Mainzer Bistumsnachrichten Nr. 35

Bensheim, 2.10.19: Beim Tag der Arbeitswelt besuchte Bischof Peter Kohlgraf die Firma Herbert-Gebäudetechnik (c) Bistum Mainz / Blum
Bensheim, 2.10.19: Beim Tag der Arbeitswelt besuchte Bischof Peter Kohlgraf die Firma Herbert-Gebäudetechnik
Mi 9. Okt 2019
am (MBN)

Weitere Bilder zu den MBN Nr. 35/2019 in der Bildergalerie am Ende der Seite.

Berichte

  • Erste Bilanz zum Start ins neue Schuljahr
  • Tag der Arbeitswelt mit Bischof Kohlgraf
  • Große Nachfrage bei Schwangerschaftsberatungsstellen
  • 170 Jahre Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken
  • Bischof Kohlgraf traf Domkantorei in Dresden

MBN vor 40 Jahren

  • Kosten der Pfarrgemeinderatswahlen im Jahr 1979

 

Berichte

2.000 neue Schülerinnen und Schüler

Katholische Schulen im Bistum Mainz ziehen erste Bilanz zum Start ins neue Schuljahr

Mainz. Zum aktuellen Schuljahr 2019/2020 haben rund 2.000 Kinder und Jugendliche einen Platz an einer der 27 katholischen Schulen im Bistum Mainz gefunden. Insgesamt besuchen auf dem Gebiet des Bistums Mainz in diesem Schuljahr wieder mehr als 10.000 Schülerinnen und Schüler eine katholische Schule. Die meisten dieser Schulen befinden sich in Trägerschaft des Bistums. Daneben gibt es aber auch katholische Schulen, die eigenständig zum Beispiel als Stiftung arbeiten: Hierzu gehören die Maria Ward-Schule in Mainz oder die Edith Stein-Schule in Darmstadt. Alle Schulen legen ganz bewusst einen besonderen Schwerpunkt auf das christliche Profil. Allerdings haben die katholischen Schulen, wie bereits in den vergangenen Jahren, mehr Anmeldungen, als sie Schüler aufnehmen konnten. Das Bistum Mainz erstreckt sich auf Rheinhessen sowie auf Südhessen und Oberhessen mit den Regionen um Gießen und Alsfeld.

„Die Katholischen Schulen im Bistum Mainz stellen sich ihrem Bildungsauftrag im doppelten Sinne. Sie bieten eine verantwortungsvolle Auseinandersetzung mit dem christlichen Glauben, indem sie Besinnungstage, Schulgottesdienste, das gemeinsame Feiern christlicher Feiertage oder auch soziales Engagement in Projekten und Spendenaktionen ermöglichen. Die Schülerinnen und Schüler können so eine spezifische Sicht auf unsere Welt kennenlernen und eine persönliche Positionierung zu Glaube und Gesellschaft vornehmen. Ein Angebot, das es in dieser Form zunehmend seltener gibt. Die Schulen schärfen aber auch ihren allgemeinbildenden Bildungsauftrag, indem sie sich im aktuellen Schuljahr mit umsichtig konzipierten Konzepten für die Umsetzung des Digitalpakts aufstellen. Bereits in den vergangenen Jahren haben unsere Schulen erkannt, dass die digitale Kompetenz fester Bestandteil von Allgemeinbildung sein muss“, erklärt der Bildungsdezernent des Bistums Mainz, Gereon Geissler.

Die Katholischen Schulen setzten sich aber auch intensiv mit gesellschaftspolitischen Themen auseinander. Eine Ringvorlesung zu Klimafragen, ein Schreibwettbewerb zur Zukunft Europas sowie vielfältige Erinnerungs- und Gedenkstättenprojekte machten deutlich, dass ein christlicher Bildungsauftrag auch eine gesellschaftliche Verantwortung in sich trage, ergänzt Geissler.

