof dazu kommen wird. Die Paare können im Kreuzgang außerdem noch ein Erinnerungsfoto von sich machen lassen, und das Dom- und Diözesanmuseum hat alle teilnehmenden Paare eingeladen, kostenlos einen Blick in die aktuelle Ausstellung zu werfen.

MBN: Warum ist Paaren die Teilnahme an dieser Art von Veranstaltung wichtig?

Margit Feist: Es ist vor allem Anerkennung, Dankbarkeit, Hoffnung, Ermutigung und die Bekräftigung des gegenseitigen Versprechens: All das wird in der Feier zum Ausdruck kommen. Das stärkt eine lange gelebte Beziehung und belebt sie neu. Auch vom Bischof eingeladen worden zu sein, hat viele Paare sehr gefreut. Der festliche Rahmen für das persönliche Jubiläum erscheint vielen passend.

MBN: Die Resonanz auf Ihre Einladung war groß. Hatten Sie das erwartet?

Stephan Weidner: Wir waren gespannt. Ohne zu ahnen, wie die Feier angenommen wird, haben wir staunend beobachtet, wie schnell sich die möglichen 800 Plätze füllten. Das Interesse ging weit über unsere Erwartungen hinaus.

MBN: Sie mussten Paaren absagen, da war die Enttäuschung sicher groß. Wie gehen Sie damit um?

Barbara Wolf: Das war in der Tat eine schwierige Sache und hat viele Paare verärgert. Wir werben um Verständnis, nicht alles ist kalkulierbar. Und wir haben mit einem weiteren Angebot im kommenden Jahr reagiert. Am 26. April 2020 wird es eine zweite Feier für die Jubelpaare aus 2019 geben. Hierfür kann man sich noch anmelden. Die Feiern sollen in den nächsten Jahren fortgesetzt werden. Nach dieser Erfahrung haben wir aber gleich zwei, am 6. und am 12. September 2020, geplant.

MBN: Ein Ehejubiläum zu feiern, ist heute nicht mehr selbstverständlich. Was ist Ihr Tipp, damit eine Ehe gelingt?

Margit Feist: Es gibt keine Patentrezepte. Eine Beziehung ist sehr vielschichtig und nicht alles liegt in der Hand der Partner. Aber eine ganze Menge ist möglich. Ich selbst bin 36 Jahre verheiratet und sehe eine Menge Beziehungsarbeit, die mein Mann und ich geleistet haben. Darauf achten, dass der Partner bzw. die Partnerin sich entfalten kann, Bereitschaft zur Vergebung und zum Kompromiss, Zeit miteinander verbringen und gut miteinander reden: Das sind wichtige Dinge, die helfen, dass eine Ehe gelingt. Möglichkeiten um diese Dinge einzuüben bieten wir im Referat an.

MBN: Wie unterstützen Sie als Referat Erwachsenenseelsorge Paare nach der Hochzeit?

Stephan Weidner: Gut miteinander sprechen kann man lernen. Wir bieten Kurse dazu an, die von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern als ausgesprochen hilfreich erlebt werden. Dazu gibt es Veranstaltungen, die es einem Paar ermöglichen, miteinander ihre Beziehung zu betrachten und neue Verabredungen zu treffen. Das Bistum Mainz bietet auch Beratungsmöglichkeiten im Konflikt- und Krisenfall und bei sozialen Problemen an. Viele Angebote gibt es zudem für die anstrengende, für die Beziehung oft harte Phase der Familiengründung, wenn die Kinder kommen: Familienzentren, Beratungsstellen, Familienbildung, Freizeiten und vieles mehr. Es lohnt sich, einen Blick auf unsere Homepage zu werfen.

Hinweis: Referat Erwachsenenseelsorge im Bischöflichen Ordinariat Mainz, Leitung: Stephan Weidner, Telefon: 06131/253-251, E-Mail: erwachsenenseelsorge@bistum-mainz.de, Internet: www.bistummainz.de/ews

am (MBN)

Berichte

„Die Kirche muss sich selbst evangelisieren lassen“

Sendungsgottesdienst für drei neue Pastoralreferenten mit Bischof Peter Kohlgraf

Mainz. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat am Samstag, 7. September, zwei Pastoralreferentinnen und einen Pastoralreferent in den Dienst des Bistums Mainz gesandt. Im Rahmen des Gottesdienstes im Mainzer Dom erhielten Anna-Katharina Poppe, Dr. Stefanie Priester und Andreas Baaden die kirchliche Sendung für ihren Dienst im Bistum Mainz. Dazu sprach Kohlgraf ein Segensgebet und übergab den Kandidaten als Zeichen ihrer Sendung eine Bibel. Die Sendungsfeier stand unter dem biblischen Leitwort: „Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ (Mt 28,20).

