Mainzer Bistumsnachrichten Nr. 34

Der Mainzer Dom (c) Bistum Mainz / Matschak
Der Mainzer Dom
Mi 2. Okt 2019
am (MBN)

Vorschau

  • Philosophisch-Theologisches Terzett (16.10.)
  • Forum „Religiöse Feste und Naturschutz“ (17.-18.10.)
  • 17. Forum Sozialpastoral (29.10.)
  • Hubertusmesse im Mainzer Dom (9.11.)

MBN vor 40 Jahren

  • Sitzung der Diözesanversammlung in Bürstadt

 

Vorschau

17. Forum Sozialpastoral (29.10.)

„Geh mit Gott, aber geh!“ – Der sozialpastorale Weg im Bistum Mainz

Heppenheim. Das 17. Forum Sozialpastoral steht unter der Überschrift: „,Geh mit Gott, aber geh!‘ – Der sozialpastorale Weg im Bistum Mainz“. In der Einladung heißt es: „Wir möchten dazu motivieren, den Pastoralen Weg im Bistum Mainz als sozialpastoralen Weg zu verstehen – und auch wirklich zu gehen. Als mündige Christinnen und Christen in Haupt- und Ehrenamt sind wir in Seelsorge und Caritas unterwegs. Wir gehen mit den Menschen und für die Menschen, das ist unser ureigener Auftrag. Der von Bischof Kohlgraf angestoßene Pastorale Weg ist eine Chance, diese Aufgabe wieder deutlicher in den Blick zu nehmen.“ Die Tagesveranstaltung findet am Dienstag, 29. Oktober, von 9.00 bis 16.00 Uhr im Haus am Maiberg in Heppenheim statt. Angeboten werden verschiedene Workshops zum Thema; das Impulsreferat hält Dr. theol. habil. Jan Loffeld zum Thema „Gastfreundschaft und heilsame Präsenz: wesentliche Wegmarken einer diakonischen Kirche“.

Die Initiative Sozialpastoral ist ein Projekt von hauptamtlichen Mitarbeitern aus dem Bistum Mainz, das im Jahr 2002 gegründet wurde. Die Initiative will die Option für die Armen zur Geltung bringen und Mitarbeiter aus Seelsorge und Caritas, die sich im Bereich der Sozialpastoral engagieren, miteinander vernetzen und unterstützen. Seit dem Jahr 2003 veranstaltet die Initiative einmal jährlich ein Forum Sozialpastoral im Bistum Mainz.

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Philosophisch-Theologisches Terzett (16.10.)

Vorstellung von Buchneuerscheinungen aus Glaubensleben und Philosophie

Mainz. Der Mainzer Weihbischof und Generalvikar Dr. Udo Markus Bentz gestaltet gemeinsam mit Professor Dr. Albert Raffelt, dem früheren stellvertretenden Direktor der Freiburger Universitätsbibliothek und Herausgeber der Sämtlichen Werke von Karl Rahner, und Professor Dr. Dr. h.c. Ulrich Ruh, ehemaliger Chefredakteur der Zeitschrift „Herder Korrespondenz“, die traditionelle Veranstaltung „Philosophisch-Theologisches Terzett. Unsere Buchempfehlungen für Weihnachten“. Der Abend findet am Mittwoch, 16. Oktober, um 19.00 Uhr in der Bistumsakademie Erbacher Hof in Mainz statt. Im Rahmen dieses Abends stellen Bentz, Raffelt und Ruh Buchneuerscheinungen aus den Bereichen Theologie, Philosophie und Spiritualität vor.

Hinweis: Der Eintritt beträgt fünf Euro. Weitere Informationen beim Erbacher Hof, Akademie des Bistums Mainz, Grebenstraße 24-26, 55116 Mainz, Telefon: 06131/257-521, E-Mail: ebh.akademie@bistum-mainz.de, Internet: www.ebh-mainz.de

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„Die Natur feiern“ (17.-18.10.)