Hinweis: www.bistummainz.de/schule

(MBN)

 

Tag der Arbeitswelt mit Bischof Kohlgraf in Bensheim

Besuch bei der Unternehmensgruppe Herbert und im Hospiz Bergstraße

Bensheim. „Beim Tag der Arbeitswelt geht es darum, den Binnenbereich der Kirche zu verlassen und sich mit den Themen der Menschen im Arbeitsleben zu beschäftigen. Deshalb bin ich sehr dankbar, dass wir bei der Unternehmensgruppe Herbert interessante Einblicke erhalten haben.“ Das sagte der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf beim Besuch der Unternehmensgruppe Herbert, einem Anbieter für Gebäudetechnik, am Mittwoch, 2. Oktober, in Bensheim. Die Begegnung war als Tag der Arbeitswelt Teil der Visitation des Dekanates Bergstraße-Mitte.

Das Unternehmen hat insgesamt knapp 600 Mitarbeiter an Standorten in Bensheim, Nauheim, Mainz, Frankfurt und Mannheim. Derzeit gibt es 73 Auszubildende in sechs Ausbildungsberufen. Nach einem Rundgang mit Bernd Herbert und Frank Herbert kam der Bischof außerdem mit Sven Herbert, Josef Herbert und Helmut Herbert sowie weiteren Mitarbeitern ins Gespräch. Dabei machte Geschäftsführer Dr. Sven Herbert deutlich, dass eines der schwierigsten Themen im Bereich der Montage derzeit die Mitarbeitergewinnung sei, da es hier einen sehr großen Wettbewerb gebe. Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 1924 als Handwerksbetrieb von Peter Herbert. Mittlerweile ist in dem Familienunternehmen die dritte Generation in der Geschäftsleitung tätig. Zum Abschluss des Tages war Bischof Kohlgraf noch zum Grillen der Mitarbeiter eingeladen.

Begleitet wurde Kohlgraf vom Leiter des Pfarreienverbundes Bensheim, Pfarrer Harald Poggel, sowie den Dekanatsreferenten Renate Flath und Stephan Volk, dem Dekanatsbeauftragten für die Betriebsseelsorge, Peter Jakob, der Ständiger Diakon in Heppenheim ist, sowie Betriebsseelsorger Michael Ohlemüller, der den Tag der Arbeitswelt vorbereitet hatte.

Besuch beim Hospiz Bergstraße

Zuvor hatte Kohlgraf das Hospiz Bergstraße in Bensheim besucht und war mit Vertretern der Einrichtung und des Hospizvereins Bergstraße ins Gespräch gekommen. Unter anderem informierten Geschäftsführer Michael Braun, die stellvertretende Pflegedienstleisterin Elisabeth Lücken und der erste Vorsitzende des Hospizvereins Bergstraße, Pfarrer i.R. Rüdiger Bieber, über die Arbeit der Einrichtung, in der zehn Einzelzimmer zur Verfügung stehen. Der Bischof hatte außerdem Gelegenheit zu einer Begegnung mit einem Gast des Hospizes.

Hauptziel der Arbeit im Hospizverein sei es, den betreuten Menschen zu ermöglichen zu Hause zu bleiben, sagte Michael Braun. Nur bei etwa 20 Prozent sei dies nicht möglich. Er sei davon überzeugt, dass der Wunsch nach Sterbehilfe gegen null gehe, „wenn wir es schaffen, dass niemand allein ist, sondern gut begleitet“, sagte Braun. Das Hospiz Bergstraße war 2010 als Einrichtung des Hospiz-Vereins Bergstraße e.V. eröffnet worden. Im Verein ist unter anderen auch die Gemeinde St. Georg aus Bensheim engagiert.

tob (MBN)

 

8.600 Frauen beraten

Weiterhin große Nachfrage in den katholischen Schwangerschaftsberatungsstellen

Mainz. Die Nachfrage nach Beratung in den katholischen Schwangerschaftsberatungsstellen in Rheinland-Pfalz ist nach wie vor groß. Allerdings haben sich im Bereich der Beratung geflüchteter Frauen die Fragen und Anliegen in den vergangenen zwei Jahren verändert. Standen 2016 das Ankommen und die Unsicherheit über den Aufenthaltsstatus stark im Vordergrund, waren 2018 Fragen zu Spracherwerb und Integration wichtig. Dies ergab teilte die Arbeitsgemeinschaft der Caritasverbände (AG CV) Rheinland-Pfalz am Mittwoch, 2. Oktober, nach einer Auswertung mit.