Mittelpunkt seiner Predigt war das Thema Evangelisierung. Kohlgraf betonte, dass die Kirche, bevor sie zu den Menschen gesandt werde, „sich selbst evangelisieren lassen muss“. „Sie muss nach glaubwürdigen Lebensvollzügen, nach glaubwürdigem Miteinander suchen. Die Kirche ist selbst der Reinigung bedürftig, bevor sie meint, andere belehren zu sollen. In dieser Idee von Evangelisierung setzt sich die Kirche einem Gespräch mit der Welt und ihren Themen aus, ohne alles für gut zu befinden, aber sie bringt die Offenheit dafür mit, dass Christus schon bei den Menschen sein kann, bevor sie als Missionarin kommt. Evangelisierung geht nicht ohne das Hören auf Gottes Wort und ohne den Blick in die Lebenswelt der Menschen“, sagte der Mainzer Bischof. Evangelisierung sei nicht allein das Kennenlernen christlicher Glaubensinhalte, sondern das „Tun des Evangeliums“. „In diesem Konzept von Evangelisierung sind alle Akteure, niemand bleibt passiv. Es gibt nicht klar definierte Sender und Empfänger, sondern Menschen auf gemeinsamen Wegen. Daher können die Wege in die Zukunft nur synodal sein, in glaubender Gemeinschaft und gemeinsamer Suche, im Beten und im Hören aufeinander gegangen werden“, sagte Kohlgraf.

Auch beim Pastoralen Weg des Bistums Mainz sehe er „den Primat der Evangelisierung“: „Erste Rückmeldungen zeigen Unterschiedliches: Es gibt viele Strukturdebatten, aber ich nehme auch wahr, dass Menschen sich den geistlichen Fragen zuwenden. Menschen gehen der Frage nach, was uns motiviert, für welche Botschaft und für welchen Herrn wir unterwegs sind. Sie fragen nach den Menschen, denen wir uns als Gesprächspartner anbieten. Es wird gebetet und nach den Fundamenten gesucht. In dieser Suche will ich alle unterstützen. Werden Sie kreativ, geistliche Schritte zu gehen. In diesen Bemühungen werden wir, da bin ich sicher, dem Auferstandenen auf die Spur kommen“, sagte er.

Kohlgraf zum Synodalen Weg der Bischofskonferenz

Kohlgraf ging in seiner Predigt auch auf den Synodalen Weg ein, den die Deutsche Bischofskonferenz gemeinsam mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken begonnen hat. Er sehe „viele Fronten verhärtet“, sagte Kohlgraf. „Dennoch sind, so meine ich, nicht die Gespräche an sich spalterisch, sondern die Meinung, man könne Gespräche unterbinden. Das wird nicht mehr funktionieren. Spaltung haben in die Kirche nicht Gespräche gebracht, sondern die Verbrechen, die Vertuschung, unmögliches Machtgebaren und der mangelnde Wille, sich der eigenen Realität zu stellen, und die Meinung, man wisse schon immer, was für andere gut und richtig sei“, betonte der Mainzer Bischof.

Einsatz in der Hochschul-, Jugend- und Schulseelsorge

Konzelebranten des Gottesdienstes waren der Mainzer Weihbischof und Generalvikar Dr. Udo Markus Bentz, der Personaldezernent der Diözese, Domkapitular Prälat Hans-Jürgen Eberhardt, und der Ausbildungsleiter, Regens Dr. Tonke Dennebaum. Für die musikalische Gestaltung waren Domorganist Professor Daniel Beckmann und eine Gesangsschola aus Studierenden und Auszubildenden unter der Leitung von Mechthild Bitsch-Molitor, Leiterin der kirchenmusikalischen Ausbildung im Bistum Mainz, verantwortlich.

Bentz überreichte den Neugesendeten am Ende des Gottesdienstes das bischöfliche Dekret für ihren jeweiligen künftigen Einsatz im Dienst des Bistums. Eingesetzt werden die Neuen als Referentin für Ministrantinnen und Ministranten sowie Religiöse Bildung im Bischöflichen Jugendamt (Anna-Katharina Poppe), als Schulseelsorgerin und im Religionsunterricht an der Marienschule in Offenbach (Dr. Stefanie Priester) sowie als Hochschulseelsorger in Worms und in der Berufungspastoral im Bistum Mainz (Andreas Baaden).

Andreas Baaden ist 32 Jahre alt und wuchs in Worms-Herrnsheim auf. Nach dem Abitur studierte Andreas Baaden zunächst Lehramt in den Fächern Katholische Theologie, Deutsch und Sport an der Pädagogischen Hochschule in Heidelberg. Nach dem Staatsexamen wechselte er zum Zweitstudium der Katholischen Theologie an die Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. Während seiner pastoralen Ausbildung war Baaden zunächst als Pastoralassistent im Praktikum in der Pfarrei St. Maria Magdalena in Gernsheim eingesetzt. Anschließend arbeitete er zwei Jahre als Pastoralassistent in der Pfarrgruppe Fürth/Lindenfels in der Gemeindeseelsorge und als Dekanatsjugendseelsorger im Dekanat Bergstraße-Ost.