Dialogforum zum Thema „Religiöse Feste und Naturschutz“

Mainz. Die Bistumsakademie Erbacher Hof und das Abrahamische Forum in Deutschland veranstalten von Donnerstag, 17., bis Freitag, 18. Oktober, ein Dialogforum zum Thema „Die Natur feiern. Religiöse Feste und Naturschutz“. In der Einladung heißt es: „Die Erhaltung der Artenvielfalt gehört zu den großen Herausforderungen im 21. Jahrhundert. In den meisten Religionen ist die Bewahrung und Erhaltung der Natur in den Geschichten der Heiligen Bücher, in Festen und Geboten verankert. Viele Festtage der Religionen haben darin ihre Wurzeln.“ Das Dialogforum ist Teil des Projekts „Religionen für biologische Vielfalt“, in dem Vertreterinnen und Vertreter von neun Religionsgemeinschaften sowie Verantwortliche aus den Bereichen Naturschutz, Wissenschaft und staatliche Stellen zusammenarbeiten.

Hinweis: Weitere Informationen zum Programm unter www.ebh-mainz.de

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Seit 50 Jahren Hubertusmesse im Mainzer Dom

Jubiläumsgottesdienst mit Bischof Peter Kohlgraf am 9. November

Mainz. Seit nunmehr 50 Jahren wird zu Ehren des heiligen Hubertus von Lüttich (Gedenktag: 3. November), des Schutzpatrons der Jagd, im Mainzer Dom eine Hubertusmesse gefeiert. Zum Jubiläum wird am Samstag, 9. November, um 17.00 Uhr der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf den traditionellen Gottesdienst im Mainzer Dom zelebrieren. Konzelebranten sind Professor Dr. Friedhelm Jürgensmeier MSF und Domkapitular Professor Dr. Franz-Rudolf Weinert.

Die erste Hubertusmesse im Mainzer Raum hatte 1968 noch in Mainz-St. Peter stattgefunden, fand dann aber direkt im Folgejahr schon im Mainzer Dom statt. Die musikalische Gestaltung übernimmt wie schon seit 50 Jahren die Kurmainzer Parforcehorngruppe. Aufgeführt wurden seitdem die Kompositionen der Hubertusmessen von Franz Nemec und Reinhold Stief. 1987 wurde im Mainzer Dom die Kurmainzer Hubertusmesse von Heinrich Hefner und Adalbert Frey uraufgeführt.

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MBN vor 40 Jahren

Die Mainzer Bistumsnachrichten berichten über die Sitzung der Diözesanversammlung in Bürstadt: „Missionarische Gemeinde heißt, dass Christen den Mut haben, in einer mehrheitlich nichtchristlichen Gesellschaft christlich zu leben und dadurch die Daueraufgabe jeder Gemeinde, Botschaft glaubhaft zu verkünden, erfüllen. So fasste der Bischof von Mainz, Kardinal Hermann Volk, die lange Debatte über das Thema ‚Die missionarische Gemeinde’ zusammen, die im Mittelpunkt der vom geschäftsführenden Vorsitzenden Dr. Wilhelm Westenberger, Mainz, geleiteten Diözesanversammlung am 6. Oktober in Bürstadt stand. In wenigen Jahren werde die Mehrzahl der Katholiken auf der südlichen Welthalbkugel leben, betonte der Kardinal. Werde auch dann das Abendland noch das christliche sein? Nur der Glaubende sei unanfechtbar und der Glaube werde durch Zeugen beglaubigt, nicht durch dialektisch geschulte Redner. Wir Christen müssten Zeugen der eigenen Betroffenheit der Botschaft Christi sein. Dann unterschieden wir uns von allein von Werbern und Propagandisten. Die Andersartigkeit der Sache unterscheide die Verkündigung von der Werbung.

Der zu Gast im Bistum Mainz weilende indische Weihbischof von Verapoly, Dr. Anthony Thannikot, unterstrich: ‚Jede christliche Gemeinde muss missionarisch sein. Wenn sie damit aufhört, beginnt sie zu sterben, ist nicht mehr die Kirche Christi.’