Rund 8.600 Frauen suchten die 34 katholischen Beratungsstellen auf. Aus den Hilfsfonds der rheinland-pfälzischen Diözesen erhielten Frauen in finanziellen Notlagen rund 665.000 Euro. Rund 2,44 Millionen Euro Fördermittel erhielten bedürftige Frauen über Anträge der katholischen Beraterinnen an die Bundesstiftung für Mutter und Kind. 2016 suchten 9.100 Frauen die Beratung auf. Der Rückgang um 500 Klientinnen erklärt sich aus dem Rückgang der Zahl der Geflüchteten. 2018 waren die Zahlen wieder auf dem Niveau von 2015, bevor der Zuzug von Geflüchteten stark anstieg.

„Mittlerweile haben mehr als die Hälfte der Frauen, die zu uns kommen, einen Migrationshintergrund“, sagt Nicola Adick, Direktorin des Caritasverbandes für die Diözese Mainz, die auch Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Caritasverbände Rheinland-Pfalz ist. „Für die Gruppe der schwangeren Frauen mit Fluchthintergrund können wir feststellen, dass sich deren Lebensumstände verändern, wenn sich der Aufenthaltsstatus klärt. Dann bieten die Sozialleistungssysteme einen auskömmlichen finanziellen Rahmen, es findet Spracherwerb statt und der Wunsch nach Integration in den Arbeitsmarkt ist stark ausgeprägt.“ Für die Schwangerschaftsberatungsstellen bedeute dies, dass nach einer Phase der Beratung von stark verunsicherten und traumatisierten Menschen ohne Sprachkenntnisse und ohne gesicherte Perspektive nun eine Beruhigung in der Beratung stattfinde und wieder zielorientierter beraten werden könne. „Es wird jedoch noch Jahre dauern, bis diese Gruppe selbst ihre Interessen vertreten kann. Insbesondere die komplexen und teils digitalisierten Antragsverfahren in der Amtssprache stellen oft eine hohe Hürde dar und schließen Menschen aus“, betont Adick.

Stichwort Schwangerschaftsberatungsstellen

Es gibt in Rheinland-Pfalz insgesamt 77 vom Land geförderte Beratungsstandorte, in denen Beraterinnen mit 113 Vollzeitstellen arbeiten. Hinzu kommen zehn Vollzeitstellen, die ausschließlich von der Katholischen Kirche bezahlt werden. 34 Beratungsstandorte sind in katholischer Trägerschaft von Caritas (30) und dem Sozialdienst katholischer Frauen (SKF) (4). 29 Beratungsstellen trägt die Diakonie, neun Pro Familia, sieben Donum Vitae und zwei der Verein Frauenwürde. Das Durchschnittsalter der Frauen in den Katholischen Beratungsstellen liegt bei 27,7 Jahren.

jik (MBN)

 

170 Jahre Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken

Die diesjährige Jahresaktion des Hilfswerkes wird am 3. November in Mainz eröffnet

Paderborn. Als die Frankfurter Nationalversammlung im Jahr 1849 die Paulskirchenverfassung beschloss und in demselben Jahr die 1848 begonnene deutsche Revolution endete, gründeten engagierte Laien und Priester während des dritten Katholikentages in Regensburg das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken. Der Gründungstag, der 4. Oktober, jährt sich in diesem Jahr zum 170. Mal. „Dieser Geburtstag ist für uns ein Anlass, innezuhalten, um einen Blick auf die Wurzeln unseres Hilfswerkes zu werfen, das zu den ältesten in Deutschland gehört“, sagt der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Monsignore Georg Austen. Die diesjährige Jahresaktion des Bonifatiuswerkes mit dem Titel „Werde Glaubensstifter“ wird Sonntag, 3. November, in Mainz eröffnet.