Anna-Katharina Poppe ist 30 Jahre alt und wuchs im Vogelsbergkreis auf. Nach dem Abitur in Alsfeld absolvierte Poppe ein Freiwilliges Soziales Jahr: zunächst in der Behindertenseelsorge in Mainz und anschließend in einem Kinderhort in Portugal. Danach studierte sie Katholische Theologie an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz und in Wien. Während der pastoralen Ausbildung war Poppe zunächst als Pastoralassistentin im Praktikum in der Pfarrei Don Bosco in Mainz eingesetzt. Anschließend arbeitete sie in der Gemeindeseelsorge in der Pfarrgruppe Heusenstamm.

Dr. Stefanie Priester, geborene Völkl, ist 35 Jahre alt und wuchs in Radheim im Odenwald auf. Nach dem Abitur in Groß-Umstadt kam Priester zum Studium an die Johannes Gutenberg-Universität nach Mainz, wo sie sowohl Katholische Theologie mit dem Abschluss als Diplom-Theologin studierte als auch die Studienfächer Germanistik und Philosophie mit dem Staatsexamen abschloss. Während eines Auslandsjahres studierte sie in Paris am Institut Catholique. Für ihre Dissertation erhielt sie den Disserationspreis für die beste Doktorarbeit an der Theologischen Fakultät an der Universität Luzern für das Jahr 2015. Während der Arbeit an der Promotion arbeitete sie in Mainz als Religionslehrerin und später als Missio-Referentin im Bischöflichen Ordinariat. In der Zeit ihrer Ausbildung war sie zunächst als Pastoralassistentin im Praktikum in der Pfarrei St. Josef in Offenbach eingesetzt. Anschließend wirkte sie als Pastoralassistentin in der Gemeindeseelsorge im Pfarreienverbund „Am Limes“ mit dem Schwerpunkt in der Pfarrei St. Martin in Pohlheim und im Religionsunterricht an der Landgraf Ludwig-Gymnasium in Gießen.

Stichwort: Pastoralreferent/Pastoralreferentin

Pastoralreferenten sind Diplom-Theologen bzw. Theologen mit dem Abschluss „Magister Theologiae“ im pastoralen Dienst der Kirche. Der Beruf steht Männern und Frauen - verheiratet oder unverheiratet - gleichermaßen offen. Grundlage für den Beruf ist der Leitgedanke des Zweiten Vatikanischen Konzils über die Kirche als Volk Gottes in der dogmatischen Konstitution „Lumen Gentium“ vom 21. November 1964: „Das Apostolat der Laien ist Teilnahme an der Heilssendung der Kirche selbst. Zu diesem Apostolat werden alle vom Herrn selbst durch Taufe und Firmung bestellt.“ (Lumen Gentium 33)

Bei der Gemeinsamen Synode der Bistümer in der Bundesrepublik Deutschland, der so genannten „Würzburger Synode“ von 1971 bis 1975, wurde dieser Ansatz weitergeführt, und so entstand dieser pastorale Beruf für Laien mit theologischem Hochschulabschluss. Pastoralreferenten ergänzen neben Gemeindereferenten den Dienst des kirchlichen Am-tes, also von Diakonen, Priestern und Bischöfen, mit eigener Kompetenz in bestimmten pastoralen Sachgebieten. Die Beauftragung für ihren Dienst erhalten Pastoralreferenten in einem Sendungsgottesdienst durch den Bischof.

Pastoralreferenten gibt es mittlerweile seit über 40 Jahren. Im Bistum Mainz gibt es den Beruf seit 1973. Im Rahmenstatut der Deutschen Bischofskonferenz für Pastoralreferenten/Pastoralreferentinnen aus dem Jahr 1987 heißt es über die Aufgaben der Berufsgruppe: „Spezifische Aufgabe der Pastoralreferenten ist es, mit den Gliedern der Gemeinden nach Wegen zu suchen, wie das Evangelium jeweils in Familie, Kirche und Gesellschaft gemäß den persönlichen und beruflichen Situationen gelebt und bezeugt werden kann. Durch die Begleitung von Einzelnen und die Arbeit mit Gruppen helfen sie, Kirche mit aufzubauen und Lebensbereiche der Gesellschaft mitzugestalten.“ (Kapitel 1, Beruf und kirchliche Stellung)