Mehr denn je gefordert sei der radikal gelebte Glaube und seine Vertiefung, stellte Dr. Helmut Kasper, Mainz, in seinen Ausführungen zu dem Stichwort ‚Christsein zwischen gestern und morgen’ heraus, der die Herausforderung des überlieferten christlich-abendländischen Verständnisses vom Menschen durch die modernen  Humanwissenschaften und ihre Auswirkungen auf das gesellschaftliche und politische Leben untersuchte. Die erbarmungslosen Konsequenzen der europäischen Geistesgeschichte der letzten Jahrhunderte zeigte Kasper auf: Aufgrund von immer mehr Freiheit für den Einzelmensch, immer mehr Herrschaft über die Natur, immer größere Vergesellschaftung, Unfreiheit, ver-waltete Welt und damit letztlich das Ende des freien Einzelmenschen, sei die weithin automatisierte Gesellschaft ohne Schrecken, aber auch ohne persönliche Chance, entstanden. Sei in einer Gesellschaft, die Religion für nicht notwendig halte, aber auch nicht als störend empfinde, die Säkularisation der Christen nicht unaufhaltsam? Andererseits registrierten die Philosophen eine wachsende Weltangst, eine Dauerpanik angesichts des Todes, da Weltordnung und -sinn nicht mehr als Ganzes verstanden würden. Der Christ mit seinen Koordinaten von Freiheit, Verantwortung, Schuld, Gewissen, Erlösung könne daher eine neue Hoffnung in der Auseinandersetzung mit den modernen Wissenschaften finden, wenn es gelinge, die Synthese zwischen dem Unzerstörbaren des überlieferten Denkens und der modernen Herausforderung neu zu entwickeln und in die tägliche Praxis umzusetzen.

Dafür nannte Professor Dr. Ludwig Bertsch SJ, St. Georgen/Frankfurt, die bereits von Konzil und Synode propagierte ‚offene Gemeinde’ als Beispiel der missionarischen Gemeinde, die ohne sich aufzugeben, sich anpasse und so das Hoffnungsdefizit in der Welt ausgleiche. Jedes Gemeindeglied müsse sich fragen, ob es bereit sei, Gottes Anruf zu beantworten, neue ‚Plausibilitäten’ zu schaffen wie Fasten, Beten, der Umwelt zeigen, wie Katholiken lebten. Dazu gehöre auch, Erstkommunikanten aus fernstehenden Familien in katholischen Familien religiöse Praxis miterleben zu lassen, statt an Ostern in nichtchristlichen Gegenden Urlaub zu machen, mit der Familie das Fest der Auferstehung zu feiern. Bertsch unterstrich, Christen müssten erfüllte Menschen sein, sonst seien sie unglaubwürdig.

Die Diözesanversammlung, das höchste Beratungsgremium aus Priestern und Laien im Bistum Mainz, schloss mit einem mit der Pfarrgemeinde gemeinsam gefeierten Gottesdienst, den Kardinal Volk mit anderen Priestern konzelebrierte.“

Mainzer Bistumsnachrichten Nr. 23 vom 10. Oktober 1979

 

Weihbischof Rolly leitet neue Unterkommission ‚Jugend’ ist eine Meldung überschrieben:  „Weihbischof Wolfgang Rolly wurde mit der Leitung der neugebildeten Unterkommission ‚Jugend’ der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz von deren Vollversammlung im September in Fulda beauftragt. Damit ist Rolly auch der Verantwortliche für Jugendfragen in der Pastoralkommission und Ansprechpartner für die Jugendverbände. Der Weihbischof sieht in der Bildung dieser Unterkommission eine Aufwertung der Jugendarbeit, wie er gegenüber der Bistumszeitung ‚Glaube und Leben’ betonte. Denn sie wird für die Kontakte zu den Jugendverbänden und der Jugendseelsorge ebenso zuständig sein wie für die Behandlung der Aufgaben und Fragen der Jugendarbeit innerhalb der Bischofskonferenz.

Wolfgang Rolly ist früh in die Jugendarbeit hineingewachsen. Nach seinen Kaplansjahren wurde er 1959 Religionslehrer, gleichzeitig Diözesankaplan des Heliand, einer Gemeinschaft katholischer Schülerinnen, und von 1965 bis 1971 der gewählte geistliche Bundesleiter des Heliand-Mädchenkreises - Katholische Studierende Jugend (KSJ). Er war in dieser Zeit Mitglied in mehreren Gremien des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Rolly hatte einen wesentlichen Anteil an den Gesprächen zwischen den Beauftragten der Deutschen Bischofskonferenz und den Studentengemeinden in den vergangenen Jahren.