„170 Jahre Solidarität mit den Katholiken in der Diaspora, das bedeutet eine lange Tradition. Wir stehen in einer großen Geschichte, die geprägt ist durch das uneigennützige Handeln von engagierten Katholiken, die trotz politischer, gesellschaftlicher und kirchlicher Veränderungen stets solidarisch an der Seite unserer Glaubensschwestern und
-brüder in der Diaspora standen“, sagt Heinz Paus, Präsident des katholische Hilfswerks. Das Bonifatiuswerk ist von der Deutschen Bischofskonferenz mit der Diasporaseelsorge beauftragt und unterstützt Katholiken in den deutschen Diaspora-Regionen, in Nordeuropa und in den baltischen Staaten Estland und Lettland.

Das Hilfswerk trägt den Namen des heiligen Bonifatius, der sein Leben der Verkündigung des Glaubens gewidmet hatte. „Auch wir wollen uns für dieses Anliegen starkmachen und unseren Glauben und unsere Fähigkeiten einbringen“, sagt Paus. Dieser Einsatz zeige sich insbesondere an der Vielzahl von Projekten, die das Bonifatiuswerk in seiner Geschichte fördern konnte. Nach dem Zweiten Weltkrieg konnten allein in Deutschland mehr als 2.000 zerstörte Kirchen wiederaufgebaut werden. Von 1949 bis heute wurden sogar mehr als 11.500 Kirchen, Kapellen, Gemeindehäuser oder Kindergärten unterstützt.

Ein weiteres sichtbares Zeichen der Unterstützung sind die gelben BONI-Busse, von denen derzeit rund 600 in den Diasporaregionen in Deutschland unterwegs sind. Sie werden eingesetzt, um die Gläubigen in weit auseinanderliegenden Ortschaften zum Sonntagsgottesdienst zu bringen, Kinder in die nächstgelegenen Kita, Kommunionkinder und Firmbewerber zur Katechese oder um Einkäufe für Flüchtlinge zu organisieren. Jährlich kommen bis zu 40 Fahrzeuge hinzu.

Mit seiner Kinder- und Jugendhilfe unterstützt das Bonifatiuswerk jährlich über 1.000 Projekte. Alleine die katholischen Kindertageseinrichtungen in Ostdeutschland erhalten jährlich eine Fördersumme in Höhe von 550.000 Euro; religiösen Kinderwochen werden mit 420.000 Euro gefördert.

Neu hinzugekommen ist die Glaubenshilfe im Jahr 2013, mit der missionarische Projekte in ganz Deutschland und damit erstmals in katholischen Regionen gefördert werden. Mit der Förderung von missionarisch ausgerichteten Personalstellen sollen auch Menschen angesprochen werden, denen der Glaube fremd ist, um ihnen einen Zugang zu den Inhalten des Glaubens zu ermöglichen. Insgesamt kann das Bonifatiuswerk jährlich Projekte mit 15 bis 17 Millionen Euro unterstützen.

„All denjenigen, die uns auf unserem 170-jährigen Weg unterstützt haben und unterstützen, sei es im Gebet, durch ehrenamtliches Engagement oder durch ihre Spende, danke ich von Herzen“, sagt Generalsekretär Austen. Zugleich wirft er einen Blick auf kommende Herausforderungen, die sich dem Hilfswerk stellen: „Vor dem Hintergrund der weiter voranschreitenden Entchristlichung unserer Gesellschaft stellen wir uns die Frage, welche Gestalt von Kirche wir fördern können und wollen, um gemäß unseres Gründungsauftrages auch weiterhin als ,Hilfswerk für den Glauben‘ wirken zu können. Natürlich sind wir abhängig von der finanziellen Unterstützung durch unsere Spenderinnen und Spender, die wir für unsere Themen und Projekte interessieren und begeistern müssen.“ Klar formuliertes Ziel sei es, dass die Menschen deutlich spürten, dass der Glaube für jeden einzelnen und für die verbindende Gemeinschaft ein Segen sei. Dazu müsse er von Menschen bezeugt werden, die authentisch lebten, was sie glaubten.