Im Bistum Mainz sind Pastoralreferenten vor allem in der kategorialen Seelsorge tätig. Einen wichtigen Schwerpunkt stellt dabei der Religionsunterricht an Gymnasien und Berufsschulen sowie die Schulseelsorge dar. Darüber hinaus sind Pastoralreferenten in der Krankenhaus-, Gefängnis-, Hochschul- und Betriebsseelsorge eingesetzt, ebenso wie in Cityseelsorge, Polizeiseelsorge, Telefonseelsorge und der geistlichen Begleitung. Ebenso sind sie als Referenten und leitende Mitarbeiter im Bischöflichen Ordinariat oder als Dekanatsreferenten tätig. Nur wenige Pastoralreferenten arbeiten im Bistum Mainz in der Gemeindeseelsorge. In den deutschen Bistümern sind die Arbeitsfelder für Pastoralreferenten sehr unterschiedlich. Zwar sehen die Rahmenstatuten der Deutschen Bischofskonferenz vor, dass die Gemeindeseelsorge nicht das primäre Einsatzgebiet der Berufsgruppe sein soll, doch hat sich in vielen deutschen Diözesen gerade dieser Bereich zu einem Schwerpunkt entwickelt.

Derzeit gibt es im Bistum Mainz 144 Pastoralreferenten bzw. -assistenten; als Pastoralassistenten werden diejenigen bezeichnet, die sich in der Ausbildung zum Pastoralreferent befinden. Bereits während des Theologiestudiums findet für die Interessenten am Beruf des Pastoralreferenten eine studienbegleitenden Ausbildung statt: vom ersten bis zum fünften als „Infokreis“ und ab dem sechsten Semester als „Bewerberkreis“.

Hinweis: Bischöfliche Beauftragte für Pastoralreferenten im Bistum Mainz ist Carola Daniel, Personaldezernat, Heringsbrunnengasse 4, 55116 Mainz, Tel.: 06131/253-185, Internet: www.bistum-mainz.de/pastoralreferenten        

am (MBN)

 

„Sie geben Orientierung und Zeugnis“

Gottesdienst mit Bischof Kohlgraf beim Begegnungstag für Religionslehrer

Mainz. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat Religion und Religionsunterricht als „ein probates Mittel gegen Gedankenlosigkeit und Lebensroutinen“ bezeichnet. Beides „weite den Blick auf Gott, auf den anderen Menschen, auf die Verantwortung füreinander, auf die Schönheit des Lebens, die ohne den Glauben verschlossen bliebe“, sagte Kohlgraf in seiner Predigt in der Eucharistiefeier zum Begegnungstag für Religionslehrerinnen und
-lehrer am Mittwoch, 4. September, im Mainzer Dom. Der Tag stand unter der Überschrift „Du fällst mir auf! Menschen stärken“.

Weiter sagte Kohlgraf, dass Religionsunterricht Tatsachen thematisiere, „über die Kinder, Jugendliche und Erwachsene manchmal schon gar nicht mehr nachdenken: Themen des Lebens, des Miteinanders, der Welt“. „Und im Nachdenken kann es dazu kommen, dass man das Erstaunen neu lernt, das Weiterfragen nach den Gründen und Ursachen. Je mehr man ans Nachdenken über die alltäglichen Themen kommt, desto weiter eröffnet sich das Feld neuer Fragen. Hier könnte der Einwand kommen, dass dies ein guter Philosophieunterricht auch leisten müsse. Das ist richtig, denn die menschlichen Grundfragen sind der entscheidende Ausgangspunkt für Philosophie und Religion gleichermaßen. Im Religionsunterricht geht es nicht um das Kennenlernen religiöser Sonderwelten, sondern die Erschließung der Tatsachen menschlichen Lebens aus einem bestimmten Blickwinkel heraus“, sagte er. Der Mainzer Bischof dankte den Religionslehrerinnen und -lehrern für „Orientierung und eigenes Zeugnis“. „Für diese Arbeit danke ich Ihnen und wünsche immer wieder neue Freude und neue Perspektiven auf Gott und sein Reich“, sagte Kohlgraf.

Vortrag von Dr. Renate Voll

Am Vormittag war Dr. Renate Voll, die bis April dieses Jahres als Oberärztin die psychosomatische Abteilung am Clementine Kinderhospital in Frankfurt/Main leitete, Gast des diesjährigen Begegnungstags, zu dem rund 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gekommen waren. Voll hielt in der Bistumsakademie Erbacher Hof den Vortrag zum Thema des Tages und kam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ins Gespräch. Am Nachmittag hatten die Teilnehmer Gelegenheit, verschiedene Workshops zu besuchen. Veranstaltet wurde der Begegnungstag vom Dezernat Bildung im Bischöflichen Ordinariat Mainz.

am (MBN)

 

 

Bilder zu den MBN Nr. 31/2019

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