Bei der Sitzung der Bischofssynode 1977 in Rom war der Mainzer Weihbischof einer der drei von der Deutschen Bischofskonferenz gewählten Vertreter. Sie beschäftigte sich vor allem mit der Kinder- und Jugendkatechese. Rolly hatte in der Vollversammlung auf die Gefahr hingewiesen, dass in der Kirche nur die Denk- und Sprechweise der Erwachsenen zur Norm werde. Wegen der Lebendigkeit der Kirche sei aber der Beitrag der jungen Generation unverzichtbar. Wichtig sei auch, in der Katechese die Sprach-, Denk- und Erlebniswelt der anderen Bevölkerungsschichten anzusprechen, dabei mehr bildhafte Ausdrucksformen in der Glaubensunterweisung zu benutzen.“

 

Am Willigis-Gymnasium hat Kardinal Volk die Bedeutung katholischer Schulen unterstrichen: „Die feierliche Einweihung des ersten und zweiten Bauabschnittes zur Erweiterung und Modernisierung des Bischöflichen Willigis-Gymnasiums mit Realschule in Mainz nahm der Bischof von Mainz, Kardinal Hermann Volk, am 29. September zum Anlass, die Bedeutsamkeit der freien katholischen Schulen in unserer Zeit zu unterstreichen. In seiner Festansprache vor dem Kollegium, den Vertretern der Eltern- und Schülerschaft und den Gästen aus dem öffentlichen Leben betonte der Kardinal, dass er und die anderen Mitglieder der Bistumsleitung sich für den Erhalt und die Förderung katholischer Schulen im Bistum einsetzen werden, auch wenn es dem Bistum aus finanziellen und politischen Gründen nicht möglich sei, katholische Schulen „flächendeckend“ anzubieten.

Kardinal Volk gab seiner Zuversicht Ausdruck, dass katholische Schulen beispielhaft dazu beitragen könnten, durch ihre Art und Weise an der Bildung von jungen Menschen zu arbeiten, der weiten Öffentlichkeit etwas von den gläubigen Vorstellungen vom Menschen und seiner Zukunft zu vermitteln. So leisteten die katholischen Schulen durch die Herausstellung von Bildung in einer nur auf Leistung hin orientierten Gesellschaft einen Dienst für die ganze Gesellschaft. Zur Bildung gehöre nämlich mehr als die berufsbe-zogene Ausbildung, in Bildung sei jedes berufliche Ausbildung überschreitende Element von Werterkenntnis und die Ermöglichung von Werterfahrung inbegriffen.

In seinem Grußwort versprach der Vertreter der Landesregierung, Staatssekretär Dr. Christoph Stollenwerk, weitere Hilfe für die Verwirklichung des dritten Bauabschnittes, der neben dem Bau einer Turnhalle auch die Errichtung von Räumlichkeiten für die musische Bildung und für den Ausbau der Realschule zur gesetzlich geforderten Zweizügigkeit vorsieht. Für das Wirken der Schule begrüßte der Staatssekretär, dass man nie aufgehört habe, auf die Erziehung junger Menschen, eine heute wieder zeitgemäße Forderung, zu verzichten. Diese Aufgabe sei heute dadurch wieder etwas leichter geworden, dass sich gegenüber dem letzten Jahrzehnt eine gewisse Beruhigung im geistig-kulturellen Raum abzeichne und auch den Schulen nach einer Periode großer Unruhe wieder mehr Zeit für die Erfahrung in neuen Formen des Schulbetriebes eingeräumt werde.

Das Bischöfliche Willigis-Gymnasium kann auf eine mehr als 125-jährige Tradition seit seiner Gründung unter Bischof Ketteler zurückblicken. Zusammen mit der seit einigen Jahren angegliederten Realschule zählt es heute rund 1.100 Schüler, von denen sich rund 280 in der gemeinsamen Eingangsstufe für Realschule und Gymnasium befinden.“

Mainzer Bistumsnachrichten Nr. 22 vom 3. Oktober 1979