Hinweis: www.bonifatiuswerk.de

PM (MBN)

 

Überraschende Begegnung in Dresden

Bischof Kohlgraf und Mainzer Domkantorei trafen sich in der Hofkirche

Dresden. Zu einer überraschenden Begegnung ist es am Sonntagmorgen, 6. Oktober, in Dresden gekommen: Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf zelebrierte das Hochamt in der Dresdener Hofkirche, musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von der Mainzer Domkantorei St. Martin unter der Leitung von Domkapellmeister Karsten Storck. Die Domkantorei befand sich vom 1. bis 6. Oktober auf einer Konzertreise nach Leipzig, Bautzen, Görlitz und Dresden. Bischof Kohlgraf berichtete auf seiner Facebook-Seite von dem nicht geplanten Treffen und schrieb: „Heute morgen durfte ich in der Hofkirche in Dresden das Hochamt feiern. Unsere Mainzer Domkantorei hat den Gottesdienst musikalisch wunderbar gestaltet. (…) Vielen Dank und Kompliment für die tolle Arbeit, nicht nur heute!“

am (MBN)

 

MBN vor 40 Jahren

Zu den Kosten der Pfarrgemeinderatswahlen im Jahr 1979 schreiben die Bistumsnachrichten: „‚Als Christ mit Kopf und Herz und Hand dabei‘ ist das Motto, mit dem seit Wochen für die Pfarrgemeinderatswahl in den 370 Pfarrgemeinden des Bistums Mainz am 11. November bei den 650.000 wahlberechtigten Katholiken vom 16. Lebensjahr an geworben wird. Auch die darin enthaltenen zehn Prozent Ausländer werden dabei angesprochen. Die Kosten für das ‚Wahlkampf‘-Material wie Plakate, Poster, Postkarten, Aufkleber, Handzettel, Wahlbrief- und Stimmzettelumschlag, Briefwahlschein, belaufen sich für das Bistum Mainz auf 21.000 D-Mark und sind deswegen so niedrig, weil das Material gemeinsam von den fünf Bistümern Fulda, Limburg, Mainz, Speyer und Trier kalkuliert und erstellt wurde. Die Diözese trägt davon 14.600 D-Mark. Der Rest entfällt auf die Pfarreien.

Bei den letzten Pfarrgemeinderatswahlen 1975 betrug die Wahlbeteiligung 20,8 Prozent, wobei der Anteil der nicht regelmäßigen Kirchgänger gestiegen war. 70 Prozent der damals gewählten Pfarrgemeinderatsmitglieder waren Männer, 30 Prozent Frauen. Damit ist der Anteil der weiblichen Mitglieder seit der ersten Wahl 1969 von 21,8 Prozent langsam aber kontinuierlich gestiegen. Frauen waren in zwei Drittel aller Pfarrgemeinderäte im Vorstand vertreten, vorwiegend als Schriftführer. Zehn Prozent aller Vorsitzenden waren Frauen. In den kommunalen Parlamenten liegt der Anteil der weiblichen Ratsmitglieder dagegen zwischen sieben und zwölf Prozent.

In 60 Pfarrgemeinderäten, das sind 16 Prozent, waren Ausländer Mitglieder. Am stärksten vertreten war die Altersgruppe der 31- bis 50-Jährigen mit 58 Prozent, am schwächsten die der Jugendlichen bis 30 Jahren mit 17 Prozent.“

Mainzer Bistumsnachrichten Nr. 25 vom 26. Oktober 1979

 

Im Vorfeld der Pfarrgemeinderatswahlen 1979 dankte Kardinal Volk den bisherigen Räten für ihr Engagement: „Seinen herzlichen Dank für die Mitgliedschaft und Mittätigkeit in der zu Ende gehenden Arbeitsperiode sprach der Bischof von Mainz, Kardinal Hermann Volk, allen Pfarrgemeinderäten im Bistum Mainz aus. Die Pfarrgemeinde- und Verwaltungsräte hätten im ganzen Bistum eine spürbare und erfreuliche Arbeit geleistet, heißt es in dem Dankschreiben des Kardinals an die Mitglieder der Räte.

In einem allgemeinen Aufruf zur Pfarrgemeinderatswahl am 11. November bittet er um eine rege Wahlbeteiligung. Es habe sich herumgesprochen, dass die Mitgliedschaft im Pfarrgemeinderat weder ein Ehrenposten noch eine Machtposition, sondern Nachdenken sowie Arbeit und Dienst am Ganzen sei. Jeder Laie habe von Taufe und Firmung her eine Sendung, einen Auftrag, in der Welt das Reich Gottes durch sich selbst präsent zu machen und auszubreiten. Die Mitgliedschaft im Pfarrgemeinderat, die nicht vornehmlich Verteilung von Arbeit an andere, sondern auch eigene Arbeit bedeute, sei dafür eine sehr gemäße Form und nicht nur für Pfarrgemeinderäte, betonte Volk. Der Pfarrgemeinderat sei nicht eine Fußballmannschaft, die einmal angetreten, alle anderen vom Platz weise, sondern vielmehr ein Magnet, der möglichst viele zur aktiven und geplanten Mitarbeit heranziehen solle.

Weihbischof Wolfgang Rolly, Dezernent für die Laienräte im Bistum Mainz, hatte bei verschiedenen Pressegesprächen zur Vorbereitung der Pfarrgemeinderatswahlen hervorgehoben, der Pfarrgemeinderat leiste eine anspruchsvolle Arbeit, da er analysieren, planen, beschließen und das Verwirklichen mitbedenken müsse. Die Gelegenheit einer engen Zusammenarbeit zwischen Pfarrer und Laien im Interesse einer lebendigen Gemeinde könne noch besser genutzt werden, um deutlich zu machen, dass die frohe Botschaft des Evangeliums ein Auftrag für die Welt sei.“

 

Unter der Überschrift „Mehr ausländische Kinder in katholischen Kindergärten“ heißt es: „Ausländische Kinder in alle deutschen, vor allem auch katholischen, Kinder-gärten in noch größerem Maße aufzunehmen als bisher und sie in jeder Beziehung so gut wie möglich zu fördern, empfahl der Diözesanpastoralrat auf seiner Oktobertagung in Mainz. Er stellte gleichzeitig die Bedingung, dass der christliche Charakter der katholischen Kindergärten durch die Aufnahme nichtchristlicher Kinder nicht gefährdet werden dürfe.

Diözesancaritasdirektor Günter Emig wies daraufhin, dass für die Ausländerkinder eine Ganztagsbetreuung unumgänglich sei. Zu der intensiven Arbeit mit den Kindern müsse das ebenso wichtige Gespräch mit den Eltern auch den deutschen, kommen. Sie sollten zum Beispiel auch bereit sein, ihre Kinder in ausländische Kindergärten zu schicken. So werde die italienische Gemeinde in Offenbach ihren Kindergarten für deutsche Kinder öffnen.

Der Diözesanpastoralrat richtete außerdem einen dringlichen Appell an alle Pfarrgemeinden, den Vietnam-Flüchtlingen zu helfen, sich im täglichen Leben zurechtzufinden. Dies könne zum Beispiel durch Heranziehen von Dolmetschern und Bildung von Helferkreisen geschehen. Diözesancaritasdirektor Günter Emig teilte mit, dass Mitte November das diözesaneigene Haus Gutenberg in Bad Nauheim voraussichtlich mit Vietnam-Flüchtlingen belegt werde. Es sei vorgesehen, dass diese ein halbes Jahr zusammen dort blieben, um mit Sprachunterricht und anderen Informationen auf ihr selbstständiges Leben vorbereitet zu werden.“

Mainzer Bistumsnachrichten Nr. 24 vom 19. Oktober 1979

 

Bild zu den Mainzer Bistumsnachrichten vom 9.10.2019

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